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Nur eines von 30 albanischen Kindern in der Schweiz besucht den Albanischunterricht, Ziel ist eine Verdoppelung bis 2036

Die Konferenz, die am 29. August 2026 in Zürich stattfand, brachte Lehrkräfte, Eltern und Vertreter albanischer Organisationen zusammen, um über eine der größten Herausforderungen der Diaspora zu diskutieren: die albanische Sprache bei den in der Schweiz geborenen und aufgewachsenen Generationen zu bewahren und weiterzugeben.

In Zürich fand die Konferenz zum ergänzenden Albanischunterricht in der Schweiz statt, bei der über die aktuelle Lage, die Herausforderungen und die Zukunft der albanischen Schule diskutiert wurde. Die präsentierten Daten zeigen eine besorgniserregende Realität: Von rund 55.000 bis 60.000 albanischsprachigen Kindern im schulpflichtigen Alter besuchen nur 1.808 den Albanischunterricht. Ziel für die kommenden zehn Jahre ist es, die Strukturen zusammenzuführen, die Zahl der Schülerinnen und Schüler zu erhöhen und die albanische Schule zu modernisieren.

Die Konferenz, die am 29. August 2026 in Zürich stattfand, brachte Lehrkräfte, Eltern und Vertreter albanischer Organisationen zusammen, um über eine der größten Herausforderungen der Diaspora zu diskutieren: die albanische Sprache bei den in der Schweiz geborenen und aufgewachsenen Generationen zu bewahren und weiterzugeben.

Den präsentierten Angaben zufolge sprechen in der Schweiz mehr als 250.000 Menschen zu Hause Albanisch, während schätzungsweise rund 55.000 bis 60.000 albanischsprachige Kinder im schulpflichtigen Alter sind.

Dennoch sind nur 1.808 Schülerinnen und Schüler an der albanischen Schule eingeschrieben. Das entspricht rund 3,3% oder lediglich einem von 30 Kindern.

Albanisch zu Hause zu sprechen reicht nicht aus

 

Als einer der Gründe für die geringe Teilnahme wurde die Überzeugung mancher Eltern genannt, dass Kinder ausreichend Albanisch lernen, wenn sie die Sprache zu Hause sprechen.

Auf der Konferenz wurde betont, dass die alltägliche Kommunikation in der Familie einen strukturierten Unterricht im Lesen, Schreiben und in der sprachlichen Entwicklung nicht ersetzen kann.

Als weitere Hindernisse wurden die Entfernung zu den Unterrichtsorten, Zeitmangel aufgrund der Schule und anderer Aktivitäten sowie die Wahrnehmung genannt, dass Albanisch für die berufliche Zukunft der Kinder nur einen geringen Wert habe.

Albanische Schule in 17 Kantonen

Der ergänzende Albanischunterricht in der Schweiz blickt auf eine Tradition von mehr als drei Jahrzehnten zurück und ist heute in 17 Kantonen vertreten.

Den präsentierten Angaben zufolge gibt es mehr als 70 Lehrkräfte, über 152 Klassen und 1.808 eingeschriebene Schülerinnen und Schüler.

In absoluten Zahlen liegt Zürich mit 697 Schülerinnen und Schülern an der Spitze, gefolgt von Aargau mit 214, Genf mit 201, Waadt mit 174 und Bern mit 159. Die Unterschiede zwischen den Kantonen werden jedoch deutlicher, wenn die Zahl der Schülerinnen und Schüler mit der Gesamtzahl der albanischsprachigen Kinder verglichen wird.

Genf zeigt, dass mehr möglich ist

In Genf besuchen 8,2% der albanischsprachigen Kinder den Albanischunterricht, also etwa eines von zwölf Kindern.

Danach folgen Zürich mit 5,8%, Waadt mit 4,4%, Bern mit 3,3%, Aargau mit 2,9%, St. Gallen mit 1,8% und Solothurn mit 1,2%.

Das Beispiel Genf wurde als Beleg dafür präsentiert, dass die Teilnahme auch in den anderen Kantonen deutlich gesteigert werden kann. “Eine Verdoppelung braucht keine Wunder, sondern Organisation und Engagement”, lautete eine der Botschaften der Präsentation.

Besorgniserregende Zahlen auch im regulären Schulunterricht

Ein Teil der Konferenz widmete sich auch der Situation albanischer Kinder im Schweizer Bildungssystem.

Den für die Primarstufe in Genf präsentierten Daten zufolge, unter Bezugnahme auf SRED/DIP, wiederholen 5,7% der albanischen Schülerinnen und Schüler eine Klasse. Bei portugiesischen Schülerinnen und Schülern sind es 5,1%, während der Gesamtdurchschnitt bei 2% liegt.

Werden albanische und portugiesische Schülerinnen und Schüler aus dem Vergleich herausgenommen, liegt die präsentierte Quote bei 1,1%. Weitere Daten zeigten ebenfalls, dass sich die Unterschiede in den ersten Schuljahren vergrößern.

In der Klasse 2P wurde die Wiederholungsquote bei Schülerinnen und Schülern mit einer anderen Familiensprache mit 1,5% angegeben, gegenüber 0,4% bei französischsprachigen Schülerinnen und Schülern. In 3P lag das Verhältnis bei 2,8% zu 1,3%, in 4P bei 4,2% zu 1,6%. Auch im sonderpädagogischen Unterricht zeigte sich ein Unterschied: 1,7% der albanischsprachigen Kinder gegenüber 0,7% der französischsprachigen Kinder.

Diese Statistiken belegen für sich allein nicht, dass die Sprache die Ursache für Unterschiede beim schulischen Erfolg ist. Sie zeigen jedoch, dass eine frühere Unterstützung und Analyse der sprachlichen und schulischen Entwicklung der Kinder notwendig ist.

Von ehrenamtlicher Organisation zur Professionalisierung

Eines der wichtigsten vorgestellten Ziele war die Professionalisierung der albanischen Schule.

Das vorgeschlagene Modell sieht vor, dass die kantonalen Strukturen ihre lokale Arbeit fortsetzen, sich jedoch in einer föderativen Struktur zusammenschließen. Das Ziel lautet: “eine Stimme, eine Datenbank, einheitliche Regeln”.

Geplant sind eine gemeinsame Datenbank für Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte, eine geregelte Verwaltung und Rechnungsstellung, klare kantonale Strukturen sowie der Schutz personenbezogener Daten nach Schweizer Vorschriften.

Für die Eltern soll dies eine klarere Anmeldung, korrekte Rechnungen und Lehrkräfte bedeuten, die von einer modernen Verwaltung unterstützt werden.

Drei Herausforderungen: Schülerzahl, junge Generation und Finanzierung

Auf der Konferenz wurden zudem drei zentrale Herausforderungen genannt: die geringe Zahl der Schülerinnen und Schüler, das Fehlen der jüngeren Generation in den Organisationsstrukturen und die Finanzierung.

Die Mehrheit der albanischsprachigen Kinder bleibt weiterhin außerhalb der albanischen Schule, während ein großer Teil der Strukturen noch immer von der älteren Generation getragen wird.

Ziel ist es, junge Menschen stärker als Lehrkräfte, Führungskräfte und Freiwillige einzubeziehen. Gleichzeitig wird die Schule hauptsächlich durch Beiträge der Eltern und ehrenamtliche Arbeit finanziert, was eine langfristige Planung erschwert.

“Tutor#shqip”, Unterstützung auch für den Erfolg in der Schweizer Schule

Im Rahmen der Konferenz wurde auch das Programm “tutor#shqip” vorgestellt. Es richtet sich an albanischsprachige Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter, die ihre sprachlichen und schulischen Kompetenzen stärken möchten.

Das Programm soll die Förderung der albanischen Sprache mit Unterstützung in den Schulfächern verbinden und Mehrsprachigkeit als Vorteil für die Entwicklung des Kindes betrachten.

Der Unterricht umfasst Lesen, Schreiben, Sprachentwicklung, kreative Arbeit und interkulturelle Themen.

Vorgesehen ist zudem eine enge Zusammenarbeit zwischen Lehrkräften, Eltern und Schulen. Im Rahmen des Projekts werden auch Lehrkräfte mit Kompetenzen in der albanischen Sprache und Kultur gesucht, die sich am Programm beteiligen können.

Plan 2036: von 1.808 auf 3.500 Schülerinnen und Schüler

Auf der Konferenz wurde auch “Unser Ziel 2036” vorgestellt, ein Zehnjahresplan, der auf vier Zielen basiert.

Ziel ist es, die Strukturen zu einer gemeinsamen albanischen Schule für die gesamte Schweiz zusammenzuführen, die Zahl der Schülerinnen und Schüler von 1.808 auf rund 3.500 zu verdoppeln, die jüngere Generation stärker in Unterricht und Leitung einzubeziehen sowie die Verwaltung und die Unterrichtsmethoden zu modernisieren.

Damit hat die Konferenz in Zürich nicht nur die bestehenden Probleme aufgezeigt, sondern auch eine konkrete Richtung für die kommenden zehn Jahre vorgestellt.

“Meldet eure Kinder an. Engagiert euch.” Am Ende richtete sich die Botschaft direkt an die Eltern und die albanische Gemeinschaft: “Meldet eure Kinder an. Engagiert euch.” Denn hinter den Statistiken, Strukturen und Plänen steht ein ganz einfaches Ziel: dass die jungen Generationen der Albanerinnen und Albaner in der Schweiz nicht sagen “Ich spreche kein Albanisch”, sondern: “Ich spreche Albanisch.”

Das ist auch die eigentliche Herausforderung für das Jahr 2036: nicht nur mehr Schülerinnen und Schüler in den Klassen der albanischen Schule zu haben, sondern sicherzustellen, dass Albanisch weiterhin gesprochen, gelesen, geschrieben und von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.