Nachrichten

Arbër Bullakaj: Die albanische Gemeinschaft war entscheidend für meinen Wahlkampf

"Suksesi im elektoral bazohet në masë të rëndësishme në mbështetjen e komunitetit shqiptar" thotë Arber Bullakaj për albinfo.ch, pas zgjedhjes deputet

Arbër Bullakaj ist seit vielen Jahren einer der präsentesten Schweizer Politiker mit albanischen Wurzeln auf der politischen Bühne der Schweiz, sowohl auf lokaler, regionaler als auch auf nationaler Ebene. Ab dem 27. April dieses Jahres wird er Mitglied des Nationalrat.

Bei den letzten Parlamentswahlen im Jahr 2023 belegte er den ersten Platz auf der Warteliste, was ihm den Einzug ins Parlament im Falle eines Rücktritts eines gewählten Abgeordneten ermöglichte. Mit dem Rücktritt der Abgeordneten Claudia Friedli wird Bullakaj nun automatisch Abgeordneter auf nationaler Ebene.

Dieser Erfolg, der heute bekannt gegeben wurde, ist das Ergebnis eines langen und konsequenten Engagements. Nach Islam Alijaj ist Bullakaj der zweite Albaner, der einen Sitz im höchsten legislativen Organ der Schweiz erhält. Beide gehören der Sozialdemokratische Partei der Schweiz an.

Arbër Bullakaj wurde 1986 in Prizren geboren und lebt seit seinem achten Lebensjahr in der Schweiz.

Anlässlich seiner Wahl führte albinfo.ch ein kurzes Interview mit ihm.

albinfo.ch: Sie wurden in den Nationalrat der Schweiz gewählt. Da die Wahlen im Oktober 2023 stattfanden und Sie erst jetzt ins Parlament einziehen, kann man sagen, dass dies erwartet wurde oder kam es als Überraschung?

Arbër Bullakaj: Ganz überrascht war ich nicht. Wir standen schon länger in Kontakt und ich wusste, dass sich die Dinge entwickelten. Aber wenn es tatsächlich geschieht, wenn es wirklich beginnt, ist es dennoch eine große Freude. Dieser Moment, in dem eine Möglichkeit zur Gewissheit wird, ist etwas Besonderes.

albinfo.ch: Können Sie über diese Wahl im Zusammenhang mit der albanischen Gemeinschaft hier sprechen? Hat diese Gemeinschaft auch zu Ihrer Wahl beigetragen?

Arbër Bullakaj: Die albanische Gemeinschaft war für mich während des Wahlkampfs von entscheidender Bedeutung. Ein großer Teil der freiwilligen Arbeit, wie das Verteilen von Flyern, die Organisation von Veranstaltungen, das Aufhängen von Plakaten und das Finden geeigneter Plakatorte, wurde von Menschen mit albanischen Wurzeln geleistet.

albinfo.ch: Wie würden Sie diesen Erfolg aus der Perspektive der albanischen Gemeinschaft hier beschreiben und kann diese Gemeinschaft sowie andere Ausländer eine neue Herangehensweise im Bundeshaus erwarten?

Arbër Bullakaj: Das ist kein Zufall, sondern Ausdruck einer tiefen Verbindung. Mein Wahlerfolg basiert zu einem großen Teil auf der Unterstützung der albanischen Gemeinschaft, zusammen mit der vielfältigen migrantischen Gemeinschaft und natürlich auch mit Schweizer Bürgern.

Was diese Menschen von mir im Bundeshaus erwarten können: Der erste Punkt auf der Tagesordnung meiner ersten Session betrifft genau die Menschen ohne Schweizer Pass. Ich werde über die Demokratieinitiative sprechen, eine Initiative, die ich selbst gestartet habe. Als Initiator und Gründungspräsident des Vereins “Aktion Vierviertel”, der diese Initiative lanciert hat, ist dies eines der zentralen Themen meines politischen Engagements.

Seit fast 20 Jahren setze ich mich für Menschen ein, auch für jene, die mich nicht wählen können, weil sie keinen Schweizer Pass besitzen. Das ist für mich politisch sehr wichtig. Ich mache Politik nicht nur für meine Wähler, sondern für alle Menschen, die hier leben. Das bedeutet konkret einen fairen und diskriminierungsfreien Zugang zur Schweizer Staatsbürgerschaft, ein klares Engagement gegen Diskriminierung in all ihren Formen und eine konsequente Haltung zu Fragen des Familiennachzugs, des Ausländer und Integrationsgesetzes sowie zu allen rechtsstaatlichen Fragen, die das Leben von Menschen ohne Schweizer Pass betreffen.