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Mario Fehr: Die Schweiz und Kosovo sind durch eine tiefe Freundschaft, gemeinsame Geschichte und gemeinsame Werte verbunden
Anlässlich des 17. Februar, des Unabhängigkeitstages der Republik Kosovo, organisierte das Kosovokonsulat in Zürich einen feierlichen Abend im Gemeindesaal Zollikon. An der Veranstaltung nahm auch der Regierungsrat des Kantons Zürich, Mario Fehr, teil.
In seiner Rede hob Regierungsrat Fehr die besonderen und langfristigen Beziehungen zwischen der Schweiz und dem Kosovo hervor, die bedeutende Rolle der kosovarischen Diaspora in der Schweizer Gesellschaft sowie das anhaltende Engagement der Schweiz für Frieden und Stabilität im Kosovo im Rahmen der Mission SWISSCOY/KFOR.
Er betonte, dass die Integration der kosovarischen Gemeinschaft in der Schweiz eine Erfolgsgeschichte sei und dass Bürgerinnen und Bürger mit kosovarischen Wurzeln heute ein aktiver Bestandteil des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und sportlichen Lebens des Landes sind.
Mario Fehr unterstrich zudem, dass die Integration der kosovarischen und albanischstämmigen Gemeinschaft in der Schweiz nicht nur sozial und wirtschaftlich, sondern auch politisch gelungen sei. Heute sind Schweizerinnen und Schweizer mit albanischen Wurzeln auf verschiedenen Ebenen der Schweizer Politik aktiv und gewählt. Sie vertreten die Interessen der Gesellschaft verantwortungsvoll und leisten einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Demokratie.
Er wies darauf hin, dass sowohl im eidgenössischen Parlament als auch in kantonalen Parlamenten und kommunalen Behörden Politikerinnen und Politiker mit albanischer Herkunft vertreten sind. Sie gelten als Beispiel für eine erfolgreiche Integration und für aktives staatsbürgerliches Engagement. Diese Persönlichkeiten fungieren als Brückenbauer zwischen den Gemeinschaften und zeigen, dass die Schweiz reale Chancen für politische Teilhabe und Repräsentation bietet.
Als konkretes Beispiel wurde auch Përparim Avdili erwähnt, der Sohn einer Saisonnier-Familie, der heute in der Schweizer Politik aktiv ist und als Kandidat für das Amt des Stadtpräsidenten von Zürich antritt – ein klares Zeichen dafür, dass der Weg von der Migration zur politischen Verantwortung möglich ist.
Nachfolgend finden Sie die vollständige Rede von Mario Fehr:
Regierungsrat Mario Fehr, 19. Februar 2026, Gemeindesaal Zollikon
Sehr geehrter Herr Konsul, Vigan Berisha
Sehr geehrte Vertreterinnen und Vertreter des diplomatischen Korps
Geschätzte Freundinnen und Freunde des Kosovo und der Schweiz
Sehr geehrte Damen und Herren
Ich gratuliere herzlich zum Unabhängigkeitstag der Republik Kosovo. Die Verbindung zwischen dem Kosovo und der Schweiz, dem Kosovo und dem Kanton Zürich ist wichtig – das zeigt sich auch für meine ganz persönliche Verbindung!
Mirëmbrëma! Grüezi und guten Abend! Ich grüsse Sie herzlich!
Dieser Tag macht auch mich als Schweizer stolz. Denn: Die Schweiz war das zweite Land, das den jungen Staat Kosovo anerkannte und bereits 2008 eine Botschaft in Pristina eröffnete. Die damalige Aussenministerin, Bundesrätin Micheline Calmy-Rey, setzte sich sehr früh (ab 2005) für die Unabhängigkeit ein und bereiste den Kosovo mehrfach.
Der heutige Abend mit Ihnen bestätigt, wovon ich bereits vor fast 25 Jahren, damals noch als junger Nationalrat (und Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrats), überzeugt war: Dass sich die Schweiz zusammen mit vielen weiteren Partnern an der Peace-Keeping-Mission im Rahmen der KFOR in Kosovo beteiligt, war und ist richtig und wichtig!
2002 bin ich dann zum ersten Mal auf Besuch bei den Truppen der SWISSCOY gewesen – in Suva Reka und im benachbarten schönen Städtchen Prizren. 2007 folgte ein weiterer Besuch im Raum Gjilan – mit der Aussenpolitischen Kommission des Nationalrats. Aus dieser Region stammen auch viele in der Schweiz lebende Menschen. Und einige von ihnen sind in der kantonalen Verwaltung vertreten, so auch im Generalsekretariat der Sicherheitsdirektion oder der Gesundheitsdirektion.
Mein letzter Besuch vor Ort im Kosovo war kurz vor Weihnachten im Jahr 2019. Dort hatte ich die Möglichkeit, an verschiedenen Orten (u.a. Hauptquartier in Pristina und in weiteren Bereichen) Einblicke in die Aktivitäten der SWISSCOY zu erhalten. Das waren eindrückliche Erfahrungen, die ich als Zürcher Sicherheitsdirektor machen durfte. Militärische Friedensförderung und bewaffnete Auslandseinsätze sind Standbeine unserer Politik. Gerade die Schweiz als neutraler Staat geniesst in diesen Bereichen eine hohe Glaubwürdigkeit.
Die Verbindung zwischen der Schweiz und dem Kosovo ist geprägt von einer starken kosovarischen Gemeinschaft in der Schweiz mit mehr als 250’000 Menschen. Bereits in den 1960er-Jahren kamen die Saisonniers aus dem kleinen südeuropäischen Bergland ins kleine andere Bergland in Mitteleuropa. Ende der 90er-Jahre war die Schweiz Ort des Exils oder Zufluchtsorts während des Krieges.
Über die Jahrzehnte haben die Kosovarinnen und Kosovaren ihren Platz in der Schweizer Gesellschaft gefunden. Die Integration ist gelungen: Natürlich gab es Vorurteile, Herausforderungen im Alltag, sprachliche und kulturelle Hürden. Doch durch Fleiss, Offenheit und Austausch wurde viel erreicht: Schweizerinnen und Schweizer mit kosovarischen Wurzeln sind heute in Wirtschaft, Sport, Kultur und Politik präsent und tragen dazu bei, dass unsere Gesellschaft vielfältiger geworden ist.
Die Beiträge der kosovarischen Gemeinschaft zu unserem sozialen und politischen Leben sind sichtbar. Ein Zürcher Nationalrat hat kosovarische Wurzeln. Und natürlich einige Gemeinde- und Kantonsratsmitglieder. Ein weiteres Beispiel: Derzeit stellt sich mit Përparim Avdili – Kind einer Saisonnier-Familie – ein Mann aus einem albanischen Dorf in Nordmazedonien zur Wahl als Stadtpräsident von Zürich.
Manche behaupten sogar, der Kosovo sei der 27. Kanton der Schweiz… oder umgekehrt!
Als eingefleischter Fussballfan und als Sportminister des Kantons Zürich muss ich natürlich auch auf die Verflechtungen im Sport eingehen: Kosovo ist eine Fussball-Nation. Und begnadete Fussballer mit Wurzeln im Kosovo wie Blerim Dzemaili (FC Zürich, FC Unterstrass) oder die Basler Granit Xhaka und Xherdan Shaqiri stehen und standen auch hier auf den Fussballplätzen (erster war Milaim Rama, FC Thun). Meine persönliche Erinnerung an Dzemaili stammt aus dem Jahr 2014: Bei der WM spielt die Schweiz im Achtelfinal gegen Argentinien, ich bin im Stadion, Nachspielzeit der Verlängerung, 118. Minute, als Dzemaili eine Flanke auf ihn in Richtung Tor köpft. Der Ball prallt gegen den Pfosten… Und auch der Nachschuss landet leider nicht im Tor.
Schade auch, dass nun ausgerechnet die gewonnenen Spiele der Schweiz gegen den Kosovo zur WM-Qualifikation das Ticket der Schweiz an die Fussball-Weltmeisterschaft für diesen Sommer sicherten. Aber auch das kann unser gutes Verhältnis nicht trüben. Immerhin «fänen» die Kosovaren auch für die Schweizer Spieler mit kosovarischen Wurzeln. Aber natürlich drücken wir auch ganz fest die Daumen für Kosovo, das in den Playoffs Ende März gegen die Slowakei gewinnen wird und dann nach einem weiteren Sieg (wohl gegen die Türkei) an die WM fährt. Und dort nicht auf die Schweiz trifft!
Fazit
Die Bezüge zwischen der Schweiz und dem Kosovo sind so vielfältig wie das Leben – sportlich, politisch und wirtschaftlich. Ich hoffe sehr, dass dies so bleibt, und wir uns zu den Feierlichkeiten zum 20jährigen Bestehen des Kosovos als jüngsten Staat in Europa wiedersehen!
Herzlichen Glückwunsch zum Unabhängigkeitstag! Urime dita e Pavarsijes!
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