Nach dem B2B-Forum vom 28. Oktober in Lausanne führte der zweite Tag des Aufenthalts in der Schweiz die kosovarischen Unternehmer zu den Unternehmen Coutaz SA, Probat Group SA und Groupe Orllati. Bei den Treffen wurden Erfahrungen ausgetauscht und mögliche Partnerschaften in den Bereichen Produktion, Beschaffung und Bauwesen besprochen.
Bei Coutaz SA, ein herzlicher Empfang durch Mentor Citaku
Am zweiten Tag ihres Aufenthalts in der Schweiz machten sich die 25 Unternehmer aus dem Kosovo auf den Weg nach Saint-Maurice im Kanton Wallis, einer bekannten Tourismusregion inmitten der Alpenlandschaft. Ihre erste Station war das Unternehmen Coutaz SA, wo sie von Mentor Citaku herzlich empfangen wurden. Citaku hat seine Wurzeln in der Region Drenica im Kosovo, ist Mitinhaber des Unternehmens und verantwortlich für die Unternehmensentwicklung und das Personalwesen.
Çitaku zeigte sich sehr bewegt darüber, dass so viele Unternehmer aus seinem Herkunftsland das Unternehmen besuchten. Er betonte, dass sich die Exporte zwischen Kosovo und der Schweiz mit dem Inkrafttreten des Freihandelsabkommens vervielfachen sollten.
Die Unternehmer besichtigten die Räumlichkeiten des Unternehmens und konnten sich vor Ort ein Bild von dem Gebäude machen, das sich durch seine besondere Architektur auszeichnet. Besonders hervorzuheben sind der Einsatz modernster Technologien zur Energieeinsparung sowie die Nutzung erneuerbarer Energien (Minergie-P-Label).
Probat: Labinot Haxhaj erzählt seine unternehmerische Erfolgsgeschichte
Bei Probat Group SA, einem Unternehmen der ACL GROUP, wurden die Unternehmer vom Inhaber Labinot Haxhaj empfangen. Während des Treffens erzählte er von seinem Werdegang in der Schweiz, von seiner Ankunft als Flüchtling bis hin zur Leitung einer Unternehmensgruppe mit mehreren Hundert Mitarbeitenden.
Seinen unternehmerischen Weg begann er 2003 mit der Firma HAXHAJ und einer kleinen Anzahl von Mitarbeitenden in Lausanne. Durch unermüdliche Arbeit und grosses Engagement weitete er seine Geschäftstätigkeit auf die französischsprachigen Kantone aus. Später kamen die Unternehmen PROBAT GROUP und BATI-PLUS zur Gruppe hinzu.
Als Haxhaj über die Schwierigkeiten und Opfer auf seinem Weg sprach, würdigte er die Unterstützung seiner Familie sowie eines einheimischen Freundes, der ihn bei seinem beruflichen Aufstieg unterstützt hatte. Auch das Engagement seiner Mitarbeitenden und das Vertrauen seiner Geschäftspartner bezeichnete er als wichtige Säulen der Unternehmensentwicklung. Die gesamte Familie Haxhaj empfing die Delegation aus dem Kosovo mit einem Lächeln und grosser Gastfreundschaft.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen mit der Schweizer Spezialität Raclette diskutierten die kosovarischen Unternehmer mit ihren Gastgebern über Möglichkeiten der Zusammenarbeit, insbesondere im Bausektor, in den drei Gemeinden, in denen das Unternehmen tätig ist.
Groupe Orllati SA, ein Gelände von der Grösse einer Kleinstadt
Auf dem Gelände des Baukonzerns Groupe Orllati, der den Brüdern Orllati gehört, erhielten die kosovarischen Unternehmer einen direkten Einblick in das Ausmass der Geschäftstätigkeit dieses albanisch-schweizerischen Unternehmens.
Auf einem Gelände von der Grösse einer Kleinstadt fuhren die Unternehmer mit dem Bus durch die Baustellen und Anlagen des Unternehmens. Begleitet wurden sie von Gjevgjet Orllati (Gjeti) und der Kommunikationsdirektorin Véronique Chaignat, die ihnen die verschiedenen Arbeitsabläufe ausführlich erklärten. Während des Besuchs konnten sie sehen, wie Baumaterialien recycelt und geothermische Bohrungen durchgeführt werden. Ausserdem erhielten sie Einblick in den umfangreichen Maschinenpark und die riesige Infrastruktur der Unternehmensgruppe.
Zum Abschluss des Besuchs wurden die Unternehmer von Avni Orllati und seinen beiden Brüdern Velush und Gjevgjet Orllati zu einem Gespräch empfangen.
Während des Treffens erfuhren sie mehr über die Geschichte des Unternehmens, das seine Tätigkeit 1995 aufnahm und sich zu einer Unternehmensgruppe entwickelte, die heute über 1’200 Mitarbeitende beschäftigt und zu den führenden Unternehmen der Baubranche in der französischsprachigen Schweiz gehört.
Die Vertreter der einzelnen Produktionsunternehmen aus dem Kosovo tauschten sich mit ihren Gastgebern über Möglichkeiten der Zusammenarbeit aus. Ziel ist es, den Produkten “Made in Kosova” den Zugang zum Schweizer Markt zu erleichtern.
Mehr Kontakte für neue Kooperationen
Die Besuche ergänzten die Treffen des B2B-Forums Schweiz-Kosovo, bei dem rund 25 Produktionsunternehmen aus dem Kosovo und ihre Möglichkeiten in den Bereichen Export, Zulieferung, Auftragsfertigung und Unterauftragsvergabe im Mittelpunkt standen.
Vertreten waren vier Branchen: Holzverarbeitung und Möbelproduktion, Fertighäuser und vorgefertigte Bauelemente, Metallverarbeitung und Metallkonstruktionen sowie Textil- und Bekleidungsindustrie.
Der Besuch endete mit einem Apéro und der Hoffnung, dass solche Foren künftig häufiger stattfinden, um mehr Möglichkeiten für Kontakte und Kooperationen zwischen Unternehmen aus dem Kosovo und der Schweiz zu schaffen.
Das zweitägige B2B-Forum Schweiz-Kosovo wurde von der Plattform albinfo.ch in Zusammenarbeit mit Think B, Groupe Orllati SA, Probat Group SA und dem Verband der Holzverarbeiter des Kosovo (SHPDK) organisiert. Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Projekts GROW unterstützt, das von der SIDA finanziert und von Swisscontact im Kosovo umgesetzt wird.
In den kommenden Tagen wird albinfo.ch eine Videoreportage über das zweitägige Forum veröffentlichen, mit Aufnahmen von den B2B-Treffen, den Unternehmensbesuchen und den Erfahrungsberichten der Teilnehmenden.
Foto: Gent Mersinaj
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