Kosova

Erster offizieller Bericht über die Kriegsopfer im Kosovo veröffentlicht: 13.227 Personen dokumentiert

Das Institut für die während des Krieges im Kosovo begangenen Verbrechen stellt die vorläufige Liste der getöteten Personen, der gewaltsam Verschwundenen sowie der infolge des Krieges ums Leben gekommenen Menschen vor.

Das Institut für die während des Krieges im Kosovo begangenen Verbrechen (IKKL) hat seinen ersten Bericht mit einer vorläufigen Liste der Kriegsopfer veröffentlicht. Darin werden 13.227 Personen dokumentiert, die getötet wurden, gewaltsam verschwanden oder infolge des Krieges ums Leben kamen, berichtet albinfo.ch.

Dem Bericht zufolge entfallen 12.230 Fälle auf den Zeitraum des Krieges bis Juni 1999, während 997 Fälle der Nachkriegszeit zugeordnet werden.

Von der Gesamtzahl der Opfer kamen 11.408 Menschen infolge von Kampfhandlungen, Hinrichtungen, Massakern, Bombardierungen und anderen Formen der Gewalt ums Leben. Dies entspricht 86,2 Prozent der dokumentierten Fälle.

Der Bericht dokumentiert außerdem 1.578 gewaltsam verschwundene Personen, deren Schicksal bis heute ungeklärt ist, sowie 241 Menschen, die an den Folgen ihrer Verletzungen oder an den unmittelbaren Auswirkungen des Krieges starben.

Ein eigener Abschnitt des Berichts ist den Kindern als Kriegsopfern gewidmet. Den Angaben zufolge wurden 1.047 Kinder im Alter von 0 bis 17 Jahren während des Krieges getötet, 94 starben infolge der durch den Krieg verursachten Lebensbedingungen und 100 Kinder gelten weiterhin als gewaltsam verschwunden.

Aus dem Bericht geht hervor, dass die schwerste Phase des Krieges zwischen März und Juni 1999 lag. In diesem Zeitraum wurden 9.948 Opfer registriert, was rund 81,3 Prozent aller in der Liste erfassten Fälle entspricht.

Das Institut betont, dass der Bericht ausschließlich drei Opferkategorien behandelt: Getötete, gewaltsam Verschwundene sowie Personen, die infolge des Krieges ums Leben kamen. Weitere Opferkategorien sollen in den nächsten Projektphasen dokumentiert werden.

Der Bericht umfasst den Zeitraum vom 1. Januar 1998 bis zum 31. Dezember 2000 und basiert auf überprüften Unterlagen über Personen, die im Kosovo geboren wurden, dort lebten oder ihren Wohnsitz hatten und unmittelbar vom Krieg betroffen waren.

Bei der Vorstellung des Berichts erklärte der geschäftsführende Ministerpräsident Albin Kurti, dass die Liste mit neuen Informationen, die das Institut künftig zusammentragen werde, laufend ergänzt werde.

“Es gibt keine Gerechtigkeit ohne Wahrheit, keine Heilung ohne Gerechtigkeit und keine Beständigkeit ohne Erinnerung. Dieser Bericht ist ein institutionelles Zeugnis über den Preis der Freiheit und eine Verpflichtung des Staates, alle Opfer mit Genauigkeit, Würde und Verantwortung zu dokumentieren”, sagte Kurti.