{"id":950389,"date":"2026-09-10T16:30:21","date_gmt":"2026-09-10T14:30:21","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=950389"},"modified":"2026-09-10T16:43:21","modified_gmt":"2026-09-10T14:43:21","slug":"die-neutralitaetsinitiative-gefaehrdet-den-schweizer-einsatz-im-kosovo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/die-neutralitaetsinitiative-gefaehrdet-den-schweizer-einsatz-im-kosovo\/","title":{"rendered":"&#8220;Die Neutralit\u00e4tsinitiative gef\u00e4hrdet den Schweizer Einsatz im Kosovo&#8221;"},"content":{"rendered":"<p>Seit 1999 beteiligt sich die Schweiz mit der SWISSCOY an der internationalen friedensf\u00f6rdernden Mission KFOR im Kosovo. Aktuell steht das 54. Schweizer Kontingent im Einsatz, bevor im Oktober der n\u00e4chste Kontingentswechsel erfolgt.<\/p>\n<p>GLP-Nationalrat Matthias Jauslin ist Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates. Im Interview spricht er \u00fcber die Bedeutung des Schweizer Engagements im Kosovo und dar\u00fcber, weshalb die Neutralit\u00e4tsinitiative diesen Einsatz aus seiner Sicht akut gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p><strong>Herr Nationalrat Jauslin, seit 1999 ist die Schweiz mit der SWISSCOY im Kosovo pr\u00e4sent. Wie beurteilen Sie dieses langj\u00e4hrige Engagement der Schweiz im Kosovo und im Westbalkan?<\/strong><\/p>\n<p>Der Einsatz ist sowohl f\u00fcr die Schweiz als auch f\u00fcr die gesamte Region des Westbalkans von grosser Bedeutung. Die Schweiz tr\u00e4gt seit 27 Jahren zu Stabilit\u00e4t und Sicherheit in dieser Region bei. Dabei hat sich die Aufgabe der SWISSCOY \u00fcber die Jahre stark ver\u00e4ndert. Zu Beginn ging es beispielsweise um ganz grundlegende Dinge: Die Schweiz hatte einen Wasseraufbereitungszug im Kosovo stationiert, damit die Bev\u00f6lkerung Zugang zu sauberem Trinkwasser erhielt. Schweizer Armeeangeh\u00f6rige halfen auch beim Wiederaufbau von Schulen und anderen Infrastrukturen.<\/p>\n<p>Mit der Verbesserung der Sicherheitslage haben sich die Aufgaben ver\u00e4ndert. Heute geht es vor allem darum, Sicherheit und Stabilit\u00e4t zu gew\u00e4hrleisten, die Bewegungsfreiheit sicherzustellen und die Entwicklung der Lage vor Ort eng zu verfolgen. Das zeigt auch, dass die internationale Friedensf\u00f6rderung wirkt.<\/p>\n<figure id=\"attachment_325659\" aria-describedby=\"caption-attachment-325659\" style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/swisscoy-397584183_highres.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-325659\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/swisscoy-397584183_highres-1024x683.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"400\" srcset=\"https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/swisscoy-397584183_highres.jpg 1024w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/swisscoy-397584183_highres-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/swisscoy-397584183_highres-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/swisscoy-397584183_highres-210x141.jpg 210w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/swisscoy-397584183_highres-587x392.jpg 587w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/swisscoy-397584183_highres-150x100.jpg 150w, https:\/\/www.albinfo.at\/wp-content\/uploads\/2019\/11\/swisscoy-397584183_highres-262x175.jpg 262w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-325659\" class=\"wp-caption-text\">Keystone<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>Was leisten die Schweizer Soldatinnen und Soldaten heute konkret f\u00fcr die Sicherheit im Kosovo?<\/strong><\/p>\n<p>Eine wichtige Aufgabe ist heute die Lageverfolgung. Schweizer SWISSCOY-Angeh\u00f6rige sind t\u00e4glich unterwegs und stehen in engem Kontakt mit der Bev\u00f6lkerung. Sie m\u00fcssen nahe bei den Menschen sein und sp\u00fcren, wenn sich die Stimmung oder die Sicherheitslage ver\u00e4ndert. Gerade in einer Region, in der Spannungen rasch wieder zunehmen k\u00f6nnen, ist diese Arbeit sehr wichtig.<\/p>\n<p>Daneben \u00fcbernimmt die Schweiz innerhalb der KFOR konkrete milit\u00e4rische Aufgaben. Seit 2024 f\u00fchrt die SWISSCOY beispielsweise die multinationale Transportkompanie. Sie stellt wichtige Transportleistungen f\u00fcr die KFOR sicher. Auch damit \u00fcbernimmt die Schweiz Verantwortung innerhalb der internationalen Mission und leistet einen ganz konkreten Beitrag zur Stabilit\u00e4t im Kosovo.<\/p>\n<p><strong>Am 27. September stimmt die Schweiz \u00fcber die Neutralit\u00e4tsinitiative ab. Was w\u00fcrde eine Annahme f\u00fcr das friedensf\u00f6rdernde Engagement der Schweiz bedeuten?<\/strong><\/p>\n<p>Die Neutralit\u00e4tsinitiative gef\u00e4hrdet den Einsatz der Schweizer Armee im Kosovo sehr direkt. Und es geht nicht nur um die SWISSCOY. Auch andere friedensf\u00f6rdernde Eins\u00e4tze der Schweiz w\u00fcrden infrage gestellt. Beim Kosovo halte ich die Situation aber f\u00fcr besonders relevant: Der SWISSCOY-Einsatz w\u00e4re bei einem Ja zur Neutralit\u00e4tsinitiative aus meiner Sicht akut gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich w\u00e4re das ein grosser Fehler. Die Schweiz leistet gerade dank ihrer Neutralit\u00e4t einen wichtigen und glaubw\u00fcrdigen Beitrag zu Frieden und Stabilit\u00e4t. Neutralit\u00e4t darf nicht bedeuten, dass wir uns zur\u00fcckziehen und nicht mehr gemeinsam mit anderen Staaten Verantwortung f\u00fcr Sicherheit und Frieden \u00fcbernehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Warum ist Ihnen gerade das Engagement der Schweiz im Westbalkan so wichtig? <\/strong><\/p>\n<p>Weil die Schweiz und der Westbalkan heute ausserordentlich eng miteinander verbunden sind. Es geht dabei l\u00e4ngst nicht nur um Beziehungen zwischen Staaten. Es geht um Menschen und Familien.<\/p>\n<p>Sehr viele Menschen in der Schweiz haben Angeh\u00f6rige, Freunde und Bekannte im Kosovo und in anderen L\u00e4ndern des Westbalkans. Gleichzeitig bestehen enge wirtschaftliche, gesellschaftliche und pers\u00f6nliche Beziehungen zwischen unseren L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Die Schweiz engagiert sich seit Jahrzehnten f\u00fcr Stabilit\u00e4t und Sicherheit in dieser Region. Davon profitieren die Menschen vor Ort \u2013 aber auch wir hier in der Schweiz. Wir sind befreundete Nationen, unsere Gesellschaften sind eng miteinander verbunden. Deshalb ist es f\u00fcr mich wichtig, dass die Schweiz dieses Engagement auch in Zukunft weiterf\u00fchren kann.<\/p>\n<p>Wir sollten unseren sicherheitspolitischen Handlungsspielraum nicht unn\u00f6tig einschr\u00e4nken. Gerade die SWISSCOY zeigt, dass eine neutrale Schweiz Verantwortung \u00fcbernehmen und einen konkreten Beitrag zum Frieden leisten kann. Dazu geh\u00f6rt eine enge Zusammenarbeit mit anderen Staaten. F\u00fcr die Menschen im Kosovo, f\u00fcr den Westbalkan und letztlich auch f\u00fcr die Sicherheit der Schweiz. Deshalb empfehle ich am 27. September ein \u00fcberzeugtes Nein zur Neutralit\u00e4tsinitiative.<\/p>\n<p><strong>Matthias Jauslin ist Unternehmer und Nationalrat der GLP. Im Nationalrat ist er Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission SiK und setzt sich f\u00fcr Themen wie Umwelt, Energie, Verkehr und Luftfahrt ein.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit 1999 beteiligt sich die Schweiz mit der SWISSCOY an der internationalen friedensf\u00f6rdernden Mission KFOR im Kosovo. Aktuell steht das 54. Schweizer Kontingent im Einsatz, bevor im Oktober der n\u00e4chste Kontingentswechsel erfolgt. GLP-Nationalrat Matthias Jauslin ist Mitglied der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates. 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