{"id":747921,"date":"2024-06-17T22:43:26","date_gmt":"2024-06-17T20:43:26","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=747921"},"modified":"2024-06-17T23:02:48","modified_gmt":"2024-06-17T21:02:48","slug":"zahl-der-beruflichen-eingliederungen-durch-die-iv-nimmt-weiter-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/zahl-der-beruflichen-eingliederungen-durch-die-iv-nimmt-weiter-zu\/","title":{"rendered":"Zahl der beruflichen Eingliederungen durch die IV nimmt weiter zu"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rund 55 800 Personen haben letztes Jahr an beruflichen Eingliederungsmassnahmen der IV teilgenommen, dreimal mehr als noch 2008. Von den 41 500 Personen, die eine berufliche Eingliederung abgeschlossen haben, hatten rund 60 Prozent eine Anstellung oder waren wieder erwerbsf\u00e4hig. Dies zeigen die neuesten Zahlen, die das Bundesamt f\u00fcr Sozialversicherung (BSV) heute publiziert hat.<\/strong><\/p>\n<p>Die Invalidenversicherung (IV) unterst\u00fctzt Menschen mit gesundheitlichen Problemen bei der Integration in den Arbeitsmarkt. Es gilt der Grundsatz \u00abEingliederung vor Rente\u00bb: Erst wenn alle Eingliederungsm\u00f6glichkeiten ausgesch\u00f6pft sind, wird der Anspruch auf eine Rente gepr\u00fcft.<\/p>\n<p>Instrumente zur beruflichen Integration ausgebaut<\/p>\n<p>Der Fokus auf die Eingliederung wurde mit den letzten Gesetzesrevisionen 2008, 2012 und 2022 verst\u00e4rkt. Bundesrat und Parlament haben die Instrumente zur Eingliederung (siehe Kasten) gezielt ausgebaut, insbesondere die M\u00f6glichkeiten zur Fr\u00fchintervention mit der 5. IVG-Revision 2008. Ziel ist, bei gesundheitlichen Problemen fr\u00fchzeitig reagieren zu k\u00f6nnen, solange eine Person noch im Arbeitsprozess drin ist. Dann ist die Chance am gr\u00f6ssten, eine Invalidit\u00e4t zu verhindern.<\/p>\n<p>F\u00fcr Versicherte mit psychischen Erkrankungen oder anderen chronisch verlaufenden Leiden, bei denen unter Umst\u00e4nden eine rasche Integration aus gesundheitlichen Gr\u00fcnden nicht m\u00f6glich ist, wurden mit der Einf\u00fchrung (2008) und dem sp\u00e4teren Ausbau (2022) der Integrationsmassnahmen wirksame Instrumente geschaffen.<\/p>\n<p>Diese verst\u00e4rkte Ausrichtung auf die berufliche Eingliederung zeigt Wirkung. Die Zahl der Personen, die an Eingliederungsmassnahmen teilgenommen haben, hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen: 2023 waren es \u00fcber 55 800 Personen, dreimal mehr als 2008. Die Kosten haben sich im selben Zeitraum verdoppelt. Sie beliefen sich 2023 auf 886 Millionen Franken.<\/p>\n<p>Auftrag der IV: Erwerbsf\u00e4higkeit wieder herstellen<\/p>\n<p>Rund 41 500 Personen haben 2023 den beruflichen Eingliederungsprozess abgeschlossen. Davon konnten 45 Prozent mit einer Anstellung im ersten Arbeitsmarkt integriert werden, weitere 15 Prozent sind wieder erwerbsf\u00e4hig f\u00fcr den ersten Arbeitsmarkt, aber noch ohne Anstellung. Bei rund 38 Prozent war eine berufliche Eingliederung aus diversen Gr\u00fcnden nicht oder noch nicht m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Situation ein Jahr nach Abschluss<\/p>\n<p>Das Monitoring der IV macht auch Angaben dazu, wie die Situation der Personen ein Jahr nach Abschluss der Massnahme aussieht. 2021 haben rund 21 000 Personen eine berufliche Eingliederung abgeschlossen. Davon konnten ein Jahr sp\u00e4ter 55 Prozent ein Einkommen erzielen.<\/p>\n<p>Hauptursache: psychische Krankheiten<\/p>\n<p>Insgesamt waren 2023 in etwas mehr als der H\u00e4lfte der F\u00e4lle der Beziehenden von beruflichen Eingliederungsmassnahmen (53 %) psychische Krankheiten die Invalidit\u00e4tsursache, gefolgt von Krankheiten der Knochen und Bewegungsorgane (16 %), Geburtsgebrechen (11 %) und Unf\u00e4llen (9 %).<\/p>\n<p>Neue Daten<\/p>\n<p>Mit der Weiterentwicklung der IV wurde 2022 auch die Datenerfassung f\u00fcr die berufliche Eingliederung \u00fcberarbeitet. Diese erlaubt ein weitergehendes Monitoring, das der Steuerung und Aufsicht der IV dient: Neu werden unter anderem der Durchf\u00fchrungsort erhoben, etwa im ersten Arbeitsmarkt, in anderen Angeboten (z.B. Schule), in gesch\u00fctzten Institutionen oder als Kombination. Erhoben wird neu auch das Resultat des Eingliederungsprozesses. Eine umfassende Evaluation der Weiterentwicklung der Invalidenversicherung kann allerdings erst zu einem sp\u00e4teren Zeitpunkt erfolgen. Hierzu laufen verschiedene Studien.<\/p>\n<p><strong>Die berufliche Eingliederung durch die IV<br \/>\n<\/strong><br \/>\nEs gibt vier Gruppen von beruflichen Eingliederungsmassnahmen:<br \/>\n1.<strong>\u00a0Beratung und Begleitung:<\/strong>\u00a0Im Rahmen der Fallf\u00fchrung ber\u00e4t und begleitet die IV-Stelle die versicherte Person und gegebenenfalls ihren Arbeitgeber.<br \/>\n2.\u00a0<strong>Fr\u00fchinterventionsmassnahmen:\u00a0<\/strong>Anpassungen des Arbeitsplatzes, Ausbildungskurse, Arbeitsvermittlung, Berufsberatung, sozial-berufliche Rehabilitationsmassnahmen, Besch\u00e4ftigungsmassnahmen, Beratung und Begleitung<br \/>\n3.\u00a0<strong>Integrationsmassnahmen\u00a0<\/strong>zur Vorbereitung auf die berufliche Eingliederung<br \/>\n4.\u00a0<strong>Berufliche Massnahmen:<\/strong>\u00a0Berufsberatung, erstmalige berufliche Ausbildung, Umschulung, Arbeitsvermittlung, Arbeitsversuch, Personalverleih, Einarbeitungszuschuss, Entsch\u00e4digung f\u00fcr Beitragserh\u00f6hungen und Kapitalhilfe<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-101443.html\">\/admin.ch\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund 55 800 Personen haben letztes Jahr an beruflichen Eingliederungsmassnahmen der IV teilgenommen, dreimal mehr als noch 2008. 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