{"id":660293,"date":"2023-07-06T21:43:00","date_gmt":"2023-07-06T19:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=660293"},"modified":"2023-07-06T21:43:00","modified_gmt":"2023-07-06T19:43:00","slug":"personenfreizuegigkeit-zuwanderung-erweitert-das-potenzial-des-arbeitsmarkts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/personenfreizuegigkeit-zuwanderung-erweitert-das-potenzial-des-arbeitsmarkts\/","title":{"rendered":"Personenfreiz\u00fcgigkeit: Zuwanderung erweitert das Potenzial des Arbeitsmarkts"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die EU-Zuwanderung war zur Deckung der Arbeitskr\u00e4ftenachfrage in den vergangenen zwanzig Jahren wichtig. Dabei diente die Rekrutierung im Ausland in vielen Berufen vermehrt auch der Abfederung von demografischem Ersatzbedarf. Dieser wird in den kommenden Jahren nicht nur hierzulande, sondern auch im Ausland weiter zunehmen. Im Wettbewerb um Arbeitskr\u00e4fte ist die Schweiz gut aufgestellt, wie der 19. Bericht des Observatoriums zum Freiz\u00fcgigkeitsabkommen zeigt.<\/strong><\/p>\n<p>Auf dem Schweizer Arbeitsmarkt hat \u00fcber die letzten zwanzig Jahre ein tiefgreifender struktureller Wandel stattgefunden. Die Erwerbst\u00e4tigkeit verlagerte sich hin zu wertsch\u00f6pfungsintensiveren T\u00e4tigkeiten, welche hohe Qualifikationsanforderungen an die Arbeitskr\u00e4fte stellen. F\u00fcr die einheimischen Arbeitskr\u00e4fte er\u00f6ffneten diese Ver\u00e4nderungen Chancen zum beruflichen Aufstieg, die viele erfolgreich nutzen konnten. So ist die einheimische Bev\u00f6lkerung heute deutlich besser qualifiziert als vor zwanzig Jahren und \u00fcbt anspruchsvollere berufliche T\u00e4tigkeiten aus. Die Personenfreiz\u00fcgigkeit erm\u00f6glichte es den Schweizer Unternehmen, \u00fcber die Rekrutierung im Inland hinaus auch leichter auf das Potenzial an Arbeitskr\u00e4ften aus dem EU-Raum zur\u00fcckzugreifen. Gebrauch gemacht wurde hiervon vor allem zur Deckung des Bedarfs an qualifizierten, oftmals spezialisierten Fachkr\u00e4ften. Aber auch f\u00fcr T\u00e4tigkeiten auf mittlerer bis niedriger Qualifikationsstufe erwies sich die Rekrutierung im EU-Ausland als wichtig: So etwa in Handwerks- oder auch in Verkaufsberufen, wo sich das inl\u00e4ndische Arbeitsangebot zusehends verknappt hat. Neben der H\u00f6herqualifizierung der einheimischen Bev\u00f6lkerung f\u00fchrte hier auch die demografische Entwicklung zu einem Ersatzbedarf.<\/p>\n<p><strong>\u00abDemografische L\u00fccke\u00bb: Ersatzbedarf im Arbeitsmarkt nimmt zu<\/strong><br \/>\nDa die Freiz\u00fcgigkeitszuwanderung stark auf Personen im Erwerbsalter konzentriert ist, wirkte diese der Alterung der einheimischen Bev\u00f6lkerung \u00fcber die vergangenen zwanzig Jahre sp\u00fcrbar entgegen. Der Einfluss dieses \u00abverj\u00fcngenden\u00bb Effekts zeigt sich auch im Quervergleich mit anderen L\u00e4ndern Europas, in denen sich entsprechende demografische Herausforderungen heute bereits in st\u00e4rkerem Ausmass bemerkbar machen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Wachstum der Bev\u00f6lkerung im Erwerbsalter wird in Zukunft noch st\u00e4rker als bisher von der Zuwanderung abh\u00e4ngen. Bereits heute \u00fcbersteigt die Zahl der 65-J\u00e4hrigen jene der 20-J\u00e4hrigen; es treten also tendenziell mehr Personen durch Pensionierung aus dem Arbeitsmarkt aus als junge Arbeitskr\u00e4fte neu hinzukommen. Durch die bevorstehenden Abg\u00e4nge der geburtenstarken Jahrg\u00e4nge aus dem Erwerbsprozess wird sich diese demografische L\u00fccke im Schweizer Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren weiter \u00f6ffnen.<\/p>\n<p><strong>Schweiz f\u00fcr ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte weiterhin attraktiv<\/strong><br \/>\nDie demografische Alterung der Gesellschaften in ganz Europa f\u00fchrt dazu, dass sich die internationale Konkurrenz um gesuchte Fachkr\u00e4fte akzentuiert. Im Zuge der dynamischen weltwirtschaftlichen Erholung im Nachgang zur Corona-Krise haben sich die Rekrutierungsschwierigkeiten auch konjunkturbedingt zugespitzt. Die Attraktivit\u00e4t der Schweiz f\u00fcr ausl\u00e4ndische Arbeitskr\u00e4fte scheint allerdings ungebrochen. Im Jahr 2022 hat die Nettozuwanderung im Rahmen der Personenfreiz\u00fcgigkeit wie auch die Grenzg\u00e4ngerbesch\u00e4ftigung vor dem Hintergrund einer starken Arbeitskr\u00e4ftenachfrage bei historisch tiefer Arbeitslosigkeit gegen\u00fcber dem Vorjahr kr\u00e4ftig zugenommen. Diese Dynamik hielt auch im ersten Halbjahr 2023 weiter an.<\/p>\n<p><strong>Erh\u00f6hte Arbeitslosigkeit, geringes Sozialhilferisiko<\/strong><br \/>\nPersonen, die im Rahmen der Personenfreiz\u00fcgigkeit in die Schweiz zugewandert sind, sind einem \u00fcberdurchschnittlichen Arbeitslosigkeitsrisiko ausgesetzt. Insbesondere Arbeitskr\u00e4fte aus S\u00fcd- und Osteuropa, welche h\u00e4ufiger in instabilen, beispielsweise saisonalen Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnissen t\u00e4tig sind, weisen im Quervergleich einen erh\u00f6hten Bezug von Taggeldern der Arbeitslosenversicherung auf. Im Unterschied dazu lag das Ausmass der Inanspruchnahme von Sozialhilfeleistungen durch Freiz\u00fcgigkeitszugewanderte \u00fcber die vergangenen Jahre auf sehr tiefem Niveau, tiefer sogar als f\u00fcr Schweizerinnen und Schweizer. Besonders selten sind Leistungsbez\u00fcge zu Beginn des Aufenthalts. Hinweise, wonach Freiz\u00fcgigkeitszugewanderte h\u00e4ufiger als Einheimische aufgrund prek\u00e4rer Besch\u00e4ftigungsverh\u00e4ltnisse auf Sozialhilfe angewiesen sind, finden sich keine.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-96287.html\">\/admin.ch\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU-Zuwanderung war zur Deckung der Arbeitskr\u00e4ftenachfrage in den vergangenen zwanzig Jahren wichtig. Dabei diente die Rekrutierung im Ausland in vielen Berufen vermehrt auch der Abfederung von demografischem Ersatzbedarf. 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