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Tag der Muttersprache – Verantwortung der Väter
Heute ist ein besonderer Tag – nicht nur ist heute der Geburtstag meiner Tochter, sondern es ist auch der internationale Gedenktag der Muttersprache. Als zweisprachiger Vater in der Schweiz stelle ich mir kritische Fragen zur Thematik.
Obwohl Albanisch im nationalen Ranking der Fremdsprachen gleich nach Englisch an zweiter Stelle im deutschsprachigen Raum steht, erhalten die meisten Kinder zuhause keinen angemessenen Förderung der Muttersprache und auch nach ihrer Einschulung kommt der HSK-Unterricht nur bedingt ihren schulischen Bedürfnissen nach. Dadurch verlieren viele schrittweise ihre Muttersprache Albanisch und wechseln zur dominierenden Sprache Deutsch.
Weniger als 1% der Literatur in der Schweiz ist albanischsprachig, was im krassen Widerspruch zum gesellschaftlichen Wandel steht.
Als zweisprachige Väter haben wir eine Verantwortung, zeitgemässe Antworten auf folgende Fragen zu finden: Wie können wir sicherstellen, dass die Erhaltung der Erstsprache auch für unsere Kinder attraktiv ist bzw. sinnvoll erscheint? Wie fördern wir unsere Kindern, auch wenn die Ressourcen auf institutioneller Ebene (Herkunftsland, HSK-Unterricht) begrenzt sind? Wie können wir unsere Kinder unterstützen, wenn sie mit Druck zuhause oder mit Einschränkungen ihrer Muttersprache in der Schule konfrontiert sind?
Es ist wichtig, dass wir uns als zweisprachige Väter bewusst machen, wie wertvoll die Muttersprache ist – nicht nur für unsere Kinder, sondern auch für die gesamte Gesellschaft. Auch wenn wir vergleichsweise mit ungünstigen Voraussetzungen die gleichen Pflichten erfüllen müssen, wie alle anderen zweisprachigen Väter auch, so sollten wir dennoch unser Bestes geben, um die Muttersprache unserer Kinder zu erhalten.
Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass die nächste Generation unsere Sprache und Kultur weiterträgt – und das beginnt damit, dass wir uns heute diese wichtigen Fragen stellen.
Driter Gjukaj
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