Xhaka wurde zum Spieler des Jahres in der Schweiz gewählt

Xhaka setzte sich gegen den letztjährigen Gewinner Yann Sommer (Bayern München) und Manuel Akanji (Manchester City) durch.

Im Rahmen des Schweizer Fussballnachts, welche von der Schweizerischen Fussballvereinigung un der Schweizerischen Fussball Liga organisiert wird, wurden in Bern die besten Spieler des Jahres 2022 geehrt, berichtet albinfo.ch.

Die Trophäe «Iconic» wurde in sechs Kategorien verliehen.

Die Veranstaltung findet zurzeit statt und wird live von den Schweizer Medien übertragen.

«Der Spieler des Jahres in der Schweiz: Granit Xhaka»

Der 30-jährige Albaner ist Kapitän und einer der wichtigsten Spieler im Schweizer Nationalteam. Ende März, im Spiel gegen Kosovo, war er der sechste Schweizer, der die Marke von 100 Länderspielen erreichte, berichtet srf.ch

Xhaka ist auch einer der unbestrittenen besten Spieler bei Arsenal London. Er ist derzeit an der Spitze der Premier League Tabelle mit den Londonern, berichtet albinfo.ch. Xhaka hat die Wahl gegen den letztjährigen Gewinner Yann Sommer (Bayern München) und Manuel Akanji (Manchester City) gewonnen.

Er hat sich in diesem Zusammenhang bei «allen» bedankt, die ihn unterstützt haben und bei all denen «die an mich geglaubt haben». Sein Dank geht an den Trainer des Nationalteams, an seine Mitspieler, an seine Familie ect. Er hat auch gesagt, dass er sich auch bei denen bedankt, die «nicht an mich geglaubt haben», weil sie ihn dazu gebracht haben, noch besser zu werden, berichtet albinfo.ch.

Die Schweizer Spielerin des Jahres: Ramona Bachmann, die 32-jährige Stürmerin hat bereits für Klubs wie Rosenborg, Wolfsburg und Chelsea gespielt und grosse Erfolge mit allen Klubs gefeiert. Die Spielerin aus Luzern war seit 2020 beim Paris St-Germain unter Vertrag, berichtet albinfo.ch.

Mit den Franzosen wurde sie 2021 Meisterin und ein Jahr später Gewinnerin des Pokals. Bachmann ist seit 2007 ein fester Bestandteil des Nationalteams.

Bisher hat sie 129 Länderspiele bestritten und 57 Tore erzielt.

Andere Gewinner des Abends:

Spieler des Jahres in der Super League: Fabian Rieder (YB)

Junger Spieler des Jahres: Fabian Rieder (YB)

Spieler des Jahres in der Challenge League: Brighton Labeau (Lausanne-Sport)

Beste Spielerin des Jahres in der Frauen-Super League: Fabienne Humm (FCZ).

 

Mehrsprachigkeit als Chance

Ermira Ljutvija ist vielen unserer Leserinnen und Lesern bekannt. Unzählige Porträts, Berichte und Übersetzungen hat sie für die albinfo.ch verfasst. 2018 begann die ehemalige Primarlehrerin mit dem Masterstudium Fachdidaktik Deutsch an der Universität Zürich und der Pädagogischen Hochschule Zürich. Zu diesem Dreifachengagement kam später noch eine Anstellung als Wissenschaftliche Assistenz an der PH Zürich hinzu, was das Hobbyschreiben vorrerst ganz in den Hintergrund geraten liess.

Heute holen wir sie wieder zurück in die Redaktion, veranlassen aber einen Rollenwechsel. Interviewt wird heute Ermira, Lehrbeauftragte für Fachdidaktik Deutsch und Deutsch als Zweitsprache an der Pädagogischen Hochschule Zug.

Albinfo.ch: Liebe Frau Ljutvija, ein erster Blick auf Ihre Berufskarriere verrät, die Arbeit im Dienste der Sprache muss Ihnen wirklich am Herzen liegen. Welche Erfahrungen bestärkten Sie, das Fach Deutsch zum Beruf zu machen?

Ermira Ljutvija: Ich muss zugeben, meine Wahl beruht weniger auf bestimmten Erfahrungen, sondern schlichtweg auf meiner Faszination für die deutsche Sprache. Und ja, vielleicht spielte mein erstsprachlicher Hintergrund doch eine gewisse Rolle. Ich erlebte Deutsch vom Kindergarten an als Herausforderung und habe deswegen stets versucht, hinter das Geheimnis dieses für mich komplexen Systems zu kommen.

Albinfo.ch: Wenn Sie Deutsch lernen herausfordernd fanden, dann können Sie bestimmt nachvollziehen, wie und weshalb einige Kindern Mühe damit haben. Geben Sie diese Erfahrungen Ihren Studierenden weiter?

Ermira Ljutvija: Meine Erfahrungen als Deutschlernerin eher weniger, vielmehr baue ich meine Erfahrungen als Lehrerin in multikulturellen Schulen in meine Seminare ein. Ich gebe auch Module in Fachdidaktik Deutsch als Zweitsprache, in denen ich aufzeige, welche sprachlichen Hürden Kindern mit nicht deutscher Erstsprache im Weg stehen. Es ist wichtig, dass zukünftige Lehrpersonen mögliche Benachteiligungen erkennen, wissen, wie und weshalb diese entstehen und sich spezifisches Fachwissen aneignen, um ihren Unterricht auf die individuellen Voraussetzungen ihrer Schülerinnen und Schüler auszurichten.

Albinfo.ch: Auf bildungspolitischer Ebene ist die Wichtigkeit und Notwendigkeit von DaZ-Unterricht unbestritten und doch bringt der Ruf «DaZ-Kind» zu sein, so etwas wie einen ersten Image-Schaden für betroffene Schüler:innen, sei es im Klassenzimmer und später vielleicht auch im Zeugnis. Können Sie den Unmut der Kinder und allenfalls ihrer Eltern verstehen?  Woran liegt das?

Ermira Ljutvija: Zusätzlicher Förderunterricht wird oft negativ interpretiert, das gilt nicht nur für DaZ-Unterricht, sondern auch für Logopädiestunden, Integrative Förderung und anderes. Dabei handelt es sich bei Förderlektionen, die spezialisiertes Lehrpersonal erfordern, um eine sehr zukunfts- und ressourcenorientierte Dienstleistung der Schulen, die sich leider nicht jede Gemeinde im gleichen Masse leisten will oder kann. Was das Stigma betrifft, haben Sie gleich selbst das perfekte Beispiel geliefert: Sie haben «DaZ»-Kind gesagt. Weshalb sagen Sie nicht mehrsprachig? Sind Sie als Klassenlehrer ein «DaZ»-Lehrer oder ein mehrsprachiger Lehrer? Ein «DaZ»-Journalist?

Albinfo.ch: Aus diesem Blickwinkel habe ich den Begriff «DaZ» noch nie betrachtet. Selbstverständlich würde ich mir eine Selbst- und Fremdbeschreibung wünschen, die meine Mehrsprachigkeit als Stärke oder zusätzliche Kompetenz darstellt und nicht mit einem impliziten Hinweis, dass meine Muttersprache nicht Deutsch ist.

Ermira Ljutvija: Sehen Sie, ein Perspektivenwechsel bewirkt sehr vieles in der Wahrnehmung einer Person. Das beginnt bereits bei der Wortwahl. Dies gilt natürlich nicht nur in Bezug auf den Unterricht, aber für Lehrpersonen, für Studierende an Pädagogischen Hochschulen ist ein sensibler Umgang mit der Sprache von besonderer Bedeutung.  Es heisst, Sprache formt unsere Wirklichkeit. Sie formt unsere soziale Wirklichkeit, unsere Vorurteile, unsere Erwartungshaltungen und somit auch unser Handeln. Wenn ich von Mehrsprachigkeit rede, dann denke ich von einer positiven Perspektive heraus: Mehrsprachigkeit ist eine Chance für Schule und Gesellschaft und kein Problem.

Albinfo.ch: Das Schweizer Bildungssystem hat eine lange mehrsprachige Tradition, wie kommt es, dass man für fliessendes Französisch oder Englisch auf dem Pausenhof Lob und Anerkennung von Lehrpersonen kriegt, hingegen bei Albanisch Kopfschütteln oder wie zuletzt Schlagzeilen von sich hören machten: Sprachverbote? Hört die Toleranz gegenüber der Sprachvielfalt bei Albanisch auf?

Ermira Ljutvija: Naja, es kommt darauf an, aus welcher Intention heraus Sprachgebrauchsregeln aufgestellt werden. Eine Sprache zu verbieten, weil man Freude daran hat, Sprachen zu verbieten, ist nicht akzeptabel. Lehrpersonen jedoch haben die Aufgabe, all ihren Schülerinnen und Schülern korrektes Deutsch beizubringen. Dazu gehört, während des Unterrichts Standarddeutsch zu sprechen, aber auch das Erlernen von Gesprächskoventionen. Ist es in Ordnung, sich mit seinem Gspänli in einer Sprache zu unterhalten, wenn eine dritte Person neben uns steht, die uns nicht versteht? Das Problem beim Sprachgebrauch auf dem Pausenhof ist, dass sich bestimmte Erstprachen häufen können. Wir hatten an meinem früheren Arbeitsort eine Klasse mit 16 albanischsprachigen Kindern, nein, ich war nicht die Lehrerin. Die Häufigkeit des Kontakts mit einer Sprache ist sehr relevant für deren Erwerb. Je nach Einzugsgebiet einer Schule und je nach privatem Umfeld des Kindes, kann sich dieser bei mangelndem Kontakt verzögern. Ausserdem wird auf dem Pausenhof Mundart gesprochen. Die identitätsstiftende Funktion von Dialekten sollte nicht verkannt werden. Trotzdem, für Verbote bin ich nicht, vielmehr sollte man sich um einen wertschätzenden Umgang bemühen. Gemeinsam mit den Kindern Sprachvergleiche herstellen, ist eine gute Methode, um alle in der Klasse gesprochenen Sprachen miteinzubeziehen, wobei man auch als Lehrperson einiges dazulernt.

Albinfo.ch: Und zum Schluss noch eine persönliche Frage: «Erinnern Sie sich noch an Ihren ersten Satz auf Deutsch?»

Ermira Ljutvija: (Lacht). «Eine Kilo bukë, bitte!» Da war ich fünf Jahre alt. Ich bin ohne Brot wieder nachhause.

 

 

 

Armee zieht positive Bilanz zum WEF-Einsatz

Die Schweizer Armee hat im subsidiären Sicherungseinsatz für den Kanton Graubünden und zugunsten der Sicherheitsmassnahmen am WEF-Jahrestreffen 2023 alle Aufträge erfüllt. Täglich standen rund 4200 Armeeangehörige im Einsatz. Im eingeschränkten Luftraum kam es zu keinen nennenswerten Verstössen.

Heute Freitag, 20. Januar 2023, um 16 Uhr wurde die Schweizer Armee vom Unterstützungsauftrag zugunsten der Sicherheitsmassnahmen für das Jahrestreffen 2023 des World Economic Forums (WEF) entbunden und die Einschränkungen im Luftraum wurden aufgehoben. Die Auftragsentbindung erfolgt gestaffelt. Die Arbeiten der Truppe dauern fort bis zum Ende des Assistenzdienstes.

Ohne gravierende Zwischenfälle

Seit dem 10. Januar standen täglich rund 4200 Angehörige der Armee zur Auftragserfüllung im Einsatz. Sie stellten den Schutz des Luftraumes sicher, schützten Objekte und Personen, unterstützten die zivilen Behörden logistisch, beim Lufttransport von völkerrechtlich geschützten Personen, im Koordinierten Sanitätsdienst, in der Führungsunterstützung und in der Abwehr von atomaren, biologischen oder chemischen Gefahren. Während des Jahrestreffens kam es im eingeschränkten Luftraum kam es zu keinen nennenswerten Regelverletzungen. Der Assistenzdienst der Armee verlief, mit Ausnahme eines Verkehrsunfalles, ohne grössere Zwischenfälle: Am 15. Januar kam in der Region Davos ein Mannschaftstransporter von der schneebedeckten Strasse ab und kippte zur Seite. Dabei wurden neun Armeeangehörige leicht bis mittelschwer verletzt. Alle konnten das Spital mittlerweile wieder verlassen. Die Militärjustiz untersucht den Unfall.

Bündner Regierungspräsident dankt

Der Regierungspräsident des Kantons Graubünden und Vorsteher des Departements für Justiz, Sicherheit und Gesundheit, Peter Peyer, sprach von einer erfolgreichen Zusammenarbeit im Sicherheitsverbund und dankte den Armeeangehörigen für die Arbeit rund um die Uhr zugunsten der Sicherheit. Der Gesamteinsatzleiter, Oberst Walter Schlegel, Kommandant der Kantonspolizei Graubünden zeigte sich erfreut über die wie gewohnt zuverlässige Auftragserledigung der Armee im subsidiären Sicherungseinsatz. Gleichzeitig sprach er allen Angehörigen der Armee seinen Dank für den geleisteten Einsatz aus.

Auch der Kommandant des subsidiären Sicherungseinsatzes, Korpskommandant Laurent Michaud, Chef des Kommandos Operationen, äusserte sich dankbar und zufrieden. Berufs- und Milizorganisation hätten den Auftrag vollumfänglich erfüllt und dabei mit allen Partnern im Sicherheitsverbund Schweiz sowie mit den Partnern im Ausland professionell zusammengearbeitet.

/admin.ch/

 

swissalbs Business Lunch Roundtable: Hinter den Kulissen der Binelli Group AG

Es ist ein sonniger Januartag, als das Team der Binelli Group in der Filiale an der Badenerstrasse ihre Gäste herzlichst empfängt. Grosse helle Räume, viel Glas, die neusten BMW-Modelle, soweit das Auge reicht.

«Die Leidenschaften sind die einzigen Redner, die stets zu überzeugen verstehen.»

Marco Grava, Group CEO, Delegierter des Verwaltungsrates und Stiftungsrat stand gemeinsam mit Arbela Statovci auf der Bühne und sprach über sein Wirken innerhalb der Gruppe. Auch darüber, wie sein gut eingespieltes Team in die Zukunft blickt.

 

Arbela Statovci starte die Fragerunde mit folgendem Satz: «Marco, deine Geschichte und die unserer swissalbs Community hat sehr viele Parallelen. Du musstest früh lernen Verantwortung zu übernehmen. Du hast früh begonnen dein eigenes Taschengeld zu verdienen und hast mit Ehrgeiz an deinem Erfolg gearbeitet. Nun stehst du da und führst ein Unternehmen mit über 300 Mitarbeitenden. Ein Unternehme, dass das es seit über 100 Jahre gibt.»

«Meine Grosseltern waren italienische Immigranten, mein Vater war ungebildet, absolvierte nur die Grundschule und arbeitete später als Steinbrucharbeiter. Er hatte kaum Geld, wir sind in einfachen Verhältnissen aufgewachsen.»

Der CEO der Binelli Group ist ein charismatischer Mensch, adrett und stilvoll gekleidet mit einem Auge fürs Detail. Sein Markenzeichen ist seine massgeschneiderte «Uniform»: Er trägt stets einen Anzug mit Weste – «Ich lasse pro Jahr zwei davon anfertigen und habe mittlerweile etwa 15 Stück in meinem Kleiderschrank» – und farblich abgestimmten Schuhen und Accessoires.

Rund sechzig Gäste fanden den Weg zum Business Lunch Roundtable. Marco Grava griff die Gemeinsamkeiten zu unserer Community auf. Vom Empfang, über den Apéro, einem genussvollen Lunch bis zur Autobesichtigung passte alles perfekt und lud zu spannenden Gesprächen ein. Das Zusammenspiel von Kunst, Networking und der Gourmetküche machten diesen Event einzigartig und zu einem besonderen Erlebnis.

Marco Grava gab ein Quiz in die Runde: «Was denkt ihr, welches Modell ich fahre?» Ein junger Gast rief «X6m Competition» in die Runde und gewann eine Flasche Rotwein.

albinfo.ch 

Fact’s

  • Jeder 8te BMW und jeder 10. MINI kommt aus den Toren der Binelli Group.
  • 320 Mitarbeitende und davon 46 Lernende
  • Neu: Übernahme Markendvertretung von Maserati
  • 5 Standorte (Adliswil, Baar, Zürich City, Baar-Sihlbrugg, Zürich)

Über swissalbs

swissalbs ist eine Non-Profit Organisation. Sie möchte in der Schweiz ein Gründerklima unter der swissalbs-Community bewirken und den Pioniergeist wecken. Denn nur so kann eine Kultur der Risikobereitschaft und des Unternehmertums entstehen. Man profitiert von einem starken Netzwerk mit rund 650 Unternehmern, Change Makern und Top-Führungskräften und kann sich von diversen Persönlichkeiten inspirieren lassen.

swissalbs öffnet mit dieser Eventreihe die Türen für ihre Mitglieder, sodass die einzigartige Möglichkeit geschaffen wird, gezielt zu Netzwerken sowie Synergiepotential zu schaffen und zu nutzen.

(Fotot: Rromir Imami)

Vom Realklasse-Schüler zum Medizinstudenten, Dardan Avdijaj

Wissensdurstig sein, immer selbstkritisch bleiben und mit Disziplin das eigene Berufsziel nicht aus den Augen verlieren. So beschreibt Dardan Avdijaj sein Erfolgsgeheimnis, wodurch er zum Studium seines Traumberufes, Arzt gelangen konnte.
«Und hier sehe ich einen entscheidenden Unterschied, denn ich blicke lieber selbstkritisch auf meine eigenen Leistungen und meine damalige Rolle als Schüler, statt auf das Bildungssystem», sagt Avdijaj.

albinfo.ch: Herr Avdijaj welche drei Stationen waren für Sie entscheidend während der Schullaufbahn?

Dardan Avdijaj: Die drei wichtigsten Stationen in meiner Schullaufbahn begannen nach meiner Oberstufenzeit als Realschüler. Meinen ersten Schritt in die Berufswelt machte ich im Gesundheitswesen als Fachmann Gesundheit (FaGe). In der Berufsschule kam ich zum ersten Mal mit Medizin in Berührung und von da an wuchs mit jedem Tag mein Wissensdrang und meine Neugier zur Bildung, insbesondere zu medizinischen Fächern. Nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Lehre setzte ich meine Schullaufbahn mit der einjährigen Berufsmaturität weiter fort und anschliessend absolvierte ich auch die Passerelle, das Erwachsenengymnasium. Diese drei Stationen waren wichtige und notwendige Meilensteine für mein gegenwärtiges Medizinstudium an der Uni Zürich.

D.Avdijaj – Berufsschule, 2. Lehrjahr FaGe

albinfo.ch: Gestern Realschüler heute angehender Mediziner, stimmt dich diese Tatsache nicht kritisch gegenüber dem Bildungssystem bzw. gegenüber der Einteilung von der Primarschule in die Oberstufe?

Dardan Avdijaj: Ich kann heute sehr zufrieden und dankbar auf das Bildungssystem zurückblicken, zumindest blieben mir durch den zweiten Bildungsweg (Erwachsenengymnasium) immer noch alle Türen offen. Und hier sehe ich einen entscheidenden Unterschied, denn ich blicke lieber selbstkritisch auf meine eigenen Leistungen und meine damalige Rolle als Schüler, statt auf das Bildungssystem. Das ist viel konstruktiver und tut mehr zur Sache. Wenn ich beispielsweisse mir bewusst bin, wie wichtig die Beziehung zwischen Lehrperson und Schüler:in ist, dann investiere ich meine Zeit eher mit dieser Angelegenheit, wo ich auch wirklich etwas ändern bzw. optimieren kann.

albinfo.ch: albinfo.ch: Was ist dein Erfolgsrezept für so anspruchsvolle Berufsziele?

Dardan Avdijaj: Die Bereitschaft immer wieder aufs Neue an der eigenen Rolle als Schüler zu arbeiten, Selbstdisziplin bzw. Fleiss und selbstverständlich einen neugierigen, schier unstillbaren Wissensdurst nach mehr Bildung zu haben.

albinfo.ch: Spielt deine albanische Herkunft eine Rolle im Studium oder während der Arbeit im Spital?

Dardan Avdijaj: (Herr Avdijaj lacht auf). Nein eher nicht, höchstens bei neugierigen Patienten, die genau wissen wollen, woher dieses Geschlecht (Avdijaj) stammt. Bei den Arbeitskollegen:innen ist es so, die nutzen den Fakt, dass ich Albanisch kann eher pragmatisch und im Dienste der Arbeit, so kommt es eher oft vor, dass man mich nebenbei als Dolmetscher in die Patientenzimmer holt.

Und kritische oder negative Erfahrungen musste ich nie machen, da kann ich mich auch nicht beklagen.

Albanisch steht auf Platz 3 unter den meistgesprochenen Fremdsprachen in der Schweiz

Das Bundesamt für Statistik (BFS) hat kürzlich die neusten Daten zum Stand der Sprachvielfalt in der Schweiz publiziert, namentlich Daten zur Verbreitung der in der Schweiz gesprochenen Sprachen im Jahr 2020 und Daten, welche die aktuellen Werte mit den Statistikwerten von dem Jahr 2010 vergleichen.

«Seit Mitte des 20. Jahrhunderts scheint der Anteil der Sprecher nichtschweizerischer Sprachen in direktem Zusammenhang mit dem Wachstum und der Veränderung der Zusammensetzung der ausländischen Bevölkerung in der Schweiz zu stehen», heisst es in der Einleitung der Publikation.

Die am weitesten verbreiteten Nicht-Nationalsprachen waren im Jahr 2000 Balkansprachen wie Serbisch, Kroatisch und Albanisch. An der Spitze stand 2020 Englisch (6,7 %), gefolgt von Portugiesisch (3,5 %), Albanisch (2,8 %), Spanisch (2,4 %), schreibt albinfo.ch.

Während die mit dem Kürzel BKMS zusammengefassten ex-jugoslawischen Sprachen (Bosnisch, Kroatisch, Montenegrinisch und Serbisch) zusammen 2,4 % ausmachen

Alle Nationalsprachen ausser BKMS, Niederländisch, Deutsch und Türkisch wurden von der 15-jährigen Bevölkerung im Vergleich zu 2010 häufiger als Hauptsprache genannt. Insbesondere Englisch hat ab dem ersten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts einen starken Anstieg verzeichnet, d.h. seine Sprecher:innen sind im Jahr 2020 um 2,2 Prozentpunkte gestiegen.

Auch die Zahl der Portugiesischsprachigen ist gestiegen (+0,5 Prozentpunkte). Die Sprecher von Albanisch und Spanisch haben beide um +0,3 Prozentpunkte zugenommen.

Interessant ist ein Blick auf die Verbreitung von Nicht-Regionalsprachlern:innen in Abhängigkeit von den verschiedenen Sprachregionen innerhalb der Schweiz.

So geben im deutschsprachigen Raum 6,5 % der Bevölkerung an, dass für sie Englisch die Hauptsprache ist (ab 15 Jahren). In diesem Gebiet steht die albanische Sprache an zweiter Stelle, sie wird von 3,2 % der Einwohner gesprochen, während die vier Sprachen der Südslawen zusammengenommen (BKMS) von 2,8 % gesprochen werden.

In den französischsprachigen Ortschaften belegt Albanisch (mit 2,2%) laut den veröffentlichten Grafiken den vierten Platz nach Englisch, Portugiesisch und Spanisch, schreibt albinfo.ch. Während im italienischsprachigen Raum die albanische Sprache nur an fünfter Stelle nach Englisch, Portugiesisch, Spanisch und BKMS liegt.

 

Übersetzt von Driter Gjukaj

Verantwortungsbewusst, zielstrebig und Teamleiterin der smzh

Im Interview mit Albinfo porträtieren wir eine verantwortungsbewusste und zielstrebige Teamleiterin der smzh Swiss Management Zürich AG. Mit Frau Statovci blicken wir zurück auf ihren beruflichen Werdegang und erfahren, welchen Platz ihre albanischen Wurzeln im Berufsalltag finden.

Frau Statovci, welchen Weg haben Sie beschritten, um heute Teamleiterin und Mitglied des Kaders bei smzh sein zu können?

ARBELA STATOVCI: Bereits mit 16 Jahren bin ich von zu Hause ausgezogen und lernte dadurch, früh Verantwortung zu übernehmen. Um mich über Wasser zu halten und gleichzeitig meine Ausbildung zu finanzieren, musste ich gelegentlich verschieden Arbeiten übernehmen: Ob bei Events, als Radiomoderatorin oder im Backoffice. Nach meiner Erstausbildung als Dentalassistentin in Bern folgte die Berufsmatura und anschliessend die gymnasiale Maturität für Erwachsene. Lernen und Studieren wurde immer mehr zu einer persönlichen Leidenschaft von mir, weswegen ich nach einem Sprachaufenthalt in Australien meine berufliche Karriere mit einem Studium in Business Communications startete. Ich absolvierte danach als erste in meiner Familie einen Master of Science in Business Administration, gründete schrittweise mein Startup-Unternehmen und war Teamleiterin auf verschiedenen Unternehmen im Bereich PR & Marketing. Aktuell bin ich Teamleiterin und Finanzberaterin bei der smzh tätig. Meine Fachausbildung zur Finanzexpertin für KMU (Kleine und mittlere Unternehmen) startet in einigen Monaten.

GIBT ES BERÜHRUNGSPUNKTE IN IHREM ARBEITSALLTAG, WO NEBEN DEUTSCH AUCH IHRE MUTTERSPRACHE ALBANISCH ALS RESSOURCE DIENT?

ARBELA STATOVCI: Ja, jede Sprache ist wichtig und in einer gewissen Form auch so etwas wie Kapital. Ich bin in der swissalbs- Community sehr stark vernetzt und engagiert. Dementsprechend darf ich auch grossartige Persönlichkeiten zu meinen Kundinnen und Kunden zählen. Heute berate ich mit meinem Team Kundinnen und Kunden in Finanzthemen. Diese Themen sind sehr sensibel und zum Teil komplex. Hier ist das gegenseitige Verständnis enorm wichtig, denn so wird vertrauen geschaffen. Der Kunde respektive die Kundin muss verstehen, worum es geht. Die Sprache ist also essenziell. Auch habe ich viele Teamkolleg:innen aus unserer Community. Ich fühle mich als sehr privilegiert mit ihnen täglich auch in unserer Muttersprache kommunizieren zu dürfen. Wir sind hier aufgewachsen und sind der deutschen Sprache mächtig, sodass man nie darauf kommen würde, dass wir einen Migrationshintergrund haben. Mit dem Gebrauch unserer Muttersprache behalten wir ein Stück unserer Kultur – Ein Stück Heimat in unserem Alltag.

WELCHE ERFAHRUNG BESTÄRKT SIE IN IHRER BERUFSKARRIERE, DAS RICHTIGE ZU TUN UND MENSCHEN TATSÄCHLICH HELFEN ZU KÖNNEN?

ARBELA STATOVCI: Was ist das Richtige? Für Sie wahrscheinlich nicht dasselbe wie für mich. Wichtig ist, dass wir den Menschen keinen Schaden zufügen. Dass wir das in uns gesteckte Vertrauen nicht missbrauchen und wir unsere Mitmenschen so behandeln, wie wir gerne behandelt werden wollen. Mir wurde beigebracht, dass, auch wenn sich jemand mir gegenüber schlecht verhält, ich auch Meinung äussern darf und dann frei bin zu gehen. Uns wurde als Familie, damals in den frühen 90er Jahren, von jungen Studenten die Hand gereicht. Ich lernte, früh erwachsen zu sein. Ich habe schnell lernen müssen, wie alles funktioniert. Und ich schwor mir, dass wenn ich einmal in der Position sein sollte, Menschen helfen zu können, ich dies auch vorbehaltlos, urteilsfrei und mit viel Freude machen werde.

Mit dem Gebrauch unserer Muttersprache behalten wir ein Stück unserer Kultur – Ein Stück Heimat in unserem Alltag.

Wir sind alle Menschen, die Fehler machen. Die täglich lernen. Die im selben Boot sitzen. Die ab und zu Unterstützung benötigen. Menschen, die krank werden und vieles mehr. Ich behandle Menschen so, wie ich es gern hätte, dass sie mich behandeln würden.

WANN WÜRDEN SIE IHRE DIENSTLEISTUNGEN PRIVATKUNDEN ODER KLEINUNTERNEHMERN EMPFEHLEN, FALLS SIE NOCH KEINE ERFAHRUNGEN MIT SMZH GEMACHT HABEN?

ARBELA STATOVCI: Immer. Jede und jeder kann unsere Dienstleistungen nutzen. Von der jungen Studentin, über den jungen Mann, der nach der Ausbildung in die erste Wohnung zieht, bis hin zum Paar, dass ein Haus oder eine Wohnung kaufen möchte oder einer jungen Familie, welche sich absichern möchte. Es klingt zwar wie ein Klischee, aber wir sagen es dennoch: «Die Zeiten sind nicht einfach.» Man wird plötzlich krank. Man hat einen Unfall. Man verliert den Job. Das sind alles Lebensereignisse, die auch im jungen Alter eintreten können. Wir helfen dabei, auch unangenehmen Situationen vorzubeugen und früh die richtigen Weichen zu setzen. Wir helfen dabei, die aktuelle Situation zu analysieren und die richtigen Schritte in die Wege zu leiten, um das eigene Vermögen aufzubauen. Wir stehen für eine professionelle und qualitativ hochstehende Beratung. Durch die persönliche Nähe schaffen wir Vertrauen und machen die Finanzthemen verständlich. Einfach einmal unverbindlich anrufen und vorbeikommen. Uns kennenlernen. Wir haben wunderbare Menschen im Team, die Expert:innen in diversen Disziplinen sind. Wir arbeiten unabhängig und können unseren Kund:innen in fast jedem Fall Unterstützung bieten.

Driter Gjukaj

VIDEO: Die Neujahrsansprache von Bundespräsident Alain Berset

Mit Engagement und Dialog werde die Schweiz die aktuellen Krisen zu meistern wissen, sagt Bundespräsident Alain Berset. Er hat sich in seiner Neujahrsansprache der schwierigen Zeiten zum Trotz zuversichtlich gezeigt. Das Land halte zusammen, wenn es darauf ankomme.

«Ja, es gibt viele Probleme. Aber es gibt auch unzählige Menschen, in der Schweiz und überall auf der Welt, die diese Probleme anpacken. Deshalb dürfen wir mit Zuversicht in die Zukunft blicken», sagte Berset in seiner rund vierminütigen Ansprache.

In Krisen wie der Corona-Pandemie und nun dem Krieg in Europa habe die Schweiz gelernt zusammenzuhalten, wenn es darauf ankomme. Das Land habe gelernt, «dass die Institutionen stark sind und uns tragen». Berset erwähnte dabei insbesondere die Sozialwerke, das Gesundheitswesen und die öffentlichen Finanzen.

Der neue Bundespräsident verwies in diesem Zusammenhang auch auf die Bedeutung der Bundesverfassung von 1848. Ihr verdanke die Schweiz ein Leben in Sicherheit und Wohlstand sowie «unsere Kultur des Dialogs». Auf diesem Engagement baue die Schweiz noch heute auf.

Wir haben das, was uns eint, höher gewichtet, als das, was uns trennt.

Nach dem Sonderbundskrieg hätten die siegreichen Kantone nicht einfach eine neue Verfassung geschrieben und sie den unterlegenen katholischen Kantonen aufgezwungen. «Nein, sie haben es zusammen mit ihnen gemacht, und einen souveränen Staat geschaffen, der auf Augenhöhe mit den Mächten Europas war.»

Im Landesmuseum könne man sehen, mit welchen Herausforderungen die Schweiz konfrontiert gewesen sei und wie sie diese angepackt habe. «Wir haben das, was uns eint, höher gewichtet, als das, was uns trennt. Und haben so den Zusammenhalt gestärkt.»

Kosovos Landesgrenzen bleiben frei und sicher

In der politischen Medienlandschaft Europas wurde in jüngster Zeit vermehrt das Scheinwerferlicht auf die Beziehung zwischen Kosovo und Serbien geworfen. Doch welche Ziele verfolgten dabei die beiden Nachbarstaaten und welche Rolle spielt der Norden Kosovos für die EU-Beitrittskandidatur der beiden Länder? Albinfo ordnet die Ereignisse chronologisch ein.

Kosovo kann noch vor der Jahreswende wieder aufatmen, denn der jüngste demokratische Staat Europas konnte zusammen mit Regierungschef Albin Kurti und Friedensbemühungen aus Seiten der NATO dafür sorgen, dass der kosovarische Bezirk Mitrovica wieder barrikadenfrei wurde. Was jedoch bis vor kurzem gefährdet wurde, ist niemand Geringeres als der beständige politische Frieden zwischen den Grenzen der beiden Balkanstaaten. Der Frieden ist und bleibt eine notwendige Bedingung für ein Fortschreiten im politischen Prozess der Beitrittskandidatur Serbiens und dem Bewerberstaat Kosovo in die EU-Mitgliedschaft.

Die landesweite Anordnung der Regierung in Pristina, serbische Autokennzeichen gegen kosovarische Kennzeichen auszutauschen, landete im November vor Gericht in Brüssel und wurde zugunsten der serbischen Minderheit entschieden. Doch zeitgleich war in Brüssel auch die Rede von weiteren Verhandlungen mit erfolgsversprechenden Aussichten für Kosovos EU-Beitrittskandidatur. Doch in diesem politischen Prozess bleibt eine Bedingung zentral, nämlich die Normalisierung der Beziehung zwischen beiden Balkanstaaten. Deshalb wundert es nicht, weswegen die Region Mitrovica regelmässig und schonungslos durch Serbien zum politischen Spielball instrumentalisiert wird.

Für Schlagzeilen sorgten zuletzt auch die beinahe drei Wochen andauernde Barrikaden in der Stadt Mitrovica, wo maskierte Serben mit Traktoren und quergestellten Lkws die öffentlichen Strassen blockierten. Die Demonstrationsversuche wurden als Druckmittel gebraucht, um die Freilassung eines Ex-Polizisten zu bezwecken. In den Augen der kosovarischen Regierung wurden die Ereignisse von Beginn an, als zum Scheitern verurteilte Eskalationsversuche Serbiens gegen den souveränen Werdegang Kosovos verurteilt.

In der letzten Phase dieser Konfliktreihe kursierten dramatische Bilder mit Haubitzen, serbischen Panzerfahrzeuge an der Grenze zu Kosovo, «zum Schutz der serbischen Bürger», wie Vucic verkünden liess. Der Grund? Zuvor ordnete die kosovarische Regierung alle Beteiligten auf, die Blockaden friedlich aufzulösen. Doch Vucic münzte die Deeskalationsbemühungen von Albin Kurti als einen Sturmaufruf gegen die serbischen Barrikaden um und versuchte mit seinen Auftritten seine Wähler auf symbolpolitischer Ebene zu erreichen. Am Ende muss Serbien sich zurückziehen und Kosovos Grenzen blieben sicher und frei.

So liesse sich die Chronik kurz zusammenfassen und dabei geraten folgende Akteure in Vergessenheit, nämlich die oft am meisten leidtragende Zivilbevölkerung in der ethnisch vielfältigen Gesellschaft Kosovos, besonders in Mitrovica, die Reisenden aus der Diaspora und viele unbeteiligte serbische Bürger in Kosovo oder albanischstämmige Bürger in Serbien. Denn ausserhalb der medialen Bühne tragen besonders diese Menschen mit jedem Tag historische Altlasten, die im heutigen freien und souveränen Kosovo und im Kosovo von morgen keinen Platz mehr finden sollten. Vielmehr müssen die Friedensbemühungen vom Regierungschef Albin Kurti zusammen mit der NATO gestärkt werden und durch die kosovarischen Präsidentin Vjosa Osmani der Fokus Richtung EU-Mitgliedschaft weiterhin souverän und unbeirrt weiterverfolgt werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Schweizerinnen besuchen «Krushën e Madhe», die gesamte Sendung

Die beiden Frauen aus der Schweiz haben nicht nur die Frauen von Krushë (Aussprache: Krusch) während ihrer Arbeit besucht, sondern sie packten gleich selbst mit an in der von Fahrije Hoti gegründeten Genossenschaft zur Verarbeitung von Gemüse.

Der öffentlich-rechtliche Sender der Deutschschweiz SRF hat gestern Abend im Rahmen der Doku-Reihe «SRF bi de Lüt» eine interessante Sendung über den Kosovo ausgestrahlt, schreibt albinfo.ch. In der Sendung geht es um ein eindrückliches Abenteuer zweier Schweizerinnen aus einer ländlichen Gemeinde, die auf Initiative des «SRF bi de Lüt» im Kosovo, genauer gesagt im Dorf Krushë e Madhe geschickt wurden, ohne zu wissen, wohin die Reise eigentlich führt.

In dem bekannten Dorf Kosovos blieben sie mehrere Tage und lebten zusammen mit den Witwen von Krushë e Madhe, in einem Dorf, das damals eines der grössten Massaker durch Serbien während des Kosovo-Krieges erleben musste.

Die beiden Schweizer Bäuerinnen erlebten auch die Arbeit der Frauen von Krusha in ihrer Gemüseverarbeitungsgenossenschaft, gegründet und geführt von Fahrije Hoti. Fahrije Hoti ist einer der vielen Frauen in diesem Dorf, deren Ehemänner ermordet wurden und dann während des Krieges verschwanden.

Die beiden Schweizerinnen besuchten auch ein Familienfest in Krushë Madhe und erlebten die fröhliche Atmosphäre dort.

Sehen Sie hier die gesamte SRF-Fernsehsendung zum Besuch der Schweizerinnen in Krushë te Madhe.

Armee stellt dem SEM zusätzliche Unterbringungsplätze zur Verfügung

Die Schweiz nimmt weiterhin Schutzsuchende aus der Ukraine auf und ist mit einer anhaltend hohen Zahl von Asylsuchenden konfrontiert. Um diese Situation weiterhin bewältigen zu können, stellt die Armee dem Staatssekretariat für Migration (SEM) zusätzliche Unterbringungsplätze sowie Armeeangehörige für Einrichtung und Betrieb der Infrastrukturen zur Verfügung. Der Bundesrat hat am 16. Dezember 2022 einen subsidiären Einsatz der Armee bis längstens Ende März 2023 beschlossen.

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) rechnet bis Ende Jahr mit rund 75 000 Schutzsuchenden aus der Ukraine und rund 24 000 Asylgesuchen. Das SEM hat zusammen mit der Armee die Zahl der Unterbringungsplätze seit dem Frühjahr bereits von 5000 auf mehr als 9000 Betten erhöht und zusätzliches Personal für Betreuung und Sicherheit rekrutiert. Um die Unterbringung und Betreuung der Schutz- und Asylsuchenden in den nächsten Monaten weiterhin sicherstellen zu können, sind aber zusätzliche Ressourcen erforderlich.

Handlungsbedarf besteht insbesondere bei der Unterbringung. Das SEM benötigt mittelfristig voraussichtlich rund 3000 zusätzliche Plätze. Die Armee stellt durch die örtliche Verschiebung von Rekruten- und Kaderschulen sowie von Wiederholungskursen rund 2100 Unterkunftsplätze zur Verfügung. Diese Kapazität lässt sich mit geeigneten Verdichtungsmassnahmen weiter bis auf rund 2700 Plätze steigern.

Unterkünfte und Personal

Die Armee stellt dem SEM daher in einer ersten Phase Unterkunftsplätze auf den Waffenplätzen Freiburg (demnächst), Bure (ab Anfang 2023) und Dübendorf (ab Anfang 2023) zur Verfügung, gefolgt von zusätzlichen Unterkünften auf den Waffenplätzen Thun und St. Luzisteig (beide Standorte ab Februar 2023). Der Ausbildungsbetrieb der Armee wird dadurch nicht eingeschränkt.

Für die Einrichtung, Verwaltung und den Betrieb dieser Unterkünfte braucht es zusätzliches Personal, ebenso für die medizinische Versorgung und Betreuung der Asyl- und Schutzsuchenden.  Aufgrund des Fachkräftemangels auf dem Arbeitsmarkt kann nicht genügend Personal rekrutiert werden. Für die Betreuung stehen bereits bis zu 140 Zivildienstleistende zur Verfügung. Zusätzlich kann das SEM nun gemäss dem Beschluss des Bundesrats je nach tatsächlichem Bedarf auf die Unterstützung von bis zu 500 Angehörigen der Armee zurückgreifen, wobei diese gestaffelt zum Einsatz kommen. Sie werden das SEM bei der Einrichtung und dem Betrieb der zusätzlich zur Verfügung gestellten militärischen Infrastrukturen sowie beim Transport von Asyl- und Schutzsuchenden unterstützen.

Über den Umfang und die Verteilung der jeweils benötigten Armeeangehörigen entscheidet die Staatssekretärin für Migration zusammen mit der Armee. Die angeforderten Leistungen werden von Durchdienern oder Formationen erbracht, die ordentlich im Dienst sind. Die Angehörigen der Armee werden keine Aufgaben im Sicherheitsbereich übernehmen. Der Zivilschutz bleibt den Kantonen als Instrument vorbehalten.

Vereinfachte Beschaffung

Um die Einrichtung und die Betriebsbereitschaft der zusätzlichen Unterkünfte sicherstellen zu können, ist eine direkte freihändige Beschaffung der dafür erforderlichen Güter und Dienstleistungen unumgänglich. Es geht dabei einerseits um das für die Einrichtung der Unterkünfte benötigte Material (Betten, Bettwaren, Schränke, zusätzliche Heizanlagen, Sanitärcontainer etc.). Andererseits muss die Grundversorgung der untergebrachten Personen in den Bereichen, Verpflegung, Gesundheit, Hygiene, Bekleidung und Betreuung sichergestellt werden. Zu diesem Zweck hat der Bundesrat das SEM ermächtigt, die erforderlichen Güter und Dienstleistungen direkt freihändig am Markt zu beschaffen.

Bund beurteilt Lage fortlaufend und koordiniert sich mit den Kantonen

Das SEM überprüft und beurteilt die Lage regelmässig und informiert im Sonderstab Asyl die Kantone und weiteren Partner über die Entwicklungen. Nicht mehr benötigte militärische Infrastrukturen gibt das SEM laufend an die Armee zurück.

Dritter Nationaler Aktionsplan gegen Menschenhandel 2023 bis 2027

Die Schweiz setzt bei der Bekämpfung des Menschenhandels auf Prävention, Strafverfolgung, Opferschutz und Zusammenarbeit. Für die Jahre 2023 bis 2027 hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 16. Dezember 2022 den dritten Nationalen Aktionsplan (NAP) gegen Menschenhandel gutgeheissen. Der Plan umfasst 44 Aktionen zu sieben strategischen Zielen. Für die Unterstützung von Organisationen und Projekten stehen neu 600 000 Franken zur Verfügung.

Fälle von Menschenhandel spielen sich typischerweise im Verborgenen ab, deshalb ist die Anzahl der tatsächlichen Opfer in der Schweiz nicht bekannt. Um den Menschenhandel effizienter zu bekämpfen, hat das Bundesamt für Polizei fedpol in Zusammenarbeit mit dem Sicherheitsverbund Schweiz (SVS) den Nationalen Aktionsplan (NAP) gegen Menschenhandel 2023-2027 erarbeitet.

Es ist bereits der dritte NAP gegen Menschenhandel. Basierend auf den Evaluationsergebnissen des zweiten Aktionsplans (2017 bis 2020) stehen im neuen NAP gegen Menschenhandel die Verhinderung der Ausbeutung der Arbeitskraft, die Stärkung der Strafverfolgung, die bessere Unterstützung von Opfern und die Stärkung ihrer Rechte sowie die Aus- und Weiterbildung der beteiligten Akteure im Vordergrund. Aus diesen Handlungsfeldern sind sieben strategische Ziele abgeleitet worden, die mit 44 Aktionen umgesetzt werden.

Beispielsweise ist vorgesehen, ein Konzept für die Ausbildung von Berufsgruppen zu erarbeiten, die mit möglichen Opfern von Menschenhandel in Kontakt kommen. Eine andere Aktion besteht darin, das breite Publikum mittels Aktionswochen und Sensibilisierungsveranstaltungen über die Meldemöglichkeiten bei Verdacht auf Menschenhandel zu informieren.

Ausserdem stehen dem fedpol für die Unterstützung von Organisationen und Projekten, die sich für die Bekämpfung von Menschenhandel einsetzen, neu 600 000 Franken pro Jahr zu Verfügung statt 400 000 Franken wie bisher.

Schutz Minderjähriger vor Menschenhandel

Ein besonderer Fokus liegt im NAP auf der Prävention und Bekämpfung der Ausbeutung Minderjähriger. Da bei Minderjährigen eine Abhängigkeit von Dritten besteht, sind sie besonders schutzbedürftig. Das bestätigt die Studie «Ausbeutung Minderjähriger in der Schweiz im Kontext von Menschenhandel» des Schweizerischen Kompetenzzentrums für Menschenrechte (SKMR). Die Studie zeigt unter anderem auf, dass Faktoren wie zum Beispiel prekäre Familienverhältnisse und virtuelle Begegnungen bei Minderjährigen das Risiko erhöhen, Opfer von Menschenhandel zu werden. Die Erkenntnisse der Studie sind direkt in den NAP gegen Menschenhandel 2023-2027 eingeflossen.

Breite und verbindliche politische Abstützung

Mitbeteiligt an der Erarbeitung des neuen NAP waren Expertinnen und Experten des Bundes, der Kantone und Städte, der Zivilgesellschaft, der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sowie die Sozialpartner. Zur Stärkung der politischen Verankerung ist die Erarbeitung des NAP durch den SVS begleitet worden. Damit der NAP gegen Menschenhandel 2023-2027 politisch breiter abgestützt und verbindlicher ist, haben die Konferenz der Kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren (SODK), die Konferenz der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektorinnen und -direktoren (KKJPD) und der Bundesrat die Massnahmen des NAP gutgeheissen.

Vom Lehrling zum Berufsschullehrer, Dhurim Bytyqi

Der Weg zum Lehrerberuf muss nicht immer über das Gymnasium und anschliessend zum Pädagogikstudium führen, ein lebendiger Beweis hierfür ist Dhurim Bytyqi. Wie man sonst noch Pädagoge werden kann und welche Fragen der Nachname von Herrn Bytyqi bei den Schüler:innen auslöst, erfahren wir im folgenden Interview.

albinfo.ch: Lieber Herr Bytyqi wie war damals Ihre Berufswahlzeit und weswegen entschlossen Sie sich für das KV?

Dhurim Bytyqi: Während der obligatorischen Schulzeit wusste ich nicht genau, wo meine Stärken liegen und was meine Interessen sind. Während der Berufswahl entschlossen sich die meisten meiner Freunde für das KV und daher dachte ich mir, dass will ich auch. Eine echte Auseinandersetzung mit der Berufswahl stelle ich mir heute anders vor. Man sagte mir, das KV würde gute Weiterbildungsmöglichkeiten bieten und ist eine gute Grundausbildung. Aus diesem Grund entschied ich mich schlussendlich für eine Lehre in der Branche «Dienstleistung und Administration» mit Profil E. Leider oder aus heutiger Sicht «zum Glück» musste ich ein Zwischenjahr machen. In diesem Jahr fand ich meine grosse Liebe und heutige Ehefrau. Die Lehre hat mich insofern geprägt, dass ich finanziell unabhängig wurde und lernte selbständig zu arbeiten. Das grosse Interesse für Bildung und Schule kam aber erst mit der Berufsmaturität 2.

albinfo.ch: Wie kam es zum Wechsel als Berufsschulschüler zum Berufsschullehrer und welche Voraussetzung mussten Sie für diese Weiterbildung mitbringen?

Dhurim Bytyqi: Wenn man die Frage stellt: Was ist ein guter Lehrer oder eine gute Lehrerin, dann kommen jeder Person sogleich Namen und Gesichter in den Sinn. Man fühlt sich zeitgleich zurückversetzt in die einzelnen Lektionen von Frau Müller oder Herr Meier. Bei mir waren es auch Lehrpersonen, die mich inspiriert und motiviert haben, Lehrer zu werden. Dazu kam auch, dass ich – besonders in der BM2 (Berufsmaturität) – merkte, wie wichtig Bildung ist. Nicht nur für die Gesellschaft, sondern auch für das Individuum. Es hilft bei der Identitäsfindung, der Auseinandersetzung mit sich selbst, der persönlichen Horizonterweiterung und es hat mir auch persönlich geholfen, die Komplexität des Alltags und der Welt besser zu verstehen. Hier wollte ich meinen persönlichen Beitrag leisten. Beeinflusst hat mich sicherlich auch die Tatsache, dass ich von einer «Lehrerfamilie» komme. Meine beiden Eltern waren im ehemaligen Jugoslawien Lehrer, genauso wie zwei weitere Verwandte. Eine meiner Cousinen in Amerika ist auch Lehrerin für Mathematik und eine andere Cousine gerade in der Ausbildung zur Gymnasiallehrerin in Deutschland. Diese Faktoren haben gewiss auch auf mich abgefärbt. Nach der BM2 wusste ich noch nicht genau, ob ich direkt an die Pädagogische Hochschule gehen möchte und die Ausbildung zum Sekundarstufenlehrer absolvieren soll oder in einem ersten Schritt einen anderen Studiengang machen soll. Da ich die kaufmännische BM gemacht habe, ergab sich, dass ich mich für ein Wirtschaftsstudium entschied. Damals schon diente dieser Zwischenschritt als Mittel zum Zweck, um anschliessend Wirtschaft an eine Berufsfachschule unterrichten zu können. Gegen Ende meines Wirtschaftsstudiums erhielt ich eine Stelle als Kursassistenz an einer Schule, wo hauptsächlich mit Asylsuchenden arbeitete. Diese Erfahrung war sehr wertvoll und verstärkte meinen Wunsch, Berufsschullehrer zu werden.

In Bezug auf die Voraussetzung für die Weiterbildung hört es sich klischeehaft zu erwähnen, dass die Motivation und Begeisterung die Grundpfeiler dafür sind. Ich war schon immer gerne Schüler bzw. Student. Das Lernen ist ein stetiger Prozess und ganz nach dem Motto des SBFI «Lebenslanges Lernen» ist dieses dynamische Konstrukt ein ständiger Begleiter meiner Person geworden. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Zeit und die damit verbundenen Kosten. Je länger man sich Zeit dafür lässt, können folglich auch andere Aufgaben entstehen und sich die Rahmenbedingungen ändern. Familie, Berufsleben, Alter sind alles Kriterien, die gewiss einen Einfluss auf diesen Prozess der Weiterbildung haben können. Selbstverständlich können diese Einflüsse auch positiver Natur sein und entsprechend eine Weiterbildung erst möglich machen.

albinfo.ch: Wie sieht ein Berufsalltag bei Ihnen aus und wie reagieren neue Schüler, wenn sie neben Deutsch auch Albanisch als Muttersprache mit Ihnen teilen? 

Dhurim Bytyqi: Was den Beruf als Berufsschullehrer spannend und gleichzeitig auch anspruchsvoll macht, ist die Tatsache, dass es den klassischen Berufsalltag nicht gibt. Man kann die Lektionen vorbereiten, didaktisieren und bis auf die Minute rhythmisieren. Diese Instrumente helfen, um dem Unterricht eine Struktur zu geben. Doch hat man nicht zuletzt mit jungen Menschen zu tun. Und dass das Unterrichten keine Einbahnstrasse ist, versteht sich von selbst. Es lebt von der Interaktion und der Motivation der Lernenden.

Interessant empfand ich die unerwartet «wenig» überraschende Reaktionen der albanisch-stämmigen Lernenden. Die häufigste Frage, die mir von ihnen gestellt wird, ist: «Sie Herr Bytyqi – dörf ich Sie was fröge: öpis Persönlichs: Vowo sind Sie vo Kosovo?». Das ist das Höchste der Gefühle. Manchmal – vor den Sommerferien – werde ich dann ab und zu auch mal gefragt, ob ich auch «abe gahn» (in den Kosovo).

Als grossen Vorteil meines Migrationshintergrundes empfinde ich den einfacheren Zugang zu den Lernenden. In gewissen Situationen erlaubt es «mein Name» einen bestimmten Vertrauensvorsprung gegenüber Schülern mit Migrationshintergrund zu finden. Wenn ich beispielsweise die Wichtigkeit der Bildung thematisiere und den Lernenden meinen Berufsweg erläutere, dann merke ich, dass die Aufmerksamkeit gross ist und sie verstehen möchten, wie das Bildungssystem in der Schweiz aufgebaut ist. Ganz nach dem Motto – wenn es Herr Bytyqi kann, dann kann ich es auch.

albinfo.ch: Was ist entscheidend für Eltern, wenn Sie ihr Kind sozial bzw. motivational während der Berufslehrere unterstützen möchten. Sind Druck und Handy-Verbot Drohungen ein altbewährtes Erfolgsrezept oder haben auch Sie Support-Alternativen für interessierte Eltern?

Dhurim Bytyqi: Die Berufswahl ist sehr wichtig und aus diesem Grund ist die konkrete Auseinandersetzung mit dieser Wahl zentral. Diese Auseinandersetzung geschieht aber schon viel früher – mit dem Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen – den Interessen und Wünschen. Hier können die Eltern ansetzen und versuchen die eigenen Kinder zu unterstützen. Ist jemand handwerklich begabt und braucht viel Bewegung, dann ist eine Lehre im kaufmännischen Bereich womöglich nicht die ideale Wahl. Als weiteren, wichtigen Faktor sehe ich das Hobby. Ich beobachte immer mehr, dass meine Lernenden keine wirklichen Hobbys haben. Da sind auch die Eltern gefragt. Es zeigt sich, dass Jugendliche, welche einem Hobby nachgehen, Sportart, Musikinstrument, Theaterschauspiel, usw. viel geringere Identitätsschwierigkeiten haben und folglich auch mehr wissen, was sie wollen bzw. nicht wollen. Auch in Bezug auf die Berufswahl ist dies von Vorteil.

Zudem sollen die Eltern den Kindern keinen Druck machen und sie in eine Richtung drängen, in der sie sich nicht wohl fühlen. Es hilft auch, wenn die Eltern sich selbst mit dem Berufsbildungssystem der Schweiz auseinandersetzen und die verschiedenen Optionen kennenlernen. Handy- und Gameverbote sind nicht nachhaltig und zielführend. Das Handy soll nicht verteufelt werden – es ist heute aus unserem Alltag nicht wegzudenken und kann ein wichtiges Hilfsmittel sein. Das Problem hierbei sehe ich vielmehr in der Omnipräsenz. Man sollte gewisse Zeiten bewusster wahrnehmen, wie beispielsweise das Nachtessen mit der Familie oder auch Diskussionen und Debatten in der Familie. In diesen Situationen sollte das Handy nicht gebraucht werden und am besten von allen Beteiligten «versorgt» sein. Und sollten die Eltern mit dem Handygebrauch der Kinder Mühe haben, dann kann in einem ersten Schritt helfen, die eigene Zeit, welche man mit dem Handy nutzt zu hinterfragen und sich zu reflektieren. Die Eltern sind bei der Handynutzung nicht zwingend besser und daher wenig authentisch, wenn ein Handyverbot ausgesprochen wird.

Interview geführt: Driter Gjukaj

 

 

 

Der Chef der Armee auf Truppenbesuch in Kosovo und in Bosnien und Herzegowina

Es ist dem Chef der Armee ein Anliegen, den Angehörigen der Swisscoy in Kosovo und der Eufor Althea in Bosnien-Herzegowina gegenüber persönlich jene Wertschätzung zu übermitteln, die sie für ihr Engagement zugunsten von Sicherheit und Stabilität auf dem Balkan verdienen. Korpskommandant Thomas Süssli wird auf seinem Besuch von der Basler Regierungsrätin Stephanie Eymann, vom Luzerner Regierungsrat Paul Winiker, von Ständerat Mathias Zopfi (GL) sowie von den Nationalräten Franz Grüter (LU) und Thomas Hurter (SH) begleitet.

Der erste Tag führt die Delegation des CdA ins Hauptquartier der KFOR, wo es darum geht, sich ein direktes Bild von der nach wie vor volatilen Sicherheitslage zu machen und vor Ort einen praktischen Einblick in die Tätigkeiten der rund 195 Schweizer Armeeangehörigen zu gewinnen. Der Chef der Armee wird darüber hinaus ein bilaterales Gespräch mit dem Kommandanten der KFOR, dem italienischen Generalmajor Angelo M. Ristuccia, führen und am Abend an der Weihnachtsfeier des 47. Swisscoy-Kontingents teilnehmen.

Am 20. Dezember wird der Chef der Armee nach Sarajevo in Bosnien und Herzegowina reisen und dort die Schweizer Armeeangehörigen des 37. Kontingents der Eufor Althea treffen. Verteilt auf drei Standorte leisten dort aktuell zwanzig Schweizerinnen und Schweizer einen friedensfördernden Einsatz. Auf dem Programm stehen ferner ein bilaterales Gespräch mit dem Kommandanten der Eufor, dem österreichischen Generalmajor Anton Wessely, und ein Kurzbesuch beim Armeechef von Bosnien-Herzegowina, Generalleutnant Senad Mašović.

Covid-19: Vergütung von Impfungen und Weitergabe von Impfstoffdosen 2023

Die Covid-19-Impfungen sollen auch 2023 für die Bevölkerung kostenlos sein. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 16.12.2022 die entsprechenden Bestimmungen der Epidemienverordnung zur Vergütung von Covid-19-Impfungen bis Ende 2023 verlängert und teilweise angepasst. Der Bundesrat hat zudem entschieden, auch im Jahr 2023 Covid-19-Impfstoff an andere Staaten abzugeben, wenn dieser in der Schweiz nicht benötigt wird.

Impfungen sind ein zentrales Element bei der Bekämpfung der Covid-19-Pandemie. Sie bieten einen guten Schutz vor schwerer Erkrankung und Hospitalisation. Auch im kommenden Jahr werden deshalb empfohlene Covid-19-Impfungen vom Bund vergütet, wenn diese nicht von der obligatorischen Krankenversicherung gedeckt sind. Dies umfasst insbesondere Impfungen in Apotheken.

Die Vergütungsbestimmungen der Epidemienverordnung werden bis Ende 2023 fortgeführt und teilweise angepasst. Weiterhin vergütet werden Impfungen bei Personen, die ihren Wohnsitz in der Schweiz haben, aber nicht der obligatorischen Krankenversicherung unterstehen, und bei Grenzgängerinnen und Grenzgängern. Damit bleibt der kostenlose Zugang zu empfohlenen Impfungen für die Bevölkerung in der Schweiz sichergestellt. Die Verordnung tritt am 1. Januar 2023 in Kraft und gilt bis zum 31. Dezember 2023.

Zudem hat der Bundesrat die Verlängerung per 1. Januar 2023 des Tarifvertrages genehmigt, der die Pauschalen für Covid-19-Impfungen bei Personen mit obligatorischer Krankenpflegeversicherung regelt. Die Pauschalen bleiben gegenüber 2022 unverändert.

Weitergabe von Covid-19-Impfstoffen im Jahr 2023

Der Bundesrat hat bereits im Februar 2022 die grundsätzliche Strategie für die Weitergabe von nicht verwendeten Impfstoffdosen an andere Staaten festgelegt. Diese Strategie ist weiterhin sinnvoll und soll auch 2023 angewendet werden. Maximal 13 Million Dosen können 2023 weiterverkauft oder weitergegeben werden, sofern sie in der Schweiz nicht gebraucht werden.

Die Plattform Albinfo.ch online&print kürt am Galaabend Persönlichkeiten des Jahres 2022

Die Atmosphäre am Galaabend war grandios und auch der Anlass selbst verlief sehr gelungen: Die Plattform Albinfo online&print teilte verschiedene Auszeichnungen für jene Persönlichkeiten, die das Jahr 2022 in der albanischen Gemeinschaft der Schweiz besonders geprägt haben. Denn diese Preisverleihung, falsche Schüchternheit einmal beiseitegelegt, steht für eine ganz eigene Liga, denn Albinfo.ch online&print ist der treueste und verlässlichste Chronist gesellschaftlicher Entwicklungen der albanischsprachigen Diaspora in der Schweizer Medienlandschaft.

Im edel gezierten Saal des Zürcher Elite-Restaurants „Metropol“ verlief alles exakt, wie vorhergesehen. Selbst dekorative „Liebe zum Detail für Glamour“ an solchen Anlässen liess keine Wünsche offen. Die geschmacksvoll ausgewählte Musik, der aus Pristina stammenden Gruppe „String String“, sorgte für die „musikalische Begleitung“ bis zum Ausklang des abendlichen Events.

Während dem Anlass lud die Moderatorin des Abends, Alisa Buzhala, einige der hochkaratigen Gäste ein, selbst das Wort am Mikrofon zu ergreifen.

Der Direktor der Plattform Albinfo.ch online&print Sevdail Tahiri eröffnete die Rede zum Publikum. Er dankte allen Gästen für ihre Anwesenheit an diesem Galaabend und nannte dabei hochrangige Gäste aus Politik, Wirtschaft und aus der Finanzwelt namentlich. Tahiri betonte die gegenseitige Wertschätzung und Unterstützung, die Albinfo online&print in all den Jahren in der Zusammenarbeit mit den Geschäftspartnern erleben durfte und bedankte sich bei dieser Gelegenheit herzlich bei den anwesenden Gästen.

Als nächstes betrat der Botschafter der Republik Albaniens, seine Exzellenz Ilir Gjoni, das Podium. Er sprach mit auserlesenen Worten über die Medienplattform Albinfo.ch und betonte die ausserordentlich wichtige Rolle der Informierung und Stärkung der albanischen Community in der Schweiz, die Albinfo.ch jährlich führe. Die Zusammenarbeit als Botschafter mit Albinfo.ch beschrieb Mr. John als sehr hilfreich für die Botschaft. „Es sei gewissermassen eine informell beratende Zusammenarbeit mit und für uns.“, sagte Herr Gjoni.

Auch der Chef des Kosovo-Konsulats in Zürich, Sami Kastrati, hielt eine Ansprache und lobte dabei die Arbeit von Albinfo.ch, welche unsere Landsleute in der Schweiz gesicherte Informationen vermittle. Er betonte dabei vor allem das Engagement der Plattform in Bezug auf die konsularische Vertretung des Kosovo in Zürich.

Orhan Spahija betonte, im Namen der Versammlung der Albaner in der Schweiz, während seiner Rede, die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Albinfo.ch und der KSHZ, die von Beginn an gepflegt werde. Er sagte, dass dieses Medium würdig sei unserer Gemeinschaft in der Schweiz und darüber hinaus sachbezogen und korrekt darzustellen.

Der Gründer der Medienplattform Albinfo online&print Dr. Bashkim Iseni blickte in seiner Rede in die Zeit der Gründung und zur Vision zurück, die ihm beim Aufbau der Plattform geleitet hatte. Dabei erwähnte er die Phase der Förderung der Plattform durch den Bund als Projekt von besonderem Wert und den Übergang vor fünf Jahren in die Funktion als nicht-staatlich geförderte Einrichtung.

Die Fortführung und Erhaltung von Albinfo.ch sei ein Beweis dafür, dass die mediale Plattform seinen sicheren Platz innerhalb der albanischen Gemeinschaft der Schweiz gefunden hat, sagte Herr Iseni und richtet dabei seinen Dank dem Direktor von Albinfo.ch Sevdail Tahiri und seinen Mitarbeitern für die grossartigen Leistungen, die sie regelmässig in diese Richtung vollbringen.

Nach verschiedenen musikalischen Umrahmungen des Anlasses von „Strings, Strings“ gelangte man zum Höhepunkt des Abends: Die Preisverleihung der „Persönlichkeit des Jahres 20022“-Awards. Die Moderatorin des Events Alisa Buzhala hat alle Gewinner:innen auf die Bühne vor dem Publikum gebeten. Die Redaktionsmitglieder der Online&Print-Plattform Albinfo.ch haben fünf Auszeichnungen für Unternehmer, sowie einen Sonderpreis verliehen.

Zu den Persönlichkeiten des Jahres 2022 wurden gewählt: Riola Xhemaili für Sport und für Fussball; Elena Avdija. Für Kunst & Filmregie; Fehmi Fetahi. Für Wirtschaft, Përparim Avdili und für Politik; Shqipe Sylejmani, sowie für Literatur und soziales Engagement.  Auch der Verband der albanischen Ärzte der Schweiz, wurde unter den Gewinnern aufgezählt, nämlich für Medizin. Mit dem Sonderpreis gekürt wurde die namenhafte Schweizer Berufsfachschule „Benedict Schule“ von der Online&Print-Medienplattform Albinfo.ch.

© 2022 ALBINFO.CH
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Alle Gewinner haben sich für die öffentliche Ehrung ihres sozialen und beruflichen Wirkens bei der Plattform Albinfo.ch bedankt.

Nach der Bekanntgabe der Preise wurde der Abend mit Musik, Tanz, Begegnungen und Gesprächen zwischen allen Teilnehmern fortgesetzt.

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Weitere Fotos von Rromir Imami und Eva Bourgknecht: Gallery.rrimphoto.com

Die Redaktion unserer Plattform hat Interviews mit den Persönlichkeiten des Jahres geführt, die Sie in den folgenden Tagen lesen werden.

Fotos: Rromir Imami & Eva Bourgknecht

Schnelleres Internet in der Grundversorgung

Der Bundesrat baut die Internet-Geschwindigkeit in der Grundversorgung aus. Ab 2024 wird die Grundversorgung neu eine Übertragungsrate von 80 Mbit/s umfassen. Der Bundesrat hat am 16. Dezember 2022 die entsprechende Revision der Verordnung über Fernmeldedienste gutgeheissen. Das kommt jenen zugute, die in Gebieten wohnen, in denen keine entsprechenden Angebote auf dem Markt erhältlich sind. Die Eidgenössische Kommunikationskommission ComCom kann nun das Verfahren für die Vergabe der nächsten Grundversorgungskonzession lancieren.

Der Zugang zu zuverlässigen und leistungsfähigen Breitbanddiensten ist für alle Bevölkerungskreise in allen Landesteilen unerlässlich, wie gerade auch die Covid-19-Pandemie verdeutlicht hat. Das bisherige Grundversorgungsangebot wird deshalb in der neuen Konzession ab 2024 weiter ausgebaut. Mit der Revision der Verordnung über Fernmeldedienste FDV hat der Bundesrat das Angebot den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bedürfnissen sowie dem Stand der Technik angepasst. Künftig werden die Kundinnen und Kunden der Grundversorgung zwischen dem bisherigen Internetzugang mit einer Down- und Upload-Geschwindigkeit von 10 Mbit bzw. 1 Mbit pro Sekunde und dem neuen Internetzugang von 80/8 Mbit/s wählen können.

Die Verordnungsanpassung sieht neu explizit das Prinzip der Subsidiarität vor. Stellt der Markt bereits eine Alternative bereit, ist kein Grundversorgungsangebot vorgesehen. Die Grundversorgung wird technologieneutral umgesetzt. So können Randregionen auch über Mobilfunk- oder Satellitenlösungen erschlossen werden. Das dient der raschen Umsetzbarkeit. Ebenso wird eine Preisobergrenze festgelegt. Ein Internetzugangsdienst mit 80/8 Mbit/s kostet 60 Franken im Monat (ohne Mehrwertsteuer).

Im Rahmen der Vernehmlassung sind rund 70 Stellungnahmen eingegangen. Grossmehrheitlich begrüssten die Vernehmlassungsteilnehmenden den Vorschlag, ein Angebot für eine höhere Internet-Geschwindigkeit mit 80/8 Mbit/s in die Grundversorgung aufzunehmen.

Vorbereitung und Erteilung der künftigen Konzession

Swisscom ist aktuell Inhaberin der Grundversorgungskonzession, welche Ende 2023 ausläuft. Die ComCom, die für die Zuteilung der Grundversorgungskonzession zuständig ist, kann nun die Vergabe der künftigen Konzession ab 2024 lancieren.

Weitere Anpassung der Grundversorgung ab 2024

Der Umfang der Grundversorgung wird weitgehend beibehalten. Einzig der Telefondienst mit drei Telefonnummern wird aus der Grundversorgung entfernt. Mit diesem Dienst können gleichzeitig mehrere Rufnummern bedient werden, was das parallele Führen von mehreren Gesprächen möglich macht. Grund für die Streichung dieses Angebots ist zum einen die gesunkene Nachfrage. Zum anderen hält der Markt ausreichend Alternativen für das Telefonieren mit mehreren Rufnummern bereit, zum Beispiel webbasierte Applikationen.

Der Bundesrat will unnötigen Verkehrslärm verhindern

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 9. Dezember 2022 Massnahmen zur Reduktion des Motorenlärms in die Vernehmlassung geschickt. Die Erzeugung von unnötigem Verkehrslärm soll einfacher und strenger sanktioniert werden können. Nebst den Manipulationen an Fahrzeugen (Tuning) steht dabei auch das Verhalten der Lenkenden im Fokus. Zusätzlich soll der Bund diejenigen Kantone finanziell unterstützen können, welche ihre Verkehrslärmkontrollen intensivieren.

Der Bundesrat will unnötigen Motorenlärm wirksam reduzieren. Er schickt zu diesem Zweck verschiedene Massnahmen in die Vernehmlassung, die nebst fahrzeugseitigen Vorschriften auch die korrekte Verwendung der Fahrzeuge betreffen. In einer Motion fordert auch die Kommission für Umwelt, Raumplanung und Energie des Nationalrats (UREK-N) entsprechende Massnahmen (Motion 20.4339 «Übermässigen Motorenlärm wirksam reduzieren»).

Sanktionierung soll einfacher werden

Die vorgeschlagene Revision beinhaltet Massnahmen zur einfacheren und strengeren Sanktionierung von Fahrzeugmanipulationen und beim Verursachen von unnötigem Verkehrslärm. Bereits das geltende Recht sieht vor, dass Fahrzeugführerinnen und Fahrzeugführer jede vermeidbare Belästigung der Bevölkerung zu unterlassen hat. Wer mit seinem Fahrzeug unnötigen Lärm verursacht, kann bereits heute verzeigt werden. Mit der Revision wird die Liste der Fahrmanöver, die als Erzeugung von unnötigem Lärm gelten, nun erweitert und modernisiert. Entsprechendes Fahrverhalten soll überall und zu jeder Tageszeit als strafbare Belästigung gelten. Um diese Verstösse sowie lärmrelevante Fahrzeugmanipulationen einfacher zu ahnden, wurden neue Ordnungsbussentatbestände definiert. So werden beispielsweise Fahrzeugführende gebüsst, wenn sie den Motor unnötig aufheulen lassen..

Zudem soll das Erzeugen von vermeidbarem Lärm neu mit einem Führerausweisentzug sanktioniert werden können. Ersttäterinnen oder Ersttäter werden allerdings lediglich verwarnt, erst bei einer erneuten Widerhandlung innerhalb von zwei Jahren droht ein Führerausweisentzug von mindestens einem Monat.

Weiter wird auch ein Verbot von Ersatzschalldämpfern für Fahrzeuge wie Motorräder vorgeschlagen, welche zu höheren Geräuschemissionen führen als die ursprünglich verbauten Bauteile. Ebenso soll die Zulassung von entsprechend geänderten Fahrzeugen in der Schweiz verboten werden. Werden bei Kontrollen wiederholt lärmrelevante Manipulationen festgestellt, sollen wiederkehrende amtliche Nachprüfungen verlangt werden können.

Ausserdem werden die rechtlichen Grundlagen geschaffen, die eine finanzielle Unterstützung von Kantonen erlaubt, welche ihre Verkehrslärmkontrollen intensivieren.

Für die Unterstützung des Vollzugs wurden zudem technische und rechtliche Abklärungen für den Einsatz von Lärmblitzern getroffen. Ob und bis wann zuverlässige Geräte zum ordentlichen Einsatz zur Verfügung stehen werden, lässt sich derzeit nicht abschätzen.

Die Vernehmlassung dauert bis am 23. März 2023.

Katar, WM 2022: Hand in Hand mit der Mutter Richtung Halbfinale

„Wenn ich gross bin Mama, dann will ich ein Fussballstar werden!“, welche Mutter kennt diesen Satz nicht? Kaum hält ihr Sohn zum ersten Mal einen Fussball in der Hand, blicken seine glänzenden Augen bereits Richtung Fussballweltmeisterschaft. Sofiane Boufal lebt diesen Traum und feiert zusammen mit seiner Mutter den 1:0 Siegeszug von Marokkos Nationalmannschaft im Fussballstadion von Katar.

Das sensationelle 1:0 gegen Portugal verhalf der Nationalmannschaft von Marokko zu einem historischen Erfolg in der Geschichte der Fussball-Weltmeisterschaft. Die überwältigende Begeisterung überkommt das gesamte Stadion, weltweit kamen live-geschaltete Fussballmoderatoren nicht mehr aus dem Staunen raus und während das Team ausser sich war vor Freude, lädt Sofiane Boufal seine Mutter mit aufs Spielfeld ein, nur um mit einem Freudetanz, vor den Augen der Weltöffentlichkeit, seinen Sieg zu feiern! Es dürfte einer dieser Momente sein, welcher uns Zuschauern auch nach der WM 2022 für immer in Erinnerung bleiben wird.

Mit Bezug auf watson.ch erfahren wir, dass Boufal (29) in Paris auf die Welt zur Welt kam und zusammen mit seiner Mutter und seinen beiden Geschwistern aufgewachsen ist. Sein Vater verliess den heutigen Nationalspieler als er drei Jahre alt war, doch auf seinem langen Weg zum Fussballstar begleitete Boufals Mutter ihren Sohn Schritt für Schritt bis zum legendären Freudetanz an der WM 2022.

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Mindestlöhne für Hausangestellte werden erhöht

Die Verordnung über den Normalarbeitsvertrag für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Hauswirtschaft (NAV Hauswirtschaft) wird um drei Jahre verlängert. Das hat der Bundesrat am 9. Dezember 2022 entschieden. Gleichzeitig werden die Mindestlöhne erhöht. 

Über die letzten drei Jahre betrachtet (2019-2021) betrug die Verstossquote gegen die minimalen Lohnbestimmungen des NAV Hauswirtschaft zehn Prozent bei den Arbeitgebern und neun Prozent bei den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Dies bedeutet, dass der geltende Mindestlohn unterschritten wurde. Der Bundesrat ist deshalb der Ansicht, dass die Voraussetzungen für eine Verlängerung des NAV Hauswirtschaft erfüllt sind: Einerseits liegen wiederholte Verstösse gegen die Mindestlöhne vor. Anderseits ist wegen der starken Nachfrage nach ausländischen Betreuungskräften in Privathaushalten davon auszugehen, dass beim Wegfall des Mindestlohnes im NAV der Druck auf die Löhne und die Missbrauchsgefahr steigen würde. Der Bundesrat stützt sich dabei auf die Einschätzung der tripartiten Kommission des Bundes im Rahmen der flankierenden Massnahmen (TPK Bund, bestehend aus Vertreterinnen und Vertreter der Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände und der Verwaltung).

Die Mindestlöhne werden gemäss Antrag der TPK Bund an die Nominallohnentwicklung für die Jahre 2019 bis 2021 angepasst und werden demnach um 1,5 Prozent erhöht. Schliesslich behält sich die TPK Bund die Möglichkeit vor, während der Laufzeit des NAV Hauswirtschaft je nach Arbeitsmarktlage eine weitere Erhöhung der verbindlichen Mindestlöhne zu beantragen.

Den Antrag für eine Verlängerung des NAV Hauswirtschaft und eine gleichzeitige Anpassung der Mindestlöhne stellte die TPK Bund. In der Schweiz handeln die Sozialpartner die Löhne in ihrer Branche traditionell selbst aus, der Staat greift grundsätzlich nicht in die Lohnbildung ein. Deshalb sehen die Flankierenden Massnahmen zur Personenfreizügigkeit mit der Europäischen Union vor, dass der Staat nur unter zwei Voraussetzungen zum Instrument des NAV-Mindestlohnes greifen darf: Erstens, wenn in einem Beruf oder in einer Branche wiederholte missbräuchliche Lohnunterbietungen festgestellt werden und zweitens, wenn keine sozialpartnerschaftliche Lösung möglich ist. Zudem darf der Mindestlohn weder dem Gesamtinteresse zuwiderlaufen noch die berechtigten Interessen der anderen Branchen beeinträchtigen. Im Vernehmlassungsverfahren unter den Kantonen und Verbänden hatte die Verlängerung des NAV Hauswirtschaft und die Anpassung der Mindestlöhne mehrheitlich Zustimmung gefunden.

Vernehmlassung zur Individualbesteuerung eröffnet

Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 2. Dezember 2022 die Vernehmlassung zur Individualbesteuerung eröffnet. Alle Personen sollen eine eigene Steuererklärung ausfüllen, auch wenn sie verheiratet sind. Die Vorlage dient als indirekter Gegenvorschlag zur Steuergerechtigkeits-Initiative, welche der Bundesrat ablehnt.

Die Individualbesteuerung verfolgt das Ziel, möglichst hohe Arbeitsanreize für Zweitverdienende zu setzen und die Chancengleichheit der Geschlechter zu fördern. Zudem wird die als «Heiratsstrafe» bekannte Höherbelastung von bestimmten Ehepaaren gegenüber unverheirateten Paaren beseitigt, in dem Ehepaare wie unverheiratete Paare getrennt besteuert werden. Für alle steuerpflichtigen Personen gilt der gleiche Tarif. Im Interesse einer ausgewogenen Besteuerung schlägt der Bundesrat verschiedene Begleitmassnahmen bei der direkten Bundessteuer vor:

  • Für Eltern: Der Kinderabzug soll von heute 6500 Franken auf 9000 Franken pro Kind steigen, da der Übergang zur Individualbesteuerung die Entlastungswirkung des Kinderabzugs bei Ehepaaren reduziert.
  • Für Alleinstehende und Alleinerziehende: Hier ist ein Abzug von 6000 Franken vorgesehen, weil Haushalte, die aus mindestens zwei erwachsenen Personen bestehen, Haushaltsersparnisse (z. B. tiefere Wohnkosten) erzielen.
  • Für Ehepaare mit nur einem Haupteinkommen: Für Ehepaare mit nur einem Einkommen oder einem geringen Zweiteinkommen stellt der Bundesrat eine Variante mit und eine ohne Korrektiv zur Diskussion. Die Variante ohne Korrektiv fördert den Erwerbsanreiz für Zweitverdienende besonders stark. Die Variante mit Korrektiv wirkt der Höherbelastung von Einverdiener- gegenüber Zweiverdienerehepaaren entgegen, in dem sie einen Abzug für Einverdiener-Ehepaare erlaubt. Der Abzug kann bis zu 14 500 Franken betragen und nimmt mit steigendem Zweiteinkommen ab.

Positive Beschäftigungseffekte erwartet

Der Bundesrat erwartet bei der direkten Bundessteuer Mindereinnahmen von einer Milliarde Franken. Davon trägt der Bund 78,8 Prozent (rund 800 Mio. Franken) und die Kantone 21,2 Prozent (rund 200 Mio. Franken). Offen sind die Auswirkungen auf die kantonalen Steuern.  Der Bund rechnet mit positiven Beschäftigungseffekten, da es insbesondere für verheiratete Zweitverdienende attraktiver wird, mehr zu arbeiten. Die Umsetzung der Individualbesteuerung auf allen Staatsebenen könnte bis zu 47 000 Vollzeitstellen führen.

Auswirkungen auf die Steuerlast

Bei der direkten Bundessteuer wird die Reform für die Mehrheit der Personen zu einer Entlastung führen. Diese ergibt sich insbesondere für verheiratete Personen mit eher gleichmässiger Einkommensaufteilung, darunter auch zahlreiche Rentnerehepaare. Höherbelastungen können sich demgegenüber für alleinstehende Personen mit Kindern und verheirateten Paaren mit nur einem Einkommen oder nur einem geringen Zweiteinkommen ergeben.

Indirekter Gegenvorschlag zur Steuergerechtigkeits-Initiative

Da das Gesetzesprojekt zur Einführung der Individualbesteuerung bereits fortgeschritten ist und die Volksinitiative «Für eine zivilstandsunabhängige Individualbesteuerung (Steuergerechtigkeits-Initiative)» erst am Anfang steht, empfiehlt der Bundesrat, diese abzulehnen. Er stellt ihr das vorliegende Gesetzesprojekt als indirekten Gegenvorschlag gegenüber.

Die Vernehmlassung dauert bis zum 16. März 2023.

Bundesrat hat Departementsverteilung vorgenommen

Der Bundesrat hat am 8. Dezember 2022, in seiner künftigen Zusammensetzung ab 1. Januar 2023, die Verteilung der sieben Departemente vorgenommen und die Stellvertretungen geregelt.

Die Verteilung wurde im Kollegium wie folgt beschlossen:

•    Eidgenössisches Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA):
Bundespräsident Ignazio Cassis
Stellvertretung: Bundesrat Alain Berset

•    Eidgenössisches Departement des Innern (EDI)
Bundesrat Alain Berset
Stellvertretung: Bundespräsident Ignazio Cassis

•    Eidgenössisches Justiz- und Polizeidepartement (EJPD)
Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider
Stellvertretung: Bundesrätin Karin Keller-Sutter

•    Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS)
Bundesrätin Viola Amherd
Stellvertretung: Bundesrat Guy Parmelin

•    Eidgenössisches Finanzdepartement (EFD)
Bundesrätin Karin Keller-Sutter
Stellvertretung: Bundesrat Albert Rösti

•    Eidgenössisches Departement für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF)
Bundesrat Guy Parmelin
Stellvertretung: Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider

•    Eidgenössisches Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK)
Bundesrat Albert Rösti
Stellvertretung: Bundesrätin Viola Amherd

Der Bundesrat wird die Verteilung an seiner Sitzung vom 11. Januar 2023 formell bestätigen und freut sich, in der neuen Zusammensetzung seine Arbeit fortzuführen.