{"id":80606,"date":"2015-04-22T10:31:32","date_gmt":"2015-04-22T08:31:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.albinfo.ch\/?p=80606"},"modified":"2015-04-24T11:31:11","modified_gmt":"2015-04-24T09:31:11","slug":"angespannte-lage-in-mazedonien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/angespannte-lage-in-mazedonien\/","title":{"rendered":"Angespannte Lage in Mazedonien"},"content":{"rendered":"<p>Eine\u00a0angaspannte Lage herrscht in der Region von Kumanova, im Grenzgebiet zu Kosova. Dort haben in den fr\u00fchen Morgenstunden einige\u00a0bewaffnete Personen einen Grenzposten angegriffen und vier Polizisten in ihrer Gewalt gebracht.<\/p>\n<p>Von Likov\u00eb bis Goshnic\u00eb gibt es eine starke Pr\u00e4senz von Spezialeinheiten der Polizei.<\/p>\n<p>In einer Medienmitteilung sagt das\u00a0Innenministerium, an diesem Angriff seien 40 Personen in Uniformen der UCK beteiligt gewesen; untereinander h\u00e4tten diese Personen Albanisch\u00a0gesprochen.<\/p>\n<p>&#8220;Die bewaffneten Angreifer haben vier Grenzpolizisten in ihrer Gewalt gehalten, drei von ihnen haben sie festgebunden; einen vierten haben sie geschlagen. Danach wurden die vier Polizisten frei gelassen und ihre Waffen wurden beschlagnahmt&#8221;, so der Sprecher des Innenministeriums Ivo Kotevski.<\/p>\n<p>Die Polizei ist weiterhin pr\u00e4sent mit milit\u00e4rischen Transportmitteln in diesem Gebiet. Die Bewohner dieses Berggebiets m\u00fcssen sich bei jedem Kontrollposten ausweisen. Selver O., ein Dorfbewohner aus Goshnic\u00eb hat Albinfo.ch mitgeteilt, dass sie vorerst nicht in das Dorf zur\u00fcckkehren wollen.<\/p>\n<p>&#8220;Wir haben auch in Kumanov\u00eb ein Haus, aber auch eins im Dorf, wo wir tagt\u00e4glich hingehen wegen Feldarbeiten.\u00a0Heute haben wir eine vers\u00e4rkte Pr\u00e4senz der Polizei bemerkt &#8211; nach dem Inzident, wo wir nicht genau wissen, was passiert ist. Das Gebiet ist durch Polizeiposten gesichert und der Durchgang ist verboten. Wir wollten ins Dorf, kamen aber umgehend zur\u00fcck, als wir die angespannte Situation bemerkt haben&#8221;, so Selver.<\/p>\n<p>Das Grenzgebiet werde weiterhin von Hubschraubern der Polizei bewacht. Seit den Morgenstunden seien auch Teams der OSZE\u00a0auf dem Gebiet pr\u00e4sent.<\/p>\n<p>Nexhat Osmani, Sekret\u00e4r der Gemeinde Likov\u00eb teilt mit, dass er keine n\u00e4heren Kenntnisse habe, was genau passiert ist. Die Dorfbewohner h\u00e4ttten ihre allt\u00e4glichen Sorgen und existenziellen Probleme. &#8220;Wir haben keine detailliertere Informationen, wir sind nur \u00fcber die Medien informiert worden. Viele Leute wissen nicht, um welches Szenario es sich handelt. Dieses Gebiet hat den Krieg \u00fcberlebt und wir wissen es bestens, was dies bedeutet&#8221;, so Osmani.<\/p>\n<p>Vladimir Pivovarov, Professor f\u00fcr Sicherheit an der Universit\u00e4t FON in Skopje gibt f\u00fcr albinfo.ch bekannt, dass diese Situation sehr widerspr\u00fcchlich ist. Laut ihm geben bewaffnete oder terroristische Gruppen niemals ihre Forderungen auf diesem Wege bekannt.<\/p>\n<p>&#8220;Die bisherigen verf\u00fcgbaren Informationen, vor allem die Mitteilung des Sprechers des Innenministeriums f\u00fcr den Vorfall am polizeilichen Grenzposten stimmt nicht mit der Realit\u00e4t \u00fcberein. Bewaffnete oder terroristische Gruppen geben ihre Forderungen nie auf dieser Weise weiter, sondern stellen ihre Anliegen klar dar. Wenn man jedoch die politische Krise in Mazedonien in Betracht zieht, ist dieser Weg geeignet, um die Aufmerksamkeit abzulenken. Auf schlechteste Art wird dies versucht, indem zwischenethnische Konflikte inszeniert werden.&#8221;, so der Professor Pivovarov.<\/p>\n<p>Laut ihm wurden auch die Granatangriffe bei der Regierung in Skopje nie gekl\u00e4rt. Die Tatsache, dass solche Vorf\u00e4lle gerade in einer Zeit einer tiefen politischen Krise passieren, sei sehr verd\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Auch der Experte f\u00fcr regionale Sicherheit Naim Maloku hat f\u00fcr Albinfo.ch den Fall\u00a0kommentiert. &#8220;Dieses Szenario scheint durch regierungsunterst\u00fctzende Kreise des mazedonischen\u00a0Geheimdienstes realisiert\u00a0zu sein. Dies sei f\u00fcr die aktuelle politische Situation g\u00fcnstig, indem die \u00f6ffentliche Aufmerksamkeit abgelenkt wird und so Zeit f\u00fcr die L\u00f6sung des unvermeidlichen Konflikts zwischen der verschiedenen Fraktionen innerhalb des staatlichen Geheimdienstes gewonnen wird. Die Erinnerungen aus dem letzten Konflikt in Mazedonien und die Aktivit\u00e4ten der\u00a0<span style=\"font-size: small;\">U\u00c7K sind noch frisch und dies wird ausgenutzt.&#8221;, so Naim Maloku.<\/span><\/p>\n<p>Im Zusammenhang mit dem Vorfall haben auch die politischen Parteien und die Nichtregierungs-Organisationen reagiert. Sie appellieren f\u00fcr Ruhe und Verzicht auf jede Tendenz, die die Situation noch mehr\u00a0anspannen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine\u00a0angaspannte Lage herrscht in der Region von Kumanova, im Grenzgebiet zu Kosova. 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