Literatur

Das Buch “Kosovo: Der stille Krieg” wird auch in Wien vorgestellt.

Vor unseren Landsleuten stellte der ehemalige albanische Botschafter in Österreich, Zef Mazi, sein Buch “Kosovo: Der stille Krieg. Die unsichtbare Diplomatie, die das Spiel veränderte (1991-1999)” vor. Das Werk behandelt eine der bedeutendsten Phasen des Prozesses, der der Staatsgründung des Kosovo vorausging. An der Veranstaltung nahmen auch Vertreter verschiedener Vereine, Intellektuelle sowie Aktivistinnen und Aktivisten unserer Gemeinschaft teil.

Wien, 29. Mai 2026: Nach Tirana und Pristina wurde das Buch nun auch in der österreichischen Hauptstadt vorgestellt. Es dokumentiert das Engagement einer Gruppe albanischer Diplomaten, die eine große Verantwortung übernahmen und zu einer starken Stimme des Kosovo wurden, zu einer Zeit, als das Land noch nicht die Möglichkeit hatte, gleichberechtigt am Tisch der internationalen Gemeinschaft Platz zu nehmen.

Zu Beginn der Veranstaltung begrüßte der Geschäftsträger des Kosovo, Albinot Bimbashi, die Anwesenden. Im Namen des Staates Kosovo sprach er dem Botschafter Mazi seinen Dank für diese Veröffentlichung aus. Er betonte, dass Mazi nicht nur Zeuge, sondern auch Initiator und Protagonist jener Ereignisse gewesen sei, die eine ganze Epoche geprägt hätten und im Gedächtnis des kosovarischen Volkes bleiben würden, als Anerkennung für das Engagement, das letztlich zu einer starken Unterstützung der demokratischen Welt für die kosovarische Sache geführt habe.

Anschließend erklärte Anton Marku, Vorsitzender des Bundes der albanischen Schriftsteller und Kulturschaffenden in Österreich “Aleksandër Moisiu”, in seinem Grußwort unter anderem, dass es immer eine Freude sei, wenn Bücher Menschen zusammenbringen, und umso mehr, wenn auch der Autor selbst anwesend ist und aus erster Hand über sein Werk sprechen kann, insbesondere über dessen Zielsetzung und die Herausforderungen, denen er während des Schreibprozesses begegnet ist.

Zudem moderierte er das Gespräch mit Botschafter Mazi und stellte dessen Werdegang kurz vor. Zef Mazi war von 2007 bis 2011 Botschafter im Vereinigten Königreich, in Nordirland sowie in der Republik Irland. Zuvor war er Botschafter und Ständiger Vertreter Albaniens beim Büro der Vereinten Nationen in Wien, bei der Internationalen Atomenergie-Organisation sowie bei der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

Zwei Jahre in Folge war er im Rang eines Ministers Chefunterhändler Albaniens für die Verhandlungen mit der Europäischen Union. Als Philologe, Historiker und Jurist widmete Mazi einen bedeutenden Teil seiner beruflichen Tätigkeit dem Kosovo. Er war ein aufrichtiger Unterstützer der Unabhängigkeitsbewegung und arbeitete eng mit der Exilregierung des Kosovo zusammen, insbesondere mit Ministerpräsident Bujar Bukoshi und Präsident Ibrahim Rugova.

Botschafter Mazi betonte, dass die Arbeit an dem Buch rund zwei Jahre in Anspruch genommen habe. Dabei habe er mehr als sechstausend Seiten unterschiedlicher Materialien ausgewertet, darunter Protokolle und Fotografien, um die Umstände und die wichtigsten Akteure, die Teil der Geschichte des jüngsten Staates Europas wurden, faktenbasiert zu dokumentieren.

Seinen Worten zufolge: “Dies ist ein historisches und kein literarisches Buch. Es behandelt ein kompliziertes und komplexes Kapitel mit vielen offenen Fragen. Darin werden auch die Koordinierung und die Abstimmung der Positionen mit den legitimen Vertretern des Kosovo präzise dargestellt. Albanien sprach in den höchsten internationalen Gremien für den Kosovo, jedoch aufgrund der besonderen Umstände nicht in dessen Namen.”

Im zweiten Teil der Veranstaltung beantwortete Botschafter Mazi die Fragen der Anwesenden. Diese bezogen sich vor allem auf die Konferenz von Rambouillet, die Resolution 1244 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, die Perspektive eines NATO-Beitritts, die aktuellen Herausforderungen für Albanien und den Kosovo, den Beitrag der politischen Bewegungen und Parteien des Kosovo zu den Beziehungen mit österreichischen Institutionen sowie auf das Profil des modernen Diplomaten.

Dieser kulturelle Abend erhielt zudem durch die von Erseka Nitaj am Klavier vorgetragenen Musikstücke eine besondere Note.

Der Bund der albanischen Schriftsteller und Kulturschaffenden in Österreich “Aleksandër Moisiu” wurde im Jahr 2011 gegründet. In diesem Jahr feiert er sein 15-jähriges Bestehen und gilt als erste Anlaufstelle für albanische Kulturschaffende in Österreich sowie als wichtiger Bezugspunkt für die albanische Literatur in diesem Land.

Mit einer professionellen Herangehensweise und hoher Qualität bei der Organisation von mehr als 80 Literaturabenden und Buchpräsentationen hat der Verein eine sehr erfolgreiche Zusammenarbeit mit staatlichen Institutionen aufgebaut, darunter die Ministerien für Kultur, Bildung und Diaspora, die Botschaften Albaniens und des Kosovo in Wien sowie zahlreiche Vereine und Einzelpersonen.

Darüber hinaus pflegt er eine besonders bedeutende Zusammenarbeit mit österreichischen Organisationen, insbesondere mit dem PEN Club Österreich und dem Österreichischen Schriftstellerverband.