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Mira Murati sagt im Prozess Musk-Altman aus: “Sam Altman sorgte bei OpenAI für Chaos”

Die ehemalige Technologiechefin von OpenAI wirft Altman widersprüchliches Verhalten vor, während der Prozess in seine dritte Woche geht

Der viel beachtete Prozess zwischen den beiden großen Technologiefiguren Elon Musk und Sam Altman hat Spannungen und Hintergründe rund um den Aufstieg von OpenAI offengelegt, während das Gerichtsverfahren in dieser Woche in seine dritte Phase eingetreten ist, berichtet albinfo.ch.

Laut Berichten von The Guardian haben Musks Anwälte Aussagen ehemaliger Führungskräfte des Unternehmens, private Nachrichten, Notizen und interne E-Mails genutzt, um Altman als einen unzuverlässigen und in seinen Entscheidungen instabilen Führungspersönlichkeit darzustellen.

Im Mittelpunkt dieser Woche stand die Videoaussage von Mira Murati, der ehemaligen Technologiechefin von OpenAI, die das Unternehmen 2024 verlassen hat. Murati, die einst als eine der engsten Vertrauten Altmans galt, erklärte vor Gericht, dass er innerhalb des Unternehmens “Chaos” geschaffen habe und eine widersprüchliche Kommunikationsweise gehabt habe.

Ihr zufolge hatte Altman ein Verhaltensmuster, bei dem “er einer Person etwas sagte und einer anderen genau das Gegenteil”, was Unsicherheit und Spannungen im Management auslöste.

Das Gericht prüfte außerdem Textnachrichten aus dem Jahr 2023, die Altman an Murati geschickt hatte, während der Vorstand von OpenAI ihn vorübergehend als CEO abgesetzt und ihm mangelnde Transparenz vorgeworfen hatte. In diesen Nachrichten bat Altman Murati um Informationen über die Entscheidung des Vorstands und über seine Zukunft im Unternehmen.

“Kannst du mir allgemein sagen, ob es gut oder schlecht aussieht?”, schrieb Altman, worauf Murati antwortete: “Ganz allgemein, sehr schlecht.”

Muratis Aussage war nur eine von mehreren Erklärungen, die Zweifel am Führungsstil Altmans aufwarfen. Das ehemalige Vorstandsmitglied Helen Toner erklärte, es habe “ein besorgniserregendes Muster in Bezug auf seine Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit” gegeben, während das andere frühere Vorstandsmitglied Natasha McCauley behauptete, Altman habe “wiederholt Krisen” im Unternehmen verursacht.

In den jüngsten Anhörungen wurde auch der Mitbegründer von OpenAI und ehemalige wissenschaftliche Leiter Ilya Sutskever als Zeuge geladen. Er erklärte, ernsthafte Bedenken hinsichtlich der Art gehabt zu haben, wie Altman das Unternehmen führte, sowie bezüglich seiner Glaubwürdigkeit.

Altman weist die Vorwürfe von Musk unterdessen zurück und wird in den kommenden Tagen voraussichtlich selbst aussagen. Das Gerichtsverfahren bezieht sich auf Musks Behauptungen, OpenAI habe gegen die ursprünglichen Gründungsvereinbarungen verstoßen, indem sich das Unternehmen von seiner gemeinnützigen Mission entfernt und sich zu einer gewinnorientierten Struktur entwickelt habe./Albinfo.ch