{"id":91277,"date":"2015-08-24T09:52:27","date_gmt":"2015-08-24T07:52:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=91277"},"modified":"2015-08-24T09:54:10","modified_gmt":"2015-08-24T07:54:10","slug":"ihren-schweiss-vergiessen-sie-im-ausland-das-geld-fliesst-nach-kosova","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/ihren-schweiss-vergiessen-sie-im-ausland-das-geld-fliesst-nach-kosova\/","title":{"rendered":"Ihren Schweiss vergiessen sie im Ausland, das Geld fliesst nach Kosova"},"content":{"rendered":"<p><strong> Die kosovarischen Emigranten schicken noch immer auch\u00a0den letzten Rappen nach Kosovo<\/strong><\/p>\n<p>Als ich einmal mit dem Tram durch die Strassen von Wien fuhr, h\u00f6rte ich einen Landsmann,\u00a0 der, kaum war er ins Tram gestiegen, mit einem Freund am Telefon zu sprechen begann. &#8220;O Asllan mein Freund, k\u00f6nntest du mir nicht, mein guter Freund, 300 Euro finden bis Ende Monat, denn ich hab alles Geld meinem Bruder in Kosova geschickt. Ich hab keinen Cent f\u00fcr meine Familie zur\u00fcckbehalten &#8230;&#8221;, waren ein Teil seiner Worte, mit welchen dieser Landsmann sein Leid dem Freund klagte. F\u00e4lle wie seinen, wo unsere\u00a0Emigranten auch noch den letzten Rappen in die Heimat schicken,\u00a0gibt es\u00a0 unz\u00e4hlige unter den albanischsprachigen Landsleuten in den verschiedenen L\u00e4ndern Europas.<\/p>\n<p><strong>Alles was ich im Ausland verdiente, schickte ich nach Kosovo<\/strong><\/p>\n<p>Jetish Durmishi, der in Wien lebt, geh\u00f6rt zu jenen Kosovaren, die schon 1984 den Weg in die Emigration nahmen und in verschiedenen L\u00e4ndern arbeiteten. Jetish arbeitete\u00a0in Dubrovnik, in Deutschland, Griechenland, und wanderte\u00a01998 zusammen mit seiner Familie nach \u00d6sterreich aus. &#8220;Alles was ich je in meinem Leben verdient habe, habe ich in Kosova investiert. All mein eigenes Erspartes, dasjenige meiner Frau und dasjenige meiner Kinder, alles haben wir in die Heimat geschickt&#8221;, sagt er und erz\u00e4hlt, dass er w\u00e4hrend der Zeit, wo er Emigrant\u00a0in\u00a0Deutschland war,\u00a028 Kilogramm abgenommen hatte.<\/p>\n<p>Doch die schwierige Lage Kosovos und dessen Regierung und Verwaltung seit dem Krieg brachten Jetish zur Verzweiflung. &#8220;Nie im Leben h\u00e4tte ich geglaubt, dass die Albaner nach dem Krieg unehrlich, zu Verr\u00e4tern, zu Dieben werden, die den eigenen Staat bestehlen, die die Bev\u00f6lkerung, die Emigranten\u00a0pl\u00fcndern, und die sich f\u00fcr nichts anderes als ihre eigene Tasche interessieren&#8221;, sagt Durmishi, dem es leid tut, dass er nun\u00a0gar nichts sparen konnte, was er seinen Kindern hinterlassen k\u00f6nnte. &#8220;In meinem Leben habe ich alles f\u00fcr die andern gemacht, f\u00fcr Kosovo, und heute habe ich\u00a0nichts, was ich meinen Kindern\u00a0vererben k\u00f6nnte&#8221;, sagt er gegen\u00fcber albinfo.ch.<\/p>\n<p>Durmishi glaubt nicht, dass die neuen Generationen die Tradition ihrer V\u00e4ter und M\u00fctter weiterf\u00fchen\u00a0 und das gesparte Geld nach Kosova schicken werden. Er denkt, dass die jungen Generationen im Land der Emigration zur Schule gegangen sind und anders denken. Sie orientieren sich eher danach, ihr Erspartes in dem Land zu investieren, wo sie leben, indem sie Unternehmen und Firmen gr\u00fcnden. &#8220;Niemand hat Geld zum Wegwerfen und zum\u00a0Tribut\u00a0zahlen. Die Jungen haben die Situation in Kosovo gesehen und\u00a0begriffen, dass sie, solange diese Misswirtschaft weitergeht, in Kosovo nichts mehr zu investieren haben&#8221;, sagt er.<\/p>\n<p><strong>Das Geld der Emigrantinnen ist der einzige Weg, die Armut in Kosova zu senken<\/strong><\/p>\n<p>Gasper Markaj, vor mehr als zwei Jahren nach \u00d6sterreich gekommen, sagt, er\u00a0versuche, alles Ersparte seiner Familie in Kosova zu schicken. &#8220;Das Leben,\u00a0das wir neuen Generationen in der Emigration leben, bietet weniger M\u00f6glichkeiten zum Sparen als dasjenige der alten Generationen. Doch trotzdem versuchen wir, unseren Familien in Kosova so gut wie m\u00f6glich zu helfen&#8221;, sagt er zu albinfo.ch .<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss Markaj sind die Geld\u00fcberweisungen der Emigranten\u00a0der einzige Weg, sich aus dieser Situation und aus der Armut, die Kosova erlebt, zu retten. &#8220;Kosova ger\u00e4t in eine schwierige wirtschaftliche Lage, die Arbeitslosigkeit ist sehr gross. Wir sind die einzigen, die unseren Familien\u00a0wenigstens ein bisschen helfen k\u00f6nnen, diese Wirtschaftskrise zu \u00fcberstehen.&#8221;<\/p>\n<p><strong>Diaspora soll in neue Arbeitspl\u00e4tze investieren<\/strong><\/p>\n<p>Eine etwas andere Meinung, wie Kosovo geholfen werden sollte, hat der albanische Gesch\u00e4ftsmann Faton Luma, der die Firma Rebacon GmbH in \u00d6sterreich leitet.<br \/>\nEr sagt, Kosova m\u00fcsse nicht mit Rimessen geholfen werden, sondern es sollten Unternehmen gegr\u00fcndet werden, um neue Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen. &#8220;Ich denke,\u00a0wir jungen Generationen sollten nicht den Weg unserer Eltern weitergehen, die arbeiteten und Geld nach Kosova schickten und H\u00e4user bauten, die unbenutzt bleiben. Ich denke, die Diaspora hat genug Wohninfrastruktur aufgebaut, jetzt m\u00fcssen wir daf\u00fcr sorgen, dass neue Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden. In der Diaspora ist ausreichend Wille und Kapazit\u00e4t vorhanden, um die Wirtschaft Kosovas zum Leben zu erwecken&#8221;, sagt er.<\/p>\n<p>Der Gesch\u00e4ftsmann Luma ist bereit, in Kosovo zu investieren, doch er verlangt, dass die Politik die Finger von den Unternehmen l\u00e4sst. &#8220;Die Politik muss die Finger von den Firmen lassen. Sobald die Politik sich in die Gesch\u00e4ftswelt einmischt, gibt es kein Gesch\u00e4ft mehr. Die Politik muss den Investoren die Wege \u00f6ffnen, aber das Gesch\u00e4ftsleben darf nicht von der Politik abh\u00e4ngen&#8221;, sagt er zu albinfo.ch.<\/p>\n<p>Jedenfalls wird gem\u00e4ss Fachleuten der kosovarischen Wirtschaft davon ausgegangen, dass die Republik Kosovo allein diesen Sommer dank der Emigranten rund 700 Millionen Euro gewinnen wird.<\/p>\n<p>Das Geld der Emigrantinnen und Emigranten, das diese nach Kosova bringen, bedeutet mitunter eine der gr\u00f6ssten Hoffnungen f\u00fcr das Wohlergehen der Bev\u00f6lkerung, die Entwicklung von Unternehmen und die Senkung der Armut.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die kosovarischen Emigranten schicken noch immer auch\u00a0den letzten Rappen nach Kosovo Als ich einmal mit dem Tram durch die Strassen von Wien fuhr, h\u00f6rte ich einen Landsmann,\u00a0 der, kaum war er ins Tram gestiegen, mit einem Freund am Telefon zu sprechen begann. &#8220;O Asllan mein Freund, k\u00f6nntest du mir nicht, mein guter Freund, 300 Euro [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":10,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1134,1131,1129,1133,1158,1412,2015],"tags":[1550],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-91277","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-integration","category-investitionen","category-ch-balkan","category-e-diaspora-de","category-themen-vor-ort","category-newsletter-de","category-newsletter-media-de","tag-zhvillim-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91277","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/10"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=91277"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/91277\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=91277"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=91277"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=91277"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=91277"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=91277"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}