{"id":592174,"date":"2022-09-28T13:25:23","date_gmt":"2022-09-28T11:25:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=592174"},"modified":"2022-09-28T13:25:23","modified_gmt":"2022-09-28T11:25:23","slug":"starker-kostenanstieg-fuehrt-zu-hoeheren-praemien-im-jahr-2023","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/starker-kostenanstieg-fuehrt-zu-hoeheren-praemien-im-jahr-2023\/","title":{"rendered":"Starker Kostenanstieg f\u00fchrt zu h\u00f6heren Pr\u00e4mien im Jahr 2023"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nach vier Jahren der Stabilit\u00e4t werden die Krankenkassenpr\u00e4mien 2023 wieder steigen. Die mittlere Pr\u00e4mie wird 334,70 Franken betragen, was einem Anstieg um 6,6 Prozent im Vergleich zu 2022 entspricht. Seit 2018 betr\u00e4gt der Anstieg damit durchschnittlich 1,5 Prozent, gegen\u00fcber 3,8 Prozent in den f\u00fcnf Jahren davor (2013-2018). Der starke Anstieg der mittleren Pr\u00e4mie im Jahr 2023 ist vor allem auf die Covid-19-Pandemie, die das Gesundheitssystem stark beansprucht hat, und auf einen Nachholeffekt zur\u00fcckzuf\u00fchren. Die Gesundheitskosten stiegen 2021 um 4,5 Prozent, und dieser Trend setzte sich im ersten Halbjahr 2022 fort. Die Eind\u00e4mmung der Gesundheitskosten bleibt f\u00fcr den Bundesrat eine Priorit\u00e4t.<\/strong><\/p>\n<p>Im Jahr 2023 wird die mittlere Monatspr\u00e4mie 334,70 Franken betragen, was einem Anstieg von 6,6 Prozent im Vergleich zu 2022 entspricht. Die mittlere Pr\u00e4mie f\u00fcr Erwachsene (397,20 Franken) und junge Erwachsene (279,90 Franken) erh\u00f6ht sich um 6,6 Prozent resp. 6,3 Prozent gegen\u00fcber 2022. Diejenige f\u00fcr Kinder steigt um 5,5 Prozent auf 105,00 Franken.<\/p>\n<p>Die Krankenkassenpr\u00e4mien widerspiegeln die Gesundheitskosten. Nach vier Jahren, in denen die Krankenkassenpr\u00e4mien relativ stabil geblieben sind, ist der f\u00fcr 2023 angek\u00fcndigte Anstieg betr\u00e4chtlich. Zur\u00fcckzuf\u00fchren ist er haupts\u00e4chlich auf die Covid-19-Pandemie, die das Gesundheitssystem stark beansprucht hat. Die Pandemie verursachte sowohl direkte Kosten, zum Beispiel f\u00fcr die Behandlung von hospitalisierten Patientinnen und Patienten sowie die Impfungen, als auch indirekte Kosten, wie etwa durch verschobene medizinische Eingriffe (Nachholeffekt), die ab der zweiten H\u00e4lfte des Jahres 2021 stark zugenommen haben. Die Gesundheitskosten stiegen zudem im ersten Halbjahr 2022 weiter an.<\/p>\n<p>Die Pr\u00e4mien werden im Voraus aufgrund von Sch\u00e4tzungen berechnet. Durch die Pandemie wurde dies besonders schwierig. Nun zeigt sich, dass die in den Jahren 2021 und 2022 gezahlten Pr\u00e4mien nicht kostendeckend waren. Gem\u00e4ss den gesetzlichen Vorgaben ist ein Nachholprozess im Jahr 2023 zwingend erforderlich.<\/p>\n<p>Die mittlere Pr\u00e4mie wird in allen Kantonen steigen. In den letzten f\u00fcnf Jahren ist sie durchschnittlich um 1,5 Prozent pro Jahr gestiegen. Das Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) hat eingehend gepr\u00fcft, ob alle von den Versicherern eingereichten Pr\u00e4mien den gesetzlichen Vorschriften entsprechen. Wo n\u00f6tig, wurden Anpassungen verlangt. Alle Pr\u00e4mien wurden schliesslich genehmigt.<\/p>\n<p><strong>Reserven sinken<\/strong><\/p>\n<p>Die Reserven der Versicherer k\u00f6nnen einen Teil der Pr\u00e4mienerh\u00f6hung abfedern. Der Handlungsspielraum war in diesem Jahr jedoch kleiner. Die Verluste an den Finanzm\u00e4rkten aufgrund des Kriegs in der Ukraine und der steigenden Zinsen sowie die h\u00f6heren Kosten haben die Reserven verringert und die Solvenz der Versicherungen beeintr\u00e4chtigt. Die geringeren Reserven der Versicherer liegen immer noch \u00fcber der gesetzlich festgelegten Mindestgrenze.<\/p>\n<p><strong>Laufende Projekte zur Kostend\u00e4mpfung<\/strong><\/p>\n<p>Haupts\u00e4chlich angesichts des medizinisch-technischen Fortschritts, der Zunahme des Leistungsvolumens und der demografischen Entwicklung werden die Gesundheitskosten auch in Zukunft weiter steigen. Es besteht jedoch Handlungsspielraum, um den Kostenanstieg auf das medizinisch begr\u00fcndbare Mass zu beschr\u00e4nken. Die m\u00f6glichen Hebel f\u00fcr Einsparungen sind bekannt. Dazu z\u00e4hlen etwa eine Begrenzung des \u00dcberangebots und der \u00dcbernachfrage medizinischer Leistungen, angepasste Tarife im ambulanten Bereich, eine verbesserte Spitalplanung und mehr Transparenz bei der obligatorischen Krankenversicherung.<\/p>\n<p>Der Bundesrat setzt sich seit Jahren f\u00fcr die D\u00e4mpfung der Gesundheitskosten ein. Verschiedene Massnahmen wurden bereits umgesetzt, dazu z\u00e4hlen die Senkung der Labortarife und der Arzneimittelpreise, sowie Anpassungen im Bereich der Health Technology Assessments (HTA). K\u00fcrzlich hat der Bundesrat ein zweites Massnahmenpaket zur Kostend\u00e4mpfung im Bereich Krankenversicherung sowie einen Gegenvorschlag zur Kostenbremse-Initiative der Partei \u00abDie Mitte\u00bb ans Parlament \u00fcberwiesen. Ferner hat er eine \u00c4nderung der Verordnung \u00fcber die Krankenversicherung in die Vernehmlassung geschickt, mit der Einsparungen erzielt werden sollen, zum Beispiel indem Generika st\u00e4rker gef\u00f6rdert werden.<\/p>\n<p><strong>Wechsel der Grundversicherung<\/strong><br \/>\nDie Krankenversicherer haben bis Ende Oktober Zeit, um die Versicherten \u00fcber die Pr\u00e4mien 2023 zu informieren. Danach k\u00f6nnen die Versicherten bis Ende November ihre Grundversicherung wechseln oder ihr Versicherungsmodell anpassen. In der Grundversicherung m\u00fcssen die Krankenversicherer jede Person aufnehmen, alle m\u00fcssen versichert sein.<\/p>\n<p><strong>Priminfo.ch<\/strong><br \/>\nDie Website www.priminfo.ch wurde \u00fcberarbeitet und beinhaltet insbesondere folgende Dienstleistungen:<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Einfach anzuwendender Pr\u00e4mienrechner. Alle Pr\u00e4mien und Verg\u00fcnstigungen (z. B. Reserveabbau) s\u00e4mtlicher Krankenkassen sind \u00fcbersichtlich aufgef\u00fchrt. Die Versicherten k\u00f6nnen die Pr\u00e4mien nach ihrer H\u00f6he sortieren und damit ihr Einsparpotenzial berechnen.<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Die Rubrik \u00abPr\u00e4mienberatung\u00bb mit Informationen zum Thema Krankenversicherung, Tipps zum Pr\u00e4miensparen und mit Musterbriefen.<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Pr\u00e4mien\u00fcbersichten.<br \/>\n&#8211;\u00a0\u00a0\u00a0 Antworten auf h\u00e4ufige Fragen (FAQ) im Zusammenhang mit den Pr\u00e4mien der sozialen Krankenversicherung sowie Kontaktm\u00f6glichkeiten (Hotline des BAG) f\u00fcr allf\u00e4llige weitere Fragen.<\/p>\n<p>Alle Pr\u00e4miendaten k\u00f6nnen zudem vom Open-Data-Portal heruntergeladen werden (www.opendata.swiss).<\/p>\n<p>F\u00fcr spezifische Fragen zu konkreten individuellen Pr\u00e4mien und Versicherungspolicen f\u00fcr 2023 ist grunds\u00e4tzlich der entsprechende Krankenversicherer zust\u00e4ndig. Er ist zu einer unentgeltlichen Beratung und Information verpflichtet. Die Krankenversicherer sind f\u00fcr die Festlegung der Pr\u00e4mien verantwortlich und k\u00f6nnen detailliert \u00fcber die Ver\u00e4nderung spezifischer Pr\u00e4mien informieren. Das BAG pr\u00fcft, ob die Pr\u00e4mien den gesetzlichen Anforderungen gen\u00fcgen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-90514.html\">\/admin.ch\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach vier Jahren der Stabilit\u00e4t werden die Krankenkassenpr\u00e4mien 2023 wieder steigen. Die mittlere Pr\u00e4mie wird 334,70 Franken betragen, was einem Anstieg um 6,6 Prozent im Vergleich zu 2022 entspricht. Seit 2018 betr\u00e4gt der Anstieg damit durchschnittlich 1,5 Prozent, gegen\u00fcber 3,8 Prozent in den f\u00fcnf Jahren davor (2013-2018). 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