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Von der Diaspora in die Welt der Architektur, die junge Generation albanischer Talente, die die Zukunft gestaltet

Von den Hörsälen in Prishtina, Tirana, Berlin, Wien, Luzern, New York und Oslo aus bauen junge Menschen albanischer Herkunft ihre Karrieren in der Architektur auf. Sie beweisen, dass sich das Talent der Diaspora in internationalen Erfolg verwandeln kann.

Die Architektur ist ein Beruf, der Wissen, Kreativität und Kultur miteinander verbindet und zugleich prägt, wie Menschen Räume wahrnehmen und erleben. Für eine neue Generation junger Menschen albanischer Herkunft ist sie darüber hinaus zu einer Möglichkeit geworden, Brücken zwischen den Ländern, in denen sie leben, und ihren eigenen Wurzeln zu schlagen.

Vom Kosovo nach Österreich, von Tirana nach England, von Mitrovica nach Berlin, von der Schweiz nach Prishtina und vom Kosovo in die Vereinigten Staaten und nach Norwegen: Das Magazin Albinfo.ch vereint diese unterschiedlichen Geschichten zu einem gemeinsamen Porträt. Es erzählt von jungen Menschen aus der Diaspora, die sich für die Architektur entschieden haben und ihren beruflichen Weg an international renommierten Hochschulen und in namhaften Architekturbüros gestalten.

Dabei geht es um weit mehr als akademische Abschlüsse. Hinter diesen Geschichten stehen Jahre des Studiums, der Arbeit und der Forschung sowie Projekte, die häufig in direktem Zusammenhang mit dem Herkunftsland stehen. Einige von ihnen haben sich dafür entschieden, sich bereits in ihren Abschlussarbeiten wieder dem Kosovo, seinen Städten und seinen Lebensräumen zuzuwenden – und diese aus der Perspektive von Architektinnen und Architekten zu betrachten, die ihre Ausbildung im Ausland absolviert haben.

Nora Lika – aus Wien, mit einer Abschlussarbeit unter den besten ausgewählt

Eine dieser Geschichten führt nach Österreich, wo Nora Lika ihren akademischen Werdegang an einer der renommiertesten technischen Hochschulen Europas fortsetzt.

Nora absolviert das Masterstudium Master of Science in Architecture an der Technischen Universität Wien (TU Wien). Zuvor hatte sie im Kosovo bereits ihren Bachelor of Science in Architektur abgeschlossen.

Zu ihren bedeutendsten akademischen Erfolgen zählt ihre Masterarbeit, die an der TU Wien als eine der herausragenden Abschlussarbeiten der vergangenen Jahre ausgewählt wurde und im Rahmen der Ausstellung «Archdiploma» präsentiert wurde.

Die Ausstellung zeigte 57 ausgewählte Arbeiten aus rund 600 Masterarbeiten, die in den vergangenen Jahren abgeschlossen worden waren. Dass Noras Arbeit in diese Auswahl aufgenommen wurde, ist eine bedeutende Anerkennung ihrer akademischen Leistungen und ihres Engagements während des Studiums, berichtet albinfo.ch.

Für eine junge Architektin aus dem Kosovo ist die Präsentation ihrer Arbeit auf einer solchen Plattform zugleich ein Beispiel dafür, wie Studierende aus der Diaspora internationale akademische Bühnen erreichen und sich an aktuellen fachlichen Diskussionen im Bereich der Architektur beteiligen können.

Sara Cenaj – zwei Masterabschlüsse und ein akademischer Werdegang zwischen Albanien und England

Eine weitere bemerkenswerte Geschichte ist die von Sara Cenaj, die sich mit zwei internationalen Masterabschlüssen in den Bereichen Architektur und Immobilienentwicklung ein vielseitiges akademisches Profil aufgebaut hat.

Ihren akademischen Weg begann Sara in Tirana, wo sie an der Universität Polis einen wissenschaftlichen Masterabschluss in Architektur und Städtebau erwarb.

Anschliessend setzte sie ihr Studium in England an der Nottingham Trent University fort. Dort schloss sie ein weiteres Masterprogramm ab, diesmal im Bereich Immobilienentwicklung und Planung.

Die beiden Masterabschlüsse in miteinander verbundenen Fachgebieten ermöglichten ihr eine Ausbildung, die über die traditionelle Architektur hinausgeht und Entwurf, Immobilienentwicklung und Raumplanung miteinander verbindet, berichtet albinfo.ch.

Zu ihren Erfolgen zählen der Abschluss als MSc in Property Development and Planning with Distinction sowie die Verleihung des renommierten RICS-Preises.

Für Sara war der Erwerb der beiden Masterabschlüsse nicht nur ein akademischer Erfolg, sondern auch das Ergebnis eines langen Weges, der von harter Arbeit und Ausdauer geprägt war. «Es war eine herausfordernde, aber lohnende Reise», betonte sie. Ihr Werdegang sei ein Beleg für ihre Leidenschaft, Neues zu lernen, sich weiterzuentwickeln und ihre Träume zu verwirklichen.

Dua Ramaxhiku – Die Geschichte von Mitrovica im Mittelpunkt ihrer Architektur

Aus Mitrovica stammt die Geschichte von Dua Ramaxhiku, einer jungen Architektin, die ihr Studium in Berlin abgeschlossen und ihre akademische Arbeit mit einem der bedeutendsten Wahrzeichen ihrer Heimatstadt verbunden hat.

Duas Abschlussarbeit trägt den Titel «Die Festung von Mitrovica – Architektonische Reaktionen auf historische Ereignisse». Darin untersucht sie, wie die Geschichte die städtebauliche und architektonische Gestaltung einer Stadt beeinflussen kann.

Als Fallstudie wählte sie die Burg von Mitrovica, eines der ältesten und symbolträchtigsten Bauwerke der Stadt.

In ihrer Arbeit wird Geschichte nicht lediglich als Teil der Vergangenheit betrachtet, sondern als ein Faktor, der beeinflussen kann, wie eine Stadt wahrgenommen wird und wie sie sich künftig entwickelt.

Die Verbindung von architektonischen Ansätzen und historischer Forschung verleiht dem Projekt sowohl eine wissenschaftliche Tiefe als auch eine ausgeprägte fachliche und berufliche Dimension.

Elion und Lindon Bytyqi – zwei Brüder, ein gemeinsamer Abschlusstag und eine besondere Verbindung zu Prishtina

Eine der aussergewöhnlichsten Geschichten in diesem Porträt ist jene der Brüder Elion und Lindon Bytyqi. Beide haben ihr Masterstudium in Architektur an der Hochschule Luzern (HSLU), einer Hochschule für angewandte Wissenschaften in Luzern, erfolgreich abgeschlossen.

Ihr Erfolg erhielt jedoch eine ganz besondere Note: Die beiden Brüder schlossen ihr Studium am selben Tag, im selben Saal und Seite an Seite ab.

Über die familiäre Symbolik dieses Moments hinaus hatten ihre akademischen Projekte einen direkten Bezug zum Kosovo. Beide beschäftigten sich mit Themen rund um Prishtina und dessen öffentliche Räume.

In seinem Projekt widmete sich Elion Bytyqi dem Universitätscampus von Prishtina und insbesondere der unvollendeten orthodoxen Kirche, die sich auf dem Campusgelände befindet.

Für die Brüder Bytyqi hatte dieses Projekt auch eine persönliche Bedeutung.

«Unsere Abschlussarbeiten konzentrierten sich auf die öffentlichen Räume in Prishtina. Deshalb ist dieser Moment für uns auch eng mit dem Kosovo und unserem Wunsch verbunden, unser Wissen und unsere Erfahrungen einzubringen», erklärte Elion.

Die Geschichte der beiden Brüder zeigt auf besondere Weise, wie Menschen aus der Diaspora ihre Verbindung zum Herkunftsland auch über ihren Beruf aufrechterhalten können – in diesem Fall, indem sie Prishtina zum Mittelpunkt eines akademischen Projekts machen, das in der Schweiz entstanden ist.

Ilva Dodaj – Von der Entscheidung, allein in die USA zu gehen, bis zur Leitung eines Architekturbüros

Eine weitere Erfolgsgeschichte führt in die Vereinigten Staaten, wo Ilva Dodaj eine beachtliche Karriere im Bereich Architektur aufgebaut hat.

Ilva absolvierte ihr Architekturstudium am City College in New York. Später wurde sie auch Teil des akademischen Lehrkörpers und unterrichtete an der Architekturschule dieser Hochschule.

Ihr Weg in den USA begann bereits in jungen Jahren. Mit gerade einmal 18 Jahren entschied sie sich, allein nach Amerika zu gehen, um sich auf internationaler Ebene zu beweisen.

Diese Entscheidung markierte den Beginn eines langen beruflichen Weges.

Wie Ilva berichtet, begann sie im Jahr 2007 bei jenem Unternehmen zu arbeiten, dem sie bis heute angehört. Inzwischen hat sie dort die Position der Design Director übernommen.

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit hat sie sich dafür entschieden, ihre Erfahrungen auch an die nächste Generation weiterzugeben und ihr Wissen in der Lehre zu vermitteln.

Ilva wurde als eine der herausragenden Architektinnen unter 40 Jahren in den USA gewürdigt. Ihr Werdegang steht beispielhaft für eine Generation, die mit einer fundierten Ausbildung und grossen Ambitionen gestartet ist und sich anschliessend in einem der wettbewerbsintensivsten Architekturmärkte der Welt etabliert hat.

Atdhe Belegu auf der norwegischen Architekturbühne

In Norwegen gehört Atdhe Belegu zu den Namen, die in der jungen Architekturszene Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben.

Er absolvierte sein Studium an der Architekturschule in Bergen und arbeitet heute beim renommierten Osloer Architekturbüro Mad Arkitekter AS, berichtet albinfo.ch.

Sein beruflicher Werdegang ist von zahlreichen Auszeichnungen und Anerkennungen in Norwegen geprägt. Im Jahr 2019 nahm ihn Estate Media in die Liste der «10 aufstrebenden Nachwuchstalente» auf und hob ihn als einen jungen Fachmann mit grossem Potenzial im Bereich Architektur hervor.

Auch seine akademische und berufliche Laufbahn wurde mit mehreren bedeutenden Preisen gewürdigt.

Im Jahr 2017 erhielt er für seine Masterarbeit die höchste Auszeichnung der Architekturschule in Bergen. Im selben Jahr wurde ihm zudem der Statsbygg-Preis für herausragende Architektur verliehen.

In den darauffolgenden Jahren kamen weitere Auszeichnungen hinzu: der Aspelin Ramm Award im Jahr 2018, Europan Norway im Jahr 2019 und der DOGA-Preis im Jahr 2020.

Diese Anerkennungen haben Atdhe Belegu als einen der jungen Architekten albanischer Herkunft positioniert, denen es gelungen ist, sich ein eigenständiges Profil auf der internationalen Architekturbühne aufzubauen.

 

Eine Generation, die mehr als nur Gebäude gestaltet

Die Geschichten von Nora, Sara, Dua, Elion, Lindon, Ilva und Atdhe sind unterschiedlich. Sie haben in verschiedenen Ländern studiert, unterschiedliche Studienprogramme absolviert und sich ganz eigenen Herausforderungen gestellt.

Was sie jedoch verbindet, ist ein gemeinsamer Weg, auf dem Bildung zur Brücke für den beruflichen Erfolg geworden ist.

Einige von ihnen haben sich für renommierte europäische Universitäten entschieden, andere haben ihre Karriere in den USA aufgebaut, während manche den Kosovo zum Bestandteil ihrer akademischen Projekte gemacht haben.

In ihren Arbeiten finden sich Prishtina, Mitrovica und die öffentlichen Räume des Kosovo wieder. Ihre beruflichen Laufbahnen hingegen führen sie nach Wien, Berlin, Luzern, London, New York, Bergen und Oslo.

Damit erzählen ihre Werdegänge weit mehr als eine Reihe individueller Erfolgsgeschichten. Sie spiegeln zugleich eine neue Generation der albanischen Diaspora wider, die an bedeutenden akademischen und beruflichen Zentren Wissen und Erfahrung sammelt und diese in Bereiche einbringt, in denen Kultur, Technologie, Geschichte und Zukunftsvisionen aufeinandertreffen.

Drin Reçica | Albinfo.ch