{"id":83751,"date":"2015-05-27T14:25:34","date_gmt":"2015-05-27T12:25:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=83751"},"modified":"2015-05-27T14:25:34","modified_gmt":"2015-05-27T12:25:34","slug":"investitionen-in-call-center-in-kosova","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/investitionen-in-call-center-in-kosova\/","title":{"rendered":"Investitionen in Call-Center in Kosova"},"content":{"rendered":"<p>W\u00e4hrend verschiedentlich Firmen ihre T\u00e4tigkeit aufgeben oder aus steuerpolitischen Gr\u00fcnden in andere L\u00e4nder der Region ziehen, gibt es einen Bereich, der anziehend auf Investitionen in Kosovo wirkt. In den letzten Jahren schiessen wie Pilze nach dem Regen immer mehr Firmen aus dem Boden, die Telefonanrufe aus oder nach dem Ausland \u00fcbernehmen, sogenannte Call-Center. In ihnen arbeiten in der Regel junge Frauen und M\u00e4nner, die gut Deutsch, Franz\u00f6sisch oder Englisch k\u00f6nnen. Bei den Firmen handelt es sich haupts\u00e4chlich um Gr\u00fcndungen von jungen Leuten aus der zweiten Generation der Diaspora, oder von Einheimischen, die als Asylbewerber eine Zeit lang in der EU lebten.<\/p>\n<p>Allein unter der Bezeichnung \u201eCall Center\u201c figurieren beim Handelsministerium Dutzende von Firmen, und es gibt zahlreiche weitere, die die gleiche T\u00e4tigkeit aus\u00fcben, jedoch unter anderen Bezeichnungen registriert sind, etwa unter \u201ePartnerschaft&#8221; oder &#8220;Erweiterung des T\u00e4tigkeitsfelds\u201c. Nur in Prishtina gibt es rund zwanzig Call-Center. Zudem gibt es auch Telefonzentren ohne staatliche Lizenz, die illegal arbeiten.<br \/>\n <strong><br \/>\n&#8211;       Besitzer eines Call-Centers weist Journalisten ab<\/strong><\/p>\n<p>Ein solches besuchte auch albinfo.ch, im Komplex Qafa in Prishtina, und wurde vom Besitzer des Zentrums sehr schlecht empfangen. &#8220;K\u00fcmmern Sie sich um Ihre eigenen Angelegenheiten. Denn ihr Journalisten wollt ja gew\u00f6hnlich wissen, ob wir eine Lizenz haben oder nicht&#8221;, antwortete der Vertreter dieses Call-Centers und verlangte, dass wir das B\u00fcro verliessen.<br \/>\nIn einer Antwort, die albinfo.ch zuvor vom Handels- und Industrieministerium erhalten hatte, heisst es, dass sich innert f\u00fcnfzehn Jahren rund 800 Gesellschaften mit informationstechnologischer Ausrichtung bei besagtem Ministerium eintragen liessen.<br \/>\nMehdi Pllashniku, Koordinator f\u00fcr praktische Rechtsfragen beim B\u00fcro des Handelsregisters von Kosovo (das dem Handels- und Industrieministerium untersteht), sagte, zwischen dem 1. Januar 2000 und dem 12. Januar 2015 h\u00e4tten sich 791 Gesch\u00e4fte mit der Hauptt\u00e4tigkeit Werbung (Reklame und Propaganda) eintragen lassen.<\/p>\n<p>&#8211;       <strong>Eine neue Firma fordert die Call-Center in Prishtina heraus<\/strong><\/p>\n<p>Nebst den existierenden Unternehmen gibt es eine neue Firma aus der Schweiz, die sich darauf vorbereitet, n\u00e4chstens in Kosova zu investieren. Es ist dies die Firma Adarna aus der Schweiz, die anfangs April ihre moderne Filiale im Zentrum von Prishtina er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>&#8220;Seit langem existieren Unternehmen, die in Kosovo Ver\u00e4nderungen herbeif\u00fchren m\u00f6chten. F\u00fcr gutgebildete und deutschsprechende Albaner in Kosovo eine einmalige Chance, um f\u00fcr ein schweizerisches Unternehmen arbeiten zu k\u00f6nnen. Adarna bietet verschiedene Arbeitspl\u00e4tze, wie beispielsweise Arbeit in Administration und Sekretariat, als Kundenberaterin oder auch im Call-Center am Telefon&#8221;, heisst es in einer Mitteilung der Firma. Geplant ist, im April dieses Jahres den Betrieb mit etwa vierzehn Personen zu er\u00f6ffnen und nachher weiter aufzubauen.<\/p>\n<p>&#8211;      <strong> Ministerin Bajrami: Wir begr\u00fcssen jede Investition, die Arbeitspl\u00e4tze bringt<\/strong><\/p>\n<p>Handels- und Industrieministerin Hykmete Bajrami beurteilt diese Art von Investitionen in Kosovo als n\u00fctzlich, unbesehen dessen, dass ein Teil der Steuern in die Herkunftsl\u00e4nder der Firmen geht. Einzigartig ist, dass in diesen Telefonzentren laut Bajrami tausende junge Kosovaren angestellt sind, was auch den Zielen des Regierungsprogramms betreffend Besch\u00e4ftigungswachstum entspricht.<\/p>\n<p>\u201eWir heissen jeden Sektor, der Potential hat, willkommen &#8230; Unser gr\u00f6sster Gewinn sind die Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die Jungen. So bedeutet ein Call-Center, in welchem \u00fcber 200 Junge Arbeit finden, dass 200 kosovarische Familien nicht mehr auf \u00dcberweisungen aus dem Ausland angewiesen sind&#8221;, erkl\u00e4rt die Handels- und Industrieministerin. Und wenn 200 Familien in diesem Bereich Arbeit f\u00e4nden, gilt es laut Bajrami auch zu bedenken, dass entsprechend viele Jugendliche von negativen Verhaltensweisen abgehalten w\u00fcrden, und  gleichzeitig sich die Lebensqualit\u00e4t erh\u00f6he.<br \/>\n\u201eF\u00fcr uns als Regierung von Kosovo ist es dieser Aspekt, den wir in der jetzigen Phase bei der Entwicklung des Privatsektors im Auge haben m\u00fcssen. Wir k\u00f6nnen die Unternehmen mit verschiedenen Steuern belasten, doch dann werden sie in ein anderes Land wegziehen. Wir versuchen, m\u00f6glichst attraktiv zu sein, und Arbeitspl\u00e4tze f\u00fcr die Jungen sind das oberste Ziel&#8221;, erkl\u00e4rte Ministerin Bajrami.<\/p>\n<p>Im \u00dcbrigen bezahlen Call-Center haupts\u00e4chlich Gewinnsteuern in ihren Herkunftsl\u00e4ndern. Im Dienstleistungssektor m\u00fcssen sie keine Mehrwertsteuer f\u00fcr den Export, sondern nur Steuern auf den Gewinn f\u00fcr die Arbeit, die sie machen, entrichten.<br \/>\n <strong><br \/>\n&#8211;       Dobruna: Kosova ist ein attraktiver Standort f\u00fcr Call-Center<\/strong><\/p>\n<p>Kujtim Dobruna ist der Leiter der in Wien ans\u00e4ssigen Wirtschaftsinitiative f\u00fcr Kosovo (ECIKS). Er sagte gegen\u00fcber albinfo.ch, Kosovo sei zu einem attraktiven Standort f\u00fcr Investitionen im Bereich der Informationstechnologie geworden, zu welchem auch die Telefon- bzw. sogenannten Call-Center geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>&#8220;Der Dienstleistungsbereich in der Informationstechnologie war gegen\u00fcber der weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise nicht immun. Die in diesem Bereich f\u00fchrenden L\u00e4nder wie Polen, Ungarn und die Tschechische Republik verloren infolge der gestiegenen Kosten f\u00fcr die Arbeitskr\u00e4fte an Attraktivit\u00e4t , weshalb L\u00e4nder wie Kosova und jene der Region Westbalkan attraktiver wurden&#8221;, erkl\u00e4rte Dobruna.<\/p>\n<p>Laut ihm ist Kosovo wegen seiner demographischen Struktur sowie aus steuerlichen Gr\u00fcnden besonders attraktiv geworden.<br \/>\n&#8220;Die junge Bev\u00f6lkerung, die Kenntnis von Fremdsprachen wie dem Deutschen und dem Englischen, sodann die tiefen operationellen Kosten, die tiefen Lohnkosten, niedrige Steuern, der Euro als offizielle W\u00e4hrung, die kulturelle N\u00e4he zu Westeuropa, die geographische N\u00e4he, die gleiche Zeitzone, das sind einige der Hauptgr\u00fcnde, die Kosovo f\u00fcr Investitionen in diesem Teil des Dienstleistungssektors attraktiv machen&#8221;, sagte Dobruna. <\/p>\n<p>In ihrem j\u00fcngsten Bericht &#8220;Unternehmenst\u00e4tigkeit 2014&#8221; schreibt die Weltbank, Kosovo habe bei der Reform des Gesch\u00e4ftsklimas Fortschritte gemacht, und setzt Kosovo auf Rang 75.<\/p>\n<p><strong>Kosova dringt in den von den ehemals f\u00fchrenden L\u00e4nder des Sektors verlassenen Markt ein<\/p>\n<p>Dobruna: &#8220;Die vormals f\u00fchrenden L\u00e4nder in diesem Bereich wie Polen, Ungarn und die Tschechische Republik verloren infolge der gestiegenen Kosten f\u00fcr die Arbeitskr\u00e4fte an Attraktivit\u00e4t, weshalb L\u00e4nder wie Kosova und jene der Region Westbalkan attraktiver wurden.&#8221;<br \/>\n<\/strong><em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den letzten Jahren investieren in Kosovo in betr\u00e4chtlichem Umfang sogenannte Call-Center, Firmen, die Anrufe von oder ins Ausland ausf\u00fchren. Allein in Prishtina gibt es deren \u00fcber 20.<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":83328,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1131,1129,1158],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-83751","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-investitionen","category-ch-balkan","category-themen-vor-ort"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83751","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=83751"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/83751\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/83328"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=83751"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=83751"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=83751"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=83751"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=83751"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}