{"id":810276,"date":"2025-02-28T19:15:45","date_gmt":"2025-02-28T18:15:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=810276"},"modified":"2025-02-28T18:49:32","modified_gmt":"2025-02-28T17:49:32","slug":"schusswaffen-spielen-zentrale-rolle-bei-toetungsdelikten-im-haeuslichen-bereich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/schusswaffen-spielen-zentrale-rolle-bei-toetungsdelikten-im-haeuslichen-bereich\/","title":{"rendered":"Schusswaffen spielen zentrale Rolle bei T\u00f6tungsdelikten im h\u00e4uslichen Bereich"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><strong>Eine Studie des Eidgen\u00f6ssischen B\u00fcros f\u00fcr die Gleichstellung von Frau und Mann (EBG) beleuchtet die Hintergr\u00fcnde von T\u00f6tungsdelikten mit Schusswaffen im h\u00e4uslichen Bereich in der Schweiz. Der Bundesrat wurde an seiner Sitzung vom 26. Februar 2025 \u00fcber die Ergebnisse informiert. Die Untersuchung zeigt, dass es sich bei den Tatpersonen fast ausschliesslich um M\u00e4nner handelt, mehrheitlich sind es Schweizer im Alter von \u00fcber 60 Jahren. Besonders gef\u00e4hr-det sind Schweizer Frauen der gleichen Altersgruppe. Zudem zeigt die Studie, dass Informationen zu Legalit\u00e4t und Herkunft der Schusswaffen oft fehlen.<\/strong><\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p>Schusswaffen spielen bei T\u00f6tungsdelikten in der Schweiz eine wichtige Rolle. W\u00e4hrend der Gebrauch von Schusswaffen bei T\u00f6tungsdelikten in den letzten drei Jahrzehnten insgesamt zur\u00fcckgegangen ist, fiel der R\u00fcckgang im h\u00e4uslichen Bereich deutlich geringer aus. Die Studie im Auftrag des EBG analysiert die Hintergr\u00fcnde dieser T\u00f6tungsdelikte mit Schusswaffen in der Schweiz.<b><\/b><\/p>\n<p>Die Studie ist eine Folgemassnahme des Postulats 19.3618 Graf Maya \u00abStopp der T\u00f6tungsdelikte an Frauen im h\u00e4uslichen Umfeld. Bericht zu Ursachenforschung und Massnahmenkatalog gegen Femizide in der Schweiz\u00bb. Der Bundesrat hatte das EBG unter anderem damit beauftragt, die Herkunft und den Erwerb von Schusswaffen bei T\u00f6tungsdelikten zu untersuchen. Die Studie wurde von der Universit\u00e4t St.\u00a0Gallen durchgef\u00fchrt und dient als Grundlage, um bestehende Schutzmassnahmen zu \u00fcberpr\u00fcfen und den missbr\u00e4uchlichen Gebrauch von Schusswaffen weiter zu vermindern.<\/p>\n<p><b>Soziodemografische Merkmale der T\u00e4terschaft und Opfer<\/b><\/p>\n<p>Bei den Tatpersonen von Schusswaffent\u00f6tungen im h\u00e4uslichen Bereich handelt es sich fast ausschliesslich um M\u00e4nner (von 41 Tatpersonen zwischen 2015 und 2022 war eine weiblich). \u00dcber 60-J\u00e4hrige sind klar \u00fcbervertreten, das durchschnittliche Alter ist damit deutlich h\u00f6her als bei h\u00e4uslichen T\u00f6tungsdelikten ohne Schusswaffen oder bei ausserh\u00e4uslichen Schusswaffent\u00f6tungen. Auff\u00e4llig ist weiter, dass der Anteil der T\u00e4ter und T\u00e4terinnen mit Schweizer Staatsangeh\u00f6rigkeit bei h\u00e4uslichen Schusswaffent\u00f6tungen doppelt so hoch ist wie bei h\u00e4uslichen T\u00f6tungen ohne Schusswaffeneinsatz. Die Studie sieht einen m\u00f6glichen Faktor darin, dass Schweizer M\u00e4nner aufgrund des Milit\u00e4rdienstes h\u00e4ufiger eine Schusswaffe besitzen als M\u00e4nner ohne Schweizer Staatsangeh\u00f6rigkeit.<\/p>\n<p>Welche Waffen f\u00fcr T\u00f6tungen im h\u00e4uslichen Bereich effektiv eingesetzt wurden, l\u00e4sst sich jedoch nicht abschliessend feststellen. Die Studie weist in diesem Zusammenhang auf L\u00fccken hin: Informationen zur Legalit\u00e4t und Herkunft der Schusswaffen fehlten in F\u00e4llen h\u00e4uslicher T\u00f6tungsdelikte oft, obwohl diese Daten f\u00fcr eine bessere Risikoanalyse entscheidend w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Ein wichtiges Merkmal bei Schusswaffent\u00f6tungen im h\u00e4uslichen Bereich ist der hohe Anteil an F\u00e4llen, bei denen sich der T\u00e4ter oder die T\u00e4terin nach der Tat selbst t\u00f6tet (sogenannte Homizid-Suizide): Zwischen 2015 und 2022 betraf dies 61\u00a0Prozent aller F\u00e4lle von T\u00f6tungsdelikten mit Schusswaffen, wobei s\u00e4mtliche T\u00e4ter m\u00e4nnlich waren.<\/p>\n<p>Die Analyse zeigt weiter, dass es sich bei den Opfern von h\u00e4uslichen Schusswaffent\u00f6tungen mehrheitlich um weibliche Personen handelt. Die Opfer sind ebenfalls durchschnittlich \u00e4lter als bei h\u00e4uslichen T\u00f6tungsdelikten ohne Schusswaffen oder bei ausserh\u00e4uslichen Schusswaffent\u00f6tungen und besitzen h\u00e4ufiger die Schweizer Staatsangeh\u00f6rigkeit als bei h\u00e4uslichen T\u00f6tungsdelikten ohne Schusswaffen.<\/p>\n<p><b>Empfehlungen und n\u00e4chste Schritte<\/b><\/p>\n<p>Die Studie empfiehlt unter anderem verst\u00e4rkte Pr\u00e4ventionsmassnahmen f\u00fcr \u00e4ltere Personen und betont die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen den Beh\u00f6rden und verschiedenen Akteuren sowie deren Sensibilisierung. Angesprochen sind unter anderem das nahe Umfeld, Spit\u00e4ler und Pflegeeinrichtungen. Dar\u00fcber hinaus wird empfohlen, dass die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden die Erfassung und Dokumentation schusswaffenrelevanter Informationen st\u00e4rker in den Fokus r\u00fccken, um so eine bessere Grundlage f\u00fcr die Analyse von Risikofaktoren und Pr\u00e4ventionsmassnahmen zu erhalten. Ausserdem soll in F\u00e4llen von Warnsignalen die Beschlagnahmung einer Schusswaffe nach Artikel 31 des Waffengesetzes durch die Beh\u00f6rden konsequent gepr\u00fcft werden. Das EBG wird die Studienergebnisse in die laufenden Arbeiten zur Pr\u00e4vention geschlechtsspezifischer Gewalt einbinden und die Zusammenarbe<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Untersuchung zeigt, dass es sich bei den Tatpersonen fast ausschliesslich um M\u00e4nner handelt, mehrheitlich sind es Schweizer im Alter von \u00fcber 60 Jahren<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":640859,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[29888,31836,31837],"class_list":["post-810276","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz","content_country-zvicer","content_country-austria-de","content_country-germany-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/810276","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=810276"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/810276\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":810281,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/810276\/revisions\/810281"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/640859"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=810276"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=810276"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=810276"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=810276"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=810276"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}