{"id":494919,"date":"2021-08-16T13:41:51","date_gmt":"2021-08-16T11:41:51","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=494919"},"modified":"2021-08-17T12:30:39","modified_gmt":"2021-08-17T10:30:39","slug":"der-skulpturenpark-too-big-to-fail-auf-dem-bruenig-beim-naturfreundehaus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/der-skulpturenpark-too-big-to-fail-auf-dem-bruenig-beim-naturfreundehaus\/","title":{"rendered":"Der Skulpturenpark \u00abtoo big to fail\u00bb auf dem Br\u00fcnig beim Naturfreundehaus"},"content":{"rendered":"<p>Um zu zeigen und demonstrieren, dass die Kunst systemrelevant ist und mit ihr nicht einfach herumgespielt werden darf, lassen Die Diebe, also Lili Vanilly und Bujar Berisha, mit Shuk Orani einen Skulpturenpark entstehen. W\u00e4hrend der architektonische Entwurf von der Architektin Ardiana Orani realisiert wird. Die ersten Skulpturen werden Anfang 2022 erwartet. Der Startschuss hat stattgefunden und die Vorbereitungen haben schon begonnen. Holz, Steine, Metalle und andere Materialien stehen zur verf\u00fcgung. Es wird geschnitzt, gebohrt, geh\u00e4mmert und gemeisselt. Keiner Disziplin soll was im Wege stehen. Komplett sind wir nie, denn nur in der st\u00e4ndigen Erneuerung ist die Stabilit\u00e4t und somit auch die Zukunft gesichert. Somit sind wir stets offen f\u00fcr neue Kunstschaffende. Der Park hat viel Platz und dem k\u00fcnstlerischen Wachstum sind keine Grenzen gesetzt, im Gegensatz zu den nat\u00fcrlichen Ressourcen auf unserer Erde.<\/p>\n<p>Die Kunst ist systemrelevant, weil sie die M\u00f6glichkeit hat, ausserhalb des Systems das System zu kritisieren.<\/p>\n<p>Kopernikus war ein K\u00fcnstler. W\u00e4re er im oder nach dem System gegangen, h\u00e4tte er niemals ein System \u00fcber den Haufen geworfen. Es war eines der ego- oder homozentrischen Systeme, ziemlich wirkungsvoll ausser Kraft gesetzt mit dem Kunstwerk des Fernrohrs als Beweismittel. Mittlerweile begrenzt uns dieses Fernrohr schon wieder und befreit uns nicht mehr, es traut sich kaum mehr wer daraus heraus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/druri-i-prere.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-494974\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/druri-i-prere.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"599\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kunstschaffende sichern den Fortschritt, die Verbesserung oder \u00dcberwindung eines Systems. Nicht nur, dass sie es dokumentieren (Picasso, Guernica, spanischer B\u00fcrgerkrieg, Darstellung des B\u00fcrgerkrieges auf k\u00fcnstlerische Art und Weise), berauben (Banksy, Hacker, Marylin Manson), kritisieren (Dali, Beuys, Einstein, Chaplin) und Trends setzen (Marx, die Beatles). Sondern, sie glauben gar nicht erst an das System. Sie schaffen eine Distanz zwischen sich und dem System und seinen Systemen, um zu reflektieren und so hinterfragen zu k\u00f6nnen. Darum leben sie auch gef\u00e4hrlich. Denn das trennende \u2013 besonders dank Macchiaveli \u2013 und bewertende System hat den Vorteil, dass es den Systemumsetzenden, also den Herrschenden, Raum und Zeit verschaffen kann und jegliche Kritik daran ist eine Gefahr ihrer Macht: Raum und Zeit.<\/p>\n<p>Somit sind die Kunst und die Kunstschaffenden nicht nur systemrelevant sondern auch ein Regulierungsmechanismus; und kein System \u00fcberlebt, wenn es abgeschlossen zur Aussenwelt ist, also wenn es keinen Regulierungsmechanismus hat. Die Kunst ist die Membran der Systeme, st\u00e4ndig mit der Aussenwelt in Ber\u00fchrung und somit im Austausch, um zu verstehen, um besser zu leben und \u00fcberleben. Durch die Interaktion ausserhalb der Systeme k\u00f6nnen Kunstschaffende feststellen, dass bspw. das Geldsystem nicht mehr wichtig oder sogar sch\u00e4dlich ist und erarbeiten eine neue Idee.<\/p>\n<p>Dies zu erreichen ist auch ausserhalb der Wege der Systeme m\u00f6glich, also auch ohne anerkannt studiert oder einen Doktortitel zu haben, denn die systemische Bildung ist wiederum ein Mechanismus anderer zu meiner Zeit und meinem Raum, dem ich mich entziehen muss, um zu sein. Die Hinterfragung des Systems geht im gew\u00f6hnlichen Bildungsweg recht leicht vergessen, obwohl das der eigentliche Sinn der Bildung ist: Sich zu bilden, um hinterfragen zu k\u00f6nnen \u2013 mit der Liebe zum Wissen.<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen wir uns entscheiden, ob wir Werkzeuge oder Kunstschaffende sein m\u00f6chten.<\/p>\n<p>In diesem Sinne und mit diesem Ziel entsteht der Skulpturenpark \u00abtoo big to fail\u00bb.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/druvari.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-494977\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/druvari.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"451\" \/><\/a><\/p>\n<p>Mit diesem Bewusstsein, dass die Kunst Systemrelevant war und immer noch ist, sollen Werke entstehen um zu demonstrieren und aufzuzeigen, dass die Kunst systemrelevant ist. Die Art und Weise der Darstellung und die Herangehensweise sind den Kunstschaffenden freigestellt. Auf jeden Fall sollen sich alle diese Frage stellen: Warum ist und sollte mein Werk systemrelevant sein und bleiben?&#8221;<\/p>\n<p>Um die Skulpturen, in ihrer neuen Form, der Natur zur\u00fcckzugeben und sie mit jener erneut in Einklang zu bringen, bedarf es der Er\u00f6ffnung einer architektonischen Dimension. Dabei w\u00fcrde die Architektin Ardiana Orani zun\u00e4chst eine sensible Analyse der Umgebungssituation, alle R\u00e4umlichkeiten gr\u00fcndlich durchleuchten, bevor sie im Anschluss die Gestaltung und kreative Entwicklung des Standortes \u00fcbernimmt. Ziel ist es die transformierten Skulpturen der Natur, St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck und ganz bewusst, zur\u00fcckzugeben, damit sich der Skulpturenpark \u00a0harmonisch ins Waldgef\u00fcge integriert. Hinter dem Analyse der Umgebungssituation durchf\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kunst ist systemrelevant, weil sie die M\u00f6glichkeit hat, ausserhalb des Systems das System zu kritisieren.<\/p>\n<p>Kopernikus war ein K\u00fcnstler. W\u00e4re er im oder nach dem System gegangen, h\u00e4tte er niemals ein System \u00fcber den Haufen geworfen. Es war eines der ego- oder homozentrischen Systeme, ziemlich wirkungsvoll ausser Kraft gesetzt mit dem Kunstwerk des Fernrohrs als Beweismittel. Mittlerweile begrenzt uns dieses Fernrohr schon wieder und befreit uns nicht mehr, es traut sich kaum mehr wer daraus heraus.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_0474-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-494933\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/img_0474-1.jpg\" alt=\"\" width=\"600\" height=\"338\" \/><\/a><\/p>\n<p>Kunstschaffende sichern den Fortschritt, die Verbesserung oder \u00dcberwindung eines Systems. Nicht nur, dass sie es dokumentieren (Picasso, Guernica, spanischer B\u00fcrgerkrieg, Darstellung des B\u00fcrgerkrieges auf k\u00fcnstlerische Art und Weise), berauben (Banksy, Hacker, Marylin Manson), kritisieren (Dali, Beuys, Einstein, Chaplin) und Trends setzen (Marx, die Beatles). Sondern, sie glauben gar nicht erst an das System. Sie schaffen eine Distanz zwischen sich und dem System und seinen Systemen, um zu reflektieren und so hinterfragen zu k\u00f6nnen. Darum leben sie auch gef\u00e4hrlich. Denn das trennende \u2013 besonders dank Macchiaveli \u2013 und bewertende System hat den Vorteil, dass es den Systemumsetzenden, also den Herrschenden, Raum und Zeit verschaffen kann und jegliche Kritik daran ist eine Gefahr ihrer Macht: Raum und Zeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Somit sind die Kunst und die Kunstschaffenden nicht nur systemrelevant sondern auch ein Regulierungsmechanismus; und kein System \u00fcberlebt, wenn es abgeschlossen zur Aussenwelt ist, also wenn es keinen Regulierungsmechanismus hat. Die Kunst ist die Membran der Systeme, st\u00e4ndig mit der Aussenwelt in Ber\u00fchrung und somit im Austausch, um zu verstehen, um besser zu leben und \u00fcberleben. Durch die Interaktion ausserhalb der Systeme k\u00f6nnen Kunstschaffende feststellen, dass bspw. das Geldsystem nicht mehr wichtig oder sogar sch\u00e4dlich ist und erarbeiten eine neue Idee.<\/p>\n<p>Dies zu erreichen ist auch ausserhalb der Wege der Systeme m\u00f6glich, also auch ohne anerkannt studiert oder einen Doktortitel zu haben, denn die systemische Bildung ist wiederum ein Mechanismus anderer zu meiner Zeit und meinem Raum, dem ich mich entziehen muss, um zu sein. Die Hinterfragung des Systems geht im gew\u00f6hnlichen Bildungsweg recht leicht vergessen, obwohl das der eigentliche Sinn der Bildung ist: Sich zu bilden, um hinterfragen zu k\u00f6nnen \u2013 mit der Liebe zum Wissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So k\u00f6nnen wir uns entscheiden, ob wir Werkzeuge oder Kunstschaffende sein m\u00f6chten.<\/p>\n<p>In diesem Sinne und mit diesem Ziel entsteht der Skulpturenpark \u00abtoo big to fail\u00bb.<\/p>\n<p>Mit diesem Bewusstsein, dass die Kunst Systemrelevant war und immer noch ist, sollen Werke entstehen um zu demonstrieren und aufzuzeigen, dass die Kunst systemrelevant ist. Die Art und Weise der Darstellung und die Herangehensweise sind den Kunstschaffenden freigestellt. Auf jeden Fall sollen sich alle diese Frage stellen: Warum ist und sollte mein Werk systemrelevant sein und bleiben?&#8221;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/druri-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-494968\" src=\"https:\/\/www.albinfo.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/08\/druri-1.jpg\" alt=\"\" width=\"450\" height=\"607\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Systemrelevante Kunst- und Kulturinstitute k\u00f6nnen bei einem ungeordneten Ausfall ganze Volkskulturen gef\u00e4hrden und gelten deshalb als \u00abtoo big to fail\u00bb<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":494971,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1144,24667,1138,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[29888,31836,31837],"class_list":["post-494919","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-veranstaltungen","category-ausstellung","category-kultur","category-leben-in-der-schweiz","content_country-zvicer","content_country-austria-de","content_country-germany-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494919","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=494919"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/494919\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/494971"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=494919"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=494919"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=494919"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=494919"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=494919"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}