{"id":96282,"date":"2015-10-22T09:37:56","date_gmt":"2015-10-22T07:37:56","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=96282"},"modified":"2015-10-23T11:25:32","modified_gmt":"2015-10-23T09:25:32","slug":"wann-kommt-der-erste-schweizer-albanische-nationalrat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wann-kommt-der-erste-schweizer-albanische-nationalrat\/","title":{"rendered":"Wann kommt der erste Schweizer-Albanische Nationalrat?"},"content":{"rendered":"<p>Die Ergebnisse der Nationalratswahlen zeigen, dass kein Kandidat albanischer Abstammung den Sprung in den Nationalrat geschafft hat. In den sozialen Medien zeichnen sich haupts\u00e4chlich drei Meinungen hierf\u00fcr ab: eine Gruppe von Menschen meint, es sei naiv an die Integration der albanischen Gemeinde in das politische Leben der Schweiz zu glauben, weil sie nicht akzeptiert sind. Eine andere Gruppe vertritt die Auffassung, dass Kandidatinnen und Kandidaten albanischer Herkunft nur dann gew\u00e4hlt werden, wenn sie von ihrem ethnischen politischen und sozialen Rahmen ausbrechen. Und schliesslich gibt es die Meinung, dass die vielen Kandidatinnen und Kandidaten mit albanischen Wurzeln nur die Chancen derjeniger verkleinert haben, die tats\u00e4chlich eine Chance h\u00e4tten, gew\u00e4hlt zu werden.<\/p>\n<p>Alle drei Meinungen sind teilweise richtig. Hier einige Erkl\u00e4rungsans\u00e4tze.<\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der ersten Meinung stimmt es schon, dass eine albanische Schirmherrschaft keinen Vorteil in den Schweizer Wahllisten bringt, denn die Albaner und die andere Menschen mit Herkunft aus dem Balkan im Allgemeinen von der Mehrheitsgesellschaft weiterhin nicht positiv wahrgenomen werden. Doch dieser Faktor allein erkl\u00e4rt nicht, die Nicht-Wahl von Kandidatinnen und Kandidaten albanischer Herkunft. Weil es im Naitonalrat bereits schon Nationalr\u00e4te gibt, die einen Migrationshintergrund haben &#8211; wie zum Beispiel Sibel Arslan. Und die Kandidatinnen und Kandidaten albanischer Herkunft haben eine betr\u00e4chtliche Anzahl von Stimmen erhalten. Zudem tr\u00e4gt das aktuelle politische Klima und die negative Einstellung gegen\u00fcber Migration nicht unbedingt dazu bei, dass Kandidatinnen und Kandidaten gew\u00e4hlt werde, die nicht den Standards der traditionellen Politik und Politiker der Schweiz entsprechen. Das heisst, ausl\u00e4ndische Namen haben kleinere Chancen gew\u00e4hlt zu werden, bzw. werden eher aus den Wahllisten der politischen Parteien gestrichen. Der aktualle Kontext mit dem enormen Strom von Fl\u00fcchtlingen und Migranten, mit dem Europa zu k\u00e4mpfen hat, mobilisiert Affekte und die W\u00e4hler geben ihre Stimme eher aus einem Gef\u00fchl der Angst ab. Dies erkl\u00e4rt bis zu einem gewissen Grad auch die Schwierigkeit der Gr\u00fcnen, ihre Themen wie Umwelt und Energie zu imponieren &#8211; Themen, die rationaler sind.<\/p>\n<p>Die zweite Meinung birgt in sich eine Tatsachen, die zu akzeptieren sind. Besonders dann, wenn das Element der ethnischen Herkunft \u00fcber das Element der Ideen steht und wenn die Unterst\u00fctzung grunds\u00e4tzlich auf die Mobilisierung der in der albanischen Gemeinde beheimateten Kreise bestehend oft aus Personen der ersten Generation mehrheitlich M\u00e4nner aufgebaut ist; und durch Folklore-Veranstaltungen. Der Hinweis auf die ethnische Herkunft ist symbolisch positiv, weil es die Vorurteile gegen\u00fcber Albanern bricht. Dazu kompensiert diese Strategie der Mobilisierung die Stimmen, die aufrungd der albanischen Schirmherrschaft verloren gehen. Es ist aber entscheidend, dass die politische Aktion im allgemeinen Wahlkampf integriert ist &#8211; im Sinne der Ideen und der Vorschl\u00e4ge, die die Kandidatinnen und Kandidaten zu den dominanten Themen bringen, im Einklang mit den politischen Farben, die sie vertreten.<\/p>\n<p>Drittens, ist die Anzahl der Kandidatinnen und Kandidaten mit albanischen Wurzeln eine ermutigende Entwicklung. F\u00fcr die diesj\u00e4hrigen Wahlen ist aber diese Zahl normal &#8211; rund 3800 Personen stellten sich in diesem Jahr zur Wahl. Die Zahl von 30 Kandidatinnen und Kandidaten albanischer Herkunft hat Chancen eines der Kandidierenden nicht verschlechtert. Die Ergebnisse der Wahlen zeigen vielmehr, wer bei den n\u00e4chsten Wahlen die bessere Chancen hat, tats\u00e4chlich ein Mandat zu gewinnen. Dieser Test sollte in der Zukunft als Indikator daf\u00fcr dienen, dass man Kandidaten unterst\u00fctzt, die ein gr\u00f6sseres Potential haben, eines Tages wirklich gew\u00e4hlt zu werden.<\/p>\n<p>Und schliesslich sollte man die Ergebnisse der Nationalratswahlen nicht mit zynischer Naivit\u00e4t interpretieren. Im Gegenteil, die Schweizer-Albaner haben bereits angefangen, sich am politischen Leben der Schweiz teilzunehmen. Die Erfahrungen, die sie in der Schweizer Politik machen ist von besonderes Wichtigkeit. Wir sollten nicht vergessen, bei den vorletzten Wahlen war der Anzahl der Kandidatinnen und Kandidaten albanischer Herkunft\u00a0 verschwindend klein. Das erh\u00f6hte Interesse, die zunehmende Anzahl von Kandidierenden und die Debatten in den sozialen Medien zeigen, dass die politische Partizipation von nun an die albanischen Schweizer unmittelbar betrifft. Darum muss dies eine Priorit\u00e4t bleiben, sowohl f\u00fcr uns als auch f\u00fcr die anderen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Ergebnisse der Nationalratswahlen zeigen, dass kein Kandidat albanischer Abstammung den Sprung in den Nationalrat geschafft hat. In den sozialen Medien zeichnen sich haupts\u00e4chlich drei Meinungen hierf\u00fcr ab: eine Gruppe von Menschen meint, es sei naiv an die Integration der albanischen Gemeinde in das politische Leben der Schweiz zu glauben, weil sie nicht akzeptiert sind. 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