Nachrichten

Starke Emotionen in Zürich bei der fünften Buchpräsentation von “Für jene, die nicht zurückkehrten” von Edona B. Kelmendi.

Einer der bedeutendsten Momente des Abends war das Gespräch der Autorin mit dem Publikum.

Von Luljeta Ademi

In einer Atmosphäre voller Emotionen, Reflexion und Wertschätzung für die albanische Literatur fand in der Albanischen Buchecke der Pestalozzi-Bibliothek die fünfte Buchpräsentation des Werkes “Für jene, die nicht zurückkehrten” der Autorin Edona B. Kelmendi statt. Die von der Vereinigung albanischer Kulturschaffender in der Schweiz in Zusammenarbeit mit der Pestalozzi-Bibliothek organisierte Veranstaltung versammelte Schriftsteller, Wissenschaftler, Diplomaten und Liebhaber des albanischen Buches.

Als Medium, das seit Jahren das kulturelle Leben der Albaner in der Schweiz begleitet und dokumentiert, war auch albinfo.ch bei dieser Buchpräsentation vertreten und setzte damit seine kontinuierliche Unterstützung für albanische Autoren sowie für die Förderung von Werken fort, die den Bestand der albanischen Literatur in der Diaspora bereichern. Durch Berichterstattungen, Interviews und die Vorstellung neuer Publikationen ist albinfo.ch zu einem wichtigen Partner bei der Förderung des albanischen literarischen Schaffens geworden.

Das Programm begann mit der Lesung eines Buchauszugs durch Zamira Bytyqi. Anschliessend begrüsste Bujar Salihu die Anwesenden im Namen der Vereinigung albanischer Kulturschaffender in der Schweiz. In seiner Rede betonte er, dass die Literatur der Reise des Orpheus gleiche, da sie den Mut verlange, in die tiefsten Schichten der Erinnerung vorzudringen und mit Wahrheiten zurückzukehren, die dem Vergessen trotzen. Seiner Ansicht nach habe auch die Autorin einen solchen Weg beschritten, indem sie Erfahrungen und Erinnerungen, die sie seit ihrem zehnten Lebensjahr begleiteten, in ein Werk von besonderem literarischem und menschlichem Wert verwandelt habe.

Die Anwesenden wurden auch von der Direktorin der Pestalozzi-Bibliothek, Suela Jorgaqi, begrüsst. Vigan Berisha hob die Bedeutung solcher Veranstaltungen für die Bewahrung der kulturellen Identität und die Förderung des albanischen Schaffens in der Diaspora hervor.

Der zentrale Teil des Abends war der Analyse des Werkes durch den Schriftsteller und Forscher Valdet N. Berisha gewidmet, der eine tiefgehende Analyse der literarischen, historischen und menschlichen Dimensionen des Buches präsentierte. Besonders ging er darauf ein, wie individuelle Erinnerung zu kollektiver Erinnerung wird und welche dokumentarische Kraft dieses Werk besitzt. Er bezeichnete es als eine Erzählung, die über die persönliche Geschichte hinausgeht und Teil des Gedächtnisses einer ganzen Gesellschaft wird.

Einer der bedeutendsten Momente des Abends war das Gespräch der Autorin mit dem Publikum. Durch Fragen und Kommentare der Anwesenden teilte Edona B. Kelmendi ihre Gedanken über den kreativen Prozess, die Erinnerungen, die das Schreiben des Buches begleiteten, sowie die Verantwortung, persönliche Erlebnisse in ein literarisches Zeugnis für kommende Generationen zu verwandeln.

Eine besonders emotionale Stimmung entstand am Ende der Veranstaltung, als die Autorin ein Gedicht vortrug, das ihrer Mutter gewidmet war, jener Frau, die sich, wie sie betonte, niemals beugte, obwohl sie ihre vier Kinder allein grosszog. Der Vortrag wurde von sichtbarer Rührung und lang anhaltendem Applaus begleitet und bildete den emotionalen Höhepunkt des Abends.

Die fünfte Präsentation des Buches “Für jene, die nicht zurückkehrten” bestätigte das wachsende Interesse des Publikums an diesem Werk, das weiterhin Brücken zwischen persönlicher und kollektiver Erinnerung schlägt und die Kraft der Literatur beweist, Geschichte, Identität und menschliche Erfahrungen zu bewahren.