{"id":650107,"date":"2023-05-25T10:37:05","date_gmt":"2023-05-25T08:37:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=650107"},"modified":"2023-05-25T10:37:05","modified_gmt":"2023-05-25T08:37:05","slug":"strukturelle-diskriminierung-im-bildungssystem-beseitigen-bund-kantone-und-wirtschaft-sind-gefordert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/strukturelle-diskriminierung-im-bildungssystem-beseitigen-bund-kantone-und-wirtschaft-sind-gefordert\/","title":{"rendered":"Strukturelle Diskriminierung im Bildungssystem beseitigen: Bund, Kantone und Wirtschaft sind gefordert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Obwohl die Gleichstellung von Frau und Mann in der Schweiz vorankommt, verdienen junge Frauen bereits beim Berufseinstieg weniger als junge M\u00e4nner und leisten von Beginn weg mehr unbezahlte Care-Arbeit. Geschlechterstereotype Rollenbilder bef\u00f6rdern diese Ungleichheiten. Um tats\u00e4chliche Gleichstellung zu erreichen, braucht es deshalb Massnahmen im Bildungsbereich. Die Eidgen\u00f6ssische Kommission f\u00fcr Frauenfragen EKF richtet Empfehlungen an Bund, Kantone und Wirtschaft.<\/strong><\/p>\n<p>Die Eidgen\u00f6ssische Kommission f\u00fcr Frauenfragen EKF hat im Legislaturschwerpunkt \u00abjunge Frauen*\u00bb Fakten zur Situation junger Frauen in der Schweiz zusammengetragen und analysiert. Basierend auf dem Bericht Bornatici, den die EKF 2022 publizierte, und auf Gespr\u00e4chen mit Fachpersonen, legt sie heute Empfehlungen an die relevanten Akteurinnen und Akteure des Bildungsbereiches vor.<\/p>\n<p><strong>Empfehlungen f\u00fcr Schule, Berufswahl, Berufsbildung und Weiterbildung<\/strong><br \/>\nDie Aneignung spezifischer Vorstellungen von Geschlecht beginnt mit der Geburt und setzt sich in Familie, Schule und Beruf fort. Um Ungleichheiten abzubauen kommt der Schule eine bedeutende Rolle zu, denn hier k\u00f6nnen Reflexionen zu Geschlecht und Gleichstellung stattfinden. Die verbindliche Verankerung von Geschlechterfragen in den Rahmenlehrpl\u00e4nen und die konsequente \u00dcberarbeitung von schulischen Lehrmitteln hinsichtlich nicht-diskriminierender Geschlechterdarstellungen sind deshalb wichtige Schritte. Sp\u00e4ter, beim \u00dcbergang von der Schule zur Erwerbsarbeit, werden geschlechtsspezifische Werte und Verhaltensweisen oft reproduziert. M\u00e4dchen beschr\u00e4nken sich in der Berufswahl auf wenige Berufsfelder, die oft schlechter bezahlt sind und weniger Weiterbildungsm\u00f6glichkeiten bieten. Lehrpersonen und Berufsberatenden kommt in diesem Prozess eine zentrale Rolle zu. Ihr Bewusstsein f\u00fcr die strukturellen und institutionellen Ursachen geschlechtstypischer Berufswahl muss deshalb gest\u00e4rkt werden. Die Geschlechterungleichheiten im Berufsleben gipfeln in einer starken horizontalen Segregation des Arbeitsmarktes und sind mit Lohnungleichheit und divergierenden Karrierem\u00f6glichkeiten verbunden. Hier gilt es, die Geschlechterdurchmischung in der Berufsbildung mit gezielten Massnahmen zu st\u00e4rken und die strukturelle Benachteiligung in Berufen mit hohem Frauenanteil zu eliminieren. Zu guter Letzt ist sicherzustellen, dass Frauen auch im Beruf verbleiben und ihre Erwerbsarbeit nicht unter- oder abbrechen. Dazu braucht es Massnahmen, welche der Geschlechterdiskriminierung in geschlechtsuntypischen Berufen entgegenwirken. Zudem m\u00fcssen sich die M\u00f6glichkeiten zur Weiterbildung in Berufen mit hohem Frauenanteil verbessern.<\/p>\n<p><strong>Bund speziell gefordert: Bericht zum Abbau von Geschlechterstereotypen<\/strong><br \/>\nHierzulande liegt die Kompetenz f\u00fcr Bildung vorab bei den Kantonen. Im Bereich der Weiterbildung und der Berufsbildung sind jedoch Bund und Wirtschaft zentral. Die vorliegenden Empfehlungen der EKF richten sich deshalb an alle Akteure.<\/p>\n<p>Mit der Gleichstellungsstrategie 2030, die im April 2021 vom Bundesrat verabschiedet wurde, kommt dem Bund zudem eine entscheidende Rolle zu. Es ist die erste nationale Strategie mit dem Ziel, die Gleichstellung von Frauen und M\u00e4nnern gezielt zu f\u00f6rdern. Die EKF legt dem Bund nahe, die vorliegenden Empfehlungen zur Bildung in die Gleichstellungsstrategie 2030 aufzunehmen und Ziele sowie Massnahmen zu erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Zus\u00e4tzlich fordert die EKF den Bundesrat auf, in einem Bericht aufzuzeigen, welche Massnahmen von Bund und Kantonen ergriffen werden, um gegen Geschlechterstereotype in der Bildung vorzugehen, und wie wirksam diese sind. Die Analyse soll den Status quo aufzeigen und helfen, gute Praxis bekannt zu machen und zu teilen.<\/p>\n<p><strong><u>Empfehlungen auf einen Blick<\/u><\/strong><\/p>\n<h3><strong>Schulische Ausbildung: Rahmenlehrpl\u00e4ne und Lehrmittel<\/strong><\/h3>\n<ol>\n<li><em>Geschlechterfragen in den Rahmenlehrpl\u00e4nen verbindlich verankern<\/em><\/li>\n<li><em>Lehrmittel mit diversen, nicht-hierarchischen Geschlechterdarstellungen einsetzen<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<h3><strong>Unterst\u00fctzung in der Berufswahl<\/strong><\/h3>\n<ol start=\"3\">\n<li><em>Die Kompetenzen von Lehrpersonen und Berufsberatenden in Geschlechterfragen st\u00e4rken<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<h3><strong>Abbau der Geschlechtersegregation in der Berufsbildung<\/strong><\/h3>\n<ol start=\"4\">\n<li><em>Die Geschlechterdurchmischung in der Berufsbildung st\u00e4rken<\/em><\/li>\n<li><em>Strukturelle Benachteiligungen in frauentypischen Berufen eliminieren<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<h3><strong>Verbleib im Beruf<\/strong><\/h3>\n<ol start=\"6\">\n<li><em>Den Verbleib in geschlechtsuntypischen Berufen unterst\u00fctzen<\/em><\/li>\n<li><em>Weiterbildungsm\u00f6glichkeiten in Berufen mit hohen Frauenanteilen verbessern<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-95375.html\">\/admin.ch\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl die Gleichstellung von Frau und Mann in der Schweiz vorankommt, verdienen junge Frauen bereits beim Berufseinstieg weniger als junge M\u00e4nner und leisten von Beginn weg mehr unbezahlte Care-Arbeit. 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