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Elternzeit – Worauf wartet die Schweiz?
Die Eidgenössische Kommission für Familienfragen EKFF möchte die Diskussion zu einer umfassenden Elternzeit auf nationaler Ebene mit einem paritätisch aufteilbaren Modell stärken. Eine nationale Elternzeit unterstützt die Arbeitsmarktpartizipation der Mütter und wirkt sich positiv auf die Familien und die Gesellschaft aus. Die EKFF setzt in ihrem Modell die gemeinsame Betreuungsverantwortung der Eltern ins Zentrum. Sie plädiert wie bereits im Jahr 2010 für 22 zusätzliche Wochen zu den heutigen 16 Mutterschafts- und Vaterschaftsurlaubswochen.
Seit 2010 ist die Unterstützung einer nationalen Elternzeit ein Kernanliegen der Kommission. Mit verschiedenen Publikationen zu Modellvorschlägen, zum Nutzen und zur Finanzierung einer Elternzeit liefert sie Informationen für eine öffentliche Debatte. Diese hat im vergangenen Jahr aufgrund der Einführung eines zweiwöchigen Vaterschaftsurlaubs und aufgrund von kantonalen Elternzeitvorstössen wieder Schwung erhalten. Die kantonalen Begehren scheitern jedoch meist. Neben dem Kostenargument wird auch entgegengehalten, dass es eine nationale Lösung und nicht 26 kantonale Lösungen braucht. Die EKFF hat in diesem Zusammenhang ihr seit 2010 propagiertes 38 Wochen-Modell im vergangenen Jahr weiterentwickelt und den veränderten Bedürfnissen der Eltern, Wirtschaft und Gesellschaft angepasst.
Das adaptierte Modell schränkt die freie Aufteilung der Wochenzeit gegenüber den früheren EKFF-Modellen weiter ein. In Ländern mit Elternzeit hat sich nämlich gezeigt, dass sich die freie Wahl nachteilig auf den Bezug von Elternzeit durch die Väter auswirkt und somit eine erhöhte Arbeitsmarktpartizipation der Mütter mit all den negativen Konsequenzen wie einer unbefriedigenden Laufbahnperspektive, einem tieferen Lohn und letztlich auch einer unzureichenden Altersvorsorge verhindert. Die Aufteilung der Wochen ist nun entweder paritätisch mit je 19 Wochen für beide Eltern oder auch variabel möglich. Mütter können mit dem neuen Modellvorschlag von 16 bis 23 Wochen und Väter von 15 bis 22 Wochen Elternzeit profitieren. Die heutigen Errungenschaften, d.h. die 14 Wochen Mutterschafts- und zwei Wochen Vaterschaftsurlaub, werden beibehalten.
Die Kommission macht im Positionspapier «Elternzeit – Worauf wartet die Schweiz?» gleichzeitig Verbesserungsvorschläge zur Ausgestaltung der Elternurlaube. Diese be-treffen den Kündigungsschutz für die Väter, die Anspruchsleistungen bei vorzeitiger reduzierter Wiederaufnahme der Tätigkeit, die Flexibilisierung des Bezugs, die Voraussetzungen zur Anspruchsberechtigung aufgrund der wachsenden familialen Vielfalt und die Verlängerung des gleichzeitigen Bezugs bei erhöhtem Unterstützungsbedarf.
Gesellschafts- und familienpolitische Fragen
Die EKFF ist eine ausserparlamentarische Kommission, die sich für familienfreundliche Rahmenbedingungen einsetzt. Als Fachkommission stellt sie spezifisches Fachwissen im Bereich Familienpolitik bereit, auf welches Politik und Verwaltungsbehörden zurückgreifen können.
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