{"id":671364,"date":"2023-08-29T23:42:40","date_gmt":"2023-08-29T21:42:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=671364"},"modified":"2023-08-29T23:43:42","modified_gmt":"2023-08-29T21:43:42","slug":"mehr-geld-fuer-die-pflege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/mehr-geld-fuer-die-pflege\/","title":{"rendered":"Mehr Geld f\u00fcr die Pflege"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mit einer breiten Ausbildungsoffensive will der Bundesrat den wachsenden Bedarf im Pflegebereich angehen und damit einen wichtigen Teil der Initiative \u00abF\u00fcr eine starke Pflege (Pflegeinitiative)\u00bb rasch umsetzen. Die Ausbildung zur Pflegefachperson soll w\u00e4hrend acht Jahren von Bund und Kantonen mit bis zu einer Milliarde Franken gef\u00f6rdert werden. Pflegefachpersonen sollen zudem bestimmte Leistungen direkt zulasten der Sozialversicherungen abrechnen k\u00f6nnen. Mit acht Millionen Franken sollen zudem f\u00fcr vier Jahre Projekte unterst\u00fctzt werden, die die Effizienz in der medizinischen Grundversorgung f\u00f6rdern. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 23. August 2023 die Umsetzungsbestimmungen in die Vernehmlassung geschickt. Die Ausbildungsoffensive soll Mitte 2024 starten.<\/strong><\/p>\n<p>Die Pflege steht angesichts des Bev\u00f6lkerungswachstums und der Alterung der Bev\u00f6lkerung vor grossen Herausforderungen. Um die Qualit\u00e4t der Pflege zu erhalten, m\u00fcssen mehr Pflegefachkr\u00e4fte ausgebildet werden. Der Bundesrat hat deshalb eine breite Ausbildungsoffensive beschlossen. Das entsprechende Bundesgesetz \u00fcber die F\u00f6rderung der Ausbildung im Bereich der Pflege wurde im Dezember 2022 vom Parlament verabschiedet. Nun hat der Bundesrat die Kriterien f\u00fcr die Beitr\u00e4ge des Bundes formuliert und bis zum 23. November 2023 in die Vernehmlassung geschickt.<\/p>\n<p>Die Ausbildungsoffensive verpflichtet die Kantone, in drei Bereichen F\u00f6rdermassnahmen umzusetzen. Gesundheitseinrichtungen wie Spit\u00e4ler, Pflegeheime oder Spitexorganisationen sollen Beitr\u00e4ge erhalten, um ungedeckte Kosten in der praktischen Ausbildung von diplomierten Pflegefachkr\u00e4fte zu decken. Unterst\u00fctzt werden auch innovative Massnahmen der Gesundheitseinrichtungen, die zu mehr praktischen Ausbildungspl\u00e4tzen f\u00fchren, etwa der Zusammenschluss von mehreren Gesundheitseinrichtungen zu Ausbildungsverb\u00fcnden oder der Aufbau von Ausbildungsstationen. Unterst\u00fctzungsbeitr\u00e4ge erhalten im Weiteren die h\u00f6heren Fachschulen und Fachhochschulen, damit sie die Zahl der Ausbildungsabschl\u00fcsse erh\u00f6hen k\u00f6nnen. Schliesslich sollen angehende Pflegefachpersonen w\u00e4hrend ihrer Diplomausbildung finanziell unterst\u00fctzt werden, falls sie ihren Lebensunterhalt sonst nicht sichern k\u00f6nnten. Die gesetzlichen Grundlagen f\u00fcr die Umsetzung der F\u00f6rdermassahmen m\u00fcssen von den Kantonen geschaffen werden.<\/p>\n<p><strong>Bund beteiligt sich zu 50 Prozent<\/strong><br \/>\nDie Ausbildung einer ausreichenden Anzahl von Pflegefachpersonen liegt weiterhin in der Zust\u00e4ndigkeit der Kantone. Der Bund beteiligt sich deshalb bis maximal zur H\u00e4lfte an den Beitr\u00e4gen der Kantone. Die finanzielle Unterst\u00fctzung des Bundes ist befristet und degressiv ausgestaltet. Insgesamt kann der Bund die kantonalen Aufwendungen f\u00fcr die Ausbildung im Bereich Pflege mit maximal rund 470 Millionen Franken w\u00e4hrend acht Jahren unterst\u00fctzen.<br \/>\nUm einerseits den administrativen Aufwand f\u00fcr die Kantone so gering wie m\u00f6glich zu halten und andererseits ausreichend Zeit f\u00fcr den Vollzug in den Kantonen zu gew\u00e4hrleisten, wurden die Kantone bei der Erarbeitung des Ausf\u00fchrungsrechtes direkt einbezogen. Sie k\u00f6nnen nun im Rahmen der Vernehmlassung weitere R\u00fcckmeldungen machen.<\/p>\n<p>Die Ausbildungsoffensive soll Mitte 2024 starten. Ab diesem Zeitpunkt und befristet auf acht Jahre k\u00f6nnen die Kantone Bundesbeitr\u00e4ge beantragen.<\/p>\n<p><strong>Direkte Abrechnung von bestimmten Pflegeleistungen<\/strong><br \/>\nDas Ausbildungsf\u00f6rdergesetzes Pflege erm\u00f6glicht im Weiteren, dass Pflegefachpersonen bestimmte Leistungen direkt zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) abrechnen k\u00f6nnen. Es handelt sich um Leistungen der Abkl\u00e4rung, Beratung und Koordination sowie der Grundpflege.<\/p>\n<p>Sollten aufgrund der direkten Abrechnung von Pflegefachpersonen zulasten der obligatorischen Krankenpflegeversicherungsversicherung (OKP) das Leistungsvolumen und in der Folge die Krankenversicherungspr\u00e4mien steigen, k\u00f6nnen die Tarifpartner ein Kontrollmechanismus aushandeln, um einen ungerechtfertigten Anstieg der Gesundheitskosten zu verhindern.<\/p>\n<p><strong>F\u00f6rderprogramm Effizienz in der medizinischen Grundversorgung<\/strong><br \/>\nDie medizinische Grundversorgung kommt aufgrund des demographischen Wandels vermehrt unter Druck. Immer mehr Menschen mit chronischen oder mit mehrfachen Erkrankungen ben\u00f6tigen regelm\u00e4ssig und \u00fcber l\u00e4ngere Zeit medizinische und pflegerische Leistungen. Gleichzeitig nimmt der Fachkr\u00e4ftemangel bei den Haus\u00e4rztinnen und Haus\u00e4rzte sowie bei den Pflegefachpersonen in der Langzeitpflege stetig zu. Mit einem F\u00f6rderprogramm im Umfang von acht Millionen Franken sollen deshalb innovative Versorgungsmodelle in der Grundversorgung mit Schwerpunkt auf der Langzeitpflege gest\u00e4rkt werden. Die Projektf\u00f6rderung soll Mitte 2024 beginnen und dauert vier Jahre.<\/p>\n<p><strong>Umsetzung der Pflegeinitiative<\/strong><br \/>\nDie Initiative \u00abF\u00fcr eine starke Pflege\u00bb wurde in der Volksabstimmung am 28. November 2021 angenommen. Der Bundesrat hat entschieden, die Initiative rasch und deshalb in zwei Etappen umzusetzen. Die erste Etappe enth\u00e4lt eine breite Ausbildungsoffensive von Bund und Kantonen. Zudem sollen Pflegefachpersonen bestimmte Leistungen direkt abrechnen k\u00f6nnen. Die zweite Etappe enth\u00e4lt eine Reihe von Massnahmen, um die Arbeitsbedingungen in der Pflege zu verbessern. Dazu geh\u00f6ren etwa strengere Vorgaben zur Erstellung von Dienstpl\u00e4nen Entsch\u00e4digungen f\u00fcr kurzfristige Arbeitseins\u00e4tze, oder die Pflicht der Sozialpartner, \u00fcber Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge (GAV) zu verhandeln.<\/p>\n<p>Der Bundesrat wird dazu bis im Fr\u00fchling 2024 ein neues Bundesgesetz \u00fcber die anforderungsgerechten Arbeitsbedingungen in der Pflege vorbereiten und in die Vernehmlassung schicken.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-97443.html\">\/admin.ch\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bundesrat will die Ausbildungsoffensive im Pflegebereich Mitte 2024 starten<\/p>\n","protected":false},"author":6,"featured_media":635301,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,3954,8182,11228,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-671364","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-shendetesi-2-de","category-finances","category-ekonomi-de","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671364","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/6"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=671364"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/671364\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/635301"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=671364"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=671364"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=671364"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=671364"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=671364"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}