Kosovo plant, die Kapazitäten der Kosovo-Sicherheitskraft (FSK) weiter auszubauen. Im Mittelpunkt stehen dabei die Luftverteidigung, die Beschaffung von Hubschraubern und die Stärkung der militärischen Fähigkeiten, berichtet albinfo.ch.
Verteidigungsminister Ejup Maqedonci hat mitgeteilt, dass der Kommandant der FSK eine Anfrage an die Vereinigten Staaten gerichtet hat, um Gespräche über einen möglichen Kauf von Hubschraubern aufzunehmen. Laut Maqedonci würde die Beschaffung über das amerikanische FMS-Programm erfolgen, in dessen Rahmen das US-Kriegsministerium die entsprechenden Beschaffungsverfahren abwickelt.
Maqedonci betonte, dass der Ausbau der Luftverteidigung und der Schutz des Luftraums vor möglichen Angriffen zu den künftigen Prioritäten des Kosovo gehören. In dieser Angelegenheit arbeiten die kosovarischen Institutionen nach seinen Angaben mit den amerikanischen Partnern zusammen.
FSK baut ihre Waffensysteme weiter aus
Der Minister erklärte, dass Kosovo in den vergangenen drei bis vier Jahren in verschiedene Waffensysteme investiert habe. Dazu gehören vier Arten von Panzerabwehrsystemen, Mörser, Militärfahrzeuge und mobile Artilleriesysteme.
Neben der Erweiterung der militärischen Ausrüstung hat die FSK auch neue Einheiten geschaffen, darunter eine Spezialeinheit für militärische Operationen sowie eine Einheit für unbemannte Luftfahrzeuge. Laut Maqedonci wurden diese Kapazitäten auf Grundlage der aktuellen Sicherheitsbedürfnisse entwickelt und nicht ausschliesslich anhand der früheren Übergangspläne.
Er erklärte, dass der umfassende Übergangsplan, den das Parlament des Kosovo 2018 verabschiedet hatte, auf einer Risikoanalyse aus dem Jahr 2014 beruhte. Aus diesem Grund werde die weitere Entwicklung der FSK an die veränderten Rahmenbedingungen und die neuen Verteidigungsanforderungen angepasst.
530 neue Mitglieder auf dem Weg zum Ziel von 5’000 aktiven Angehörigen
Die FSK rekrutiert derzeit weitere 530 Mitglieder, die laut dem Minister ihre Ausbildung beim Kommando für Doktrin und Ausbildung in Ferizaj abschliessen.
Mit diesen Neueinstellungen soll die im Übergangsplan vorgesehene Zahl von 5’000 aktiven Angehörigen erreicht werden.
Maqedonci zeigte sich überzeugt, dass die FSK bis 2028 in der Lage sein werde, das Territorium des Kosovo zu verteidigen. Gleichzeitig betonte er, dass der Ausbau der militärischen Fähigkeiten auch nach diesem Zeitpunkt fortgesetzt werde.
Parallel zum Aufbau einer professionellen Armee strebt Kosovo die Entwicklung eines umfassenden Verteidigungssystems an. Dabei sollen Bürgerinnen und Bürger sowie Institutionen festgelegte Aufgaben bei der Bewältigung von Krisensituationen übernehmen, einschliesslich Naturkatastrophen.
Maqedonci: Serbien verfügt über 48 Stützpunkte nahe der Grenze zum Kosovo
Zur aktuellen Sicherheitslage erklärte der Minister, dass diese stabil sei. Dabei verwies er auf die Arbeit der kosovarischen Polizei, des kosovarischen Nachrichtendienstes sowie auf die Zusammenarbeit mit internationalen Partnern.
Gleichzeitig äusserte er Besorgnis über die militärischen Kapazitäten Serbiens und die Präsenz serbischer Streitkräfte in Grenznähe zum Kosovo.
Nach Angaben von Maqedonci verfügt Serbien auf seinem Staatsgebiet über 48 vorgeschobene operative Stützpunkte der Armee und der Gendarmerie. Diese befinden sich in einer Entfernung von etwa 500 Metern bis fünf Kilometern von der Grenze zum Kosovo. Der Minister erklärte, dass die kosovarischen Institutionen dieses Thema auch gegenüber der NATO und internationalen Partnern angesprochen hätten.
Darüber hinaus erklärte Maqedonci, dass drei der vier Brigaden der serbischen Armee im Süden Serbiens stationiert seien, insbesondere in den Regionen Raška, Niš und Vranje. Als weiteren Grund zur Sorge um die regionale Sicherheit nannte er die Beschaffung moderner Waffensysteme aus China, darunter auch Hyperschallraketen.
Maqedonci betonte, dass Kosovo die Zusammenarbeit mit seinen internationalen Partnern fortsetzen werde, um seine Verteidigungsfähigkeiten weiter zu stärken. Ziel sei es, die FSK und die anderen Sicherheitsinstitutionen in die Lage zu versetzen, das Staatsgebiet und die Bevölkerung des Kosovo zu schützen./Albinfo.ch