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Die Komödie “Ne dhe Ata” in Bern: Humor und Reflexion über das Leben in der Diaspora
Das Stück "Ne dhe Ata", mit Dan Morina in der Rolle und unter Regie und Drehbuch von Ben Apolloni, wurde in den Räumlichkeiten der Botschaft des Kosovo in Bern aufgeführt
Nach einem starken Empfang in Winterthur wurde “Ne dhe Ata” auch in Bern aufgeführt und bot einen Abend mit Humor und direkter Botschaft.
Die Stand-up-Komödie “Ne dhe Ata”, mit Dan Morina und unter Regie und Drehbuch von Ben Apolloni, wurde in den Räumlichkeiten der Botschaft der Republik Kosovo in Bern präsentiert und zog eine große Zahl von Teilnehmern aus der albanischen Gemeinschaft in der Schweiz an.
Aufgebaut auf einem Format, das Monolog mit musikalischen Elementen verbindet, behandelte das Stück die alltägliche Erfahrung der Diaspora und stellte das Verhältnis zwischen “wir” und “sie” durch konkrete Situationen und einen direkten Bühnenansatz dar. In der Aufführung wurde Dan Morina von Flutur Bytyqi und Bexhet Sallai an der Gitarre begleitet, was der Darbietung einen ausgewogenen Rhythmus zwischen Humor und musikalischen Einlagen verlieh.
Der Regisseur und Autor des Projekts, Ben Apolloni, betonte, dass die Idee des Stücks im Januar entstanden sei und bis zur Umsetzung einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess durchlaufen habe. “Als Idee begann es im Januar, aber der Schaffensprozess dauerte bis jetzt. Das ist die Herausforderung bei Theaterprojekten, besonders wenn ich in Prishtina lebe und die Protagonisten in der Schweiz sind. Die Proben fanden online per Videoanruf statt, während wir nur einen Tag physische Proben hatten”, erklärte er.
In seiner Interpretation ging Dan Morina auf den Kern der Beziehung ein, die das Stück behandelt. “Es ist gut, dass wir als Gemeinschaft existieren, aber es ist wichtig, dass wir eins bleiben und nicht zu ‘wir’ und ‘sie’ werden, denn im Grunde können wir nicht getrennt werden”, sagte er. Laut Morina bietet die Komödie eine besondere Möglichkeit, diese Unterschiede zu behandeln: “Durch die Komödie können wir diese Themen aufgreifen und sie dem Publikum in einer anderen Form präsentieren.”
Er teilte auch die persönliche Dimension seines künstlerischen Engagements. “Es ist eine Arbeit, die ich mit viel Liebe mache. Auch wenn ich eine körperliche Arbeit habe und eine Familie mit fünf Kindern, finde ich immer Zeit, meine Seele zu nähren, weil ich Theater studiert habe und diesen Teil von mir nicht ungenutzt lassen möchte”, sagte er und betonte die Bedeutung der Interaktion mit dem Publikum. “Der interaktive Teil ist für mich sehr wichtig, weil er eine direkte und spontane Verbindung mit dem Publikum schafft.” Seine Botschaft an die Gemeinschaft war klar: “Sie sollen der kulturellen Lebens mehr Aufmerksamkeit schenken und künstlerische Initiativen unterstützen.”
Aus organisatorischer Sicht betonte Yllka Zuzaku die Herausforderungen, mit denen Theaterprojekte in der Diaspora konfrontiert sind. “Das Studio Aktrimi besteht seit etwa 20 Jahren, aber wir stehen ständig vor finanziellen Schwierigkeiten. Dieses Projekt wurde durch Eigenfinanzierung realisiert”, sagte sie und fügte hinzu, dass die Zusammenarbeit mit dem Regisseur auf gutem Willen beruhte. “Ben Apolloni hat uns sehr geholfen, obwohl er nicht finanziert wurde.”
Sie hob auch den Erfolg der Aufführung in anderen Städten hervor. “In Winterthur hatten wir eine außergewöhnliche Resonanz, mit Publikum auch aus anderen Kantonen”, sagte Zuzaku und betonte, dass die praktische Organisation weiterhin eine Herausforderung darstellt. “Wir sind alle berufstätig und leben weit voneinander entfernt, dennoch arbeiten wir weiter an neuen Projekten.” Ihre Botschaft richtete sich besonders an die jungen Menschen: “Wir würden uns wünschen, dass mehr junge Leute zu den Aufführungen kommen, damit das Theater eine Zukunft hat.”
Im künstlerischen Bereich erklärte Flutur Bytyqi, dass sie zur Weiterentwicklung des Materials beigetragen habe. “Das Drehbuch stammt von Ben Apolloni, aber ich habe Elemente hinzugefügt, um den Teil ‘Dy kunatat’ interessanter und ironischer zu gestalten”, sagte sie und ging auf die behandelten Beziehungsthemen ein. “Viele Situationen sind dem Publikum bekannt, besonders zwischenmenschliche Beziehungen, in denen sich Stereotype und Realitäten vermischen.” Sie betonte, dass das Stück im Kern eine Botschaft der Einheit trägt: “Trotz allem brauchen wir einander.”
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