Leben in Österreich

Die albanische Poesie “erobert” Wien

Në aktivitetin e LSHKSHA "Aleksandër Moisiu" morën pjesë poetja dhe eseistja Blerina Rogova Gaxha dhe poeti dhe dramaturgu Emin Z. Emini

Anlässlich des 18. Jahrestages der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo sowie des 15. Jubiläums der Gründung der Lidhja e Shkrimtarëve dhe Krijuesve Shqiptarë në Austri “Aleksandër Moisiu” organisierte die Ambasada e Kosovës në Vjenë in Zusammenarbeit mit dem Verband eine kulturelle Veranstaltung in Wien. Daran nahmen die Dichterin und Essayistin Blerina Rogova Gaxha sowie der Dichter und Dramatiker Emin Z. Emini teil. Die künstlerische Veranstaltung wurde zudem von Klängen der albanischen Stadtmusik begleitet.

In einem festlich geschmückten Saal im Zentrum Wiens erhielten Literaturbegeisterte Einblick in die aktuellen Entwicklungen der albanischen Schriftkultur in den Regionen des Balkans und in der Diaspora. Die Anwesenden wurden zunächst von Anton Marku, dem Vorsitzenden der Lidhja e Shkrimtarëve dhe Krijuesve Shqiptarë në Austri “Aleksandër Moisiu”, begrüßt. Er betonte unter anderem die Bedeutung solcher literarischer Abende, bei denen unterschiedliche künstlerische Themen behandelt werden.

Anschließend bekräftigte der geschäftsführende Botschafter des Kosovo in Wien, Albinot Bimbashi, in seiner Ansprache die Bereitschaft der von ihm vertretenen Institution, solche Aktivitäten zu unterstützen. Er unterstrich die Bedeutung literarischer Veranstaltungen in der Diaspora und gratulierte der Lidhja e Shkrimtarëve dhe Krijuesve Shqiptarë në Austri “Aleksandër Moisiu” zu 15 Jahren Engagement für die Bewahrung und Pflege der nationalen Identität. Am Ende seiner Rede übermittelte er seine Glückwünsche zum Unabhängigkeitstag.

Der Abend war in drei Teile gegliedert. Im ersten Teil fand ein Gespräch mit den Gästen aus dem Kosovo statt, den Schriftstellern Blerina Rogova Gaxha und Emin Z. Emini. Beide sind mittlerweile bekannte Namen auf der poetischen Bühne im Kosovo und darüber hinaus. Sie haben mehrere Gedichtbände veröffentlicht, nationale und internationale Auszeichnungen erhalten, und ihre Werke wurden in viele Sprachen der Welt übersetzt.

Die in diesem Gespräch behandelten Aspekte betrafen die Definition von Literatur, das Drama als eng mit dem Text verbundenes Konzept, das Schriftstellersein in der albanischen Gesellschaft sowie die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen Autorinnen, Autoren und Verlagen im Verhältnis Prishtina-Tirana.

Im zweiten Teil lasen die Gäste ausgewählte Gedichte, die vom Publikum positiv aufgenommen wurden. Im dritten Teil beantworteten sie Fragen der Anwesenden zu Themen wie Schreibstile, der Verwendung des gegischen Dialekts in der Literatur, Möglichkeiten der Verbindung von Wort und Musik, Investitionen in die Pflege des historischen Gedächtnisses durch die Kinematografie und weiteren Aspekten.

An der Veranstaltung nahmen zudem Diplomaten der Botschaften Albaniens und des Kosovo, Vertreter verschiedener Vereine, Intellektuelle sowie Aktivistinnen und Aktivisten unserer Gemeinschaft in Österreich teil.

Dieser künstlerische Abend erhielt durch die mit großer Meisterschaft vorgetragenen Musikstücke von Vlora Melchard am Klavier und Ersela Nekaj an der Violine eine besondere Note.

Die Lidhja e Shkrimtarëve dhe Krijuesve Shqiptarë në Austri “Aleksandër Moisiu” wurde im Jahr 2011 gegründet. Sie ist die erste Anlaufstelle für albanische Kulturschaffende in Österreich und ein wichtiger Bezugspunkt für die albanische Literatur in diesem Land. Mit einem seriösen Ansatz und hoher Qualität bei der Organisation von mehr als 80 literarischen Abenden und Buchpräsentationen hat sie eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit mit Institutionen auf nationaler Ebene aufgebaut, darunter die Ministerien für Kultur, Bildung und Diaspora, die Botschaften Albaniens und des Kosovo in Wien sowie verschiedene Vereine und Einzelpersonen. Zudem pflegt sie eine bedeutende Zusammenarbeit mit österreichischen Organisationen, insbesondere mit dem PEN Klub Austria und der Lidhja e Shkrimtarëve të Austrisë.

Text verfasst von Anton Marku.