Leben in Österreich
Österreich: Albaner bezog über 10.000 Euro AMS-Leistungen und reiste zugleich achtmal in den Kosovo
Ein Kosovo-Albaner meldete dem österreichischen Arbeitsmarktservice "AMS" in Mistelbach acht Reisen ins Ausland nicht. Dadurch bezog er zu Unrecht Leistungen in Höhe von mehr als 10.000 Euro.
Ein 38-jähriger kosovarischer Staatsbürger soll fast sechs Jahre lang Arbeitslosengeld vom AMS in Mistelbach bezogen haben, obwohl er sich einen großen Teil der Zeit im Ausland aufgehalten haben soll. Nun musste er sich wegen Betrugs vor dem Landesgericht Korneuburg verantworten, berichtet albinfo.at.
Mehr als 10.000 Euro zu Unrecht bezogen
Wer Leistungen vom österreichischen Arbeitsmarktservice (AMS) bezieht, muss jede Ausreise und jeden Aufenthalt im Ausland melden. Während dieser Zeit besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Leistungen. Der 38-Jährige soll dies insgesamt achtmal unterlassen haben.
Wie die “Niederösterreichischen Nachrichten” berichten, reiste der Albaner zwischen dem 13. März und dem 24. Dezember 2020 achtmal in den Kosovo, ohne das AMS darüber zu informieren. Dadurch soll er eine beträchtliche Summe zu Unrecht erhalten haben: Insgesamt soll er 10.375,46 Euro bezogen haben.
“Im Kosovo wollte ich zur Ruhe kommen, ich hatte eine schwierige persönliche Zeit”
Vor Richter Manuel Walcherberger gestand der Angeklagte die Vorwürfe ein. “Wenn ich schuldig bin, werde ich die Konsequenzen tragen”, erklärte er laut “NÖN”, berichtet albinfo.at.
Der Kosovare erklärte, seine Reisen seien auf eine schwierige persönliche Phase zurückzuführen gewesen. Er sei arbeitslos gewesen, habe eine Scheidung hinter sich gehabt und seinen Vater verloren. Er sei in den Kosovo gereist, “um zur Ruhe zu kommen”.
Seine Situation habe sich inzwischen stabilisiert. Dem Bericht zufolge war er zuvor nicht strafrechtlich auffällig, arbeitet wieder im Baugewerbe und verdient nach eigenen Angaben inzwischen gut.
Er muss monatlich 780 Euro zurückzahlen
Der 38-Jährige hat außerdem eine Vereinbarung mit dem Arbeitsmarktservice (AMS) getroffen. Seit Anfang Juni zahlt er monatlich 780 Euro zurück. Sein Anwalt, der Albaner Mirsad Musliu, sprach sich für eine diversionelle Erledigung aus und betonte, sein Mandant habe seinen Fehler eingestanden und bereits damit begonnen, den Schaden wiedergutzumachen.
Auch der Richter zeigte sich bereit, dem Mann eine weitere Chance zu geben. “Es ist an der Grenze”, sagte Walcherberger mit Blick auf die Höhe des Schadens. Dennoch deutete er an, dass eine diversionelle Lösung möglich sei.
Die Bedingungen sind klar: Der gesamte Schaden muss zurückgezahlt werden, außerdem muss der 38-Jährige eine zusätzliche Geldbuße von 1.200 Euro leisten. Auch die Staatsanwaltschaft muss der Vereinbarung zustimmen.
Der 38-Jährige ist überzeugt, den restlichen Betrag rasch zurückzahlen zu können. Nach seinen Berechnungen soll alles innerhalb von etwa einem Jahr erledigt sein.
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