Zürcher Kantonsratswahlen 2019 – Fünf Fragen an Kantonsratskandidatin Rixhil Agushi

Sie sind seit acht Jahren Gemeinderätin in Schlieren und Mitglied der Geschäftsprüfungskommission. Was bewegte Sie dazu, nun auch für den Kantonsrat zu kandidieren?

In den letzten acht Jahren konnte ich viele Anliegen in der Gemeinde Schlieren vertreten und durchbringen. Dennoch sind auch viele Initiativen auf kantonaler Ebene zur Abstimmung gekommen, wobei ich sehr gerne auch mitreden möchte. Als Kantonsrätin kann ich mich besser für die Bedürfnisse der Menschen einsetzen, die ganz Kanton Zürich betrifft. Wie zum Beispiel keine oder wenig Kürzung im Bildungswesen. Es ist wichtig, dass wir die Zukunft für unsere Kinder sichern und da braucht es eine gute Schulung. Dafür würde ich mich enorm einsetzen, damit wir keine drastischen Kürzungen in diesem Bereich erleben müssen.

Welches sind Ihre Hauptanliegen, die Sie in den Kantonsrat einbringen möchten?

Ich habe mich in den letzten acht Jahren für das Wohl von Schlieren eingesetzt. Nicht nur die Bürger und Bürgerinnen von Schlieren sollen von einer guten schulischen Betreuung profitieren können sondern ganz Kanton Zürich. Für ein vielfältiges Betreuungsangebot für die Schulen ist es wichtig, dass wir im Kantonsrat mehr Kantonsräte aus der linken Partei haben. Denn die Linken sind für weniger Sparen, da wir überzeugt sind, dass es sich später wieder auszahlen wird. Das Motto lautet: Für alle statt für wenige. Ausserdem setze ich mich gegen die Diskriminierung von Andersdenkenden und für ein geordnetes Miteinander der verschiedenen Kulturen und Religionen.

Welche Akzente würden Sie als Kantonsrätin in der Bildungspolitik setzen?

Ich werde mich gegen Abbau und Einschränkungen bei der ausserschulischen Betreuung und für eine zukunftsgerichtete Bildung für alle einsetzen.

Wie gedenken Sie, als Kantonsrätin der Diskriminierung von Anderssprachigen und Andersgläubigen entgegenzuwirken?

Mit den Leuten viel reden, sei es auf der Strasse, sei es im Parlament oder sogar im Fernsehen. Es ist wichtig, dass man den Bürgerlichen erklärt, warum Anderssprachige und Andersgläubige keine Gefahr für die Schweiz sind. Sie haben lediglich Ihre Wurzeln im Ausland und nicht in der Schweiz. Und das soll ihr Hindernis sein für ein gerechtes Leben hier? Nein, solche Vorurteile brauchen viele gute Argumente und gute Beispiele, die entgegenwirken können.

Inwiefern würde sich Ihr Engagement als albanischsprachige Kantonsrätin positiv auf das Image von Albanerinnen und Albaner in der Schweiz auswirken?

Das Image von Albaner und Albanerinnen wird vielerlei von den Medien in den Abgrund gestürzt. Denn als ganze Bevölkerung sind wir eigentlich auf einem ganz guten Weg. Denn die heutige Generation bildet sich gut bis sehr gut aus und findet eine gute Arbeitsstelle, zum Teil auch im Kaderbereich. Doch diese Leute gehen in unserer Gesellschaft vergessen und es wird immer über die Problemfälle berichtet. Die Medien suchen eine brisante Titelseite. Da nimmt man ganz einfach die schlechten Ereignisse um den Lesern das zu bieten, was sie lesen möchten. Nämlich Ausländer, die in der Schweiz gegen das Gesetz verstossen.

Aber nichts desto trotz, würde ich mich selbstverständlich für unsere Bevölkerung einsetzen. Wichtig ist, dass man nicht eine ganze Bevölkerungsgruppe als schlecht bezeichnet, sondern nur sogenannte Ausnahmefälle macht, und die gibt es in jedem Land. Das beste Beispiel bin ich, denn ich habe auch ausländische Wurzeln und politisiere für mein Land, nämlich die Schweiz. Ich denke schon, dass ich mit meiner Position als Kantonsrätin viel dazu beitragen kann.

 

Rixhil Agushi kandidiert für die Sozialdemokratische Partei auf der Liste 2.

Zari Xhaferi schafft es nicht in den Zuger Regierungsrat

Der 30-Jähruge SP-Politiker mit albanischen Wurzeln aus Mazedonien hat die Wahl in den Zuger Regierungsrat nicht geschafft. Es ging um eine Ersatzwahl: der Zuger Finanzdirektor Peter Helgin voin der CVP wurde in den Bundesrat gewählt und sein Platz war frei. Nun hat Peter Pfister (CVP) die absolute Mehrheit gewonnen, sodass es keinen zweiten Wahlgang braucht.

Pfister hat 17844 Stimmen erhalten, nötig die Wahl wären 13966 Stimmen. Mit 8540 erhaltenen Stimmen wurde Zari Dzaferi Zweiter, schreiben Schweizer Medien.

Auch wenn er die Wahlen nicht gewonnen hat, ist dies eine aussergwöhnliche Erfahrung für den Schweizer-Albanischen Jungpolitiker. Er ist der erster albanischstämmige Politiker, der von der Basis seiner Partei für ein solches hohes Amt in der Schweiz aufgestellt ist.

Schweizer Medien schreiben, dass die Unterstützung von Zari Dzaferi die parteipolitischen Grenzen gesprengt hat, dank des Vertrauen, das ein in breiten gesellschaftlichen Schichten im Kanton Zug geniesst.

Im Kanton Zug spielt die SP eher eine bescheidene Rolle. Die CVP dagegen ist sehr stark. Darum ist das Wahlergebnis von Zari Dzaferi ermutigend.

Dzaferi arbeitet als Lehrer und Journalistund hält zur Zeit sein zweites Mandat als Mitglied des Kantonsrates. Er ist sehr aktiv im gesellschaftlichen und politischen Leben im Kanton Zug. Albinfo.ch hat seine Aktivitäten schon seit seinem ersten Mandat im Kantonsrat verfolgt

Ghettoisierung durch die EU irritiert Kosovaren

Die gestrige Entscheidung de EU-Rates, das Visaregime für Kosova weiterhin aufrechtzuerhalten, wurde in Prishtina mit Enttäuschung zur Kentniss genommen. Einige junge Menschen veranstalteten eine  symbolische Aktion und nagelten ihre improvisierten Pässe an die Wand als Zeichen der Enttäuschung von der Entscheidung in Brüssel.

 “Nach dem Debakel der kosovarischen Diplomatie bei der UNESCO und ohne eine einzige weitere neue Anerkennung der Unabhängigkeit ist dies das nächste grosse Scheitern. Die Regierung muss sich vor dem Volk und vor der Jugend des Landes erklären und die Verantwortung übernehmen”, sagte die Junge Organisation der oppositionellen Partei NISMA. An der Ghettoisierung von Kosova sei die Regierung Schuld.
Von der Entscheidung der EU zeigte sich Vize-Regierungschef und Aussenminister Hashim Thaci sehr irritiert. Es sei eine schwere Provokation seitens der EU und ein Ergebnis der mangelnden Führung in Brüssel. In der Regierungssitzung kündigte er Proteste vor dem EU-Büro in Prishtina an.
Politische Analysten können die Aufregung und die Irritation von Thaci nicht nachvollziehen. Es sei doch die Verantwortung der Regierung, sie sei im Prozess der Liberalisierung des Visaregimes gescheitert.
In einem Gespräch mit “Zëri” sagte der Analyst Halil Matoshi, es sei eine erschreckende Vorstellung, die Albaner gegen die EU aufzuspielen, nur weil Hashim Thaci daran gescheitert ist, die Kriterien und die Standards für den Schengenraum zu erfüllen.
“Gescheitert ist doch Hashim Thaci – und will jetzt, dass die Kosovaren vor dem EU-Büro protestieren! Es gleicht der Torheit; vor den Büros der EU zu demonstrieren, wäre eine sehr undabkare Aktion.”
Der Analyst Imer Mushkolaj sagte, die Bürger sollten die Aufrufe von Hashim Thaci nicht sehr ernst nehmen. Seine Aussagen dienen mehr seinem politischen Überleben.
“Vor dem Aufruf für Demonstrationen vor den EU-Büros muss er erstmal die Verantwortung für das Scheitern in diesem Prozess übernehmen. Ich denke nicht, dass die Bürger seinem Aufruf folgen sollten und folgen werden; er zeigt sich als grosser Heuchler in dieser Angelegenheit”.
Innenminister Skender Hyseni traf die Botschafter der EU-Staaten in Prishtina. Er versprach, Kosova werde alle Kriterin für die Visaliberalisierung erfüllen. Inzwischen habe man das Problem der illegalen Migration im Griff. “Kosova sollte nicht als einziges Land isoliert bleiben. Die Liberalisierung des Visaregimes ist im Sinne der Bürger unseres Landes”, so Hyseni.
Premierminsiter Isa Mustafa sagte in einer Stellungnahme, das Dokument der EU sei nicht das finale Dokument wonach man über das Visaregime für Kosova entscheidet. Die definitive Entscheidung werde man in den kommenden Tagen treffen.
“Es sei an der Zeit, dass unsere EU-Kollegen erklären, warum die EU unsere Bürger bestraft. Wenn es Korruption und organisierte Kriminalität gibt, dann soll doch die EU die Politiker bestrafen und die Visafreiheit für sie aufheben”, sagte Parlamentspräsident Kadri Veseli.

 

Hausarrest für Abgeordneten Topalli

Das Gericht in Prishtina hat 30 Tage Hausarrest für den Abgeordneten der Bewegung Vetëvendosje! angeordnet. Seine Parteikollegin Albulena Haxhiu bekam 30 Tage Untersuchungshaft.

Der kosovarische Abgeordnete mit Schweizer Staatsbürgerschaft, Faton Topalli bekam vom Gericht in Prishtina 30 Tage Hausarrest. Seiner Parteikollegin Albulan Haxhiu muss für 30 Tage in Utnersuchungshaft.

Topalli wird vorgeworfen, im Sitzungssaal des Parlamentes Tränengasgranaten angezündet zu haben. Die Staatsanwaltschaft hatte vor 10 Tagen einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Die Polizei konnten ihn erst gestern festnehmen, als er sich im Parlamentsgebäude festhielt, um seinen Aufgaben als Abgeordneten nachzugehen.

Alban Ajvazi, Anwalt von Faton Topalli, bestätigte die Strafmassnahme, sagte aber, dieser Entscheid ist ungerecht. Er wiederspricht der Staatsanwaltschaft, wonach sein Klient auf der Flucht gewesen sei. “Mein Klient ist nicht so naiv und geht ins Parlament, wenn er auf der Flucht ist, so wie die Staatsanwaltschaft sagt. Es gibt keinen Grund, warum er auf der Flucht sein sollte”, sagte Ajvazi.

Topalli ist der siebte oppositionelle Abgeordnete, der verhaftet worden ist. Ismail Kurteshi, Haxhi Shala, Fisnik Ismaili sitzen im Hausarest. Donika Kadaj-Bujupi, Albin Kurti und Albulan Haxhiu bekamen 30 Tage Untersuchungshaft.

Allen Abgeordneten wird vorgeworfen, im Parlamentsgebäude Tränengasgranaten angezündet zu haben. Sie haben zudem die Minister der kosovarischen Regierung und Polizisten mit Eiern, Wasserflaschen und Pffefersprey angegriffen. Diese Praktiken haben sie mehrmals wiederholt.

Die Rebellion der oppositionellen Abgeordneten ist Folge des heftigen Widerstandes der Opposition gegen das Abkommen zur Gründung des Bundes der Gemeinden mit serbischer Mehrheit (unterzeichnet von Premierminister Isa Mustafa i Brüssel, am 25. August 2015) und gegen das Abkommen zur Demarkation der Grenzlinie mit Montenegro (unterzeichnet von Aussenminister Hashim Thaci).

Laut der Opposition untergraben diese zwei Abkommen die territoriale und politische Integrität von Kosova. Die Opposition blockiert seit 3 Monaten die Arbeit des Parlamentes und fordert vehement, die Regierung solle die Unterschriften von diesen Abkommen zurückziehen. Oder Neuwahlen zulassen.

Der Abgeordnete Faton Topalli hatte selbst in einem Facebookeintrag geschrieben, dass er von der Polizei im Parlament festgehalten wird, „und sie hindern mich daran, meine Aufgaben als Abgeordnete zu erfüllen“.

„Die Polizei lässt mich nicht aus dem Gebäude, Sie haben mir keine Begründung gegeben, warum sie mich hier festhalten. Premiermister Isa Mustafa feiert das einjährige Bestehen seine Regierung mit Verhaftungen von oppositionellen Abgeordneten. Doch in unserem Weg wir uns keiner hindern können“, so Topalli.

Der ehemalige Ombudsmann von Kosova, Sami Kurteshi, der nun Mitglied von Vetëvendosje! ist, sagt, in Kosova funktioniere die Demokratie nicht mehr.“Tragischerweise haben wir es mit einer Polizeidiktatur zu tun“.

Gewaltsame Proteste in Tirana

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Nach den gewaltsmanen Protesten der vergangenen Wochen in Kosova gab es gestern nun auch in Albanien Demonstrationen, die entgegen der Aufrufe, in Gewalt umschlugen. Die oppositionelle Demokratische Partei (PD) von Ex-Premier Sali Berisha hatte zu Protesten aufgerufen. Die Opposition fordert den Sturz der Regierung Rama-Meta und die Bildung einer technischen Regierung, die Neuwahlen organisieren soll.

Die Demonstration fand vor dem Regierungssitz in Tirana statt. Die Demonstraten legten Feuer am Bunker vor dem Innenministerium, das als symbolisches Zeichen des vergangengen kommunistischen Regimes aufgestellt worden ist. Die Polizei setze Tränengas ein.

“Heute haben wir nicht nur eine Demonstration gehalten; wir haben die Symbole der Korruption der kommunistischen Regierung mitten in Tirana niedergerissen. Wir haben aber auch einen anderen Weg geebnet – den Weg der Freiheit und für eine gute Regierung. Dies wird durch eine Neuwahl kommen, in der die Bürger ihre Stimme frei abgeben werden; Stimmen, die nicht verkauft und nicht gekauft werden”, sagte der Oppositionfsführer Lulzim Basha. Die Demonstration gleiche einem Referendum, das zum Sturz der Regierung Rama-Meta führen wird. Eine neue technische Regierung solle gebildet werden, die Neuwahlen organisieren soll, forderte Basha.

Die Regierung Rama-Meta habe ihr vierjähriges Mandat “in zwei Jahren verbrannt”. Für die Bürger Albaniens gibt es nun zwei Alternatieven. “Entweder stürzen wir diese Regierung, oder wir nehmen den Sturz unseres Landes hin. Wir müssen heute handeln, denn morgen ist es schon zu spät. Eine Zwischenlösung gibt es sind. Für Edi Rama und seine 40 Räuber ist die Zeit abgelaufen”, rief Basha seinen Anhängern zu.

Premierminister Edi Rama reagierte auf die gewalstamen Proteste und verurteilte sie. Es sei hässlich und traurig die Proteste von vor 25 Jahren, die zum Sturz des Kommunismus führten, mit diesen gewaltsamen Protesten zu vergleichen, die von politisch blinden Oppositionellen angeführt werden.

Dramatische Situation, drei weitere opositionelle Abgeorndete verhaftet

Die Abgeordneten Haxhi Shala, Ismail Kurteshi und Fisnik Ismaili sind verhaftet worden. Die Parlamentsmehrheit hat entschieden, die Oposition von weiteren Parlamentsitzungen auszuschliessen

Die kosovarische Polizei hat gestern drei weitere oppositionelle Abgeordnete verhaftet: Haxhi Shala (Nisma), Ismail Kurtishi und Fisnik Ismaili (Vetëvendosje!). Shala und Kurtishi wird vorgeworfen, im Parlamentssaal Tränengasgranaten angezündet zu haben. Fisnik Ismaili hatte versucht weitere Tränengasgranaten ins Parlamentgebäude einzuschleusen.
Die Situation im Parlament spitzte sich weiter zu, nachdem der Parlamentsvorstand beschloss, die Oppositionsparteien von den weiteren Sitzungen des Parlaments auszuschliessen. Diese Entscheidung wurde durch Spezialkräfte der Polizei durchgesetzt – sie hinderten die oppositionellen Abgeordneten daran, ins Parlament zu gelangen. Die Entscheidung kam nachdem die oppositionelle Abgeordnete weitere Tränengasgranaten anzündenten als Zeichen des Widerstandes gegen die umstrittenen Abkommen zur Gründung der Gemeinden mit serbischer Mehrheit und zur Demarkation der Grenzlinie mit Montenegro.

In Haft sitzen weiterhin die Abgeordneten Albin Kurti und Donika Kadaj-Bujupi. Zwei oppositionelle Abgeordnete sind weiterhin auf der Flucht. Somit fehlen der Opposition vier sehr kräftige Stimmen im Parlament.

Die Abgeordnete von Vetëvendosje! und Vize-Parlamentspräsidentin Aida Dërguti sagte, das Aussschliessen der Abgeordneten der Opposition von den Sitzungen des Parlamentes steht im Wiederspruch zu der Geschäftsordnung des Parlaments. Sie kündigte weitere Proteste an.
“Wenn in einem Parlament keine Opposition mehr sitzt, dann ist es kein Parlament mehr.” Es sei das Ende der Demokratie.
Die Verhaftung der Abgeordneten erfolgte nach der Entscheidung des zuständigen Staatsanwaltes. Das Ausschliessen der Opposition von der Sitzung der Parlaments ist im Sinne der Sicherheit im Parlamentsgebäude, erklärte die kosovarische Polizei.
“Wenn das Parlament entscheidet, die Opposition von den weiteren Sitzungen auszuschliessen, dann schadet es der eigenen Legitimität. Wenn es von beiden Seiten keine Bereitschaft zum Dialog gibt, dann wird dies dem demokratischen Prozess im Land schaden”, sagte der politische Analyst Fisnik Korenica.

Das Ausschliessen der Opposition von den Sitzungen des Parlaments sei das Ende der Demokratie, schrieb der oppotisionelle Abgeordnete Ilir Deda auf Facebook. Solche Aktionen habe es nicht einmal in Russland, Venezuela oder Weisrussland gegeben.

“Dieser Akt ist das Ende der Regierung Thaci-Mustafa. Diese Koalition bildet das antidemokratischste Regime der letzten 16 Jahre.”

Nach dem Ausschluss der Opposition arbeiteten die Abgeordneten der Regierungsparteien 35 Punkte der Tagesordnung ab.

 

Gewaltsame Proteste in Prishtina nach Verhaftung einer Abgeordneten der Opposition

Die Verhaftung der oppositionellen Abgeordneten Donika Kadaj-Bujupi und der Versuch der Verhaftung von drei weiteren Oppositionellen Albin Kurti, Albulena Haxhiu und Faton Topalli führten zu gewaltsamen Protesten im Zentrum der kosovarischen Hauptstadt Prishtina. Angaben zufolge wurden vier Polizisten verletzt, 15 Demonstranten wurden verhaftet.
Die oppositionellen Demonstranten bewarfen die Polizei mit Steinen und sie antwortete mit Tränengas. Im Zentrum der Stadt herrschte das Chaos. Mülleimer wurden angezündet, Molotow-Coctails geworfen.

Die Demonstranten fordern die Freilassung der Abgeordneten Kadaj-Bujupi. Die Staatsanwaltschaft wirft ihr vor, im Sitzungssaal des Parlaments Tränengas eingesetzt zu haben. Die Abgeordnete geniesst Imunität – ein Verfahren zur Aufhebung der Imunität gab es nicht.

In einer Pressemitteilung informierte die kosovarische Polizei, dass sie von der Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen die Abgeordneten Albin Kurti, Donika Kadaj-Bujupi und Fatos Topalli erhalten hat. Sie sei verpflichtet, die Haftbefehle durchzusetzten.

Die Demonstranten wurden von den Chefs der Oppositionsparteien geführt. Unter den nicht mehr als einigen wenigen Hunderten Demonstranten war auch der von Staatsanwaltschaft und Polizei gesuchte Albin Kurti. Die Polizei schaffte es aber nicht, ihn zu verhaften.

Der Generalsekrtär von Vetëvendosje, Dardan Molliqaj, sagte, die Proteste werden nicht aufhören, bis die Abgeordnete Donika Kadaj-Bujupi freigelassen wird. “Es wird keine Normalität geben, solange die Abgeordnete in Haft ist. Entweder werden sie uns alle verhaften, oder sie freilassen”.

Kosovarische Opposition radikalisiert sich im Parlament

Die Situation im kosovarischen Parlament eskalierte, noch bevor die Sitzung richtig began. Die Abgeordnenten der Opposition setzten Tränengas ein. Auch vor dem Parlamentsgebäude gab es Szenen der Gewalt

Die Gewalt und die Spannungen zwischen den Regierungsparteien und der Opposition kehrten züruck ins kosovarische Parlament. Diesmal waren die Gewaltszenen sogar noch heftiger. Die Oppositionsparteien setzten neben Tränengas auch Pfeffersprey ein.

In der gestrigen Sitzung sollte das Projektbudget für das Jahr 2016 gelesen werden. Die Regierunsparteien brachten das Budget in Höhe von 1.6 Millarden Euro durch – allerdings in einem improvisierten Nebenraum im Parlament und ohne die Anwesenheit der Opposition.

Die Situation eskalierte noch bevor die Sitzung began. Der Abgeordnete der oppositionellen Lëvizja Vetëvendosje! sprühte durch die im Parlamentssaal präsenten Sicherheitsleute Pfeffersprey auf den Regierungschef Isa Mustafa. Infolgedessen brach Parlamentspräsident Kadri Veseli die Sitzung ab und die Abgeordneten der Regierungsparteien gingen in einen anderen Raum – die Abgeordneten durften nicht in den Nebenraum eintreten.

Die Geschehnisse im Parlament beobachteten der amerikanische Botschafter Greg Delewie und der EU-Vertreter Samuel Zbogar. Sie zeigten sich sehr enttäuscht.

“Es sind kriminelle Handlungen von einigen Individuen; die Institutionen des Staates müssen Massnahmen ergreifen. Solche Handlungen im Parlament sind untolerierbar und nicht hinnehmbar”, sagte Premierminister Isa Mustafa.

“Keiner kann das kosovarische Parlament blockieren und wir werden Null-Toleranz zeigen”, so Vize-Regierungschef Hashim Thaci.

Die Abgeordneten der Opposition setzten auch in den Gängen des Parlaments Tränengas ein. Infolgedessen mussten Albin Kurti und Albulena Haxhiu (beide von Lëvizja Vetëvendosje!) äzrtliche Hilfe suchen.

Tumulte gab es auch vor dem Parlamentsgebäude. Es gab Ausseinandersetzungen mit den Spezielkräften der Polizei. Auch die Abgeordneten der Opposition gingen mit der protestirenden Menschenmege. Laut Angaben der Oppoosition hat die Polizei versucht Albin Kurti zu verhaften – dies führte zu noch heftigeren Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Oppositionsanhängern.

In einer Medienmitteilung verurteilte die kosoarische Regierung die Gewalt aufs Schärfste. “Diese Gewaltakte sind gegen die Republik Kosova und gegen den Fortschritt, den wir mit den internationalen Partnern erreichen. Solche Handlungen führen zu Anarchie und Kriminalität. Die Regierung schätzt sehr den Einsatz der Mehrheit der Abgeordneten, die ihre Pflicht erfüllten, trotz Gefahren für ihre Gesundheit.”

Zudem forderte die Regierung alle Abgeordneten der Opposition, die gegen ihren Willen Teil der Aktionen und Handlungen einiger Individuen der Opposition werden, sich von ihnen zu distanzieren. Die verantwortlichen Organe des Staates sollen die nötigen Massnahmen ergreifen.

Die drei Oppositionsparteien Lëvizja Vetëvendosje!, die Allianz für die Zukunft Kosovas (AAK) und NISMA zeigten sich entschieden, dass es im Land keine politische Normalität geben kann, solange der Premierminister seine Unterschrift von den umstrittenen Abkommen mit Serbien zur Gründung des Bundes von Gemeinden mit serbischer Mehrheit und mit Montenegro zur Demarkation der Grenzlinie nicht zurückzieht.

“Es ist klar, dass es in Kosova keine Normalität geben kann, solange wir sehr schädliche Abkommen am Hals haben, die unsere Republik gefährden, sagte in einer Pressekonferenz der Vorsitzende von Lëvizja Vetëvendosje!, Visar Ymeri.

Der Vorsitzende der AAK Ramush Haradinaj betonte auch: “Es kann in Kosova keine Normalität geben, solange die Regierung diese Abkommen stützt”. Er rief die Regierungsparteien PDK und LDK dazu auf, die Krise nicht weiter zu verschärfen, durch die Stützung dieser schädlichen Abkommen.

Fatmir Limaj von NISMA sagte, die Staatsanwaltschaft sollte nicht zum Instrument der Politik werden. Die Staatsanwaltschaft solle umgehend Ermittlungen gegen diejenigen aufnehmen, die mit diesen Abkommen die Verfassung der Landes gebrochen haben.

Albanien teilt der Schmerz – und wird auch von der IS bedroht

Albaner erschüttert von den Terroranschlägen in Paris

Die Kosovaren zündeten Kerzen, politische Führer legten Blumenkränze vor dem französischen Botschaft. Das albanische Volk ist in diesen schwierigen Zeiten vereint mit den Franzosen
Die Terroranschläge von Paris, bei denen fast 160 Menschen umgebracht wurden, hat auch die Albaner in Kosova und in Albanien schockiert. Sie solidarisieren sich mit dem französischen Volk. In Prishtina zündeten die Menchen Kerzen an und brachten Blumen vor der französischen Botschaft in Prishtina.
“Tief erschüttert von den Terroranschlägen von Paris und vom Tod so vieler unschuldiger Menschen. Wir teilen den Schmerz mit Frankreich und stehen dem französischen Volk bei im Kampf  gegen den Terrorismus”, schrieb die kosovarische Staatspräsidentin Atifete Jahjaga in ihrem Facebook-Profil.
Veseli: Das Gute wird das Böse besiegen
Der Vorsitzende des kosovarischen Parlamentes Kadri Veseli legte einen Blumenkranz vor der französischen Botschaft nieder. “Diese barbarischen Anschläge haben alle tief erschüttert. Doch die französischen Werte, die wir auch teilen, werden für immer unerschüterlich weiter leben”, sagte Kadri Veseli der französischen Botschafterin Maryse Daviet.
Die Freiheit und die Menschenrechte werden auch diese Schlacht gegen den Terrorismus von religiösen Fanatikern besiegen, “genauso wie es im vergangenen Jahrhundet den Faschismus und den Komunismus besiegt haben”.
Botschafterin Daviet dankte Veseli für die Solidaritätsbekundungen des kosovarichen Volkes mit dem französischen Volk.
Auch Innenminister Skender Hyseni besuchte die französische Botschaft in Prishtina und traf sich mit der französischen Botschafterin Davies. In einem Brief an seinen französischen Amtskollegen schrieb Hyseni: “Das Innenministerium und die Republik Kosova fühlen mit dem französischen Volk und mit den Familien der Opfer. Kosova ist fest entschlossen, beim Kampf gegen den Terrorismus und den Exrtemismus zusammenzuarbeiten. Die Welt muss gemeinsam den Terrorismus bekämpfen.”

Haradinaj: Wir werden gemeinsam den Terrorismus bekämpfen

“Mir grosser Sorge habe ich die Entwicklungen in Paris verfolgt und bin sehr erschüttert. In diesen schmerzhaften Momenten teile ich den Schmerz der Franzosen und der Familien der Toten und der Verletzten. Liberté, Égalité, Fraternité”, schrieb Haradinaj in seinem Facebook-Profil. “Im Kampf gegen den Terror und für Freiheit und Demokratie werden wir gemeinsam stehen: gestern, heute, morgen”.
 
Islamische Gemeinde: Es ist ein makabrer Akt
 
“Mit Bestürzung haben wir die Nachrichten der Terroranschläge von Paris gehört, bei denen Hunderte von Menschen des Lebens beraubt wurden. In diesen Schwierigen Zeiten für Frankreich und die Franzosen teilen wir den Schmerz mit den Familienangehörigen der Opfer, mit dem französsichen Vollk und mit allen Menschen des guten Willens”, heisst es in der Reaktion der Islamischen Gemeinde in Kosova. “Wir glauben daran, dass Frankreich und die demokratische Welt sich nicht dem Bösen beugen wird.”
 
Der albanische Premierminister Edi Rama schrieb in einem Brief an seinem Amtskollegen: “Frankreich wurde ins Herz und in der Seele angegriffen von blindem Hass, Fanatismus und von der Verachtung des Lebens. Albanien und die Albaner, wo auch immer sie sind, fühlen mit der französischen Nation in dieser schwierigen Zeit.”
 
“Frankreich wurde angegriffen, weil es der Inbegriff der zivilisierten Welt und einer Gesellschaft ist, die fest an Menschenwürde, soziale Gerechtigkeit und allgemeinen Wohlstand glaubt”, heisst es weiter.
 
Unterdessen wurde bekannt, dass in die private E-Mail-Adresse des albanischen Innenministers Saimir Tahiri ein Drohbrief eingegangen ist. “Jetzt seid ihr dran. Der Krieg hat begonnen, gegen diejenigen, die den Islamischen Staats bekämpfen.” Die Behörden in Albanien haben Ermittlungen aufgenommen.

FDP Schweizer-Albanische Politikerin sieht “nur gerade aus”

Nazmije Ismaili hofft, dass sie viele Stimmen im Kanton Thurgau bei den anstehenden Wahlen erhalten wird.

Die Schweizer-Albanische Jungpolitikerin Ismaili wurde von der Jungen-FDP im thurgauischen Romanshorn nominiert. Die FDP ist eine freiheitliche Partei, die den Bürger nicht so sehr mit Regeln einschränkt, sagt Ismaili für albinfo.ch. Der Bürger soll selbst über sein eigenes Leben und seine Zukunft entscheiden können.
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“In den Politik gibt es für mich nun einen Weg, und zwar den liberalen Weg: weder links, noch rechts, sondern nur gerade aus. Als Frau möchte ich besonders die albanischen Frauen in der Schweiz ansprechen. Sie sollten ihr Leben selbst anpacken und sich für ihre Zukunft engagieren. Das Leben in der Schweiz ist sehr dynamisch und bietet viele Möglichkeiten, sich als Frau in der Politik einzusetzen, aber auch in anderen Bereichen im gesellschaftlichen Leben teilzuhaben”. Albanische Frauen sollten selbstbewusster sein, so Ismaili.
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Nazmije Ismaili ist eine ehrgeizige junge Frau – sie hofft auf ein gutes Ergebnis bei den Nationalwahlen. “Ich sehe mich selbst im Parlament”, sagt die Studentin, die in ihrer Freizeit gerne reist, liest und Golf spielt. Die 26 Jährige ist geboren und aufgewachsen in einer fünfköpfigen Familie in Arbon. Ihre Familie stammt aus Tetova in Mazedonien. Sie arbeitet als Buchhalterin bei der Helvetia und studiert Wirtschaft in St.Gallen. Ihre Grosseltern sind vor Jahrzehnten in die Schweiz gekommen.
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“Die Schweiz ist meine Heimat, ich liebe die Schweizer Kultur”, sagt Ismaili. Ihr gefällt die Schweizer Glaubwürdigkeit und Selbstbeherrschung. Es gebe aber viel zu viele unnötige und bürokratische Gesetze.

Für Naz7mije ist das Engagement der jungen Menschen in der Politik sehr wichtig. Und schliesslich möchte sie der Schweiz etwas von dem zurückgeben, was sie von der Schweiz erhalten hat.

Die Nationalratswahlen kommen näher und sie sollen bald an die Urne gehen

Am 18. Oktober 2015 ist es soweit!

Jedoch, bevor sie das machen, laden wir euch ein, zu einer Debatte mit albanisch- schweizerischen Kandidaten, die euch im Schweizer Parlament vertreten wollen.

Mit Etrit Hasler, Arber Bullakaj, Egzon Zhuta und Nazmije Ismajli, werdet ihr Teil der Debatte der Schweizer Nationalratswahlen. Prend Berisha und Veton Rrasaj von der Jung CVP grüssen diese Veranstaltung, jedoch sind sie verhindert teilzunehmen.

Wir begrüssen euch am Sonntag, dem 27. September 2015, von 13:30 Uhr mit Aperitiv im grossen Stadtsaal im Waaghaus St. Gallen.

 

Imam Alimi, Terrorkrieg Jihad, ein Muslim tötet keine unschuldigen Menschen

Alimi spricht über die Gefahr des islamischen Jihads, dem albanische Jugendliche in der Schweiz durch geheime und sehr vertrauliche Organisationen innerhalb eines Netzwerkes zum Opfer zu fallen beginnen, über die nicht einmal Gläubige der Schweizer Moscheen Kenntnis haben.

Den jüngsten Fall stellt Thaibox-Weltmeister Valdet Gashi dar. Er hat seine Frau und zwei kleine Kinder sowie Mutter und Vater verlassen und sich der schrecklichsten Terrororganisation, IS, angeschlossen, welche innerhalb des syrischen Territoriums für die Schaffung eines islamischen Staates gemäß der Scharia kämpft.

Albinfo.ch: Es besteht der Verdacht, dass in der Schweiz ein Netzwerk existiert, innerhalb dessen Jugendliche dazu angestiftet werden, nach Syrien in den Jihad zu ziehen. Sind Sie als Vertreter der Union und vom DIGO über solche Fälle wie Thaibox-Weltmeister Valdet Gashi informiert?

Bekim Alimi: Informationen aus erster Hand über diese Art von Organisationen haben wir natürlich nicht. Sie wissen ja, dass diese Organisationen verdeckt, persönlich und äußerst zuverlässig arbeiten. Diese arbeiten nur mit vertrauenswürdigen Personen. Und solche Fälle sind nicht mehr in der Schweiz, sondern ausserhalb.

Sie wissen ja, dass die Fälle, von denen Sie sprechen, nichts mit dem DIGO-Dachverband zu tun haben. Das ist in einem anderen Kanton geschehen. Aber egal wo sich unsere Jugend aufhält, wir haben die Verantwortung, wenn sie auf falschen Wegen aufwachsen und orientiert werden. Egal, ob sie in Genf oder in St. Gallen oder anderwo sind; sie sind unsere Söhne und Töchter, für die wir Verantwortung tragen müssen.

In den bekannten Schweizer Moscheen, in denen auch ich glücklicherweise als Imam tätig bin, kann ich den Menschen nahe sein. Aber solche Art von Personen verkehren nicht in unseren Kreisen. Doch selbst wenn diese auffällig werden, gibt es Leute, die darauf reagieren können. Deshalb denke ich, dass sie andere Orte aufsuchen, um die sie sich kreisen, da sie nichts mit den anerkannten Schweizer Moscheen zu tun haben.

Albinfo.ch:  Beschäftigen Sie sich als Union oder DIGO mit dieser Problematik? Behandeln Sie dieses Thema? Wenn ja, welche Vorsorgemaßnahmen ergreifen Sie, um derartige Fälle zu verhindern?

Bekim Alimi: Dieses Thema entwickelt sich auf zwei Ebenen. Auf der ersten Ebene gibt es das interne Segment zwischen den Imamen oder Moscheen, unter denen das Thema natürlich oft diskutiert wird. Sowohl in der Ostschweiz als auch in der Union der Imame wird dieses Thema ausführlich behandelt, da in diesem Fall unsere Moscheen, unsere Eltern und auch wir selbst die direkten Betroffenen sind. Denn es ist ein äusserst ernsten Thema, das uns ausserordentlich beschäftigt.

Auf der zweiten Ebene gibt Probleme, die uns von Seiten der Eltern auftreten. Es gibt zum Beispiel Eltern, die von einem Fall betroffen sind oder Angst vor einer derartigen Situation haben. Deshalb stellen sie sich bei deren Imam, bei DIGO oder in deren Einheit vor. Doch bisher habe ich keine Informationen darüber, ob sich jemand in der Form gemeldet hat; außer vielleicht mit dem verstorbenen Dr. Hisham, falls er direkte Informationen gehabt hat.

Albinfo.ch: Aber Sie haben keine Maßnahmen zur Verhinderung solcher Fälle, oder wie läuft das?

Bekim Alimi: Ich sage es noch einmal: die meisten Präventionsmaßnahmen werden von Imamen durchgeführt, beziehungsweise von der Union der albanischen Imame, die wir als Dachverband bezeichnen können, weil auch der Dachverband über die Imame agiert, da sie den Menschen nahe sind.

Ich selbst fungiere als Imam und arbeite mit Imamen zusammen. Vor allem in schweren Fällen, in der laufenden Darstellung von Beispielen haben wir Freitagspredigten zu diesem Thema organisiert und uns nur auf diese Richtung konzentriert. Dies ist eine der Präventionsmaßnahmen, die der Gemeinde gezeigt hat, wo das Problem liegt, und was in dieser Hinsicht der reine Islam und der gemäßigte Islam sind. Zu den Präventionsmaßnahmen gehören auch die Schriften, die wir auf der Webseite der Imame in der Schweiz veröffentlichen, „Ich bin albanischer Muslim in der Schweiz”. Dort sehen Sie, wie die Union nicht nur diese Fälle verurteilt, sondern auch konkret mit unterschiedlichen Seminaren von unseren und anderen Imamen dagegen arbeitet. Als Dachverband haben wir innerhalb dieses Monats, in dem ich hier arbeite, noch nichts Konkretes in dieser Hinsicht zu verzeichnen.

Albinfo.ch: Welchen Appell haben Sie als maßgebender Imam in der Region an Jugendliche, die dem Jihad positiv gestimmt sind oder sich diesem anschliessen?

Bekim Alimi: Mein Appell drückt in erster Linie aus, dass sie kein Recht darauf haben, den Krieg, den sie dort ausfechten wollen, als Jihad zu bezeichnen. Ich verstehe nicht, inwiefern dies ein Jihad sein soll, wenn ein Muslim andere Muslime tötet, oder wenn ein Muslim unschuldige Menschen tötet. Ich verstehe nicht, von welchem Jihad hier die Rede sein soll!

Ich rufe die Jugendlichen in erster Linie auf, nicht zum Opfer von Fehlinformationen und negativer Propaganda zu werden. Zweitens möge Syriens Volk, dem wir baldigen Frieden wünschen und für das wir vor allem im Fastenmonat Ramadan beten, mit Gottes Hilfe ein freies Volk werden, wie alle anderen Völker dieser Welt. Ich glaube nicht, dass Syriens Volk auf 50 junge albanische Männer aus der Schweiz angewiesen ist, die dort hingehen und das Land befreien sollen. Syriens Volk ist ein Flüchtling in vielerlei Hinsicht. So würde ich die Jugendlichen zuerst um die Fähigkeit zur Verdeutlichung des wahren und nicht des euphorischen Islams bitten. Gleichzeitig zu überprüfen, was deren Anwesenheit oder auch von 50 weiteren in einem Millionenvolk beeinflussen soll.

Albinfo.ch: Sie verurteilen die Morde in Syrien. Verstehen Sie diese als Terrorakte?

Bekim Alimi: Natürlich verstehen wir die IS-Gruppe als terroristisch und natürlich verstehen wir deren Akte als unislamisch und illegitim. Wenn Menschen außerhalb der Städte durch Wüsten gezogen, getötet und auf brutale Weise geschlachtet werden, denken sie, es ist der Islam, oder sie denken, dass sie den Islam repräsentieren. In keiner Weise ist dies der Fall. Wir stellen uns entschieden gegen diese Taten und Meinungen.

Albinfo.ch: Kann man sagen, dass die albanischen Jungendlichen, die sich bewusst oder unbewusst dem Jihad anschliessen, tatsächlich zum Bestandteil einer terroristischen Organisation werden?

Bekim Alimi: Ich kann nicht für sie sprechen, zu was sie werden und zu was nicht. Wir können über eine terroristische Gruppe sprechen, wenn wir ihre Taten sehen. Was wir bis jetzt über die Taten der Gruppe, die sich in Syrien aufhält, wissen, ist, dass sie nicht aus dem Islam resultiert und nicht mit dem Islam propagiert. Das ist alles, was gegen den Islam sein kann. Und diese sind mit Sicherheit Terroristen auf höchster Stufe. Aber diese jungen albanischen Männer, egal ob sie bewusst oder unbewusst dem Jihad zugeneigt sind, können nicht als negative Fälle eingestuft werden, solange wir keine bösen Taten von ihnen gesehen haben, Gott bewahre. Aber wir möchten sie zum Bewusstsein aufrufen. Wir möchten sie aufrufen, ihre eigenen Angelegenheiten zu klären, bevor sie sich für einen solchen falschen Weg entscheiden. Weil der Islam eben nicht besagt, dass Menschen getötet werden sollen und vor allem nicht andere Muslime.