{"id":669544,"date":"2023-08-22T10:35:08","date_gmt":"2023-08-22T08:35:08","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=669544"},"modified":"2023-08-22T10:35:08","modified_gmt":"2023-08-22T08:35:08","slug":"schweizer-arbeitsbedingungen-und-gesundheit-im-europaeischen-vergleich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/schweizer-arbeitsbedingungen-und-gesundheit-im-europaeischen-vergleich\/","title":{"rendered":"Schweizer Arbeitsbedingungen und Gesundheit im europ\u00e4ischen Vergleich"},"content":{"rendered":"<p><strong>23 Prozent der Angestellten in der Schweiz stellten 2021 eine Gef\u00e4hrdung der Sicherheit oder Gesundheit wegen der Arbeit fest. In Europa waren dies deutlich mehr (34%). Eine Mehrheit der Schweizer Angestellten berichtete von Belastungen f\u00fcr den Bewegungsapparat (55%) und einem hohen Arbeitstempo (59%). Demgegen\u00fcber waren die Entscheidungsfreiheit (57%) sowie die Mitsprache am Arbeitsplatz (65%) weit verbreitet. Ausserdem war der Gesundheitszustand der Schweizer Angestellten gut im europ\u00e4ischen Vergleich.<\/strong><\/p>\n<p>Das Staatssekretariat f\u00fcr Wirtschaft SECO hat in Zusammenarbeit mit der Eidgen\u00f6ssische Koordinationskommission f\u00fcr Arbeitssicherheit EKAS 2021 zum dritten Mal an der Europ\u00e4ischen Erhebung \u00fcber die Arbeitsbedingungen teilgenommen. Im europ\u00e4ischen Vergleich berichten markant weniger Schweizer Angestellte, dass ihre Gesundheit oder Sicherheit durch die Arbeit gef\u00e4hrdet sei (23% vs. Europa: 34%). Auch ist der Anteil Angestellter mit Gesundheitsbeschwerden wie Muskelschmerzen in den Schultern, R\u00fcckenschmerzen, Kopfschmerzen mit 37 Prozent in der Schweiz kleiner als in Europa, wo 46 Prozent der Angestellten drei oder mehr Gesundheitsbeschwerden angeben. Trotz der guten Ausgangslage hat die Schweiz besondere Herausforderungen im Bereich des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz.<br \/>\n<strong><br \/>\nArt der Belastungen<\/strong><br \/>\nBelastungen des Bewegungsapparates und die hohe Arbeitsintensit\u00e4t sind die h\u00e4ufigsten Belastungen in der Schweiz und Europa. In der Schweiz sind die Angestellten mit 59 Prozent von einem vergleichsweise hohen Arbeitstempo betroffen (Europa: 49%). Hingegen liegt der Anteil der Schweizer Angestellten, die Belastungen des Bewegungsapparates erleben, mit 55 Prozent tiefer (Europa: 66%). Weiter wird in der Schweiz h\u00e4ufiger in der Freizeit gearbeitet, um die Arbeitsanforderungen zu erf\u00fcllen (36% vs. Europa: 29%).<\/p>\n<p><strong>Entlastende Faktoren machen Schweizer Unterschied<\/strong><br \/>\nEine St\u00e4rke des Schweizer Arbeitsmarktes liegt bei den markant h\u00f6heren individuellen Entscheidungsfreiheiten (57% vs. Europa: 48%), den guten Karrierechancen (59% vs. Europa: 50%) sowie der Beteiligung und Mitsprache am Arbeitsplatz (65% vs. Europa: 57%). Zudem konnte die grosse Mehrheit der Erwerbst\u00e4tigen in der Schweiz wie auch in Europa auf die Unterst\u00fctzung durch Vorgesetzte (71% vs. Europa: 69%) und insbesondere Kollegen und Kolleginnen z\u00e4hlen (80% vs. Europa: 79%).<\/p>\n<p><strong>Ungleichgewicht vermeiden<\/strong><br \/>\n27 Prozent der Angestellten in der Schweiz berichteten im Jahr 2021, dass die Anzahl der Belastungen diejenige der Entlastungen \u00fcbersteigen. Damit lag der Anteil in der Schweiz unter dem Durchschnitt von Europa (31%). Arbeitssituationen im Ungleichgewicht zwischen belastenden Faktoren und Ressourcen k\u00f6nnen die Gesundheit langfristig gef\u00e4hrden.<\/p>\n<p><strong>Die EWCTS-Studie<\/strong><br \/>\nBei der Europ\u00e4ischen Erhebung \u00fcber die Arbeitsbedingungen 2021 sind mehr als 71\u2019000 Erwerbst\u00e4tige aus 35 L\u00e4ndern befragt worden. Die Schweizer Stichprobe besteht aus 1\u2018224 Erwerbst\u00e4tigen und ist repr\u00e4sentativ f\u00fcr die gesamte Erwerbsbev\u00f6lkerung. Aufgrund der Covid-19-Pandemie musste die Erhebung von face-to-face Interviews auf Telefoninterviews umgestellt werden. Deshalb sind praktisch keine Vergleiche mit den fr\u00fcheren Erhebungen 2005 und 2015 m\u00f6glich. Das Monitoring der Entwicklung der Arbeitsbedingungen sowie der Vergleich mit den Nachbarstaaten zeigt den Beh\u00f6rden, in welchen Bereichen m\u00f6gliche Gesundheitsrisiken vorkommen und eine Steuerung angezeigt ist.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-97402.html\">\/admin.ch\/<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23 Prozent der Angestellten in der Schweiz stellten 2021 eine Gef\u00e4hrdung der Sicherheit oder Gesundheit wegen der Arbeit fest. In Europa waren dies deutlich mehr (34%). Eine Mehrheit der Schweizer Angestellten berichtete von Belastungen f\u00fcr den Bewegungsapparat (55%) und einem hohen Arbeitstempo (59%). 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