Nachrichten

Ein weiterer Versuch, das Schicksal der gewaltsam verschwundenen Personen aus dem Kosovo aufzuklären

Die kosovarische Delegation übergab dem UN-Ausschuss gegen das Verschwindenlassen ein offizielles Ersuchen zu den Vermissten aus dem Kosovo

Heute traf sich eine Delegation, bestehend aus Herrn Andin Hoti, Minister in der Regierung der Republik Kosovo, Frau Mirishahe Limani Hiler, Gründerin und Präsidentin des Kulturvereins “Dora D’Istria” in Genf, sowie weiteren Unterstützern aus der albanischen Diaspora am Sitz der Vereinten Nationen in Genf mit Vertretern des UN-Ausschusses gegen das Verschwindenlassen und des Büros des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte.

“Bei dem Treffen haben wir die Frage der während des Krieges im Kosovo gewaltsam verschwundenen Personen angesprochen und ein stärkeres internationales Engagement gefordert, um ihr Schicksal aufzuklären. Auch mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Ende des Krieges warten die Familien weiterhin auf Antworten über das Schicksal ihrer Angehörigen”, sagt Herr Hoti gegenüber albinfo.ch.

“Da Serbien Vertragsstaat des Internationalen Übereinkommens zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen ist, haben wir gefordert, dass es für die Erfüllung der sich aus diesem Übereinkommen ergebenden Verpflichtungen zur Verantwortung gezogen wird. Dazu gehören die Pflicht zur Zusammenarbeit bei der Aufklärung des Schicksals und des Aufenthaltsortes vermisster Personen, die Bereitstellung relevanter Informationen sowie die Gewährleistung des Rechts der Familien, die Wahrheit zu erfahren”, heißt es weiter.

“Den Vertretern der UNO wurde zudem ein offizielles Ersuchen mit dem Titel “Brief aus dem Kosovo” übergeben, mit dem eine Intensivierung der internationalen Bemühungen gefordert wird, um Informationen und Dokumente zu sichern, die bei der Lokalisierung vermisster Personen, der Aufklärung der Umstände ihres Verschwindens und der Förderung der Gerechtigkeit helfen können.

Die Frage der gewaltsam verschwundenen Personen darf weder zum Opfer der Zeit noch des politischen Willens werden. Die Familien haben das Recht, die Wahrheit zu erfahren.

Das Treffen fand in einer konstruktiven Atmosphäre statt, wobei klar der Wunsch zum Ausdruck gebracht wurde, die Zusammenarbeit auch in Zukunft fortzusetzen. Zugleich wurde die Rolle der albanischen Zivilgesellschaft in Genf besonders gewürdigt”, heißt es abschließend.