{"id":771601,"date":"2024-09-26T21:42:31","date_gmt":"2024-09-26T19:42:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=771601"},"modified":"2024-09-26T21:45:41","modified_gmt":"2024-09-26T19:45:41","slug":"praemien-steigen-naechstes-jahr-um-6-prozent","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/praemien-steigen-naechstes-jahr-um-6-prozent\/","title":{"rendered":"Pr\u00e4mien steigen n\u00e4chstes Jahr um 6 Prozent"},"content":{"rendered":"<p>Die mittlere Krankenkassenpr\u00e4mie wird im Jahr 2025 378,70 Franken pro Monat betragen, was einem Anstieg um 21,60 Franken (6 Prozent) im Vergleich zu 2024 entspricht. Die Pr\u00e4mien folgen den Kosten. Diese werden aufgrund neuer Therapien und Medikamente sowie der Alterung der Gesellschaft auch in Zukunft wachsen. Seit diesem Jahr schl\u00e4gt sich die Teuerung zunehmend in den Tarifen nieder, was die Kosten sp\u00fcrbar steigen l\u00e4sst. Damit das Gesundheitssystem finanzierbar bleibt, sind alle gefordert, langfristig die Kosten zu d\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Im Jahr 2025 wird die mittlere Monatspr\u00e4mie 378,70 Franken betragen, was einem Anstieg von 21,60 Franken (6 Prozent) im Vergleich zu 2024 entspricht. Die mittlere Pr\u00e4mie wird berechnet, indem alle in der Schweiz bezahlten Pr\u00e4mien addiert und durch die Gesamtzahl der Versicherten in der Schweiz geteilt werden. F\u00fcr Erwachsene steigt sie n\u00e4chstes Jahr um 25,30 Franken (6 Prozent) auf 449,20 Franken. Diejenige f\u00fcr junge Erwachsene erh\u00f6ht sich um 16,10 Franken (5,4 Prozent) auf 314,10 Franken. F\u00fcr Kinder steigt sie gegen\u00fcber 2024 um 6,50 Franken (5,8 Prozent) auf 117,90 Franken.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4mien werden von den Versicherern so festgesetzt, dass f\u00fcr jeden Versicherer und jeden Kanton die erwarteten Kosten gedeckt werden. Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) hat nach eingehender Pr\u00fcfung der Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen alle eingereichten Pr\u00e4mien f\u00fcr 2025 genehmigt. Wo n\u00f6tig, wurden Anpassungen verlangt.<\/p>\n<p>Der durchschnittliche Pr\u00e4mienanstieg von 6,0 Prozent st\u00fctzt sich auf die Sch\u00e4tzungen der Versicherer zu den Ver\u00e4nderungen ihres Versichertenbestandes. Der effektive Pr\u00e4mienanstieg wird aber tiefer erwartet, da bei st\u00e4rkeren Pr\u00e4mienanstiegen beispielsweise mehr Versicherte h\u00f6here Franchisen w\u00e4hlen oder in ein alternatives Versicherungsmodell wechseln. Dies hat zur Folge, dass das effektive durchschnittliche Pr\u00e4mienniveau sinkt. Unter Ber\u00fccksichtigung dieser Effekte analog den Vorjahren erwartet das BAG einen effektiven Anstieg von 5,5 Prozent.<\/p>\n<p>Kostensteigerung in vielen Bereichen<br \/>\nDer Pr\u00e4mienanstieg erkl\u00e4rt sich durch das Kostenwachstum in der Krankenversicherung. Denn die Pr\u00e4mien folgen den Kosten. Nachdem die Kosten mit 4,6 Prozent schon 2023 st\u00e4rker gewachsen sind als im langj\u00e4hrigen Durchschnitt, liegt der Kostenanstieg weiterhin auf hohem Niveau. Im ersten Halbjahr 2024 betrug das Wachstum verglichen mit dem Vorjahreszeitraum 4,1 Prozent pro Person (92,40 Franken). F\u00fcr 2025 erwarten die Versicherer eine Kostensteigerung von 4,2 Prozent. Alle Kostengruppen (ambulante Behandlungen in Arztpraxen und Spit\u00e4lern, station\u00e4re Spitalbehandlungen, Medikamente, Pflegeheime usw.) trugen zum Kostenanstieg bei.<\/p>\n<p>Die starke Kostenzunahme ist auf eine Vielzahl von Faktoren zur\u00fcckzuf\u00fchren: Neue Medikamente und Behandlungsm\u00f6glichkeiten, aber auch eine Zunahme der nachgefragten Gesundheitsleistungen. Die Verlagerung von station\u00e4ren Behandlungen in den ambulanten Bereich spielt auch eine Rolle. Sie ist medizinisch sinnvoll und insgesamt kostend\u00e4mpfend. Da ambulante Behandlungen aktuell ausschliesslich von der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) finanziert werden, w\u00e4hrend station\u00e4re Behandlungen von den Kantonen teilfinanziert werden, f\u00fchrt diese Verlagerung jedoch zu einer h\u00f6heren Belastung f\u00fcr die Pr\u00e4mienzahlenden. Auch darum wollen Bundesrat und Parlament das \u00e4ndern und haben eine Vorlage dazu verabschiedet, \u00fcber die das Volk am 24. November 2024 abstimmen wird. Dar\u00fcber hinaus sind in diesem Jahr die Folgen der Teuerung zunehmend zu sp\u00fcren. Diese zeigen sich im Gesundheitswesen immer mit einer gewissen Verz\u00f6gerung, da es keine automatische Anpassung der Tarife gibt, sondern diese neu zwischen den Tarifpartnern verhandelt werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>R\u00fcckgang der Reserven<br \/>\nDie Reserven der Versicherer sind per Anfang 2024 auf branchenweit 7,3 Milliarden Franken gesunken. Der Hauptgrund daf\u00fcr ist, dass die Gesundheitskosten im Jahr 2023 st\u00e4rker gewachsen sind als zum Zeitpunkt der Pr\u00e4mieneingabe erwartet. Der Verlust aus dem Versicherungsgesch\u00e4ft betrug 1,9 Milliarden Franken. Dieser Verlust konnte durch den Gewinn aus Kapitalanlagen in H\u00f6he von 0,7 Milliarden Franken nur teilweise kompensiert werden. Der resultierende Verlust von 1,2 Milliarden Franken wurde vollst\u00e4ndig von den Reserven getragen.<\/p>\n<p>Kostend\u00e4mpfung bleibt eine Daueraufgabe<br \/>\nDie Gesundheitskosten werden aufgrund der Alterung der Gesellschaft sowie neuen Therapien und Medikamenten auch in Zukunft steigen. Neue M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Behandlungen sind begr\u00fcssenswert. Das Kostenwachstum muss aber in Grenzen gehalten werden, damit das Gesundheitssystem nachhaltig finanzierbar bleibt. Kostend\u00e4mpfung ist eine Daueraufgabe, die an verschiedenen Orten von verschiedenen Akteuren immer wieder in Angriff genommen werden muss.<\/p>\n<p>Der Bundesrat und das Eidgen\u00f6ssische Departement des Innern (EDI) setzen sich seit Jahren f\u00fcr die D\u00e4mpfung der Gesundheitskosten ein. Das BAG hat die Arzneimittelpreise seit 2012 um rund 1,5 Milliarden Franken gesenkt. Mit dem Health Technology Assessment Programm (HTA) evaluierte das EDI bis heute zwanzig Mal \u00fcber die Verg\u00fctung von OKP-Leistungen, was zu direkten Einsparungen von \u00fcber 90 Millionen Franken j\u00e4hrlich f\u00fchrte. Zudem hat der Bundesrat per Anfang 2024 mit der Revision der Verordnung \u00fcber die Krankenversicherung (KVV) und der Krankenpflege Leistungsverordnung (KLV) gezielte Anreize zur Verwendung von kosteng\u00fcnstigeren Generika und Biosimilars gesetzt. Das Einsparpotenzial wird auf bis zu 250 Millionen Franken pro Jahr gesch\u00e4tzt.<\/p>\n<p>Der Bundesrat hat dem Parlament zudem zwei Kostend\u00e4mpfungspakete vorgelegt. Erste Massnahmen daraus sind bereits 2023 und 2024 in Kraft getreten. Aktuell ber\u00e4t das Parlament \u00fcber das zweite Paket. Darin enthalten sind wichtige Massnahmen wie die Mengenrabatte bei umsatzstarken Medikamenten oder die St\u00e4rkung der koordinierten Versorgung. Das Einsparpotenzial betr\u00e4gt bis zu einer halben Milliarde Franken pro Jahr.<\/p>\n<p>Eine wichtige Massnahme ist die Reform zur einheitlichen Finanzierung der Gesundheitsleistungen, \u00fcber die am 24. November 2024 abgestimmt wird. Sie hat zum Ziel, dass alle OKP-Leistungen (ambulant, station\u00e4r und Pflege) von Krankenkassen und Kantonen gemeinsam nach demselben Verteilschl\u00fcssel finanziert werden. Heute werden ambulante Behandlungen einzig durch die Krankenversicherer und damit die Pr\u00e4mienzahlenden finanziert. Die Reform beseitigt Fehlanreize, die heute die station\u00e4ren Behandlungen beg\u00fcnstigen, obwohl ambulante Behandlungen oft medizinisch sinnvoller und kosteng\u00fcnstiger sind. Mit der einheitlichen Finanzierung profitieren in Zukunft auch die Pr\u00e4mienzahlenden von diesen Einsparungen.<\/p>\n<p>Wechsel der Grundversicherung<br \/>\nDie Krankenversicherer haben bis Ende Oktober Zeit, um die Versicherten \u00fcber die Pr\u00e4mien 2025 zu informieren. Danach k\u00f6nnen die Versicherten bis Ende November ihre Grundversicherung wechseln oder ihr Versicherungsmodell anpassen. In der Grundversicherung m\u00fcssen die Krankenversicherer jede Person aufnehmen.<\/p>\n<p>Priminfo.ch<br \/>\nDie Website\u00a0<u>www.priminfo.ch<\/u>\u00a0beinhaltet insbesondere folgende Dienstleistungen:<br \/>\n&#8211; Einfach anzuwendender Pr\u00e4mienrechner: Alle Pr\u00e4mien und Verg\u00fcnstigungen s\u00e4mtlicher Krankenkassen sind \u00fcbersichtlich aufgef\u00fchrt. Die Versicherten k\u00f6nnen die Pr\u00e4mien nach ihrer H\u00f6he sortieren und damit ihr Einsparpotenzial berechnen;<br \/>\n&#8211; Die Rubrik \u00abPr\u00e4mienberatung\u00bb mit Informationen zum Thema Krankenversicherung, Tipps zum Pr\u00e4miensparen und mit Musterbriefen;<br \/>\n&#8211; Pr\u00e4mien\u00fcbersichten;<br \/>\n&#8211; Antworten auf h\u00e4ufige Fragen (FAQ) sowie Kontaktm\u00f6glichkeiten (Pr\u00e4mientelefon des BAG);<br \/>\n&#8211; Texte in einfacher und leichter Sprache;<br \/>\n&#8211; Videos in Geb\u00e4rdensprache f\u00fcr geh\u00f6rlose Menschen.<\/p>\n<p>Alle Pr\u00e4miendaten k\u00f6nnen zudem vom Open-Data-Portal heruntergeladen werden (<u>www.opendata.swiss<\/u>).<\/p>\n<p>F\u00fcr spezifische Fragen zu individuellen Pr\u00e4mien und Versicherungspolicen f\u00fcr 2025 ist grunds\u00e4tzlich der entsprechende Krankenversicherer zust\u00e4ndig. Er ist zu einer unentgeltlichen Beratung und Information gesetzlich verpflichtet.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-102592.html\">Anhaltendes Kostenwachstum f\u00fchrt zu erneuter Pr\u00e4mienerh\u00f6hung im Jahr 2025 (admin.ch)<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die mittlere Krankenkassenpr\u00e4mie wird im Jahr 2025 378,70 Franken pro Monat betragen, was einem Anstieg um 21,60 Franken (6 Prozent) im Vergleich zu 2024 entspricht. Die Pr\u00e4mien folgen den Kosten. Diese werden aufgrund neuer Therapien und Medikamente sowie der Alterung der Gesellschaft auch in Zukunft wachsen. 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