Kosova

Ab heute beträgt der Mindestlohn im Kosovo 500 Euro.

Ab heute tritt der Mindestlohn von 500 Euro im Kosovo in Kraft, Kontrollen zur Überwachung der Umsetzung wurden angekündigt.

Ab heute (1. Juli) gilt im Kosovo ein gesetzlicher Mindestlohn von 500 Euro brutto. Damit beginnt die zweite Phase der Umsetzung des Regierungsbeschlusses, nachdem der Mindestlohn bereits am 1. Januar dieses Jahres auf 425 Euro brutto angehoben worden war, berichtet albinfo.ch.

Obwohl die Entscheidung die Situation der Arbeitnehmer verbessern soll, räumen Gewerkschaftsvertreter und die zuständigen Institutionen ein, dass ihre Umsetzung in einigen Branchen weiterhin eine Herausforderung bleibt.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Beschäftigten im Privatsektor, Jusuf Azemi, äußerte Zweifel daran, dass Unternehmen mit Verträgen mit staatlichen Einrichtungen und Gemeinden den Mindestlohn tatsächlich einhalten werden.

Seiner Ansicht nach gibt es noch immer Unternehmen, die selbst den Mindestlohn von 425 Euro nicht umgesetzt haben. Daher befürchtet er, dass sich dieses Problem auch beim neuen Mindestlohn fortsetzen könnte.

Auch die Zentrale Arbeitsinspektion hat eingeräumt, dass insbesondere die Reinigungsbranche und der private Sicherheitssektor das größte Risiko für eine Nichteinhaltung des Beschlusses darstellen. Die Behörde teilte mit, dass gegen Unternehmen, bei denen Verstöße festgestellt werden, Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden. Die Kontrollen sollen auf Grundlage einer Risikoanalyse fortgesetzt werden.

Unterdessen haben die Bürger unterschiedlich auf die Erhöhung des Mindestlohns reagiert. Viele sind der Ansicht, dass 500 Euro trotz der Erhöhung nicht ausreichen, um die Lebenshaltungskosten und den anhaltenden Preisanstieg zu bewältigen, und dass der Mindestlohn daher noch höher sein sollte.

Laut einem Bericht des Instituts GAP blieb der Mindestlohn im Kosovo zwölf Jahre lang, von 2011 bis 2023, unverändert. In diesem Zeitraum betrug er 130 Euro brutto für Arbeitnehmer unter 35 Jahren und 170 Euro brutto für Arbeitnehmer über 35 Jahren.

Im Jahr 2023 wurde die altersabhängige Unterscheidung abgeschafft und der Mindestlohn für alle Beschäftigten auf 264 Euro brutto vereinheitlicht. Anschließend wurde er 2024 auf 350 Euro, am 1. Januar 2026 auf 425 Euro und ab heute auf 500 Euro brutto angehoben, berichtet albinfo.ch.