Religion
Die Jihad-Falle
In den letzten Monaten wurden immer mehr Fälle von Individuen albanischer Herkunft aus Kosova, Mazedonien oder aus der Diaspora bekannt, die sich den Jihadisten anschliessen, die in Syrien und im Irak mit extremer Gewalt einen islamischen Staat auf der Grundlage der Scharia errichten wollen. Die Anzahl dieser Individuen aber auch der Opfer ist beunruhigend, wenn man sie in der demographischen Relation der muslimischen Albaner und der anderen Volksgruppen auf dem Balkan setzt.
Die auf dem Balkan rekrutierten Kandidaten sind Opfer einer Verführung, die sicher ideologischer politisch-religiöser oder aber auch materieller und existentieller Natur ist. Die Balkanländer werden von einer zutiefst korrupten politischen Klasse regiert, die keine politische Legitimität gegenüber dem Volk geniesst. Ein Grossteil der Bevölkerung dieser Länder lebt unter der Grenze der extremen Armut. Demzufolge haben junge Menschen grosse Zweifel und Ängste bezüglich ihrer Zukunft. In einem solchen Ambiente haben jihadistische Rekrutierungszellen leichtes Spiel, neue Jihadisten zu finden. Solche Zellen haben sich mit erstaunlicher Leichtigkeit auf dem Balkan bilden können, insbesondere im Rahmen der Hilfen zum Wiederaufbau in der Nachkriegszeit in Kosova, Mazedonien und Bosnien-Herzegovina.
Waren tappen junge Menschen aus dem Balkan oder aus der Diaspora in der Jihadisten-Falle? Wie kann man diese Entwicklung erklären und verstehen? Was passiert in den Köpfen von jungen Menschen, wenn sie der neosalafistischen Propaganda ausgesetzt sind? Wie werden neue Jihad-Kandidaten rekrutiert? Warum machen sich soviele junge Menschen aus der Diaspora auf die Jihad-Reise, wie zuletzt der prominente Fall von Valdet Gashi?
In unserem Dossier gehen wir diesen Fragen nach und versuchen, Antworten zu finden, auch für betroffene Eltern und Familien.
Ähnliche Artikel
Weitere aus Religion

Ein würdiger Ort für alle – Weinfelden debattiert über das neue Friedhofreglement
- „Die Albanische Moschee – Haus des Friedens“ und die Reformierte Kirche gemeinsam am Iftar-Tisch
- Alle Zweifel bezüglich Antisemitismus sind ausgeräumt, “Baba News” kann die Durchführung der Kurse fortsetzen
- BA reicht Anklage gegen eine Person ein wegen Unterstützungshandlungen für den IS und die Al-Qaïda
E-Diaspora
-
Ministerin Spiropali als Ehrengast beim Wiener Opernball Spiropali auf besondere Einladung der österreichischen Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten, Beate Meinl-Reisinger... -
Bavari: Die Schüler der Diaspora bringen die albanische Kultur zum Kulturfest in Landshut. -
Dardan Shabani debütiert als Autor in Genf mit der absurden Komödie “Carafes” -
Der “Student” von Zürich bekräftigt die albanische Identität im akademischen Raum. -
Heute wird in Den Haag für die ehemaligen Kämpfer der UÇK demonstriert.
Leben in Österreich
-
Ministerin Spiropali als Ehrengast beim Wiener Opernball Spiropali auf besondere Einladung der österreichischen Bundesministerin für europäische und internationale Angelegenheiten, Beate Meinl-Reisinger... -
„In Between“ – Die Ausstellung von Albana Ejupi, wo Malerei auf Skulptur trifft. -
Der “Albanische Kulturtag” kehrt nach Graz zurück, die Albaner versammeln sich am 28. September. -
Edona Bilali bringt zwei österreichische Doktoratsprogramme nach Shkodra. -
Literaturstunde mit der Übersetzerin Andrea Grill












