Kosova

Zum ersten Mal im Kosovo erhalten Beschäftigte im öffentlichen Sektor ein 13. Gehalt

Im Kosovo ist eine zusätzliche Zahlung für alle Beschäftigten im öffentlichen Sektor vorgesehen, die auch diejenigen umfasst, die keine vollständigen 12 Monate gearbeitet haben sowie Frauen im Mutterschaftsurlaub

Die Bürger des Kosovo haben die Entscheidung der Regierung positiv aufgenommen, die erstmals im Land die Einführung eines 13. Gehalts für alle Beschäftigten im öffentlichen Sektor vorsieht, in einer Zeit, in der sie mit steigenden Preisen und Lebenshaltungskosten konfrontiert sind, berichtet albinfo.ch.

Die Entscheidung wurde von der Regierung unter der Leitung des Premierministers Albin Kurti getroffen, mit dem Ziel, den Beitrag der Beschäftigten im öffentlichen Dienst zu würdigen und einen neuen Standard für ihre finanzielle Behandlung zu schaffen.

Der Finanzminister Hekuran Murati erklärte, dass das 13. Gehalt nicht nur Beschäftigten zugutekommen wird, die das ganze Jahr gearbeitet haben, sondern auch jenen, die weniger als 12 Monate beschäftigt waren, wobei die zusätzliche Zahlung anteilig zur Beschäftigungsdauer erfolgt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist laut Murati, dass Frauen im Mutterschaftsurlaub während dieser Zeit als vollzeitbeschäftigt gelten und das vollständige 13. Gehalt erhalten, ohne für ihre Abwesenheit benachteiligt zu werden.

Murati betonte, dass diese Maßnahme eine neue Praxis im öffentlichen Sektor etablieren soll und dass das 13. Gehalt zu den zentralen Wahlversprechen von Kurti gehörte und nun im Haushalt für das Jahr 2026 vorgesehen ist.

Die Umsetzung dieser Entscheidung wird jedoch von der Einhaltung der fiskalischen Regeln abhängen, insbesondere davon, dass das Haushaltsdefizit den Grenzwert von 2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts nicht überschreitet.

Erhöhung des Mindestlohns

Parallel zu dieser Entscheidung hat die Regierung auch eine Erhöhung des Mindestlohns in zwei Phasen beschlossen, die bis Juli 2026 500 Euro erreichen soll.

Derzeit liegt der Mindestlohn bei 350 Euro und wird zunächst im Januar 2026 auf 425 Euro und anschließend im Juli 2026 auf 500 Euro für alle Vollzeitbeschäftigten erhöht.

Laut Murati wird diese Erhöhung direkt etwa 150.000 Arbeitnehmer im privaten Sektor betreffen und basiert auf Analysen zur wirtschaftlichen Auswirkung und den Marktbedingungen.

Entwicklung des Mindestlohns

Vor den gesetzlichen Änderungen im Jahr 2023 lag der Mindestlohn im Kosovo bei 130 Euro für Arbeitnehmer unter 35 Jahren und bei 170 Euro für Arbeitnehmer bis 65 Jahre. Im Jahr 2024 wurde er auf 350 Euro erhöht, bleibt jedoch im Vergleich zu Ländern wie Luxemburg, wo der Mindestlohn über 2.500 Euro liegt, einer der niedrigsten in Europa.

Die Entscheidung über das 13. Gehalt gilt als wichtiger Schritt im öffentlichen Sektor und als eine Praxis, die erstmals im Kosovo eingeführt wird./Albinfo.ch