{"id":483780,"date":"2021-07-01T11:41:59","date_gmt":"2021-07-01T09:41:59","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=483780"},"modified":"2021-07-01T11:42:38","modified_gmt":"2021-07-01T09:42:38","slug":"coronavirus-bundesrat-legt-planung-fuer-die-naechsten-monate-vor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/coronavirus-bundesrat-legt-planung-fuer-die-naechsten-monate-vor\/","title":{"rendered":"Coronavirus: Bundesrat legt Planung f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate vor"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><strong>An seiner Sitzung vom 30. Juni 2021 hat der Bundesrat diskutiert, wie sich die Schweiz auf die Herbst- und Wintermonate und einen m\u00f6glichen Wiederanstieg der Fallzahlen vorbereiten soll. Er hat verschiedene Szenarien sowie seine \u00dcberlegungen zum weiteren Vorgehen in einem Bericht festgehalten. Im Zentrum stehen das rasche Entdecken besorgniserregender Virusvarianten, die Weiterf\u00fchrung der Impfkampagne sowie gen\u00fcgend Kapazit\u00e4ten f\u00fcr das Testen und das Contact Tracing in den Kantonen.<\/strong><\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p>Die epidemiologische Lage in der Schweiz hat sich in den letzten Monaten stark verbessert. F\u00fcr die Entwicklung der Epidemie in den n\u00e4chsten Monaten sieht der Bundesrat drei m\u00f6gliche Szenarien. Allen gemeinsam ist die Annahme, dass das Virus l\u00e4ngerfristig endemisch wird. Das heisst, dass das Virus nicht verschwinden, sondern weiterhin in der Bev\u00f6lkerung zirkulieren wird. Die meisten Menschen werden \u00fcber kurz oder lang mit dem Virus in Kontakt kommen und infiziert, wenn sie nicht durch eine Impfung gesch\u00fctzt sind.<\/p>\n<p><b>Drei Szenarien f\u00fcr Herbst und Winter<\/b><\/p>\n<p>Im Szenario 1 bleiben die Fallzahlen auf einem niedrigen Niveau. Kleinere Ausbr\u00fcche sind weiterhin m\u00f6glich. Die Fallzahlen k\u00f6nnen saisonal bedingt etwas steigen, f\u00fchren aber nicht zu einer nennenswerten Belastung des Gesundheitswesens. Die noch bestehenden Massnahmen k\u00f6nnen aufgehoben werden. Die Krise w\u00e4re zu Ende.<\/p>\n<p>Im Szenario 2 kommt es zu einem Anstieg der Fallzahlen sp\u00e4testens im Herbst oder Winter. Daf\u00fcr kann es mehrere Gr\u00fcnde geben, zum Beispiel der Anteil nicht geimpfter Personen, das Aufheben der Massnahmen, saisonale Effekte oder das Auftreten neuer, ansteckenderer Virusvarianten. Dieser Anstieg f\u00fchrt zu einer so starken Belastung des Gesundheitssystems, dass sie die Weiterf\u00fchrung oder Wiedereinf\u00fchrung gewisser staatlicher Basismassnahmen wie Maskenpflicht oder Abstandsvorschriften notwendig macht. Auffrischimpfungen k\u00f6nnen notwendig werden.<\/p>\n<p>Im Szenario 3 treten eine oder mehrere neue Virusvarianten auf, gegen die eine Impfung oder durchgemachte Erkrankung nicht mehr oder deutlich weniger sch\u00fctzen. Es kommt zu einer neuen, pandemischen Welle. Ein starkes staatliches Eingreifen und eine erneute Impfung sind erforderlich.<\/p>\n<p>Im Zentrum der Mittelfristplanung von Bund und Kantonen steht Szenario 2 und folgende Herausforderungen:<\/p>\n<p><b>Neue besorgniserregende Virusvarianten rasch entdecken<\/b><\/p>\n<p>Je rascher neue besorgniserregende Varianten identifiziert werden, desto rascher k\u00f6nnen Einschleppung und Ausbreitung mit gezielten Massnahmen limitiert werden. Der Bundesrat hat dazu bereits vorsorglich Massnahmen beschlossen, etwa zum Vorgehen an den Grenzen. Er hat heute das Eidgen\u00f6ssische Departement des Innern (EDI) beauftragt, in Zusammenarbeit mit den betroffenen Bundesstellen und den Kantonen das \u00dcberwachungssystem f\u00fcr das Aufsp\u00fcren neuer Virusvarianten und das Monitoring ihrer Verbreitung in der Schweiz zu verst\u00e4rken.<\/p>\n<p><b>Impfbereitschaft erh\u00f6hen<\/b><\/p>\n<p>Die breite Impfung der Bev\u00f6lkerung ist entscheidend, um die Gesundheitsversorgung zu entlasten und die Epidemie zu bew\u00e4ltigen. Ein m\u00f6glicher Wiederanstieg im Herbst wird wesentlich davon abh\u00e4ngen, wie hoch der Anteil geimpfter Personen in der Bev\u00f6lkerung ist. Die Informationen zur Impfung werden deshalb intensiv weitergef\u00fchrt. F\u00fcr die mittelfristige Planung sind die Vorbereitung auf die Auffrischimpfung und die Anpassung der Impfung an neue Virusvarianten wichtig.<\/p>\n<p><b>Auffrischimpfung vorbereiten<\/b><\/p>\n<p>Derzeit gilt eine Schutzdauer von mindestens 12 Monaten gegen milde Covid-19-Erkrankungen. Gegen schwere Verl\u00e4ufe und Hospitalisierungen wird von einer Schutzdauer von mehr als 12 Monaten ausgegangen, bei gesunden Erwachsenen kann diese wesentlich l\u00e4nger sein. Wie lange die Impfung vor einer \u00dcbertragung sch\u00fctzt, ist derzeit noch nicht bekannt. Um l\u00e4ngerfristig einen ausreichenden Schutz zu gew\u00e4hrleisten, d\u00fcrften fr\u00fchestens ab dem n\u00e4chsten Winter Auffrischimpfungen f\u00fcr bestimmte Bev\u00f6lkerungsgruppen oder f\u00fcr alle bereits geimpfte Personen notwendig sein.<\/p>\n<p>Der Bundesrat hat das EDI beauftragt, unter Einbezug der betroffenen Stellen bei Bund und Kantonen die Vorbereitungen f\u00fcr die Planung und Durchf\u00fchrung der Auffrischimpfungen fr\u00fchzeitig an die Hand zu nehmen. Die Kantone bleiben vor Ort f\u00fcr die Organisation der Impfung und das Bereitstellen der n\u00f6tigen Kapazit\u00e4ten zust\u00e4ndig. Das VBS wird beauftragt, die Impfstofflogistik solange zu gew\u00e4hrleisten, bis diese in die etablierten privaten Verteilkan\u00e4le \u00fcberf\u00fchrt werden kann.<\/p>\n<p>Gegen die bisher aufgetretenen Virusvarianten zeigen die in der Schweiz zugelassenen Impfstoffe eine sehr gute Wirksamkeit. Jedoch ist nicht auszuschliessen, dass das Auftreten von neuen Virusvarianten eine Anpassung der Impfstoffe notwendig macht. Die Technologie der mRNA-Impfstoffe erlaubt eine verh\u00e4ltnism\u00e4ssig einfache und rasche Anpassung an neue Virusvarianten. Bis Impfungen mit einem angepassten Impfstoff erfolgen k\u00f6nnen, werden im g\u00fcnstigsten Fall etwa 6 Monate ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p><b>Teststrategie anpassen<\/b><\/p>\n<p>Der Zugang zum Testen soll weiterhin niederschwellig und f\u00fcr alle offen sein. Wer Symptome versp\u00fcrt soll sich nach wie vor sofort testen lassen k\u00f6nnen. Die Laborkapazit\u00e4ten m\u00fcssen im Falle einer Verschlechterung der epidemischen Lage rasch erh\u00f6ht werden k\u00f6nnen. Wenn alle impfbereiten erwachsenen Personen geimpft sind, soll die Teststrategie angepasst werden. Das pr\u00e4ventive Testen soll mit Beginn der Normalisierungsphase zur\u00fcckgefahren werden, mit Ausnahme in den Schulen. Der Bund fordert die Kantone auf, mit repetitiven Tests sicherzustellen, dass der Schulbetrieb ohne einschr\u00e4nkende Massnahmen weitergef\u00fchrt werden kann. Ausbr\u00fcche bei Kindern sollen m\u00f6glichst verhindert werden. In L\u00e4ndern, in welchen die Delta-Variante vorherrschend ist, werden \u00fcberdurchschnittlich viele Ansteckungen in Schulen festgestellt. Wann eine Impfung von Kindern unter 12 Jahren m\u00f6glich sein wird, ist noch nicht klar. F\u00fcr diese Altersgruppe liegen noch keine Studiendaten vor. F\u00fcr die Impfung von Kindern und Jugendlichen ab 12 Jahren liegt bisher die Zulassung von Swissmedic f\u00fcr einen Impfstoff vor.<\/p>\n<p><b>Kapazit\u00e4ten f\u00fcr Contact Tracing erhalten<\/b><\/p>\n<p>Auch im Falle einer weiteren Normalisierung des gesellschaftlichen Lebens bleibt das Contact Tracing eine wichtige Massnahme, um auftretende F\u00e4lle rasch zu isolieren und eine Ausbreitung zu verhindern. Dies spielt vor allem im Falle eines Auftretens besorgniserregender Virusvarianten oder f\u00fcr besonders gef\u00e4hrdete Personen eine wichtige Rolle, zum Beispiel in Alters- und Pflegeheimen. Es ist deshalb wichtig, dass die Kantone die n\u00f6tigen Kapazit\u00e4ten f\u00fcr das Nachverfolgen von Ansteckungen erhalten oder rasch wieder aufbauen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><b>Kapazit\u00e4ten des Gesundheitssystems erhalten<\/b><\/p>\n<p>Im Falle eines Wiederanstiegs der Fallzahlen m\u00fcssen ausreichend Kapazit\u00e4ten vor allem in den Spit\u00e4lern zur Verf\u00fcgung stehen. Daf\u00fcr sind die Kantone zust\u00e4ndig. Zudem muss das Gesundheitssystem auf eine zus\u00e4tzliche Belastung durch l\u00e4ngerfristige gesundheitliche Auswirkungen einer Covid-19-Erkrankung (Long term effects of Covid-19) reagieren k\u00f6nnen. Auch die Auswirkungen der Epidemie und der getroffenen Massnahmen auf die psychische Gesundheit gilt es weiterhin zu verfolgen.<\/p>\n<p><b>Ende der besonderen Lage<\/b><\/p>\n<p>Der Bundesrat hat sich auch mit der Frage nach dem Ende der besonderen Lage gem\u00e4ss Epidemiengesetz befasst. Sie endet dann, wenn aufgrund der Bedrohung durch<br \/>\nSARS-CoV-2 weltweit keine gesundheitliche Notlage besteht und keine Gef\u00e4hrdung der \u00f6ffentlichen Gesundheit in der Schweiz mehr droht.<\/p>\n<p><b>Weitere Themen der Mittelfristplanung<\/b><\/p>\n<p>In seiner Auslegeordnung f\u00fcr die n\u00e4chsten Monate hat der Bundesrat auch weitere Themen diskutiert, etwa die Versorgung mit medizinischen G\u00fctern, die l\u00e4ngerfristigen gesellschaftlichen Auswirkungen, internationale Aspekte, Einreisebestimmungen, die Krisenorganisation und digitale Systeme. Die meisten dieser Themen betreffen Bund und Kantone.<\/p>\n<p><b>SwissCovid App wird erweitert<\/b><\/p>\n<p>Der Bundesrat hat heute auch beschlossen, die SwissCovid App per Anfang Juli 2021 um eine Check-in-Funktion zu erweitern und damit das Contact Tracing gezielt zu erg\u00e4nzen. Das dezentrale System zeichnet keine pers\u00f6nlichen Daten auf und nutzt weder Bluetooth noch GPS. Die Check-in-Funktion soll bei kleineren Veranstaltungen eingesetzt werden \u2013 zum Beispiel bei privaten Treffen, Sporttrainings, Chorproben und kleinen Konzerten oder in Sitzungszimmern. Veranstalterinnen und Veranstalter k\u00f6nnen direkt in der App einen QR-Code erstellen, den die G\u00e4ste bei ihrer Ankunft einscannen, um sich so bei der Veranstaltung einzuchecken. Nach der Veranstaltung best\u00e4tigen die G\u00e4ste in der App, dass sie die Veranstaltung verlassen haben. Diese Informationen werden auf dem eigenen Mobiltelefon w\u00e4hrend 14 Tagen lokal gespeichert und danach automatisch gel\u00f6scht. Wird eine Person nach einer Veranstaltung positiv auf das Coronavirus getestet und gibt den Covidcode in die SwissCovid App ein, erfolgt eine automatische Benachrichtigung an alle G\u00e4ste, die im gleichen Zeitraum bei derselben Veranstaltung eingecheckt waren.<\/p>\n<p><b>F\u00f6rderprogramm f\u00fcr Medikamente gegen Covid-19<\/b><\/p>\n<p>Der Bundesrat hat auch beschlossen, die Umsetzung seines F\u00f6rderprogramms f\u00fcr Medikamente gegen Covid-19 dem Bundesamt f\u00fcr Gesundheit (BAG) und Innosuisse zu \u00fcbertragen. Das BAG wird \u00fcber die Finanzierungsbeitr\u00e4ge entscheiden. Innosuisse \u00fcbernimmt die Ausschreibungen und die technische Evaluation der eingereichten Projekte. Mit dem Programm soll die Forschung, Entwicklung und Herstellung von Medikamenten gegen Covid-19 gef\u00f6rdert werden, um zu einer sicheren und raschen Versorgung der Schweizer Bev\u00f6lkerung beizutragen. Die Kriterien des Programms und das Eingabeverfahren sollen noch im Juli 2021 publiziert werden. Das Programm ist bis Ende 2022 befristet.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Er hat verschiedene Szenarien sowie seine \u00dcberlegungen zum weiteren Vorgehen in einem Bericht festgehalten<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":483636,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[22520,24006,24631,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[29888,31837],"class_list":["post-483780","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-coronavirus-minute-fuer-minute","category-lajme-jeta-ne-zvicer-de","category-nachrichten-de-2","category-leben-in-der-schweiz","content_country-zvicer","content_country-germany-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/483780","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=483780"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/483780\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/483636"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=483780"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=483780"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=483780"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=483780"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=483780"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}