Zum Inhalt springen

Kosovo unterzeichnet Abkommen mit der Weltbank zur Entwicklung von Öko-Industrieparks

Das Projekt zielt darauf ab, die heimische Produktion zu steigern, private Investitionen anzuziehen und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Die Industrieparks sollen in allen Regionen des Kosovo entstehen, einschliesslich im Norden des Landes.

Das Ministerium für Industrie, Unternehmertum, Handel und Innovation und die Weltbank haben ein Kooperationsabkommen zur Entwicklung von Öko-Industrieparks im Kosovo unterzeichnet. Ziel ist es, die Voraussetzungen für den Ausbau der heimischen Produktionskapazitäten zu schaffen und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu stärken, berichtet albinfo.ch.

Das Projekt sieht die Entwicklung von Industriegebieten nach internationalen Umweltstandards vor. Gleichzeitig sollen Investitionen angezogen, die Produktion gesteigert und neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Der kosovarische Premierminister Albin Kurti erklärte bei der Vorstellung des Abkommens, dass die Entwicklung von Industrieparks eine der Massnahmen sei, um das Handelsdefizit des Landes zu verringern.

Seinen Angaben zufolge importierte der Kosovo im Jahr 2025 Waren im Wert von rund sieben Milliarden Euro, während sich die Exporte auf lediglich etwa eine Milliarde Euro beliefen. Kurti betonte, dass künftig ein Teil der bisher importierten Produkte im eigenen Land hergestellt werden solle. Dadurch sollen bessere Möglichkeiten für heimische Unternehmen und ausländische Investoren entstehen.

Er gab bekannt, dass die Entwicklung der Industrieparks alle Regionen des Kosovo ohne Ausnahme umfassen werde, darunter auch zwei Parks im Norden des Landes.

“Die Entwicklung der Industrieparks wird sich auf alle Regionen des Kosovo erstrecken, ohne Ausnahme, einschliesslich zweier Parks im nördlichen Teil unseres Landes. Nachdem wir nördlich des Flusses Ibar Recht und Ordnung wiederhergestellt haben, richten wir unsere Aufmerksamkeit schrittweise auf die wirtschaftliche Entwicklung, die Schaffung von Arbeitsplätzen und die Verbesserung der Lebensbedingungen der dort lebenden Bürgerinnen und Bürger”, erklärte Kurti.

Die Ministerin für Industrie, Unternehmertum und Handel, Mimoza Kusari-Lila, bezeichnete das Abkommen als einen weiteren Schritt zur Umsetzung internationaler Standards für Öko-Industriegebiete.

Sie betonte, dass eine moderne Industrie nicht allein anhand der Produktionsmenge bewertet werden dürfe. Entscheidend seien auch die Produktionsweise, die effiziente Nutzung von Ressourcen sowie die Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft.

Kusari-Lila verwies zudem auf einen Bericht der International Finance Corporation (IFC), der die Herstellung von Bauelementen als einen Bereich mit besonderem Potenzial für die kosovarische Wirtschaft identifiziert. Dazu gehören die Metallverarbeitung, die Herstellung von Türen und Fenstern, Möbeln, Dämmstoffen sowie Heizsystemen.

Ihr zufolge sollen die Öko-Industriegebiete als Instrument dienen, um private Investitionen zu mobilisieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Auch die Europäische Union sprach sich für dieses Konzept aus. Der Leiter der EU-Zusammenarbeit im Kosovo, Hubert Perr, erklärte, dass Industrieparks Möglichkeiten für die Entwicklung einer nachhaltigeren und wettbewerbsfähigeren Wirtschaft schaffen.

Er betonte, dass dieses Modell der industriellen Entwicklung auch in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union gefördert werde, und hob dessen Bedeutung für die wirtschaftliche Zukunft hervor.

Die Weltbank-Ländermanagerin für den Kosovo und Nordmazedonien, Carole Megevand, erklärte ihrerseits, dass mit der Entwicklung der Öko-Industrieparks mehrere Herausforderungen angegangen werden sollen, mit denen Unternehmen konfrontiert sind. Dies betreffe insbesondere die Bewirtschaftung und effiziente Nutzung natürlicher Ressourcen.

Sie nannte Energie, Wasser und Abfallmanagement als Bereiche, in denen dieses Modell zur Steigerung der Effizienz und zur Erfüllung der Anforderungen des EU-Marktes beitragen könne.

Laut Megevand geht es bei dem Projekt nicht nur darum, importierte Produkte durch heimische Erzeugnisse zu ersetzen. Vielmehr sollen auch das Exportpotenzial des Kosovo gesteigert und die Wahrnehmung kosovarischer Produkte auf internationalen Märkten durch die Kennzeichnung “Made in Kosovo” gestärkt werden./Albinfo.ch