{"id":627391,"date":"2023-02-21T22:11:54","date_gmt":"2023-02-21T21:11:54","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=627391"},"modified":"2023-02-21T22:15:06","modified_gmt":"2023-02-21T21:15:06","slug":"sechs-prozent-der-patientinnen-und-patienten-erleiden-in-schweizer-spitaelern-eine-infektion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/sechs-prozent-der-patientinnen-und-patienten-erleiden-in-schweizer-spitaelern-eine-infektion\/","title":{"rendered":"6 Prozent der Patienten holen sich Infektion im Spital"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00a0Die Zahl der Infektionen, die Menschen w\u00e4hrend ihres Aufenthalts in einem Spital erleiden, ist in den letzten Jahren konstant geblieben. Die Messung aus 108 Akutspit\u00e4lern zeigt, dass 2022 knapp sechs Prozent der Patientinnen und Patienten an einer Spitalinfektion litten, gleich viele wie 2017. Die Zahlen zeigen, dass noch Verbesserungsbedarf besteht. Die Erhebung wurde von der Expertengruppe Swissnoso durchgef\u00fchrt und vom Bundesamt f\u00fcr Gesundheit unterst\u00fctzt. Sie ist ein wichtiges Instrument der Strategie zur \u00dcberwachung, Verh\u00fctung und Bek\u00e4mpfung von Spitalinfektionen (Strategie NOSO).<\/strong><\/p>\n<p>Mit einem Wert von knapp sechs Prozent liegt die Schweiz bei den Spitalinfektionen (healthcare-assoziierten Infektionen) im europ\u00e4ischen Mittelfeld. Die letzte europ\u00e4ische Erhebung 2017 ergab ebenfalls einen Wert von sechs Prozent. In solchen Punktpr\u00e4valenz-Erhebungen werden die Daten pro Station\/Abteilung eines Spitals an einem einzigen Tag erfasst.<\/p>\n<p>2022 hat sich die Rate der Spitalinfektionen schweizweit nicht erh\u00f6ht. Das ist bemerkenswert, weil die Herausforderungen der COVID-19-Pandemie mit der grossen Last in den Spit\u00e4lern, verbunden mit einem Personalnotstand, durchaus zu mehr Infektionen h\u00e4tte f\u00fchren k\u00f6nnen.<br \/>\nGrunds\u00e4tzlich melden grosse Schweizer Spit\u00e4ler mehr Infektionen als kleine und mittlere, weil die Krankheiten der Patientinnen und Patienten in gr\u00f6sseren Institutionen komplexer und die Eingriffe risikoreicher sind. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist in der Intensivmedizin am h\u00f6chsten.<\/p>\n<p>Wie in anderen Erhebungen sind Wundinfektionen nach chirurgischen Eingriffen (29 Prozent aller Spitalinfektionen) am h\u00e4ufigsten, gefolgt von Harnwegsinfektionen (16.3 Prozent), unteren Atemwegsinfektionen (15.8 Prozent) und Blutstrominfektionen (8.9 Prozent). Wie 2017 erhielt etwa jeder Dritte Krankenhauspatient Antibiotika, wobei Penicilline und Cephalosporine am h\u00e4ufigsten verschrieben wurden.<\/p>\n<p><strong>Messung in 108 Akutspit\u00e4lern<\/strong><\/p>\n<p>An der nationalen Erhebung haben 108 Schweizer Akutspit\u00e4ler teilgenommen, was 80 Prozent aller Schweizer Akutbetten entspricht. Dabei wurden insgesamt 14&#8217;000 Patientinnen und Patienten untersucht, woraus ein f\u00fcr die Schweiz repr\u00e4sentativer Wert resultiert.<\/p>\n<p>Auch 2022 erfolgte die Erhebung nach dem Protokoll der European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), was einen Vergleich mit anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern erlaubt. Die Schweizer Resultate werden mit den europ\u00e4ischen Daten verglichen, sobald diese 2024 vorliegen. Die Spit\u00e4ler k\u00f6nnen sich mit den Resultaten anderer Institutionen desselben Typs und Gr\u00f6sse vergleichen.<\/p>\n<p><strong>Standards in Infektionsbek\u00e4mpfung und der Pr\u00e4vention<\/strong><\/p>\n<p>Die grosse Mehrheit der Spit\u00e4ler f\u00fcllte die WHO-Checkliste \u00fcber Aktivit\u00e4ten in der Infektionsbek\u00e4mpfung und -Pr\u00e4vention aus.<\/p>\n<p>Die Resultate zeigen, dass die Schweizer Spit\u00e4ler ein hohes Niveau gem\u00e4ss WHO-Einteilung erreichen. Verbesserungsbedarf besteht hinsichtlich der kontinuierlichen Ausbildung des Personals, beim Audit von Pr\u00e4ventionsprozessen im Alltag und vor allem in der Durchf\u00fchrung von gezielten Projekten zur Infektionspr\u00e4vention. Dabei zeigten sich keine Unterschiede zwischen den kleinen, mittleren und grossen Spit\u00e4lern.<\/p>\n<p>Die Ergebnisse der Punktpr\u00e4valenz-Erhebung 2022 geben ein aktuelles Bild der healthcare-assoziierten Infektionen und des Einsatzes antimikrobieller Medikamente in Schweizer Akutspit\u00e4lern. Diese Erhebungen helfen, auf nationaler Ebene, robuste und vergleichbare Zahlen zu generieren. Dies hilft mit, die Entwicklung der vermeidbaren Infektionen in Schweizer Spit\u00e4lern zu verfolgen und Ansatzpunkte zur Verbesserung zu identifizieren.<\/p>\n<p><strong>Strategie NOSO<\/strong><\/p>\n<p>Mit der 2016 lancierten, nationalen Strategie zur \u00dcberwachung, Verh\u00fctung und Bek\u00e4mpfung von healthcare-assoziierten Infektionen (NOSO) und Antibiotikaresistenzen Schweiz (StAR) will das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit zusammen mit Kantonen, Spitalern, Pflegeheimen und weiteren wichtigen Akteuren schweizweit die Anwendung der Hygienestandards verbessern, die \u00dcberwachung und Pr\u00e4vention st\u00e4rken und den Ausbau von Bildung und Forschung vorantreiben.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-93198.html\">\/admin.ch\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Die Zahl der Infektionen, die Menschen w\u00e4hrend ihres Aufenthalts in einem Spital erleiden, ist in den letzten Jahren konstant geblieben. 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