Erfolgsgeschichten
Das Siegel der Exzellenz: Wie ein Diplom aus dem Kosovo zur Auditlizenz in der Schweiz wird
Jeton Zena teilt seine wertvollen Erfahrungen, praktische Ratschläge und eine starke motivierende Botschaft für alle albanischen Fachkräfte, die auf dem Schweizer Arbeitsmarkt Fuß fassen möchten
Nachdem Jeton Zena das komplexe Verfahren zur Anerkennung seines Diploms und zur Zulassung als Wirtschaftsprüfer für Jahresabschlüsse in der Schweiz erfolgreich abgeschlossen hat, berichtet er gegenüber albinfo.ch über die Herausforderungen, die Opfer und die strategischen Schritte, die ihm den Weg zur Ausübung seines Berufs in einem der strengsten Finanzsysteme Europas ermöglicht haben. In diesem Interview teilt er seine wertvollen Erfahrungen, praktische Ratschläge und eine starke motivierende Botschaft für alle albanischen Fachkräfte, die auf dem Schweizer Arbeitsmarkt Fuß fassen möchten.
Die Anerkennung akademischer Qualifikationen und die berufliche Zulassung gehören weiterhin zu den größten Herausforderungen für die albanische Diaspora mit Hochschulabschluss aus dem Kosovo und der Region. In reglementierten Berufen wie der Wirtschaftsprüfung ist die Anerkennung des Diploms nur der erste Schritt. Die Ausübung des Berufs setzt die Erfüllung der rechtlichen, beruflichen und sprachlichen Standards des Schweizer Systems voraus. Die Erfahrung von Jeton Zena zeigt, dass dieser Prozess, so anspruchsvoll er auch sein mag, mit guter Vorbereitung und großem Engagement zu bewältigen ist.
Interview
albinfo.ch: Was bedeutet diese Zulassung für Ihre Karriere und wie entstand dieses Ziel?
Jeton Zena: Dieses Ergebnis ist ein Beweis dafür, dass die berufliche Ausbildung im Kosovo durchaus in der Lage ist, die Anforderungen eines äußerst strengen Systems wie des schweizerischen zu erfüllen. Mehr als einen persönlichen Erfolg sehe ich darin eine motivierende Botschaft an meine Kollegen und albanischen Fachkräfte: Mit dem nötigen Engagement lassen sich institutionelle Hürden überwinden. Obwohl mir bewusst war, dass unsere Diplome nicht automatisch anerkannt werden, und trotz der Skepsis in meinem Umfeld oder der Vorschläge, mich beruflich neu zu orientieren, entschied ich mich, den rechtlichen und institutionellen Weg zu gehen. Heute bestätigt dieses Ergebnis, dass sich richtige Information und Beharrlichkeit immer auszahlen.
albinfo.ch: Was hat Sie motiviert, weiterzumachen, und wie lief das Verwaltungsverfahren konkret ab?
Jeton Zena: Mehr als 15 Jahre fundierte Erfahrung im Finanzwesen und in der Wirtschaftsprüfung sowie meine kontinuierlichen Investitionen in Weiterbildung und Spezialisierung gaben mir die Überzeugung, dass meine Qualifikation auch für den Schweizer Markt einen echten Wert hat. Aufgeben war nie eine Option. Der Prozess begann mit der Analyse des Schweizer Systems, wobei ich den Unterschied zwischen reglementierten und nicht reglementierten Berufen klar erkannte. Zunächst wurde mein Hochschuldiplom von den Bundesbehörden validiert. Für die Zulassung als Wirtschaftsprüfer reichte dies jedoch nicht aus. Ich musste fünf zusätzliche Prüfungen ablegen, die sich vollständig auf die Schweizer Gesetzgebung, das Handelsrecht und die Finanzvorschriften konzentrierten.
albinfo.ch: Wie lange dauerte dieser Weg und was waren die größten Herausforderungen während dieser drei Jahre?
Jeton Zena: Der gesamte Prozess dauerte rund drei Jahre, einschließlich der Validierung, der Anerkennung der beruflichen Qualifikationen und der intensiven Prüfungsphase. Die größte Herausforderung war zweifellos, sich in der Schweizer Bürokratie richtig zurechtzufinden, die spezifische Fachterminologie zu beherrschen und vor allem die Zeit so einzuteilen, dass sich Arbeit, intensives Lernen und Familienleben miteinander vereinbaren ließen. Auch die finanziellen Kosten und die administrativen Verfahren erforderten viel Geduld. Auf diesem Weg gab es auch schwierige Momente, in denen ich darüber nachdachte, aufzugeben. Doch die uneingeschränkte Unterstützung meiner Familie und die wertvolle Orientierung meines Landsmanns Norgon Berisha halfen mir, den Fokus auf das Endziel zu behalten. Als ich die Zulassung erhielt, hatte ich das Gefühl, dass jedes Opfer der vergangenen Jahre seinen verdienten Wert bekommen hatte.
albinfo.ch: Wie entscheidend waren Ihre bisherige Erfahrung und Ihre Kenntnisse der Amtssprachen?
Jeton Zena: Die im Kosovo gesammelte Erfahrung war ein außergewöhnlich wertvoller Vorteil. Die Ausbildung und Zertifizierung bei der SCAAK (Vereinigung der zertifizierten Buchhalter und Wirtschaftsprüfer des Kosovo), ein Diplom, das ich ohne Weiteres als europäischen Pass bezeichnen kann, bildeten zusammen mit meiner 15-jährigen Erfahrung in der Wirtschaftsprüfung nach internationalen Standards eine solide Grundlage, die meine Integration erleichterte. Andererseits sind Sprachkenntnisse absolut entscheidend. In meinem Fall war Französisch ausschlaggebend für das Bestehen der zusätzlichen Prüfungen und für die berufliche Kommunikation, während meine Deutsch- und Italienischkenntnisse eine Schlüsselrolle bei meiner allgemeinen Integration in den Schweizer Arbeitsmarkt spielten.
albinfo.ch: Was sind die wichtigsten Lehren, die Sie aus dem Schweizer System gezogen haben, und welche Fehler machen unsere Landsleute häufig?
Jeton Zena: Das Schweizer System hat mich gelehrt, dass echter Professionalismus auf drei Säulen beruht: Disziplin, absolute Transparenz und die konsequente Einhaltung der Regeln. Hier wird Vertrauen Schritt für Schritt durch Arbeit aufgebaut und jede Entscheidung basiert auf klaren Verfahren. Was die Fehler betrifft, habe ich festgestellt, dass viele albanische Fachkräfte nach ihrer Ankunft in der Schweiz aus kurzfristigen wirtschaftlichen Gründen Tätigkeiten außerhalb ihres Berufsfeldes annehmen und den Prozess der Diplomanerkennung vernachlässigen oder abbrechen. Dadurch entfernen sie sich schrittweise und unwiderruflich von dem Beruf, für den sie ausgebildet wurden. Berufliche und soziale Integration müssen parallel verlaufen. Erfolg erfordert die Anpassung an die Schweizer Arbeitskultur und den Aufbau gegenseitigen Vertrauens.
albinfo.ch: Wie kann Ihr Fall als Vorbild dienen und was empfehlen Sie den Institutionen und jungen Albanern?
Jeton Zena: Ich glaube, mein Weg zeigt, dass eine Zulassung mit einem strukturierten Ansatz selbst in den am stärksten reglementierten Bereichen möglich ist. Den Institutionen im Kosovo würde ich empfehlen, die Zusammenarbeit mit den entsprechenden Schweizer Behörden auszubauen, um Vereinbarungen zu schließen, die die gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen erleichtern. Meine Botschaft an junge Menschen und Fachkräfte, die diesen Prozess noch nicht begonnen haben, lautet: Verlieren Sie keine Zeit! Die Anerkennung des Diploms ist der erste Schritt und die sicherste Investition in Ihre Zukunft. Haben Sie keine Angst vor Herausforderungen und glauben Sie an Ihr Potenzial. Mit Arbeit und guter Vorbereitung können Sie überall auf der Welt die höchsten Standards erreichen.
albinfo.ch: Welche Ziele haben Sie für die Zukunft? Werden Sie anderen als Anlaufstelle dienen?
Jeton Zena: Mein Ziel ist es, mich im Bereich Wirtschaftsprüfung und Finanzen in der Schweiz beruflich weiterzuentwickeln und auf höchstem Niveau einen Beitrag zu leisten. Gleichzeitig bin ich voll und ganz bereit, als Anlaufstelle zu dienen, meine Erfahrungen weiterzugeben und allen albanischen Fachkräften, die denselben Weg gehen möchten, praktische Orientierung und Mentoring anzubieten.
Kontakt für berufliche Orientierung und Beratung
Da der Prozess der Diplomanerkennung und der beruflichen Zulassung in der Schweiz komplex ist, bietet Jeton Zena allen Interessierten seine Unterstützung und praktische Orientierung an.
E-Mail: [email protected]
Telefon / WhatsApp: (+41 76 221 43 01)
E-Diaspora
-
Belgjikë
Die Albanische Schule “Vatra” in Belgien feiert ihr 21-jähriges Bestehen. Institucioni që ruan gjuhën dhe identitetin shqiptar në diasporë mbylli vitin shkollor me një program festiv... -
Arbeitskräfte ohne Rechte – das ist das Ziel der «Nachhaltigkeitsinitiative» -
Wenn ein Schweizer die Albaner verteidigt: Die starke Botschaft von Ueli Leuenberger -
“Kino Kosova” hap edicionin e 5-të në Cyrih me filma, diskutime dhe muzikë -
Gjermani
Kosovo strebt deutsche Investitionen an, “Future Industry Minds” stärkt die wirtschaftlichen Beziehungen
Leben in Österreich
-
Der Eurovision Song Contest 2026 beginnt heute Abend in Wien 15 Künstler treten im ersten Halbfinale an, während das Festival unter strengen Sicherheitsmassnahmen und inmitten politischer... -
Ministerin Spiropali als Ehrengast beim Wiener Opernball -
„In Between“ – Die Ausstellung von Albana Ejupi, wo Malerei auf Skulptur trifft. -
Der “Albanische Kulturtag” kehrt nach Graz zurück, die Albaner versammeln sich am 28. September. -
Edona Bilali bringt zwei österreichische Doktoratsprogramme nach Shkodra.













