Der Oktober wird wieder pink! «Brustkrebs ist es egal, wer du bist»

Arbela Statovci, Unternehmerin und Politikerin aus Zürich, bei welcher vor einigen Monaten Brustkrebs diagnostiziert wurde, macht sich stark für Krebsbetroffene und ihre Angehörigen.

Arbela möchte Menschen dazu motivieren, offen über Krebs zu sprechen. Das braucht Mut.

«Was ich gerade lerne, ist eine ganz andere Philosophie des Lebens.
Ja, ich bin motiviert, den Kampf anzugehen. Aber nicht jeden Tag. Ich finde die Kraft nicht an jedem Tag, die Hoffnung nicht an jedem Tag und Mut genauso wenig. Denn jeder einzelne dieser Tage verlangt von mir alles was ich habe.

Um so wichtiger ist es dabei für mich, nicht zu vergessen, dass trotz dieses Eindringlings namens Krebses, dies noch immer MEIN Körper ist. Dass das immer noch ICH bin. Dass ich mich und diesen Körper liebe.»

 Denn die Worte „Sie haben Krebs“ erschüttern viele Menschen und die Zeit danach wird oftmals als Ausnahmezustand beschrieben, in dem von einem Moment auf das andere Vieles nicht mehr so ist, wie vorher. Es ist schwer, zu verstehen, dass der Körper gerade von einer schweren Krankheit betroffen ist. Jährlich erkranken in der Schweiz etwa 6’200 Frauen und 50 Männer. Das sind jeden Tag mehr als 16 Betroffene.


«Der Sinn des Lebens, der Gesundheit, der Liebe zueinander ist mir nie klarer geworden als in diesen Wochen. Meine Damen, scannt euren Körper. Eine frühe Diagnose kann Euer Leben und Eure Zukunft retten.»

Anlässlich des internationalen Brustkrebsmonats lancierte Arbela auf ihrer Instagram Seite eine persönliche Sensibilisierungskampagne: Als Zeichen der Solidarität, aber auch um auf das wichtige Thema der Früherkennung und die anspruchsvolle Zeit während und nach einer Krebstherapie aufmerksam zu machen.

«Eine Brustkrebs-Diagnose trifft oft mitten im Leben. In dieser schwierigen Situation ist es zentral, kompetente Anlaufstellen und möglichst leichten Zugriff zu allen Informationen zu haben. Ich wollte meine Geschichte erzählen, um aufzuzeigen, dass dem Krebs egal ist, wer du bist, woher du kommst und wie alt du bist.»

Nach der Publikation ihrer Krankheit wurde Arbela von hunderten von Frauen kontaktiert. Die meisten davon gingen gleich danach in einen Check-up. «Wenn ich nur einer Person helfen konnte, diesen schwierigen Weg, den ich gerade erlebe, zu vermeiden, dann hat sich meine Kampagne gelohnt, so Arbela.»

„Wir müssen gemeinsam gegen Brustkrebs kämpfen. Je früher Tumore entdeckt werden, desto besser sind die Überlebenschancen. Dazu gehört die Achtsamkeit gegenüber der eigenen Gesundheit; die Solidarität mit Betroffenen – Brustkrebs kann jede Frau treffen, aber auch Männer sowie einem offenen Umgang mit der Thematik Brustkrebs.»

Zahlen & Fakten

  • Täglich erkranken in der Schweiz 16 Frauen an Brustkrebs, pro Jahr rund 6’200
  • Jährlich erkranken etwa 50 Männer an Brustkrebs
  • Statistisch gesehen erkrankt in der Schweiz etwa jede 8. Frau im Laufe des Lebens an Brustkrebs
  • Auf Brustkrebs entfällt fast 1/3 aller Krebsdiagnosen bei Frauen
  • Brustkrebs ist bei Frauen damit die häufigste Krebserkrankung und die vierthäufigste Todesursache in der Schweiz
  • In etwa 80% der Fälle sind Frauen über 50 Jahren betroffen
  • 1’400 Frauen sterben jedes Jahr an den Folgen, 10 Männer jährlich
  • Dank der Fortschritte in der Forschung, der Früherkennung und den verbesserten Therapien überleben rund 87% der Brustkrebserkrankten ihre Erkrankung längerfristig
  • Je früher Tumore entdeckt werden, desto besser sind die Überlebenschancen

 

 

 

 

 

Die UÇK- Jacke der Schaumschläger

Von verschiedenen Medien in der Schweiz wurde am 10. Okt. 2021 über die Reaktionen der serbischen Medien, nach dem vermeintlichen Skandal mit der UÇK-Jacke, die durch eine
unbekannte Person an Xherdan Shaqiri umgehängt wurde, berichtet. Nun wiederholt sich seit
einigen Jahren das gleiche Gejammer von den serbischen Medien, sobald ein Spieler albanischer Herkunft mit den eigenen Wurzeln in Verbindung gebracht wird.

Der Blick versucht in einem Artikel den Hintergrund der Jacke, und der Geschichte, zu erklären. Ihre «kritischen Berichte» stützt der Blick auf die Belgrader Zeitung Kurir und auf die gespielte Empörung dieses Mediums. Vorab ist festzuhalten, dass die Zeitung Kurir ein Sprachrohr des serbischen Regimes ist, welche durch grossserbischen Nationalismus glänzt.

Das Blatt verbreitet Rassismus und Hass gegen Nachbarländer und –Völker. Seit kurzem werden die Artikel von Kurir durch Twitter mit einem Warnhinweis versehen. Uns erstaunt die Leichtigkeit, mit der einige Medien in der Schweiz hasserfüllte Inhalte von einem solchen serbischen propagandistischen Medium weiterverbreiten.

In dem Blick Artikel wird behauptet, die UÇK sei von einigen Ländern für eine terroristische
Organisation gehalten worden. Welche Länder das wären, wird nicht aufgeführt. UÇK war eine Befreiungsarmee, die gegen das mörderische Regime von Slobodan Milosevic und für die Freiheit des eigenen Volkes gekämpft hat. Mit Terrorismus hat dies freilich nichts gemeinsam. Während des NATO-Einschreitens gegen Serbien war die UÇK ein NATO-Verbündeter.

Die Mitglieder der NATO sind demokratische Länder des Westens. Diese Länder hätten sicherlich nicht mit einer terroristischen Organisation kooperiert.

Für Kosovo war das letzte Jahrhundert gekennzeichnet von Unterdrückung und serbischem
staatlichen Terror gegenüber der albanischen Bevölkerung. Dies führte schliesslich zum Aufstand und zum Befreiungskampf der Kosovo-Albaner.

Gegen den Befreiungskampf der UÇK reagierte Serbien 1998 und 1999 mit staatlichem Terror, ethnischer Säuberung und Massenmord gegen die albanische Zivilbevölkerung. In diesem Krieg wurden im Kosovo mindestens 10’812 zivile Albaner von der serbischen Polizei, Armee und Paramilitärs ermordet. Weder Kinder noch Schwangere noch ältere Personen wurden verschont.

Gemäss UNHCR und OSZE sind über 860’000 Albaner in Kosovo durch die serbische Polizei,
Armee, und serbische Paramilitärs ins Ausland vertrieben worden, hinzu kommen weitere
hunderttausende Vertriebenen innerhalb vom Kosovo. Über 20’000 Frauen wurden vergewaltigt – die Dunkelziffer ist dabei viel höher.

Fast die Hälfte der Häuser im Kosovo wurden entweder stark beschädigt oder ganz zerstört. Nach wie vor wissen viele Eltern, viele Kinder, viele Geschwister nicht, ob ihre Töchter und Söhne, ihre Mütter und Väter, ihre Geschwister noch leben oder aber in welchem Massengrab in Serbien sich befinden. Nach wie vor fehlt von diesen 1’643 Verschwundenen jede Spur.

Drahtzieher, Verantwortliche und ja sogar Täter wurden nie zur Verantwortung gezogen. Sie werden vielmehr vom serbischen Staat geschützt, tragen politische Ämter. Verurteilte Kriegsverbrecher werden als Nationalhelden gefeiert und halten Vorträge in serbischen militärischen Akademien. Das sind alles nicht von der Hand zu weisende Fakten. Stattdessen versucht der Aggressor immer wieder, sich als Opfer darzustellen.

Die Graffitis mit vier C’s rund um ein weisses Kreuz sind in vielen verbrannten und zerstörten
Häusern der Albaner im Kosovo, als nationalistische Botschaft zurückgelassen worden. Unter dem Symbol wurde die albanische Bevölkerung im Kosovo ermordet, vergewaltigt, vertrieben und ihr Hab und Gut zerstört. Dieses Symbol ist das serbische Nationalsymbol und Teil der serbischen Flagge geworden.

Dennoch verfallen wir nicht in eine Hysterie, wenn wir das Symbol in einem Fussballspiel oder sonst wo sehen. Die Serben und ihre Medien verfallen jedoch jedes Mal in eine kollektive Hysterie, sobald sie das Nationalsymbol der Albaner, den Doppeladler sehen.

Es erstaunt uns, dass der Blick auch hier erneut das Thema mit dem Doppeladler aufgreift. Diese Geste – die zum Doppeladler geformten Hände – symbolisiert für die Albaner weltweit den Doppeladler der albanischen Nationalflagge, das Symbol der albanischen Identität.

Das Symbol ist gegen niemanden gerichtet, ist nicht beleidigend und sollte von keiner Seite als störend empfunden werden. Vielmehr ist der «flatternde Doppeladler» eine Geste der Freude, eine Grussform, ein Ausdruck und ein Symbol von einem Stückchen albanischer Identität von Secondos, nicht nur in der Schweiz, sondern weltweit.

Jeden Versuch, dieses Symbol zu problematisieren oder zu politisieren, empfinden wir als einen Angriff auf unsere Identität, Kultur und Geschichte.

Weshalb einige Medien dieses Thema immer wieder aufgreifen, kann beim besten Willen nicht nachvollzogen werden.

Wenn der Blick einen angeblichen Aufklärungsartikel veröffentlicht, dann bitte faktenbasiert, gut recherchiert, vollständig und gestützt auf geprüfte Quellen.

Mit freundlichen Grüssen

Lurata Reci
Präsidentin
Rat der AlbanerInnen der Schweiz.

Bankomatensprengung in Sevelen: Anklage eingereicht

Die Bundesanwaltschaft (BA) hat erstmalig eine Anklage eingereicht in Bezug auf eine Bankomatensprengung in der Schweiz. Die Anklage richtet sich gegen einen 30-jährigen rumänischen Staatsangehörigen mit Wohnsitz in Rumänien. Dem Beschuldigten werden Gefährdung durch Sprengstoffe und giftige Gase in verbrecherischer Absicht (Art. 224 Abs. 1 StGB), qualifizierter Diebstahl (Art. 139 Ziff. 1 und Ziff. 3 StGB) und qualifizierte Sachbeschädigung (Art. 144 Abs. 1 und 3 StGB) vorgeworfen.

Gemäss Anklage hat der Beschuldigte im Dezember 2019 einen Bankomaten in Sevelen im Kanton St. Gallen unter Verwendung von Sprengstoff aufgebrochen und daraus Bargeld in der Höhe von CHF 126’600 entwendet. Zudem ist durch die Zerstörungskraft des eingesetzten Sprengstoffs und der verwendeten Werkzeuge am Bankomaten sowie an der Aussenfassade der betroffenen Liegenschaft ein Sachschaden in der Höhe von ca. CHF 100’000 verursacht worden. Mit dem Zünden des Sprengstoffes an einem Bankomaten an der Aussenfassade eines mehrstöckigen Wohn- und Geschäftshauses nahm der Beschuldigte gemäss Anklage Verletzungen von Personen und Schäden an fremdem Eigentum als Folge seines Verhaltes zumindest billigend in Kauf und handelte dabei wissentlich und willentlich in verbrecherischer Absicht.

Im Rahmen der umfangreichen Ermittlungen der BA mit Unterstützung von der Kantonspolizei und von fedpol konnte der Beschuldigte identifiziert und gestützt auf einen internationalen Haftbefehl im Juni 2020 in Österreich durch die örtlichen Behörden verhaftet und in Auslieferungshaft versetzt werden. Im August 2020 wurde er den Schweizer Strafverfolgungsbehörden ausgeliefert und im Auftrag der BA durch fedpol festgenommen. Der Beschuldigte befindet sich seit Juni 2021 im vorzeitigen Strafvollzug, bis dahin war er in Untersuchungshaft.

Die Strafanträge gibt die BA wie üblich anlässlich der Hauptverhandlung vor dem Bundesstrafgericht bekannt. Mit Einreichung der Anklageschrift ist das Bundesstrafgericht in Bellinzona für die weitere Information der Medien zuständig. Bis zum Vorliegen eines rechtskräftigen Urteils gilt die Unschuldsvermutung.

Strafverfahren der BA zu Bankomatensprengungen in der Schweiz

– Die BA führt zurzeit Strafverfahren zu rund 30 Fällen von Bankomatensprengungen in der Schweiz. Die Täterschaft handelt oft über die Kantons- und Landesgrenzen hinweg. Die Verfahrensführung gestaltet sich entsprechend zeit- und ressourcenaufwendig. Dies auch, weil viele Ermittlungen auf dem Weg der internationalen Rechtshilfe erfolgen müssen. 

– Die BA ist bei Angriffen auf Bankomaten grundsätzlich immer dann zuständig, wenn Sprengstoff zur Anwendung kommt. Die Strafverfolgung in Bezug auf alle anderen Fälle – beispielsweise beim Einsatz von Gas oder Werkzeugen wie Brechstangen oder Kreissägen – fällt in die Zuständigkeit der Kantone. 

– Seit ca. zwei Jahren stellt die BA anhand der Strafverfahren eine Zunahme von Fällen fest, bei welchen Bankomaten unter Verwendung von Sprengstoff aufgebrochen worden sind.

Der Menschenrechtsrat anerkennt das Recht auf eine gesunde Umwelt

Der Menschenrechtsrat beendet am 11. Oktober 2021 nach mehr als vierwöchigen, intensiven Verhandlungen in Genf seine 48. Session. Der Rat nahm dieses Jahr drei Initiativen der Schweiz und ihrer Partnerländer an: In einer Resolution anerkennt der Rat das Recht auf eine gesunde Umwelt. Die zweite Initiative thematisiert die Todesstrafe und setzt einen Akzent auf die fehlende Transparenz in deren Anwendung. Die dritte Resolution fokussiert auf die Bekämpfung und Prävention von Kinder-, Früh- und Zwangsheiraten in Krisenzeiten.

Die Schweiz brachte an der 48. Session des Menschenrechtsrats erfolgreich drei Initiativen ein. Zusammen mit Costa Rica, Marokko, den Malediven und Slowenien legte die Schweiz eine Resolution zur Anerkennung eines eigenständigen Menschenrechts auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt vor. Mit diesem wichtigen politischen Signal reagiert die Staatengemeinschaft auf die zunehmenden Beeinträchtigungen der Rechte u.a. auf Gesundheit, Wasser und Nahrung durch Umweltprobleme.

Die zweite Initiative zur Todesstrafe präsentiert die Schweiz zweijährlich zusammen mit Belgien, Costa Rica, Frankreich, Mexiko, Moldawien und der Mongolei. Das Hauptthema der diesjährigen Resolution war die fehlende Transparenz bei der Anwendung der Todesstrafe. Die Resolution leistet damit einen Beitrag dazu, dass der Anwendungsbereich und der Einsatz der Todesstrafe weltweit kontinuierlich verringert wird. Gemeinsam mit einer überregionalen Staatengruppe von elf Ländern reichte die Schweiz zudem eine Resolution zur Bekämpfung der Kinder-, Früh- und Zwangsheiraten in Zeiten von Krisen, inklusive Covid-19, ein. Die Schweiz setzte sich insbesondere für eine starke Sprache zum Recht auf Gesundheit, zu voller und wirksamer Partizipation von Frauen an Entscheidungsprozessen, zur Rolle der Zivilgesellschaft und zur Beseitigung aller Formen von Gewalt gegen Frauen ein.

Bei einer Resolution zum Recht auf Privatsphärenschutz im digitalen Zeitalter engagierte sich die Schweiz gemeinsam mit anderen Staaten für einen starken Schutz der Menschenrechte beim Einsatz neuer Technologien, insbesondere bei der Nutzung künstlicher Intelligenz.

Die Menschrechtssituation in verschiedenen Ländern

Neben den thematischen Prioritäten fokussierte die Schweiz auch auf die Situation der Menschenrechte in verschiedenen Ländern. So äusserte sie sich in einer Erklärung besorgt über die Situation in Afghanistan und forderte alle Parteien dazu auf, das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte zu respektieren. Die Schweiz unterstützte die von der EU eingebrachte Resolution, die eine/n Expert/in zur Untersuchung der Situation in Afghanistan mandatiert. Ausserdem machte sich die Schweiz in Resolutionsverhandlungen für die Verlängerung des Mandats der Untersuchungsmission zu Libyen stark. Die Schweiz bedauert, dass der Menschenrechtsrat die Resolution zur Mandatserneuerung der Expert/innengruppe zu Jemen abgelehnt hat.

Im Dialog mit Expertinnen und Experten der UNO hat sich die Schweiz zur Situation in verschiedenen Ländern, darunter Burundi, Myanmar, Venezuela und Belarus, geäussert. Dabei hat sie zum Schutz der Menschenrechte aufgerufen und sich insbesondere für die Freilassung willkürlich inhaftierter Personen eingesetzt. Die Schweiz hat sich zusammen mit anderen Staaten auch gemeinsamen Erklärungen zu bestimmten Menschenrechtssituationen angeschlossen, so beispielsweise zu Nicaragua, Sudan und Äthiopien.

Nationaler Aktionsplan gegen Menschenhandel wird neu lanciert

Menschenhandel ist auch in der Schweiz eine Realität. Opfer von Menschenhandel sind oft nicht sichtbar. Zur Bekämpfung des Menschenhandels in der Schweiz sah der zweite Nationale Aktionsplan (NAP) 2017-2020 verschiedene Massnahmen vor, darunter Sensibilisierungskampagnen für Notärzte, die Öffentlichkeit oder die Arbeitsinspektorate, eine Checkliste zur Identifizierung von Opfern, Schulungen für Strafverfolgungs- und Migrationsbehörden.

Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, dass von den 28 Massnahmen 20 umgesetzt, 2 teilweise und 6 noch ungenügend umgesetzt wurden.

Koordination stärken, Verbindlichkeit erhöhen

Gestützt auf die Ergebnisse der Evaluation ist die Erarbeitung eines neuen Nationalen Aktionsplans vorgesehen. Dieser soll sich auf diejenigen Bereiche konzentrieren, bei welchen weiterhin Handlungsbedarf besteht. Dazu gehört insbesondere der Menschenhandel zum Zweck der Ausbeutung der Arbeitskraft. Auch die Strafverfolgung und die Opferunterstützung sollen weiter gestärkt und der Bereich Cybercrime neu berücksichtigt werden.

Weiter hat die Evaluation gezeigt, dass die Einbeziehung der politischen Entscheidungsträgerinnen und -träger auf allen Ebenen verbesserungswürdig ist. Um die Verbindlichkeit des künftigen NAP zu erhöhen, sollte ein neuer NAP von allen beteiligten politischen Stellen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene unterstützt und verabschiedet werden. Zugleich sollte die nationale Koordination gestärkt werden. fedpol prüft derzeit, welches institutionelle Gefäss am besten geeignet ist, um die politische Einbindung und die Gesamtkoordination sicherzustellen.

Unabhängig davon wird fedpol weiterhin eine führende Rolle bei der Bekämpfung des Menschenhandels spielen, insbesondere durch die internationale und nationale polizeiliche Koordination und Zusammenarbeit.

Ab 7. Oktober “Hive” kommt in 18 Kinos der Deutschweiz

Fahrijes Mann wird seit dem Kosovo-Krieg vermisst. Ein Schicksal, dass viele andere Frauen in ihrem ländlichen Dorf ereilt. Um ihre Familie über die Runden zu bringen, gründet Fahrije ein kleines landwirtschaftliches Unternehmen.

Doch in ihrem traditionellen, patriarchalischen Dorf werden ihr Ehrgeiz und ihre Bemühungen, sich und andere Frauen zu stärken, nicht gern gesehen …

Basierend auf einer wahren Geschichte zeigt «Hive» auf einfühlsame und ruhige Weise, die Kraft von Frauensolidarität und ihr stetiger Kampf gegen patriarchalisch bedingte Hindernisse. D

as Filmdebüt von Blerta Basholli über die wagemutige Frau, die sich ihre eigene Existenz neu aufbaut, wurde in Sundance gleich mit drei Preisen prämiert.

Drama

Kosovo 2021, 84 Min.

LISTE DER KINOs, WO HIVE AB 7. OKTOBER ZU SEHEN IST:

 

Zürich Kino Riffraff https://www.riffraff.ch/kinoprogramm/177449/hive.html?date=all&sort=name&kino=combine

Dietlikon (Zürich) Kino Pathé Dietlikon https://www.pathe.ch/de/filme-events/hive

Bern CineMovie https://www.quinnie.ch/de/bern/kinoprogramm/film/140572.html

Bern Kino Pathé Westside https://www.pathe.ch/de/kinos/cinema-pathe-westside

Basel kult.kino atelier https://www.kultkino.ch/film/hive/

Luzern Kino Bourbaki https://www.kinoluzern.ch/kinoprogramm/177449/hive.html?date=all&sort=name&kino=bourbaki

Ebikon (Luzern) Kino Pathé Ebikon https://www.pathe.ch/de/filme-events/hive

Chur Kino Center https://www.kinochur.ch/programm-tickets/programm

Engelberg Kino Engelberg https://kinoengelberg.ch/

Frauenfeld Cinema Luna https://www.cinemaluna.ch/de

Langenthal Kino Scala https://www.kino-scala.ch/

Männedorf Kino Wildenmann https://www.kino-maennedorf.ch/

Romanshorn Kino Roxy https://www.kino-roxy.ch/programm/

Schaffhausen Kino Kiwi Scala https://www.kiwikinos.ch/schaffhausen/programmuebersicht/

Solothurn Kino im Uferbau https://www.kinosolothurn.ch/de/

Spreitenbach Kino Pathé Spreitenbach https://www.pathe.ch/de/kinos/cinema-pathe-spreitenbach

St. Gallen Kinok https://www.kinok.ch/index/calendar

Winterthur Kino Kiwi Loge https://www.kiwikinos.ch/winterthur/demnaechst/

Neue Regeln bei der Einreise in die Schweiz sowie für den Zugang zum Covid-Zertifikat für im Ausland geimpfte Personen

Der Bundesrat will eine Zunahme der Infektionszahlen durch Reiserückkehrende nach den Herbstferien verhindern. Ab Montag, 20. September 2021, müssen Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, bei der Einreise einen negativen Test vorweisen. Nach vier bis sieben Tagen müssen sie sich nochmals testen lassen. Dies hat der Bundesrat an seiner Sitzung vom 17. September 2021 beschlossen. Der Bundesrat regelt zudem, wie Personen, ein Covid-Zertifikat erhalten können, die im Ausland geimpft wurden oder im Ausland genesen sind.

Im Hinblick auf die Herbstferien hat der Bundesrat neue grenzsanitarische Massnahmen beschlossen. Er reagiert damit auf Erfahrungen nach den Sommerferien. Die Daten der kantonalen Contact-Tracing-Stellen zeigen, dass auch Reiserückkehrende zur besorgniserregenden Situation in der Schweiz beigetragen haben. Die neuen Regeln tragen der Tatsache Rechnung, dass mit der hochansteckenden Delta-Variante die Zahlen regional sehr rasch steigen können. Deshalb ist für grenzsanitarische Massnahmen eine periodisch aktualisierte Liste mit Risikoländern nicht mehr sinnvoll.

Testpflicht bei der Einreise für Personen, die nicht geimpft oder genesen sind

Alle Personen, die nicht geimpft oder genesen sind müssen bei der Einreise einen negativen Test (Antigen oder PCR) vorweisen, unabhängig davon, woher sie kommen und mit welchem Verkehrsmittel sie einreisen. Nach vier bis sieben Tagen in der Schweiz wird ein weiterer, in der Schweiz durchgeführter Test verlangt. Dieser Test ist kostenpflichtig. Das Resultat des zweiten Tests muss der zuständigen kantonalen Stelle übermittelt werden. Für geimpfte und genesene Personen mit einem Covid-Zertifikat oder einem anderen gültigen Nachweis einer Impfung oder Genesung gilt keine Testpflicht.

Formularpflicht für alle Einreisenden

Alle Einreisenden – geimpfte, genesene und negativ getestete Personen – müssen zudem das Einreiseformular (Passenger Locator Form, SwissPLF) ausfüllen. Damit sind die Kantone in der Lage Stichproben durchzuführen, ob Personen, die nicht geimpft oder genesen und mit einem Test eingereist sind, nach vier bis sieben Tagen einen zweiten Test durchgeführt haben.

Keine Test- und Formularpflicht für Grenzgängerinnen und Grenzgänger

Von der Test- und Formularpflicht ausgenommen sind Personen, die ohne Zwischenhalt durch die Schweiz reisen, wer beruflich Güter oder Personen befördert sowie Grenzgängerinnen und Grenzgänger und Personen, die aus Grenzgebieten einreisen. Damit trägt der Bundesrat auch dem engen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Austausch in den Grenzgebieten Rechnung. Von der Testpflicht ausgenommen sind zudem Kinder unter 16 Jahren.

Risikobasierte Kontrollen

Täglich passieren über 2 Millionen Menschen und 1 Millionen Fahrzeuge die Schweizer Grenzen. Risikobasierte Kontrollen sollen dazu führen, dass die neuen Regeln eingehalten werden. Personen, die bei der Einreise keinen Test vorweisen können, müssen diesen sofort nach der Einreise in die Schweiz nachholen. Die Kantone sind angehalten Stichproben durchzuführen, ob nicht-genesene und nicht-geimpfte Personen den zweiten Test auch wirklich gemacht haben. Bei Verstössen gegen diese Regeln können Ordnungsbussen (200 Franken für fehlende Testnachweise und 100 Franken für nicht ausgefüllte Formulare) verhängt werden. Die Fluggesellschaften und Busunternehmen im Fernverkehr müssen überprüfen, ob einreisende Personen über ein PLF sowie ein Covid-Zertifikat oder einen Testnachweis verfügen. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) und die örtlich zuständigen Polizeieinheiten führen in allen grenzüberschreitenden Verkehrsarten risikobasierte Kontrollen durch. In einigen Wochen wird der Bundesrat die Erfahrungen mit der Umsetzung der neuen Einreiseregeln auswerten und wenn nötig Anpassungen vornehmen.

Einreisebestimmungen: Anlehnung an Schengen-RaumDie bestehenden Einreisebestimmungen bleiben unverändert. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) führt weiterhin eine Risikoliste. Diese Liste regelt, wer in die Schweiz einreisen darf. Alle Staaten ausserhalb des Schengen-Raums, die nicht auf dieser Liste geführt sind, gelten weiterhin als Risikoländer, aus denen für die Einreise in die Schweiz für ungeimpfte Drittstaatsangehörige Beschränkungen gelten. Die Schweiz lehnt sich beim Erlass ihrer Einreisebestimmungen als Schengen-assoziierter Staat möglichst an die Entscheide der Europäischen Union an. Mittels des Online-Tools «Travelcheck» kann nachgeschaut werden, welche Personen aus welchen Ländern unter welchen Bedingungen in die Schweiz einreisen können.

Covid-Zertifikat für im Ausland geimpfte und genesene Personen

Ab dem 20. September können alle Personen, die mit einem von der European Medicines Agency (EMA) zugelassenen Impfstoff im Ausland geimpft sind und die in der Schweiz Wohnsitz haben oder in die Schweiz einreisen, ein Schweizer Covid-Zertifikat erlangen. Damit wird die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben auch für Personen sichergestellt, die im Ausland geimpft wurden oder im Ausland genesen sind, etwa für Touristinnen und Touristen. Derzeit sind nur die Zertifikate der am EU Digital Covid Certificate angeschlossenen Länder mit dem Schweizer System kompatibel.

Die Unterlagen können elektronisch eingereicht werden. Jeder Kanton muss eine Kontaktstelle definieren, an die sich im Ausland geimpfte Personen wenden können. Sämtliche kantonalen Kontaktstellen werden auf einer Webseite des Bundes aufgeführt. Eine Arbeitsgruppe des Bundes (EDI, EDA, EFD) wird zusammen mit den Kantonen und weiteren Stellen (Datenschutz) die Umsetzung begleiten. Ziel ist eine möglichst effiziente, schlanke und kundenorientierte Lösung. In einer Übergangsphase bis am 10. Oktober 2021 sind für den Zugang zu zertifikatspflichten Einrichtungen oder Veranstaltungen alle ausländischen Impfnachweise gültig (zum Beispiel Impfausweis der WHO).

Wie im angrenzenden Ausland soll der Zugang zum Zertifikat nicht auf sämtliche WHO-Impfstoffe ausgedehnt werden. Ausgenommen sind rückkehrende Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer, in der Schweiz berufstätige EU-Drittstaatsangehörige, Mitarbeitende von internationalen Organisationen und akkreditiertes diplomatisches Personal sowie Studentinnen und Studenten.

Resultate der Konsultation

Der Bundesrat hatte zwei Varianten zur Anpassung der Einreisebestimmungen in Konsultation gegeben, eine mit doppelter Testpflicht und eine mit Quarantäne. Aufgrund der Konsultationsergebnisse hat sich der Bundesrat für die erste Variante entschieden. Sie wird als praxistauglicher beurteilt und dürfte für die Kantone mit weniger Aufwand verbunden sein.

Swissmedic prüft Zulassungserweiterung für eine dritte Dosis der Covid-19 Impfstoffe von Pfizer/Biontech und Moderna

Die pharmazeutischen Unternehmen Moderna und Pfizer haben beim Schweizerischen Heilmittelinstitut Swissmedic letzte Woche Gesuche zur Änderung der bestehenden Dosierungsempfehlungen ihrer Covid-19 Impfstoffe eingereicht. Swissmedic prüft die eingereichten Daten in der rollenden Begutachtung.

Die Covid-19-Impfstoffe von Moderna (Spikevax) und Pfizer/Biontech (Comirnaty®) sind aktuell in der Schweiz für Personen ab 12 Jahren zugelassen. Beide Impfstoffe werden in zwei Dosen verimpft.

Swissmedic begutachtet die eingereichten klinischen Daten zu den dritten Impfdosen (“Booster”) auf Sicherheit und Wirksamkeit und prüft, ob die eingereichten Daten ausreichend sind, um die Indikation entsprechend zu erweitern. Swissmedic behandelt alle Gesuche in Zusammenhang mit der Covid-19 Pandemie prioritär, ohne Abstriche bei der inhaltlichen Prüfung zu machen. Wann ein Entscheid über die Zulassungsänderungen erfolgen kann, hängt von den eingereichten Daten und den Resultaten der klinischen Studien ab.

Afghanistan: Bundesrat Ignazio Cassis nimmt an Ministeriellem Treffen in Genf teil

Bundesrat Ignazio Cassis hat heute in Genf an einer UNO-Konferenz zu Afghanistan teilgenommen. Die Staatengemeinschaft war zusammengekommen, um die Situation in Afghanistan zu besprechen und auf die grossen humanitären Bedürfnisse zu reagieren. Die Schweiz plant in Anbetracht der Notlage zusätzliche 33 Millionen Schweizer Franken für die Humanitäre Hilfe zu sprechen. Am Rand der Konferenz führte Bundesrat Cassis verschiedene bilaterale Gespräche, unter anderem mit UNO-Generalsekretär António Guterres.

UNO-Generalsekretär António Guterres lud die Staatengemeinschaft am 13. September zu einem dringlichen Ministeriellen Treffen in Genf ein. Ziel der Konferenz war es, auf die grossen humanitären Bedürfnisse in Afghanistan aufmerksam zu machen und finanzielle Soforthilfe für die Menschen in Afghanistan zu sichern.

Die afghanische Bevölkerung befindet sich in einer äusserst schwierigen Lage. Sie ist mit einem langwierigen Konflikt, einer schweren Dürre und der COVID-19-Pandemie konfrontiert. Die aktuelle Krise droht die Notlage weiter zu verschärfen. Etwa 18 Millionen Afghanen – fast die Hälfte der Bevölkerung – sind heute auf Hilfe angewiesen. Allein seit Januar 2021 sind mehr als 550’000 Menschen vertrieben worden. Jede dritte Person in Afghanistan leidet unter Ernährungsunsicherheit und mehr als die Hälfte der Kinder unter fünf Jahren ist von akuter Unterernährung bedroht.

Bundesrat Ignazio Cassis, Vorsteher des Eidgenössischen Departementes für auswärtige Angelegenheiten EDA, begrüsste die Staatengemeinschaft als Vertreter des Gaststaates und kündigte zusätzliche Mittel für Afghanistan an.

Die Humanitäre Hilfe vor Ort soll um 33 Millionen Franken erhöht werden. Zusammen mit dem ordentlichen Budget für 2022, beläuft sich die Schweizer Hilfe für Afghanistan und die umliegenden Länder in den kommenden 16 Monaten auf rund 60 Millionen Franken.

Gleichzeitig unterstrich Bundesrat Cassis, dass finanzielle Unterstützung allein nicht ausreiche: «Diejenigen, die das afghanische Territorium kontrollieren, sind dafür verantwortlich, dass internationale Organisationen und NGO’s ungehinderten Zugang zur Bevölkerung haben». Darüber hinaus müsse die Achtung der Menschenrechte, insbesondere der Schutz von Minderheiten sowie von Frauen und Mädchen, gewährleistet sein.

Im Rahmen der Konferenz traf Bundesrat Cassis UNO-Generalsekretär António Guterres, den Untergeneralsekretär für humanitäre Angelegenheiten und Nothilfekoordinator Martin Griffiths sowie die Generaldirektorin der UNO in Genf, Tatiana Valovaya. Im Zentrum der Gespräche standen die humanitäre Soforthilfe sowie die Zukunft der internationalen Entwicklungskooperation in Afghanistan.

Die Schweiz engagiert sich
Afghanistan gehört zu den ärmsten Ländern der Welt und ist ein Schwerpunktland der schweizerischen Entwicklungszusammenarbeit. Mit einem Budget von jährlich 26 Millionen Franken unterhält die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA in Afghanistan ein Kooperationsprogramm.

Die Schweiz hat ihr Büro in Kabul im August 2021 vorübergehend geschlossen. Sie arbeitet eng mit den Vereinten Nationen, internationalen Nichtregierungsorganisationen und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) zusammen. Die DEZA setzt ihr Engagement auch im aktuellen Kontext fort. Neben den kurzfristigen humanitären Bedürfnissen dürfen auch die mittel- und langfristigen Perspektiven nicht vergessen werden.

Die Schweiz ist besorgt über die sich verschlechternde Sicherheitslage in Afghanistan. Die Schweiz fordert alle beteiligten Akteure auf, das humanitäre Völkerrecht und die Menschenrechte zu respektieren. Auf diplomatischer Ebene ist die Schweiz bereit, ihre guten Dienste zugunsten der afghanischen Bevölkerung anzubieten, sei es als Gaststaat für weitere internationale Konferenzen oder als Fazilitatorin für Gespräche, falls die Parteien dies wünschen.

Die Schweiz unterstützt Gespräche über die Gründung eines Forschungszentrums in Südosteuropa

Die Schweiz hat am Montag, 13. September 2021, in Bern eine hochrangige Konferenz zum Projekt SEEIIST (South East European International Institute for Sustainable Technologies) ausgerichtet. Sieben Ministerinnen und Minister sowie Vertreterinnen und Vertreter aus zehn südosteuropäischen Staaten haben im Beisein von Bundesrat Ignazio Cassis am Treffen teilgenommen. Das SEEIIST-Projekt bezweckt die Gründung eines biomedizinischen Krebsforschungszentrums in Südosteuropa. Der EDA-Vorsteher bekräftigte die Bereitschaft der Schweiz, Gespräche der Partnerländer über den Aufbau eines solchen Instituts zu unterstützen.

Die Schweiz organisierte das hochrangige Treffen der Projektpartner auf Anfrage des Lenkungsausschusses des SEEIIST. Sieben Ministerinnen und Minister sowie Vertreterinnen und Vertreter der SEEIIST-Teilnehmerstaaten trafen sich in Bern, um Gespräche über die Gründung eines neuen Forschungszentrums in Südosteuropa zu führen. In Anlehnung an die Grundsätze des CERN wird dieses Institut die bio- und nuklearmedizinische Forschung vorantreiben, insbesondere im Bereich der Spitzentechnologie zur Behandlung bestimmter Krebsarten.

Mit der Unterstützung der Gespräche über die Gründung des SEEIIST will die Schweiz die Wissenschaftsdiplomatie auch hier als Instrument der Aussenpolitik einsetzen. In seiner Ansprache betonte Bundesrat Ignazio Cassis insbesondere die Bedeutung dieses Aspekts der Diplomatie und die Motivation des EDA, die Gespräche zu unterstützen: «Als innovatives Land, in dem die Wissenschaft stark verankert ist, verfügt die Schweiz über die Stärken und die Glaubwürdigkeit, die es für die Rolle als Vermittlerin braucht», sagte er.

Die Unterstützung des Projekts steht im Übrigen in Einklang mit der Aussenpolitischen Strategie 2020–2023 des Bundesrates.

Neben dem EDA-Vorsteher nahmen an diesem hochrangigen Treffen auch die Staatssekretärin für Bildung, Forschung und Innovation, Martina Hirayama, sowie der Sonderbeauftragte für Science Diplomacy, Botschafter Alexandre Fasel, teil.

Zwei Arbeitsgruppen

Am Treffen bat das SEEIIST die Schweiz, die Leitung zweier Arbeitsgruppen zu übernehmen, in denen sämtliche Länder vertreten sind. Die erste Arbeitsgruppe soll sich mit der Rechtsform des Forschungszentrums befassen, die zweite mit den Kriterien zur Bestimmung des künftigen Standortes des SEEIIST. Auch das CERN und das Paul Scherrer Institut (PSI) leisten einen wichtigen Beitrag zu den Gesprächen. Die Generaldirektorin des CERN, Fabiola Gianotti, und Professor Leonid Rivkin, Vizedirektor des PSI, waren am heutigen Treffen ebenfalls anwesend.

Projekt vereint zehn Länder

Das SEEIIST-Projekt wurde Ende 2016 vom früheren Generaldirektor des CERN, Prof. Herwig Schopper, angeregt. Im März 2017 sagte als erste die Regierung Montenegros offiziell ihre politische Unterstützung zu. Nach der Unterzeichnung einer Absichtserklärung im Oktober 2017 im CERN wurde die Initiative in ein regionales Projekt umgewandelt, an dem verschiedene Länder teilnehmen: Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Republik Kosovo, Montenegro, Republik Nordmazedonien, Serbien und Slowenien. Kroatien und Griechenland beteiligen sich als Beobachter.

Bundesrat präsentiert seine Ziele für das Jahr 2022

Am 13. September 2021 hat Bundespräsident Guy Parmelin im Nationalrat die Ziele des Bundesrats für das Jahr 2022 präsentiert. Diese sind auf die drei Leitlinien der Legislaturperiode 2019–2023 abgestimmt. Dabei wird – im Sinne einer rollenden Planung – selbstverständlich auch die Covid-19-Pandemie bei der Umsetzung der Leitlinien berücksichtigt.

Drei politische Leitlinien hat sich der Bundesrat für die Legislaturperiode 2019–2023 gesetzt, die mit der Wintersession 2019 der Eidgenössischen Räte begonnen hatte: Die Schweiz sichert ihren Wohlstand und nutzt die Chancen der Digitalisierung sowie der nachhaltigen Entwicklung. Die Schweiz fördert den nationalen Zusammenhalt und leistet einen Beitrag zur Stärkung der internationalen Zusammenarbeit. Die Schweiz sorgt für Sicherheit, engagiert sich für den Schutz des Klimas und der natürlichen Lebensgrundlagen und agiert als verlässliche Partnerin in der Welt. Konkretisiert hat der Bundesrat diese Leitlinien in 18 Zielen, die ebenfalls für die gesamte Legislatur gelten.

Das Parlament hatte den Bundesbeschluss über die Legislaturplanung 2019−2023 am 21. September 2020 verabschiedet. Der Bundesbeschluss folgte grossmehrheitlich den Vorstellungen des Bundesrates, enthielt aber auch einige Änderungen. Gegenüber der bundesrätlichen Fassung haben die Eidgenössischen Räte unter anderem zwei Leitlinien und zwei Ziele umbenannt, 25 Massnahmen wurden hinzugefügt, eine Massnahme wurde gestrichen.

Neu werden die politische und die finanzielle Planung zeitlich näher miteinander verknüpft. So werden die von der Bundeskanzlei (BK) und der Eidgenössischen Finanzverwaltung (EFV) redigierten bundesrätlichen Planungs- und Rechenschaftsberichte – Jahresziele, Geschäftsbericht, Voranschlag (VA) mit Integriertem Aufgaben- und Finanzplan (IAFP) und Staatsrechnung – besser aufeinander abgestimmt. Die Verabschiedung der Jahresziele durch den Bundesrat – analog zum VA mit IAFP – erfolgt neu für beide Berichte bereits im August.

Abgestimmt auf die Leitlinien und die Legislaturziele, werden zu Beginn der Herbstsession (bisher in der Wintersession) die Ziele des Bundesrats für das folgende Jahr präsentiert. Am 13. September 2021 hat Bundespräsident Guy Parmelin im Nationalrat die Schwerpunkte der Regierung für das Jahr 2022 erläutert. Mit den Jahreszielen 2022 hat der Bundesrat seine Planung für das dritte Jahr der Legislaturperiode 2019–2023 vorgestellt. Sie enthält 120 Massnahmen, die sich auf 25 Politikbereiche aus allen Departementen und der BK verteilen. Mit den Jahres-zielen gibt sich der Bundesrat möglichst konkrete und messbare Handlungsanleitungen für sei-ne Tätigkeit im Folgejahr. Dies erlaubt es ihm, im Geschäftsbericht zum betreffenden Jahr eine Bilanz über die Zielerreichung zu ziehen.

Weiterhin ein wichtiges Ziel für das nächste Jahr ist und bleibt die Bekämpfung der Covid-19-Pandemie und die Abfederung ihrer Auswirkungen. So fliesst dies als Gegenstand des bundesrätlichen Massnahmenkatalogs bei verschiedenen Zielen konkret mit ein; allerdings ergibt sich dieser Massnahmenkatalog direkt aus der Legislaturplanung und fungiert über vier Jahre hinweg als verbindliches Gesetzgebungsprogramm

Rassistische Diskriminierung in der Schweiz wird sichtbarer

Rassistische Diskriminierung betrifft alle Lebensbereiche und wird immer mehr als ernstes gesellschaftliches Problem wahrgenommen. Das zeigt der neueste Monitoringbericht der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) für die Periode 2019/2020. Gemeldete Diskriminierung nahm in der Berichtsperiode weiter zu, besonders auch im Internet.

Die Zahl der gemeldeten Diskriminierungserfahrungen ist in den letzten Jahren gestiegen, besonders bei jüngeren Menschen: 40% aller 15- bis 24-Jährigen (+2%) und 39 Prozent der 25- bis 39-Jährigen (+4%) haben in den letzten fünf Jahren Diskriminierung erlebt. Betroffen sind alle Lebensbereiche, besonders häufig steht Diskriminierungserfahrung im Zusammenhang mit der Arbeit. Diese Zunahme zeugt von einem grösseren Problembewusstsein. Sensibilisierungs- und Öffentlichkeitsarbeit staatlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure haben zu verbesserten Meldemöglichkeiten und erhöhter Meldebereitschaft geführt.

Rassistische Hassrede und Verschwörungstheorien im virtuellen Raum nehmen zu

Rassismus und Hassrede verbreiten sich heute besonders über das Internet und die sozialen Medien. Befeuert durch die Covid-19-Pandemie, hat die Verbreitung insbesondere von antisemitischen Verschwörungstheorien zugenommen. Systematische Gegenmassnahmen stehen derzeit noch am Anfang. Staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure, Internetnutzende und Plattformbetreiber müssen gemeinsam Wege finden, eine sichere, diskriminierungs- und rassismusfreie Umgebung zu schaffen. Die FRB hat deshalb ihre Finanzhilfen für die kommenden Jahre schwerpunktmässig auf Projekte ausgerichtet, welche sich mit Rassismus im Netz auseinandersetzen.

Wahrnehmung von Rassismus als ernstes gesellschaftliches Problem

Rassismus wird von der Mehrheit der Bevölkerung (58%) als ernstes gesellschaftliches Problem wahrgenommen und knapp ein Drittel ist der Ansicht, dass mehr dagegen unternommen werden muss. Aktuelle Ereignisse tragen zur gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Rassismus und Diskriminierung bei, wie Bundesrat Alain Berset in seinem Vorwort schreibt: «Die Covid-19-Pandemie sowie die ‘Black Lives Matter’-Bewegung haben auch bei uns Ungleichheiten und gesellschaftliche Bruchlinien sichtbar gemacht. Sie rücken Chancengerechtigkeit sowie soziale, wirtschaftliche und kulturelle Teilhabe ins Zentrum der Aufmerksamkeit; und damit auch strukturelle Ursachen von Rassismus und Diskriminierung.»

Monitoring gesellschaftlichen Zusammenlebens

Der alle zwei Jahre von der Fachstelle für Rassismusbekämpfung (FRB) publizierte Bericht zeigt anhand aktueller Daten wie sich strukturelle Diskriminierung auf das gesellschaftliche Leben und den gesellschaftlichen Zusammenhalt auswirkt. Als Monitoringinstrument leisten die Berichte einen wichtigen Beitrag zur Rassismusbekämpfung. Sie dienen Fachpersonen und Interessierten als Nachschlagewerk und bieten als Instrument zur Langzeitbeobachtung rassistischer Diskriminierung eine Grundlage für die sachliche Diskussion und die Entwicklung nachhaltiger Lösungen.

Die Datenanalyse der Periode 2019-2020 umfasst die Ergebnisse der Umfrage «Zusammenleben in der Schweiz» des Bundesamtes für Statistik (BFS), statistische Daten zu zentralen Lebensbereichen und spezifischen Bevölkerungsgruppen (u.a. Integrationsindikatoren), sowie Angaben zu Rechtsurteilen und aus der Beratungspraxis.

Jacqueline Fehr: Darum haben wir das “Alba-Festival” abgesagt

Die Regierungspräsidentin des Kantons Zürich, Jacqueline Fehr, fand sich nach der Absage des Alba Festivals im Gefecht der Medien. Sowohl von der SP als auch von der SVP erntete die Direktorin der Justiz des Innern des Kantons Zürich harsche Kritik. Wieso die Entscheidung für eine kurzfristige Absage fiel und inwiefern sie sich dafür entschuldigen sollte, verriet sie uns im Exklusivinterview.

albinfo.ch: Was war der ausschlaggebende Grund für die Absage des Alba-Festivals?

Jacqueline Fehr: Der Hintergrund ist die bedrohliche epidemiologische Lage. Die Intensivpflegestationen sind stark belegt, die Spitäler sind an der Belastungsgrenze angekommen. In dieser Situation war eine Bewilligung des Alba-Festivals aus zwei Gründen problematisch. Erstens, weil es sich dabei um ein grosses Festival mit vielen Besucherinnen und Besuchern handelt, welche auf einem begrenzten Gelände zirkulieren, tanzen, singen und laut miteinander sprechen. Ähnliche Anlässe wie die Ersatzveranstaltung für das Openair Frauenfeld oder das Zurich Openair wurden von den Veranstaltern oder den Behörden abgesagt. Zweitens richtet sich das Alba-Festival an eine aktuell besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe. Wer im nahen Umfeld von Menschen lebt, die einen Teil des Sommers in Ländern Südosteuropas verbracht haben, ist aktuell einem überdurchschnittlich hohen Ansteckungsrisiko ausgesetzt. Das zeigen die Zahlen aus dem Contact Tracing und Rückmeldungen aus unseren Spitälern.

Unter welchen Umständen hätte die Absage umgangen werden können?

Wir mussten rasch entscheiden, weshalb die Zeit fehlte, um zusammen mit den Veranstaltern andere Lösungen zu prüfen.

Die Gemüter sind auch aufgrund der Tatsache erhitzt, dass an diesem Samstag einige Technopartys und sogar die Pride mit mehreren zehntausend Teilnehmer*innen stattfinden durften. Inwiefern unterscheiden sich diese Events zum Alba-Festival?

Ich verstehe sehr gut, dass es schwierig ist, das zu unterscheiden. Die Pride ist als politische Veranstaltung eingestuft; solche dürfen laut Covid-Vorschriften immer stattfinden. Anders ist es bei kulturellen oder sportlichen Veranstaltungen. Diese müssen abgesagt werden, wenn das Risiko zu hoch ist. Und das war beim Alba-Festival nach Einschätzung der Fachleute der Fall.

Sie erhalten zurzeit harsche Kritik von Seiten der SVP und sogar der SP, betreffend der kurzfristigen Absage des Festivals, die Widerrufung der Bewilligung sei höchst irritierend, möchten Sie hierzu Stellung nehmen?

Ich kann den Unmut über den Widerruf sehr gut verstehen. Ich bedaure sehr, dass wir das Festival absagen mussten. Und es tut mir auch sehr leid, dass das so kurzfristig geschah. Dieser Umstand macht die Situation besonders schwierig, sowohl für die Veranstalter als auch für das Publikum, welches sich auf ein tolles Festival gefreut hatte. Wir haben uns den Entscheid nicht leicht gemacht. Doch wir kamen, nachdem wir alle Aspekte sorgfältig abgewogen hatten, zur Überzeugung, diesen Schritt tun zu müssen.

Der albanische Rat verlangt hinsichtlich der kurzfristigen Absage eine Entschuldigung Ihrerseits, inwiefern sind Sie, als Repräsentantin dieser Entscheidung, dazu bereit?

Ich bin sehr unglücklich darüber, dass wir die Bewilligung erst zwei Tage vor dem Anlass zurückgezogen haben. Rechtlich kann ich mich nicht entschuldigen, weil das Gesetz sagt, dass eine Veranstaltung von den Behörden jederzeit, also sogar am Tag der Veranstaltung selber, abgesagt werden kann. Das wissen alle Veranstalter, weil das auf jeder Bewilligung so steht. Persönlich möchte ich mich aber sehr wohl dafür entschuldigen, dass wir die Bewilligung nicht bereits eine Woche früher widerrufen haben.

Dass unsere Begründung des Widerrufs als diskriminierend wahrgenommen wird, nehme ich sehr ernst. Ich habe mich mein ganzes politisches Leben lang für eine inklusive Gesellschaft, für die Integration und Chancengleichheit aller Menschen in der Schweiz und gegen Ausgrenzung, Diskriminierung und Rassismus eingesetzt. Dementsprechend schmerzt mich der Diskriminierungsvorwurf. Ich möchte deshalb unser Vorgehen unter dem Diskriminierungsaspekt unabhängig überprüfen lassen und habe die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus um eine Beurteilung gebeten. Damit können wir hoffentlich alle aus den gemachten Erfahrungen lernen.

Gibt es weitere Events, die kurz vor einer Absage stehen, sollte sich die Situation nicht verbessern?

Die zuständigen Fachleute sind laufend daran, die bewilligten Veranstaltungen unter dem Gesichtspunkt der epidemiologischen Lage zu überprüfen. Wir bemühen uns, dies so frühzeitig wie möglich zu tun. Es soll kein zweites Mal zu einem so kurzfristigen Widerruf kommen.

Welchen Stellenwert hat die Impfbereitschaft der albanisch sprechenden Bevölkerung?

Die Impfung ist der beste Schutz gegen die Pandemie. Je mehr Menschen sich impfen lassen, desto normaler wird unser Leben wieder. Der Kanton Zürich strebt darum eine möglichst hohe Impfquote an. Der Regierungsrat versucht auf den verschiedensten Wegen an die Menschen zu gelangen und sie zum Impfen zu motivieren. Insofern hat für uns die Impfbereitschaft aller Einwohnerinnen und Einwohner des Kantons einen sehr hohen Stellenwert – also auch jene der albanisch sprechenden Bevölkerung.

Haben Sie konkrete Zahlen vorliegen, die aufzeigen, wie viele Albaner*innen sich schon geimpft haben?

Die Spitäler, die am nächsten an der Situation dran sind, melden uns, dass neun von zehn Patienten, die wegen einer Covid-Erkrankung hospitalisiert werden müssen, ungeimpft seien. Und die wissenschaftliche Taskforce des Bundes schrieb in ihrem Update vom 24. August, dass von den 40 Prozent aller Hospitalisierten, die Angaben zum vermuteten Ansteckungsort gemacht haben, 80 Prozent den Kosovo oder Nordmazedonien genannt haben. Das lässt Rückschlüsse auf eine tiefe Impfquote zu.

Welche Massnahmen werden ergriffen, um die albanische Community besser aufzuklären und zur Impfung zu animieren?

Es läuft viel und das seit dem Frühling 2020. Die Fachstelle Integration meiner Direktion hat alle wichtigen Behördeninformationen in zahlreiche Sprachen übersetzt und der Gesundheitsdirektion zur Verfügung gestellt. Diese hat Plakate und Flyer in verschiedenen Sprachen gedruckt – auch auf Albanisch. Die Gemeinden versuchen über ihre Kanäle die einzelnen Bevölkerungsgruppen zu erreichen. Es gibt ausserdem Bemühungen von Sportvereinen, Religionsgemeinschaften und anderen Akteuren der Zivilgesellschaft. Und vor allem gibt es auch starke Anstrengungen aus der albanischen Community selber – ich denke etwa an den Impfaufruf, den albinfo.ch zusammen mit prominenten Frauen und Männern realisiert hat. Für dieses Engagement möchte ich mich im Namen der Regierung herzlich bedanken.

Wie gravierend ist die Covid-Situation im Kanton Zürich zurzeit?

Die Situation ist angespannt. Über 90 Prozent der Intensivbetten sind im Kanton Zürich besetzt. Das Triemlispital muss Operationen verschieben. Wir befinden uns weiterhin in einer kritischen Lage. Wir alle stehen in der Verantwortung, mitzuhelfen, dass sich die Situation nicht weiter verschärft, sondern wieder entspannt. Wir alle können einen Beitrag dazu leisten: Lassen wir uns impfen und motivieren wir unsere Eltern, Freundinnen und Fussballkollegen dazu. Ich danke allen, die sich impfen lassen.

Interview wurde von Adriatik Salihi durchgeführt 

Jahresversammlung der Mitglieder des Vereins “së bashku” in Bern

Am 18. September 2021, ab 16:00 Uhr, im Kirchgemeindehaus Bethlehem, Eymattstrasse 2b, 3027 Bern, wird die Jahresversammlung von den Mitgliedern und Förderern des von der verstorbenen Humanistin Fatime Mahmuti initierten Vereins “ së bashku ” organisiert, in dessen der Vorstand über die arbeit für Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Mitrovica berichtet wird zusätzlich werden Expertenberichte und Ziele für die Zukunft ermittelt.

Neben dem formellen Versammlung haben Sie die Möglichkeit, das laufende Projekt “së bashku” für Menschen mit Behinderung in Mitrovica sich zu informieren und zu unterstützen.

Am Ende wird ein Buffet mit traditionellen kosovarischen Speisen angeboten.

Ihre Anwesenheit wird uns Kraft geben, mit Fatimas Abwesenheit und ihrem ständigen Lächeln mit der unermüdlichen Hilfe im Dienst der Menschheit fertig zu werden. Auch Ihre finanzielle Unterstützung wird unsere Arbeit beim Aufbau des Zentrums für Menschen mit besonderen Bedürfnissen in Mitrovica erleichtern.

Impfe dich und rette damit Leben!

“Lasst euch impfen, rettet Leben” ist die Hauptbotschaft dieser Kampagne, die voraussichtlich mit anderen Persönlichkeiten fortgesetzt wird, mit dem Hauptziel, die Zahl der von der albanischen Gemeinschaft geimpften Personen zu erhöhen.

Die Kampagne soll auch das Vertrauen der Menschen in die wissenschaftlich nachgewiesenen Ergebnisse und positiven Wirkungen des Impfstoffs stärken und parallel dazu Falschmeldungen und Verschwörungstheorien bekämpfen, die von unbekannten Quellen und anonymen Autoren mit böswilliger Absicht veröffentlicht und verbreitet werden.

Sowohl von den Spitzenpolitikern der Republik Kosovo als auch der Schweizerischen Eidgenossenschaft werden ständig Impf Forderungen gestellt.

Lukas Mandl: Reden statt schiessen!

Lukas Mandl ist ein ÖVP-EU-Abgeordnete der sich stets mit Stärke und Enthusiasmus für die Positionierung sowie Zukunft des Kosovo und des Westbalkans in die EU einsetzt. Durch seine Arbeit versucht er unermüdlich die Inklusion und Integration des Westbalkans zu fördern, nicht nur wirtschaftlich, sondern vor allem konzeptuell durch das forcieren der demokratisch-europäischen Wertedimensionen. Sein neuestes Werk „Kosovo and the EU – state of play“ veröffentlichte er am 17. Februar 2021 am Nationalfeiertag des Kosovo.

„Österreich und der Kosovo sind eng verbunden: Die Bevölkerung kosovarischer Abstammung in Österreich wächst…Außerdem kommen weit überdurchschnittlich viele Investitionen im Kosovo aus Österreich. Viele heimische Unternehmen setzen auf kosovarische Arbeitskräfte“,- so Mandl über die enorme Wichtigkeit den Kosovo näher kennen zu lernen. Über den Vorwort des Bundeskanzerls Sebastian Kurz hinaus, eröffnet das Buch für die LeserInnen zahlreiche Perspektiven und verrät viele politische und strategische Details über den Kosovo und den Westbalkan. Das lexikalische Nachschlagewerk hat 300 Seiten und ist auf Deutsch, Englisch, Albanisch und Serbisch erhältlich.

In einem Interview mit Albinfo.at spricht Mandl über manche Themen die in seinem Buch behandelt werden.

Albinfo.at: Ihr neuestes Buch (sprich Sammelband) „Kosovo and the EU – state of play“ haben Sie an den Kosovo gewidmet, was soll das Buch bewirken und welche sind die zentralen Themen?

Das Buch führt Menschen aus Gesellschaft, Wirtschaft, Wissenschaft und verschiedenen politischen Parteien zusammen, die zu zentralen Begriffen für die europäische Perspektive der Republik Kosovo Statements abgeben. Man kann das Buch lesen wie ein Lexikon. Man kann einzelne Begriffe nachschlagen und nachlesen, was beispielsweise der kosovarische Verteidigungsminister, der Vorsitzende des Außenpolitik-Ausschusses im Europaparlament oder auch der Serbien-Berichterstatter des Europaparlaments zu einem Begriff zu sagen haben. Die Themen reichen von der Visaliberalisierung, die seitens der EU längst überfällig ist, über die nötigen Reformen im Bereich der Rechtsstaatlichkeit, die der Kosovo für Investitionen und Jobs machen muss, bis zu Zukunftschancen im Bereich der Digitalisierung und anderen Bereichen.

Albinfo.at: Die politische Prominenz in dem Buch ist sehr stark, steckt da eine Strategie dahinter die Sie uns verraten wollen oder entstand das spontan während der Recherche?

Da war nicht viel zu entscheiden. Es geht darum, Entscheidungsträgerinnen und -träger, die jetzt für die Zukunft der Bürgerinnen und Bürger des Kosovo und für die Erfüllung des europäischen Traums für ganz Europa, dass alle Europäerinnen und Europäer unter einem Dach sein werden, sehr viel Verantwortung tragen, mit ihrer jeweils persönlichen Sichtweise in einem Buch zu versammeln. Sie alle sind Partnerinnen und Partner meiner parlamentarischen Arbeit in verschiedenen Bereichen. Sie alle habe ich um Beiträge zum Buch gebeten. Die meisten haben zugesagt. So entstand diese Momentaufnahme und dieser Blick in die Zukunft.

Albinfo.at Die europäische Gesinnung in Kosovo ist sehr hoch, was würde passieren, wenn dieser Widerhall der jungen KosovarInnen von der EU weiterhin nicht erwidert wird? Wie wird das in dem Buch behandelt?

Ja, mehrere Mitautorinnen und -autoren gehen darauf ein, dass die Zukunftsthemen nicht nur wichtig sind, sondern auch dringend. Wir müssen alles dafür tun, dass die Zukunft, die alle Menschen guten Willens sich für die Menschen des Westbalkan und speziell des Kosovo wünschen müssen, jetzt beginnt. Die Zukunft beginn jetzt. Daran arbeiten wir. Ich will auch, dass die jungen Menschen im Kosovo wissen, dass sie starke Partner in Europa und in aller Welt haben, denen die Zukunft dieser Generation ein ehrliches Anliegen ist. Diese starken Partner werden immer für die Kosovarinnen und Kosovaren da sein und wissen, dass die Menschen des Kosovo eine große Bereicherung für Europa und die Menschheitsfamilie sind.

Albinfo.at: Kosovo ist „quasi“ Ihr Baby, Sie sind auch der Gründer von der österreichisch- kosovarischen Freundschaftsgesellschaft, haben Sie eine besondere Bindung zu dem Land oder interessiert es Sie nur politisch?

Die Zusammenarbeit mit dem Kosovo ist für mich als österreichischer Abgeordneter im Europaparlament nicht nur eine Pflicht, sondern auch eine Freude und eine Tätigkeit, in der ich sehr viel Sinn erkenne, die mich erfüllt und motiviert, weiterzumachen. Es ist von allergrößter Bedeutung für Österreich und ganz Europa, dass sich der Kosovo und der gesamte Westbalkan gut entwickeln. Dazu kommt, dass ich die Gastfreundschaft, den Zukunftsoptimismus, die Weltoffenheit und die Hands-on-Mentalität der Kosovarinnen und Kosovaren unglaublich schätze. Außerdem ist einer meiner besten persönlichen Freunde ein Österreicher albanischer Herkunft. Er heißt Arber Marku, stammt aus Diber in Nordmazedonien und lenkt die Geschicke unserer Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft als Generalsekretär.

Albinfo.at: Israel hat Kosovo endlich auch als eigenständiges Land anerkannt. Was bedeutet dies für Kosovos Zukunft?

Es sollten endlich die fünf Mitgliedsstaaten der EU, die noch nicht zur großen weltweiten Mehrheit der Anerkennerstaaten gehören, die Republik Kosovo ebenfalls anerkennen. Die Anerkennung durch Israel war und ist eine freudige Überraschung. Ich hätte nicht gedacht, dass Israel vor den restlichen EU-Mitgliedsstaaten an der Reihe sein wird. Es ist auch eine persönliche Freude für mich, weil mich auch mit dem Staat Israel und seinen Menschen ganz viel Freundschaft und enge Beziehungen verbinden. Israel hat Durchblick und Übersicht bewiesen, eine zukunftsweisende Entscheidung getroffen und so Spanien, der Slowakei, Rumänien, Zypern und Griechenland vorgezeigt, wie es geht. In keinem dieser Staaten hat die

Position gegen die Anerkennung mit dem Kosovo zu tun, vielmehr sind es in jedem einzelnen Fall innenpolitische Gründe, die mit dem Kosovo nichts zu tun haben und nicht vergleichbar sind. Die Entscheidung Israels ist eine große Aufwertung für den Kosovo und erhöht den Druck auf diese kleine Minderheit der EU-Mitgliedsstaaten, deren Anerkennung für den Kosovo noch aussteht.

Albinfo.at: Sie meinen die EU müsse ihre Versprechungen einhalten; z.B. die Visaliberalisierung die ständig hinausgeschoben wird, genehmigen. Schließlich dürfen alle EU-BürgerInnen auch visafrei in den Kosovo reisen und die anderen Westbalkanstaaten haben die Visafreiheit jetzt schon länger.Warum wird das weiterhin blockiert, obwohl Kosovo längst die Kriterien dafür erfüllt hat?

Es ist extrem ärgerlich und unfair. Aber es ist auch leicht zu verstehen: Die EU- Verträge – also quasi die Verfassung der EU – verlangt, dass die Entscheidungen im EU-Parlament und auch von den Mitgliedsstaaten getroffen werden müssen. Das EU-Parlament hat für die Visaliberalisierung gestimmt. Und die EU-Kommission hat gleichsam amtlich festgestellt, dass der Kosovo die Kriterien für die Visaliberalisierung erfüllt hat. Bei den Mitgliedsstaaten gibt es aber das Problem, dass Entscheidungen im Bereich Außenpolitik einstimmig getroffen werden. Es müssen also ausnahmslos alle dafür sein. Und diese Einstimmigkeit haben die Mitgliedsstaaten noch nicht zusammengebracht. Ich als Parlamentarier und eine Mehrheit des Parlaments drängt die Mitgliedsstaaten, endlich zu der Entscheidung zu kommen.

Albinfo.at: Sie waren 2019 Wahlbeobachter in Kosovo und sagten darüber: „…es war die bestorganisierte Wahl in diesem jüngsten Staat Europas, der seit 11 Jahren eine Republik ist…“ Sie haben bestimmt auch die letzten Wahlen Feb. 2021 näher verfolgt, meinen Sie hat sich etwas im Vergleich zu damals verändert?

Zusammen mit mehreren EU-Abgeordneten, die enge Kontakte mit dem Kosovo pflegen, habe ich den Parlamentspräsidenten gedrängt, die Pandemie-Regeln aufzuweichen und eine Abgeordneten-Delegation in den Kosovo reisen zu lassen. Der Hauptgrund dafür war, dass ich dazu beitragen wollte, dass nicht nach der Wahl falsche Vorwürfe über deren Verlauf erhoben werden können. Es gibt in der Pandemie keine offiziellen Delegationsreisen des Europaparlaments und auch diese Reise wurde nicht genehmigt. Aber wir konnten erreichen, dass es eine technische Beobachtung seitens der EU – also ohne Abgeordnete – gab. Und auch verschiedene internationale Organisationen haben Beobachtung gemacht. Ich bin froh, sagen zu können, dass mir bis jetzt keine gröberen negativen Berichte über die Durchführung der Wahl zu Ohren gekommen sind. Ich habe daher allen Grund, anzunehmen, dass auch diese Wahl gut organisiert war. Die Demokratie im Kosovo funktioniert sichtlich.

Albinfo.at: Und gleich im Anschluss darauf, wird Albin Kurti sein Job gut meistern, wie schätzen Sie das ein?

Albin Kurti und Vjosa Osmani traue ich zu, als Team einen guten Job zu machen. Die beiden sind eine Allianz eingegangen, die ganz klar das Wählervertrauen bekommen hat. Sie können das schaffen, was ich den Bürgerinnen und Bürgern des Kosovo so sehr wünsche, was sie verdienen: nämlich Stabilität in den Strukturen und auch in

den Ansprechpartnern, und damit viel Kraft für Reformen nach innen und auch außenpolitische Erfolge. Alles das wird wichtig sein. In allen diesen Dingen haben Albin Kurti und Vjosa Osmani so wie auch alle Kolleginnen und Kollegen im kosovarischen Parlament von vielen Seiten viel Unterstützung, natürlich auch von meiner Seite. Überparteiliche Zusammenarbeit wird sowohl für Albin Kurti als auch Vjosa Osmani absolute Pflicht sein, um jene Einigkeit zu schaffen, die für den erwähnten Erfolgsweg für die Kosovarinnen und Kosovaren unbedingt notwendig ist.

Albinfo.at: Wie schätzen Sie die Zukunftsvisionen und die Chancen für die KosovarInnen in den kommenden Jahrzehnten ein?

Es ist politisch viel zu tun. Die Lebensqualität, und natürlich auch die Bildungschancen, die Gesundheitsversorgung und vieles mehr, hängen von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Auch das Miteinander mit den Nachbarstaaten und mit ganz Europa hat sehr viel mit den wirtschaftlichen Beziehungen zu tun. Weil Menschen, die miteinander wirtschaften, haben auch ein besseres Verhältnis. Und die Zukunftschancen der Jungen hängen fast ausschließlich von der wirtschaftlichen Entwicklung ab. Wenn es Rechtsstaats-Reformen gibt, werden mehr Investitionen fließen, werden Jobs geschaffen, werden auch begabte junge Menschen viele Möglichkeiten haben, in ihrem eigenen Land etwas aufzubauen. Es gibt kaum tradierte Industrie. Es gibt eine funktionierende und gute Landwirtschaft. Darüber hinaus braucht es Zukunftschancen in neuen, wachsenden Sektoren. Ein solche Sektor kann und muss jener der Digitalisierung sein. Der Kosovo und der gesamte Westbalkan können so etwas wie das „Silicon Valley Europas“ werden. Dafür braucht es keine tradierte Industrie. Aber es braucht junge Menschen mit jener Energie, jenem Bildungshunger, jenem Wissensdurst und jenem Arbeitsfleiß, wie es die meisten jungen Kosovarinnen und Kosovaren zeigen.

Albinfo.at: Ein Zitat von Karl Dedecius lautet: „Die ganze Misere unserer Geschichte beruhte immer darauf, dass wir den Osten zu wenig kannten.“ Wie würden Sie die Kluft zwischen dem Westen und Osten bzw. Südosteuropa beschreiben und worauf würden Sie einen starken Akzent diesbezüglich setzen?

Das ist ein starkes Zitat, das ich noch nicht kannte. Ich verstehe es sehr gut. Und es ist viel Wahres daran, denke ich. Ich erlebe im Europaparlament auch echte Mentalitätsunterschiede zwischen West- und Osteuropa. Ich sage das ohne jede Wertung. Alle sind Europäerinnen und Europäer, gehören zusammen und sind in einer Schicksalsgemeinschaft auf diesem Kontinent. Von Österreich sagt man gerne, es sei das östlichste Land des politischen Westens. Das hat auch viel fürsich. Ich finde mich auch innerhalb des Europaparlaments immer wieder in einer Vermittlungsrolle, die ich dann auch sehr gerne ausübe. Brücken zu bauen macht Freude. Und das muss auch zwischen West und Ost sowie zwischen Nord und Süd in Europa und darüber hinaus das Motto möglichst vieler Beteiligter sein. Einander zu kennen – und als Westeuropäer den Osten und speziell Südosteuropa zu kennen – ist eine wichtige Vorsorge für dauerhaften Frieden und ein gutes Miteinander. Akzente dafür kann man nicht nur in der parlamentarischen Arbeit setzen, sondern jede und jeder kann das im eigenen Lebensumfeld. Als Österreicher oder Westeuropäer versäumt man viel, wenn man sich für den Osten oder Südosten zu wenig interessiert.

Albinfo.at: Als wichtigste Baustellen für alle 6 Westbalkanstaaten gelten nach wie vor Justiz, Rechtsstaatlichkeit und Kampf gegen die Korruption. Wie schätzen Sie die Zukunft und die Veränderungen ein, sind die Länder genug bemüht daran zu arbeiten? Wie sieht die EU das?

In der EU gibt es viele Sichtweisen. Diese kommen zusammen in einem neuen Beitrittsprocedere, das für zukünftige Aufnahmen gilt, das wir vor einem Jahr erarbeitet und beschlossen haben. Die einzelnen Verhandlungskapitel werden verhandelt, aber abgeschlossen wird jedes einzelne Kapitel erst, wenn alle Kapitel fertig verhandelt sind. Rechtsstaatlichkeit wird das bei allen sechs Westbalkanstaaten ganz wichtig sein. Vielleicht sollten wir die Gründe für die Wichtigkeit der Rechtsstaatlichkeit in ihrer Gesamtheit aufzählen, das gesamte Spektrum ausleuchten. Denn es geht hier nicht um Bürokratie und Papierkram. Es geht um den Kern und die Seele des europäischen Lebensmodells. Weil ein gutes Miteinander ist dann möglich, wenn Recht gilt und Recht gesprochen wird, und natürlich wenn dieses Recht demokratisch und entlang der grund- und freiheitsrechtlichen Orientierungspunkte zustande kommt. Wenn Recht gilt und Recht gesprochen wird, fließen Investitionen und werden Jobs geschaffen. Rechtsstaatlichkeit hat also unmittelbar damit zu tun, dass es wirtschaftlich aufwärts geht. Und der Kampf gegen Korruption und Organisierte Kriminalität erhöht das gegenseitige Vertrauen in einer Gesellschaft. Das ist für den Frieden und die Haltung der Bürgerinnen und Bürger entscheidend.

Lukas mit Arber Marku, sekretär von Österreichisch-Kosovarischen Freundschaftsgesellschaft

Albinfo.at: Sie betonen die Wichtigkeit der Balkanstabilität für die EU immer und immer wieder, können Sie für uns das nochmal ganz kurz und simpel erklären?

Nur die EU vertritt das europäische Lebensmodell. Die USA vertreten ähnliche Werte, sind aber weit weg, dabei aber dennoch ein willkommener Partner der EU in vielen Fragen. Die EU sucht die Kooperation mit anderen Teilen der Welt. Aber andere Teile der Welt suchen eher die Konfrontation und versuchen, Europa zu schwächen; und zwar durch Spaltung unserer Gesellschaften und der EU als Gemeinschaft. Diese Spaltung lassen wir nicht zu. Der Konfrontation begegnen wir mit Abwehr. Aber gleichzeitig suchen wir weiterhin die Konfrontation. Der Westbalkan ist eine Region, in der manche Teile der Welt, die gegen die europäischen Werte ankämpfen und die Konfrontation suchen, die uns spalten wollen, noch immer versuchen, Fuß zu fassen. Das dürfen wir nicht erlauben. Es ist für ganz Europa wichtig, dass die bewundernswerte und positiv ansteckende proeuropäische Haltung der meisten Bürgerinnen und Bürger des Westbalkan auch in eine echte EU- Integration münden wird. Dafür müssen sich die Führungsebenen in der EU als auch in den sechs Westbalkanstaaten sehr anstrengen. Die Europäerinnen und Europäer verdienen das.

Albinfo.at: Die USA sowie der Westen brauchen das albanisch-amerikanische Bündnis, um die Balkankonflikte und Spannungen unter Kontrolle zu halten, und um die russische Einflussnahme auf die slawischen Völker auf dem Balkan im Blick zu behalten. Wie steht da die EU dazu?

Die Westbalkanstaaten gehören zu Europa, nicht zu den USA. Sie werden hoffentlich Mitgliedsstaaten der EU, nicht Bundesstaaten der USA. Die USA sind der größte und wichtigste Verbündete der EU und unter der neuen Administration im Weißen Haus gibt es auch Signale für ein neues, besseres Miteinander. Ich bin der festen

Überzeugung, dass die EU im Gespräch bleiben muss, niemals Türen zuschlagen darf, sondern aus einer Position der Stärke den Kontakt aufrechterhalten und die Kooperation anbieten muss, auch mit Russland. Gleichzeitig muss die EU das Überschreiten roter Linien von Regimen wie jenem in Russland oder auch jenem in der Türkei mit aller Klarheit sanktionieren. Wir haben einen neuen Sanktionsmechanismus beschlossen, durch den Sanktionen gegen Einzelpersonen besser möglich sind. Damit wird unsere Abwehr gegen Angriffe und Spaltungsversuche zielgenauer. Die EU hat viele Brandherde in ganz Europa über Jahrzehnte hinweg gelöscht. Einst waren auch Deutschland und Frankreich in einer erbitterten Gegnerschaft verhaftet. Heute ist es ganz anders. Und das trifft auf unzählige kleinere und größere frühere Konfliktzonen zu. Das wird auch am Westbalkan gelingen – nicht weil die EU das alleine macht, sondern weil die EU den Rahmen bietet, die den Europäerinnen und Europäern jene Freiheit und jene Wertigkeit gibt, in denen sie selbst den Frieden bauen können. Die USA waren dabei in der Geschichte eine große Hilfe und werden das meiner Meinung nach unter der neuen Administration sein.

Albinfo.at: Auswirkungen der Pandemie auf dem Westbalkan und die Intentionen und Pläne der EU den Ländern aus der Krise zu helfen?

In der Pandemie hat die EU-Kommission die Länder des Westbalkan vom ersten Tag an in Sachen Hilfen beinahe wie EU-Länder behandelt. Das hatte ich aus dem EU- Parlament auch dringend eingefordert. Auch für die Phase der Impfungen gilt, dass im Rahmen der EU-Hilfen und im Rahmen der weltweiten Hilfe für ärmere Regionen unter dem Titel Covax auch die Westbalkanstaaten unterstützt werden. Für den Kosovo stellt Österreich 600.000 Impfdosen zur Verfügung. Vorläufig sind Impfstoffe aber überall knapp. Das gilt auch für China und Russland, die uns vormachen, sie hätte Impfstoffe für uns. Das ist in mehrfacher Hinsicht falsch. Erstens braucht die Produktion auch dort ihre Zeit und die eigene Bevölkerung ist auch in diesen Ländern noch lange nicht durchgeimpft. Zweitens werden wir mit diesen Behauptungen gefoppt. Das Ziel ist auch hier, unsere Gesellschaften zu spalten. Die Behauptungen sollen Menschen glauben machen, China und Russland seien weiter in der Impfstoffentwicklung oder -verteilung als Europa. Das stimmt aber nicht. Drittens sind diese so genannten Impfstoffe gar nicht zugelassen. Bei der Zulassung geht es nicht um irgendwelche Formalfragen, sondern um unser aller Leib und Leben, um unsere Gesundheit. Deshalb sind Zulassungsverfahren so wichtig. Sie sollen schnell sein, so schnell wie irgendwie möglich. Aber sie sind unumgänglich. China und Russland haben aber bisher keine Anstalten gemacht, ihre Impfstoffe zur Zulassung einzureichen. Und damit bleibt es dabei, dass Propaganda gemacht wird. Es macht mich traurig, dass Teile Europas –innerhalb und außerhalb der EU – dabei mitmachen und einfach mit Notzulassungen – also ohne korrekten Check – diese Impfstoffe verwenden. Das ist in gesundheitlicher Hinsicht falsch und spaltet Europa. Ich bin absolut dafür, gerne auch chinesischen oder russischen Impfstoff zu verwenden, wenn er verfügbar und zugelassen ist. Ersteres ist nur in sehr geringem Ausmaß der Fall, zweiteres gar nicht. Für den korrekten Impfplan sind die Westbalkanstaaten berücksichtigt. Die Krise hat auch eine gravierende wirtschaftliche Dimension, die uns alle länger beschäftigen wird als die gesundheitliche. Hier werden die enge Zusammenarbeit und die Voraussetzungen für Investitionen am Westbalkan wichtiger sein als je zuvor.

Albinfo.at: Welche politischen Ziele haben Sie nie aus den Augen verloren?

Immer für andere Menschen da zu sein, nicht nur für mich; Dinge zu tun, in denen ich einen echten Sinn sehe; Freude an der politischen Arbeit zu haben; gegen Aggression und Hass sowie für Verständigung und Deeskalation, für ein gutes Miteinander mit Respekt vor der Würde jedes Menschen, für Freiheit und Frieden zu kämpfen. Ich bin für jede kleine Hilfe und jede große Unterstützung auf diesem Weg sehr dankbar. Und ich bin froh, wenn hin und wieder etwas gelingt, das sinnvoll und von Dauer ist.

 

Box 1

Albin Kurti und Vjosa Osmani können gemeinsam viel erreichen

Albin Kurti und Vjosa Osmani traue ich zu, als Team einen guten Job zu machen. Die beiden sind eine Allianz eingegangen, die ganz klar das Wählervertrauen bekommen hat. Sie können das schaffen, was ich den Bürgerinnen und Bürgern des Kosovo so sehr wünsche, was sie verdienen: nämlich Stabilität in den Strukturen und auch in den Ansprechpartnern, und damit viel Kraft für Reformen nach innen und auch außenpolitische Erfolge.

Box 2

Albinfo.at: Welche politischen Ziele haben Sie nie aus den Augen verloren?

Lukas Mandl: Immer für andere Menschen da zu sein, nicht nur für mich; Dinge zu tun, in denen ich einen echten Sinn sehe; Freude an der politischen Arbeit zu haben; gegen Aggression und Hass sowie für Verständigung und Deeskalation, für ein gutes Miteinander mit Respekt vor der Würde jedes Menschen, für Freiheit und Frieden zu kämpfen. Ich bin für jede kleine Hilfe und jede große Unterstützung auf diesem Weg sehr dankbar. Und ich bin froh, wenn hin und wieder etwas gelingt, das sinnvoll und von Dauer ist.

Omer Xhemaili: «Es ist unverantwortlich, sich nicht impfen zu lassen»

Omer Dzemali leitet die Herzchirurgie am Zürcher Stadtspital. Der in Nordmazedonien geborene Albaner sagt in einem Interview für Tageseinzeiger, warum die Impfquote unter seinen Landsleuten tief ist und was sich dagegen tun lässt.

Sie sind Herzchirurg, Ihre Patienten müssen oft auf die Intensivstation. Jetzt liegen dort wieder viele Covid-Patienten, darunter viele Menschen, die wie Sie aus dem Balkan stammen. Was geht Ihnen dabei durch den Kopf?

Als Herzchirurg bin ich abhängig von der Intensivstation. Es ist enorm wichtig, dass wir dort Kapazitäten haben, um unsere Patienten behandeln zu können. Es ist beunruhigend, wenn jetzt die Zahlen wieder steigen, wenn die nächste Welle kommt und wir unseren Patienten allenfalls nicht mehr die Qualität bieten können, die ihnen zusteht. Zudem berührt mich natürlich das Schicksal jedes einzelnen Patienten, unabhängig von seiner Herkunft.

Ein Viertel der Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt

Albanischstämmige Menschen stecken sich überproportional oft mit Corona an, weil sie nicht geimpft sind, und erkranken so schwer, dass sie ins Spital und häufig sogar auf die Intensivstation müssen. Wie ist das für Sie, der Sie selber aus dem Balkan stammen?

Es stimmt, dass bei uns im Triemli relativ viele albanischstämmige Personen liegen, die gerade aus den Ferien zurückgekommen sind, und zwar unterschiedlichen Alters. Ich finde es unverantwortlich, wenn man sich nicht impfen lässt. Als Mediziner sehe ich keine Gründe, sich nicht zu impfen. Die Impfskepsis existiert allerdings nicht nur in der albanischen Community, sondern ist leider ziemlich weit verbreitet. Auch in der Schweiz insgesamt ist die Impfquote der vollständig geimpften Personen immer noch viel zu tief – in einer Vielzahl von Kantonen unter 50 Prozent.

Es fällt auf, dass die Impfquote in den Balkanstaaten sehr tief ist, besonders in Kosovo, Nordmazedonien, Bosnien und Albanien. Woher kommt die Impfskepsis dort?

Man muss zwei Dinge unterscheiden: einerseits die Impfskepsis. Die gibt es sicher, aber ich glaube in nicht viel grösserem Ausmass als bei Schweizern. Andererseits ist die Impfquote so niedrig, weil die westeuropäischen Länder nicht rechtzeitig Impfstoff geliefert haben. Länder wie Serbien stehen etwas besser da, weil sie von Russland oder China beliefert wurden. Nordmazedonien und Kosovo hingegen sind westeuropäisch orientiert, sie erhielten sehr spät Biontech-Impfungen, und Moderna haben sie immer noch nicht im Angebot. Deswegen verzögerte sich das Impfen, und deswegen kam es durch die Besuche aus der Diaspora im Sommer zu vielen Ansteckungen.

Waren Sie selber ebenfalls in Ihrer alten Heimat in den Ferien?

Ja, ich war in den Sommerferien dort. Ich bin oft wandern gegangen, wie ich das auch in der Schweiz gern tue. Nordmazedonien und Kosovo sind auch bergige Länder. In den Hauptstädten waren die Regeln recht streng, in den Läden galt Maskenpflicht. Je weiter aufs Land hinaus man ging, desto weniger wurden die Schutzmassnahmen eingehalten. Am wenigsten bei Festen und Hochzeiten. Da trafen viele Menschen ungeschützt aufeinander. Inzwischen haben die Behörden in Kosovo die Regeln deutlich verschärft – das Land steht kurz vor einem Lockdown.

Zurück zur Impfskepsis. Was sind die Gründe dafür?

Die Leute sind falsch informiert. Sie glauben Berichten, wonach mit der Impfung ein Mikrochip implantiert wird. Oder sie trauen der neuen Impftechnologie nicht. Es gab also einerseits diese kritischen Berichte, und andererseits wurden die Menschen zu wenig aufgeklärt. Mich haben immer wieder Personen aus der Albaner-Community kontaktiert und gefragt, was ich von der Impfung halte. Ich sagte dann: Meine Kinder sind geimpft, ich bin geimpft, meine Frau ist geimpft. Das ist meine Haltung. Zudem stellte ich die Leute vor die Wahl: Corona-Infektion mit möglicherweise schwerwiegenden Folgen oder eine Impfung, bei der wir bisher die üblichen Nebenwirkungen, aber kein Desaster gesehen haben. So konnte ich die Skepsis der Leute schnell aus dem Weg räumen, und sie liessen sich impfen.

Kosovarisches Konsulat plant Kampagne mit Zürcher Regierung

Haben Sie sich über Ihre persönlichen Kontakte hinaus fürs Impfen engagiert?

Ich habe mich an einer Kampagne der Gesellschaft albanischsprachiger Ärzte beteiligt. Wir haben per Zoom Statements für die Impfung abgegeben, und die wurden dann auf staatlichen und privaten Fernsehkanälen in Kosovo, Nordmazedonien und Albanien ausgestrahlt. Zudem gibt es Youtube-Videos davon. Das wirkt. Ebenfalls wirkungsvoll ist, wenn die Hausärzte unserer Gesellschaft ihre Patienten direkt ansprechen.

Es braucht also persönliche Überzeugungsarbeit. Was halten Sie von der Kampagne des Kantons, der die Menschen mit Migrationshintergrund mit Plakaten und Videos zum Impfen bewegen will?

Das hat nicht alle, aber doch einige erreicht – vor allem die junge Generation. Und die Secondos haben die Möglichkeit, die ältere Generation zu überzeugen, indem sie diese richtig informieren.

Während der zweiten Welle mussten Sie wegen Überlastung der Intensivstation geplante Herzoperationen verschieben. Wurden Patientinnen oder Patienten dadurch geschädigt?

Zum Glück hatten wir keine gravierenden Komplikationen. Wir mussten zwar Operationen verschieben, doch wir konnten ziemlich gut triagieren. Je nach Schwere der Erkrankung konnten wir die Patienten schneller oder weniger schnell operieren. Schwieriger war es, ihnen zu erklären, dass sie warten müssen. Denn oft haben sie Angst, dass während der Wartezeit etwas passieren könnte. Mittlerweile sind alle behandelt worden, die auf einer Warteliste waren.

Können wir eine erneute Überlastung der Spitäler noch abwenden?

Ich hoffe es sehr, aber die Anzahl der Impfungen muss jetzt wieder deutlich zunehmen. Es ist jetzt sehr wichtig, dass wir die gesamte Bevölkerung erreichen. Wir sind auf deren Mitwirkung angewiesen, damit wir für die Gesundheit der Menschen im Kanton Zürich und darüber hinaus sorgen können. Unsere Gesellschaft hat es selber in der Hand, sich aus der Fessel von Covid zu befreien. Wir alle wollen zu unserer alten Freiheit zurück.

tagesanzeiger.ch

 

Welchen Tee möchtest du trinken?

Nicht nur mit angenehmem Geschmack und Aroma, sondern auch wohltuend für Körper, Geist und Seele. “Bliff Organik” Tee, hergestellt aus verschiedenen aromatischen Heilpflanzen, die alle im Kosovo angebaut und biologisch zertifiziert sind, sind eine der Besonderheiten des Marktes im Kosovo.

Erblina Avdijaj zeigt, dass sie umgeben von der Kultur der Heil- und Aromapflanzen aufgewachsen ist. Ihre Familie in Istog beschäftigt sich seit langem mit der Sammlung, dem Anbau, der Verarbeitung und dem Export dieser Pflanzen. Daher war die Idee, ein eigenes Teegeschäft aus aromatischen Heilpflanzen zu gründen, ein absehbarer Schritt.

2019 hat Erblina die Marke „Bliff Organik“ ins Leben gerufen, eine Idee, an der sie seit 2016 arbeitet. Die Impulse für die Umsetzung ihrer Idee kamen aus vielen Richtungen. Neben der Tätigkeit ihrer Familie mit diesen Pflanzen recherchierte Erblina den Markt im In- und Ausland, nahm an Messen ausserhalb des Kosovo teil und gelangte Schritt für Schritt zur richtigen Formel für hochwertige und gesunde Produkte, die auf dem Markt einzigartig sind.

Anfangs umfasste die Linie sieben Produkte – Tees aus verschiedenen Blumen. Anfang dieses Jahres wurde das Sortiment erweitert, die Qualität hat sich immer weiter erhöht und Erblina ist ständig auf der Suche nach Innovationen.

Tee «Relaksohu»

 

„Ich habe die Aktivität mit sieben Teesorten begonnen: Minze, Linde, Bergfrucht, Grüner Tee, Bergtee, Kamille und Obst. Alle Zutaten werden im Kosovo angebaut und gesammelt“, sagt Erblina. Die Vision von ” Bliff Organik” ist es, etwas anderes auf den Markt zu bringen.

Jetzt ist ” Bliff Organik ” mit 14 Produkten in verschiedenen Geschmacksrichtungen, und  passenden Verpackungen auf dem Markt. Neben Filtertee hat Erblina als Innovation „Umschlagverpackungen“ eingeführt, die für Cafés und Restaurants geeignet sind, sowie Ausschussverpackungen. Das verwendete Filtermaterial ist kunststofffrei, entsprechend den Anforderungen des Bio-Standards.

Die besondere Innovation dieser Linie ist der „Relaksohu“-Tee, eine Rezeptur, die nicht nur für guten Geschmack, sondern auch mit entspannender Wirkung kreiert wurde. Die Eigenschaften von Lavendel, Melisse und Kamille wurden zu einem einzigartigen Produkt zusammengeführt.

Tatsächlich werden, wie der Markenname schon sagt, alle Produkte aus biologisch angebauten Pflanzen hergestellt. Beim Sammeln, Trocknen und Weiterverarbeiten als Zutaten der Teesorten beachtet das Unternehmen alle Prozesse des Bio-Standards.

„Das Besondere an unseren Produkten ist die Kettenverfolgung vom Anbau bis zur Endverarbeitung. Produkte werden saisonal frisch angenommen und sofort verpackt. Aus diesem Grund bleiben Qualität, Aroma und Nährwerte erhalten“, sagt Erblina.

Auch bei der Produktlagerung werden alle Standards eingehalten, die den Verbraucher:innen ein Qualitätsprodukt garantieren.

Erblina Avdijaj

Beispiel für erfolgreiche, von Frauen geführte Unternehmen

Derzeit ist die Produktpalette von „Bliff Organik“ nur im Kosovo zu finden: in Märkten, Cafés, Restaurants, Apotheken und kann auf deren Website online bestellt werden. Das Unternehmen bereitet sich mit sicheren Schritten auf die Einführung und den Export vor. „Dafür brauchen wir erhöhte Produktionskapazitäten“, sagt Erblina.

Bliff Organic ist ein weiteres Beispiel für ein erfolgreiches Unternehmen, das von Frauen im Kosovo gegründet und geführt wird. Erblina führt das Unternehmen gemeinsam mit ihren beiden Schwestern Fitore und Fatbardha und beschäftigt Frauen für jeden Arbeitsprozess.

Auch dieses Unternehmen ist ein gutes Beispiel, welches dank der Unterstützung lokaler Institutionen und ausländischer Organisationen wie Swisscontact, den richtigen Impuls für neue Unternehmer:innen mit Ideen und dem Willen gibt, im Kosovo Geschäfte aufzubauen und Arbeitsplätze zu schaffen.

An der Produktionsstätte von “Bliff Organik” gibt es keinen freien Tag und kein Tag gleicht dem anderen. Der Erfolg dient als Sprungbrett, um mit neuen Ideen und Produkten voranzukommen. Erblina ist ständig auf der Suche nach der nächsten Herausforderung – sei es ein neuer Geschmack, attraktiveres Design oder Märkte in Europa und der Welt.

Elegante Verpackung mit Pastellfarben, um ein Gefühl von Ruhe und Geschmack zu erzeugen. Alle Details der „Bliff Organic“-Produkte sind durchdacht und vermitteln die Botschaft hochwertiger Bio-Produkte.

 

Das neueste Produkt auf dem Markt von “Bliff Organik” ist die Verpackung, die zehn verschiedene Geschmacksrichtungen enthält, für jede Vorliebe: Kamille, Minze, Bergfrucht, Bergtee, Linde, Grüner Tee, Lame ‘relax’, Feige, Hibiskus und Salbei. Also welchen Tee trinkst du?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Gasthaus der Millionen Sterne

Ein paar Tage im Herzen unberührter Natur, abseits des Alltags, ohne Handy und ohne Internet zu verbringen, frisches Quellwasser zu trinken, die frischen Produkte der Stände zu geniessen, ist definitiv ein unvergessliches Erlebnis. Die Reise für ein solches Abenteuer führt zu den Gasthöfen, in denen die jahrhundertealte Tradition der Berggastfreundschaft bewahrt wird.

Das Ziel dieses Sommers ist der Ort Zllanopoja, Roshkodol in der Nähe der Verfluchten Berge. Meistens erreichen Tourist:innen diesen fernen Punkt zu Fuss oder mit dem Pferd, da die Gasthöfe und Stände hier auf der Reiseroute der “Gipfel des Balkans” und der “Via Dinarica” ​​stehen. In den Sommermonaten können Sie mit dem Jeep dorthin fahren, und die Strasse, die vom Ausgangspunkt Deçan gefolgt wird, ist ein Wunder der wilden Natur, das Sie nicht verpassen sollten.

Die Fahrt von Deçan dauert ca. 1,5 Stunden über, von Menschenhand unberührte ,Bergstraßen, um das Gästehaus “Lojza” zu erreichen. Seit mehreren Jahren begrüsst dieses Gästehaus Tausende von Tourist:innen, die auf der Suche nach Abenteuern, neuen Kulturen sind.

Sobald es vor den Augen erscheint, erzeugt das Guesthouse “Lojza” sofort das Gefühl von Gastfreundschaft. Die überwiegend aus Holz erbaute Pension bietet auf zwei Etagen alles, was die Urlauber benötigen: bequeme Betten, Platz zum stundenlangen Plaudern, frische Milchprodukte von den umliegenden Ständen, traditionelles Essen und vor allem eine entspannte Atmosphäre. Die Veranda des Gästehauses ist der ideale Ort, um sich nach ein paar Stunden Fussmarsch hierher abzukühlen.

Vor der Pandemie über tausend Besucher:innen

Zeki Ahmetgjekaj, der Besitzer des Gästehauses, verbringt hier mindestens sechs Monate im Jahr und empfängt Gäste aus aller Welt. Er sagt, dass vor der Pandemie bis zu tausend Besucher:innen gezählt wurden und alle mit den besten Eindrücken von der Schönheit, Kultur und Gastfreundschaft des Kosovo wieder abgereist sind. Nicht selten bringt die Post nach Peja, wo er im Winter wohnt, Postkarten und Souvenirs von Gästen. “Ein japanischer Tourist hat mir das Gemälde geschickt, das er vom Gasthaus und der umgebenden Landschaft inspiriert hat”, sagt Zekiu.

Mit langjähriger Erfahrung in der Gastronomie und als Fan von Natur und Bergurlauben hat sich Zekiu vor einigen Jahren entschieden, Teil der Entwicklung des Bergtourismus im Kosovo zu sein. Zusammen mit seiner Frau und seinen Söhnen leiten sie von Mai bis Oktober die Herberge, empfangen und begleiten Tourist:innen und fördern in der ganzen Welt den Kosovo und die verfluchten Berge als Reiseziel, welches man sich nicht entgehen lassen sollte.

Das Leben in der Pension “Lojza” ist einfach. Das Frühstück beginnt früh mit leckeren und nahrhaften Gerichten, damit Tourist:innen die nötige Energie für ein paar Stunden Wanderung durch die Berge erhalten: Brot, Eier, Käse, Marmelade, Milch, alles frische Produkte des Landes. Zekiu bereitet Sandwiches vor, die für den Tag mitgenommen werden können. Das reichhaltige Abendessen entfaltet auch die Bandbreite der traditionellen Geschmacksrichtungen: Bohnen, Fleisch, Fli, verschiedene Pite, Joghurt und frische Salate.

„Hier gibt es kein Internet, kein Signal fürs Handy. Es sind wir und die Natur. Wir verbringen alle Zeit miteinander. Ausländische Touriste:innen lernen gerne wie wir Essen zubereiten und helfen mir beim Zubereiten von Frühstück oder Abendessen. „Nach dem Abendessen spielen wir hier auf dem Rasen Musik, trinken, spielen mit Pfeil und Bogen“, beschreibt Zekiu einen typischen Tag bei „Lojza“.

Das Jahr 2021, ein hartes Jahr

 „Oft wollen Tourist:innen draussen schlafen, hier auf der Wiese vor dem Gästehaus. Sie sagen “lass uns geniessen, im Gästehaus mit Millionen von Sternen zu schlafen”, sagt Zekiu.

Neben Erholung und Unterschlupf für Besucher:innen sind Gasthöfe wie “Lojza”, die kürzlich in den Bergen dieser Gegend entstanden sind, eine Ankurbelung für die lokale Wirtschaft, insbesondere die Stände und Bewohner:innen der umliegenden Dörfer, die ihre Produkte verkaufen.

Der Sommer 2020 war für das Gästehaus “Lojza” sowie für die gesamte Tourismusbranche weltweit schwieriger. Aufgrund der Pandemie und der Schliessung von Reisemöglichkeiten haben Gruppen abgesagt und es gab nur sehr wenige Spontanreisende.

In diesem Jahr hofft Zekiu, dass die Situation sich verbessert. Die Zeit ohne Gäste hat er genutzt, um das Gästehaus zu renovieren und eine neue Küche zu bauen. „Im vergangenen Jahr haben wir mit Unterstützung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts Beschäftigungsförderung in der Privatwirtschaft die Küche so gestaltet, dass sie den Tourist:innen noch bessere Bedingungen bietet“, sagt Zekiu.

Der Mittag auf dem Rasen von “Lojza” scheint ein magischer Moment zu sein. Die verfluchten Berge, die sich über dem Gasthaus erheben, der stille und dichte Wald, der Strom klaren Quellwassers ähneln Märchenlandschaften und Sie werden nicht überrascht sein, wenn Sie die Bergzwerge- und feen sehen, die mit den umliegenden Felsen spielen. Das perfekte Ziel, um einige ruhige und unvergessliche Tage mit Familie oder Freunden zu verbringen.

Zeki Ahmetgjekaj – Lojza

Für die Reservation im “Lojza” kontaktieren Sie direkt Zeki Ahmetgjekajn:

FB: https://www.facebook.com/GuesthouseLOJZA

Mobil: +38349850857

Email: [email protected]

 

“Kosova Outdoor” bietet einzigartige Erlebnisse für Touristen aus der ganzen Welt

Als starke Unterstützerin des nachhaltigen Tourismus fördert Lendita Hyseni und ihr Unternehmen – Reiseveranstalter „Kosova Outdoor“ Angebote, die das Kulturerbe des Kosovo präsentieren. Durch diese Angebote soll auch die Steigerung des Wohlergehens der an der Tourismuskette beteiligten Menschen im Land positiv beeinflusst werden.

Lendita Hyseni – “Kosova Outdoor”

Was war der Anstoss, “Kosova Outdoor” ins Leben zu rufen?

Geboren wurde ich in Peja, oder der “grünen Stadt”, umgeben von faszinierenden Bergen. Peja ist bekannt für seine reiche kulturelle Tradition. Seit meiner Kindheit bin ich mit einer Liebe zu Bergen und einer Leidenschaft für die traditionelle Küche geboren. Der Wunsch, diese Schönheiten um uns herum und die Werte, zu teilen, hat mich dazu gebracht, mich im Tourismus zu engagieren.

So beschäftige ich mich seit 2010 intensiv mit verschiedenen Projekten zur Entwicklung der ländlichen und bergtouristischen Infrastruktur, aber auch anderer attraktiver touristischer Attraktionen, die Tourist:innen nach Peja und in die Rugova-Schlucht bringen sollen. Im Jahr 2014 habe ich beschlossen, mein eigenes Geschäft zu eröffnen, welches einer der ersten “Inbound”-Reiseveranstalter im Westkosovo ist.

Peaks of the Balkans

Was sind die Hauptaktivitäten von “Kosova Outdoor”?

Die Hauptaktivitäten, die ich durch anbiete, sind grenzüberschreitende Expeditionen, die einen nachhaltigen Tourismus fördern und lokale Anbieter:innen unterstützen. Wir fördern auch traditionelle Küche und lokale Produkte.

 Wo üben Sie hauptsächlich Ihre Tätigkeiten aus?

Da ich aus Peja komme, beginne ich meine Aktivitäten in meiner Stadt, die viele attraktive Produkte bietet, voller Adrenalin, Abenteuer, Kultur und Tradition. Peja hat für jedes Alter viel zu bieten. Für diejenigen, die Extremsportarten bevorzugen, haben wir Via Ferratat, Zipline, Adventure Park und verschiedene Wanderwege in der Rugova-Schlucht. Aber auch für Fans von Kulturdenkmälern oder Verkostungen traditioneller Gerichte bieten wir in der Stadt und in den Gasthäusern in Rugova und Peja viel.

Ariu

Wie sieht eine gewöhnliche Tour mit “Kosova Outdoor” aus?

Meine Angebote sind hauptsächlich grenzüberschreitende Bergwanderungen, wobei unser Hauptziel ein nachhaltiger und verantwortungsvoller Tourismus ist. Unser Ziel ist es, den Besucher:innen die Tradition und Kultur der Länder, die wir durchqueren, näher zu bringen. Wir beherbergen sie in Gasthäusern und Ständen entlang des Weges. Andererseits trägt diese Art des Tourismus zum Wohlergehen und zur wirtschaftlichen Nachhaltigkeit der Bevölkerung in Berg- und Landgebieten bei.

Zu den attraktivsten Angeboten gehört auch die Verkostung lokaler Produkte und traditioneller Gerichte.

Terra Madre Balkans-Tirane

Woher kommen die Tourist:innen hauptsächlich?

Wir haben Tourist:innen aus verschiedenen Teilen der Welt, hauptsächlich aus Italien, Deutschland, Türkei und England.

“Kosova Outdoor” ist einer der grössten Förderer von traditionellem Essen und “Slow Food”. Erzählen Sie uns auch von diesem Aspekt Ihrer Arbeit.

2015 haben wir die Bewegung „Slow Food Dukagjini“ gegründet. Diese Bewegung wurde von einer Gruppe von Freiwilligen ins Leben gerufen, welche aus Landwirt:innen, Köch:innen, Umweltexpert:innen, Hostelbesitzer:innen, Tourismusfachleute und andere besteht. Alle von ihnen haben eine Leidenschaft für lokale Produkte und traditionelle Gerichte. Unsere Gruppe unterstützt die Philosophie von Slow Food, die “OOD, CLEAN AND FAIR” ist (gut, sauber und durch richtige Praktiken hergestellt).

Über die Jahre haben wir eine sehr gute Zusammenarbeit zwischen den Balkanländern. Wir waren sehr aktiv bei verschiedenen Veranstaltungen, um lokale Produkte zu fördern. Erwähnenswert ist die Aktion „Terra Madre Balkans“, die 2018 im Europäischen Parlament in Brüssel stattfand. Ich habe auch an verschiedenen internationalen Messen teilgenommen, wie zum Beispiel “SALONE DEL GUSTO” in Italien oder an verschiedenen Aktionen von “Slow Food International”, bei denen wir mit traditionellen Produkten und Gerichten für den Kosovo geworben haben. Als Ergebnis der guten Zusammenarbeit mit “Slow Food International” habe ich ein grenzüberschreitendes touristisches Angebot “Taste Trail” geschaffen, bei dem Besucher:innen die Möglichkeit haben, Produkte zu probieren, die in der “Taste Ark” gelistet sind, sowie auf landwirtschaftlichen Betrieben untergebracht werden, die diese speziellen Produkte herstellen.

Shtegu i Shije

Die Herberge “ARIU” in Reka von Allaga und die Herberge “Eagle” in Drelaj sind die ersten, die seit 2008 Familienunterkünfte anbieten. Beide Herbergen sind Teil von “Slow Food Dukagjini”. Diese Gasthöfe befinden sich in den Dörfern, an denen der grenzüberschreitende Weg “Balkangipfel” und “Via Dinarica” ​​vorbeiführt und im Laufe der Jahre von Tourist:innen sehr frequentiert wurden.

Wir haben eine sehr gute Zusammenarbeit mit den Gasthöfen, da sie das Konzept des nachhaltigen Tourismus praktizieren und die Werte und Traditionen von Rugova fördern. Diese Praxis bereichert unser touristisches Angebot erheblich. Die Pandemie hat sich negativ auf den Tourismussektor ausgewirkt und den Unternehmen in diesem Bereich schwere Schäden zugefügt. Wir hoffen weiterhin, dass in diesem Sommer die Stabilisierung der globalen Lage beginnt und die Arbeit, die wir mit Freude und Professionalität leisten, zurückkehrt.

Gästehaus “Shqiponja

 

Was bietet das Gästehaus “Bär”?

Das Gästehaus “ARIU” verfügt über einen Bauernhof mit 30 Kühen und produziert hochwertige Milchprodukte. Die Besitzerin dieser Pension und Farm, Fetije Nikqi, verwendet diese Bio-Produkte in ihren traditionellen Gerichten, die sehr lecker sind und von ausländischen, aber auch einheimischen Tourist:innen sehr geschätzt werden.

 

Gästehaus “Shqiponja

Das Gästehaus “Shqiponja” verfügt über einen kleinen Bauernhof und einen Garten, in dem Bio-Gemüse und -Obst angebaut werden. Die Besitzerin, Xhevahire Shala, ist eine ausgezeichnete Köchin und Gastgeberin.

Shtegu i Shijes