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Albaner gehören zu den Gemeinschaften mit den kleinsten Wohnungen in der Schweiz

Schweizer Bürger verfügen im Allgemeinen über doppelt so viel Wohnraum pro Person wie Staatsangehörige aus Nordmazedonien, dem Kosovo usw., die hier leben.

Ein ausführlicher Artikel der Zeitung Blick befasst sich mit dem Wohnraum in der Schweiz und analysiert dessen Verteilung nach den verschiedenen Bevölkerungsgruppen. “Der Wohnraum ist in der Schweiz ungleich verteilt. Je nach Nationalität gibt es erhebliche Unterschiede.

So verfügen Schweizer Bürger im Allgemeinen über doppelt so viel Wohnraum pro Person wie Staatsangehörige aus Nordmazedonien, die hier leben”, heisst es in dem Artikel.

Staatsangehörige aus Nordmazedonien verfügen mit 25,1 Quadratmetern pro Person über den geringsten Wohnraum, wobei bekannt ist, dass mehr als 90 Prozent von ihnen Albaner sind, berichtet albinfo.ch. In Appenzell Innerrhoden verfügen Schweizer Einpersonenhaushalte dagegen über 96 Quadratmeter Wohnfläche, während ausländische Haushalte 66,2 Quadratmeter haben.

Doch auch unter den Ausländern gibt es deutliche Unterschiede. Briten verfügen beispielsweise über Wohnungen, die fast so gross sind wie jene der Schweizer. Eine Frau mit nordmazedonischer Staatsangehörigkeit hat im Durchschnitt nur halb so viel Wohnraum wie eine Schweizerin. Dies zeigen die Bundesstatistiken. Die Zeitung Blick hat die Daten gemeinsam mit dem Soziologen Ganga Jey Aratnam ausgewertet.

Portugal, Türkei, Serbien, Kosovo und Nordmazedonien: Dies sind die Nationalitäten mit dem geringsten Wohnraum. Die Werte reichen von 25,1 Quadratmetern pro Person bei Staatsangehörigen aus Nordmazedonien bis zu 31,5 Quadratmetern bei Portugiesen. “Diese Ausländer können sich die hohen Mieten für grosse Wohnungen nicht leisten”, sagt Jey Aratnam. Zudem arbeiten sie häufiger in schlechter bezahlten Berufen.

“Hinzu kommt: Während junge Schweizer aus dem Elternhaus ausziehen und eine eigene Wohnung beziehen, ist dies beispielsweise in kosovarischen Familien aus kulturellen Gründen weniger üblich”, betont die Zeitung. Dadurch leben mehr Menschen in einem Familienhaushalt, was zu weniger Wohnraum pro Person und weniger Privatsphäre führt.

Die Schweizer kennen die Tricks und profitieren davon

Unabhängig vom Kanton verfügen Schweizer Haushalte überall über deutlich mehr Wohnraum als ausländische Haushalte. Die Unterschiede können bis zu 30 Prozent betragen. In Appenzell Innerrhoden verfügen Schweizer Einpersonenhaushalte über 96 Quadratmeter Wohnfläche, ausländische Haushalte dagegen nur über 66,2 Quadratmeter. In Uri hat ein Schweizer Einpersonenhaushalt beispielsweise 88,6 Quadratmeter zur Verfügung. Ausländische Einpersonenhaushalte verfügen hingegen nur über 66,5 Quadratmeter, also über mehr als ein Zimmer weniger.

“Deutsche und Niederländer beanspruchten früher mehr Wohnraum als die Schweizer”, sagt Jey Aratnam. Es gibt mehrere Gründe dafür, weshalb die Schweizer inzwischen “aufgeholt” haben. Einerseits leben mehr Rentner allein in grossen Wohnungen oder Häusern, nachdem ihre Kinder ausgezogen sind. Gleichzeitig leben auch viele junge Schweizer allein.

“Die Schweizer Bevölkerung kann sich die Mieten ebenfalls leisten”, sagt Jey Aratnam. Zudem verfügen Einheimische häufig über bessere Netzwerke und können deshalb schneller und einfacher grössere und günstigere Wohnungen finden, insbesondere in Wohnbaugenossenschaften in den grossen Städten.

In Genf leben Ausländer in Mehrpersonenhaushalten auf vergleichsweise engem Raum. Dort stehen ihnen 28,1 Quadratmeter pro Person zur Verfügung, während Schweizer Einwohner in Genf 36,3 Quadratmeter haben. Landesweit verfügen Schweizer Mehrpersonenhaushalte im Thurgau über den meisten Wohnraum. Schweizer Einwohner haben dort 50,7 Quadratmeter Wohnfläche pro Person zur Verfügung, gegenüber 34,3 Quadratmetern bei ausländischen Einwohnern.

Unter den Schweizer Haushalten weist Basel-Stadt mit 39 Quadratmetern pro Person den zweitniedrigsten Wert nach Genf auf. In den städtischen Kantonen sind die Mieten höher, während in ländlicheren Kantonen viele Einfamilienhäuser zu finden sind, berichtet albinfo.ch.

Hohe Mieten sind jedoch nicht der einzige Grund, wie Jey Aratnam erklärt. “Vor allem in Basel gibt es viele geschützte Gebäude”, sagt der Soziologe. Die Möglichkeiten für Erweiterungen sind begrenzt. “Und Wohnbaugenossenschaften gehen sparsam mit dem Boden um, während grosse Wohnungen bei Neubauten in ländlichen Gebieten boomen.”

Sollten Rentner Platz machen?

Rentner verfügen über deutlich mehr Wohnraum. Sie leben auf 72,2 Quadratmetern pro Person, während der Schweizer Durchschnitt bei 46,6 Quadratmetern liegt. Der Grund lässt sich einfach erklären: Rentner besitzen häufig ein Haus, das ursprünglich mit genügend Platz für eine ganze Familie gebaut wurde. Obwohl sie nach dem Auszug ihrer Kinder keine zusätzlichen Zimmer mehr benötigen, machen ihre niedrigen Hypothekarkosten einen Umzug in eine kleinere Wohnung oft finanziell unattraktiv.