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146 Festivals in einem Buch, ein halbes Jahrhundert Festivalgeschichte im Kosovo dokumentiert

Die Monografie von Professor Fitim Humolli bietet eine umfassende Studie über 146 Festivals, die bis 2024 im Kosovo veranstaltet wurden, und untersucht deren Einfluss auf Kultur, Tourismus, Wirtschaft und die Entwicklung der lokalen Gemeinschaften.

Seit mehr als einem halben Jahrhundert sind Festivals ein wichtiger Bestandteil des kulturellen Lebens im Kosovo. Trotz ihrer großen Zahl und ihres Einflusses wurden sie jedoch lange Zeit vor allem als kulturelle Veranstaltungen betrachtet und deutlich weniger als Phänomene, die wissenschaftlich untersucht und dokumentiert werden können, berichtet albinfo.ch.

Diese Lücke schließt die Monografie “Festivals im Kosovo – Ein halbes Jahrhundert Geschichte, eine geografisch-touristische monografische Studie” des Professors für Geografie und Tourismus an der Universität Prishtina, Dr. Fitim Humolli.

Die Studie begann Ende 2020 und Anfang 2021 zunächst als Masterarbeit und entwickelte sich später zu einer mehrjährigen Forschungsarbeit. Durch Interviews, Feldarbeit, Archivquellen, statistische Daten und wissenschaftliche Analysen wurden in der Monografie 146 Festivals dokumentiert, die bis 2024 im Kosovo stattgefunden haben.

Doch das Buch ist nicht nur ein Katalog von Festivals.

Es befasst sich mit ihren Veranstaltungsorten, ihrer Entstehung und Entwicklung, mit Festivals, die sich über Jahre hinweg behaupten konnten, sowie mit jenen, die zur Entwicklung des Tourismus, der Kultur, der Wirtschaft und des Lebens lokaler Gemeinschaften beigetragen haben.

Von “Akordet e Kosovës” zu modernen Festivals

Die Geschichte der Festivals im Kosovo reicht mindestens bis ins Jahr 1969 zurück, als “Akordet e Kosovës” ins Leben gerufen wurde. Ein Jahr später wurde in Ferizaj das “Festivali i Teatrove” organisiert, während 1972 “Kosovarja Këndon” begann.

Im Laufe der Jahrzehnte entstanden im Kosovo zahlreiche Festivals. Einige verschwanden, andere wurden wiederbelebt, während sich einige zu bekannten Marken entwickelt haben, die auch über die Landesgrenzen hinaus Anerkennung finden.

Nach Angaben des Autors zählt das Sunny Hill Festival zu den Festivals mit dem größten Einfluss und spielt eine wichtige Rolle bei der internationalen Förderung des Kosovo.

Ein weiteres bedeutendes Beispiel ist das Etno Fest in Kukaj, das dazu beigetragen hat, einen ländlichen Raum in ein bekanntes kulturelles und touristisches Reiseziel zu verwandeln.

Genau darin liegt auch eine der zentralen Schlussfolgerungen der Studie: Ein Festival ist nicht nur Unterhaltung, sondern kann auch als Instrument für wirtschaftliche Entwicklung, Tourismus, kulturelle Förderung, den Erhalt der Identität und die lokale Entwicklung dienen.

Der Rezensent des Buches, Prof. Dr. Dhimitër Doka, bewertete die Monografie als wichtigen Beitrag zur Forschung in den Bereichen Tourismusgeografie und Kulturerbe. Besonders hob er die mehrjährige Feldarbeit sowie den wissenschaftlichen Ansatz in einem bislang wenig erforschten Bereich hervor.

Die Studie zeigt jedoch auch die Herausforderungen auf, mit denen Festivals im Kosovo konfrontiert sind. Die große Anzahl bedeutet nicht zwangsläufig, dass alle dieselbe Qualität aufweisen. Fehlende nachhaltige Finanzierung, organisatorische Probleme und das Fehlen langfristiger Strategien gehören weiterhin zu den größten Herausforderungen für ihre Entwicklung.

Für den Autor bedeutet die Veröffentlichung der Monografie nicht das Ende der Forschung, sondern die Öffnung eines neuen Feldes für weitere Studien.

“Unsere Studien über Festivals sind nicht ein Teil zur Vervollständigung des Mosaiks, sondern der Beginn seines Aufbaus”, lautet eine der Botschaften des Autors.

Mit 146 dokumentierten Festivals vereint die Monografie einen wichtigen Teil der Kulturgeschichte des Kosovo in einem einzigen Werk und zeigt, dass Festivals Teil der Identität, des gesellschaftlichen Lebens und des touristischen Potenzials des Landes waren und weiterhin sind. /Albinfo.ch