{"id":471868,"date":"2021-05-24T17:06:49","date_gmt":"2021-05-24T15:06:49","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=471868"},"modified":"2021-05-24T17:06:49","modified_gmt":"2021-05-24T15:06:49","slug":"frauen-leisteten-50-mehr-haus-und-familienarbeit-als-maenner-im-jahr-2020-aber-maenner-legen-zu","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/frauen-leisteten-50-mehr-haus-und-familienarbeit-als-maenner-im-jahr-2020-aber-maenner-legen-zu\/","title":{"rendered":"Frauen leisteten 50% mehr Haus- und Familienarbeit als M\u00e4nner im Jahr 2020 &#8211; aber M\u00e4nner legen zu"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><\/div>\n<div>\n<div class=\"mod mod-ws_detail\">\n<div class=\"ws_detail-press\">\n<p><b>Die zeitliche Gesamtbelastung f\u00fcr bezahlte und unbezahlte Arbeit betrug im Jahr 2020 sowohl bei Frauen als auch bei M\u00e4nnern ab 15 Jahren rund 46 Stunden pro Woche. Frauen wendeten durchwegs mehr Zeit f\u00fcr Haus- und Familienarbeit auf (28,7 Std. pro Woche gegen\u00fcber 19,1 Std.). Umgekehrt setzten M\u00e4nner im Durchschnitt mehr Zeit f\u00fcr bezahlte Erwerbsarbeit ein (25,3 Std. pro Woche gegen\u00fcber 15,8 Std.). Seit 2010 nimmt der Zeitaufwand der M\u00e4nner f\u00fcr Haus- und Familienarbeit jedoch stetig zu und ihre Erwerbsarbeitszeit nimmt ab. Dies sind einige Ergebnisse der Schweizerischen Arbeitskr\u00e4fteerhebung des Bundesamtes f\u00fcr Statistik (BFS).<br \/>\n<\/b><\/p>\n<p>M\u00e4nner ab 15 Jahren investierten im Jahr 2020 19,1 Stunden pro Woche in Haus- und Familienarbeit. Seit 2010 ist dieser Wert konstant gestiegen (2010: 16,2 Std.; 2016: 17,9 Std.). Bei Frauen lag der Zeitaufwand f\u00fcr Haus- und Familienarbeit im Jahr 2020 mit 28,7 Std. pro Woche hingegen nur wenig h\u00f6her als 2010 (27,9 Std.) und 2016 (28,1Std.).<\/p>\n<p><b>Hausarbeiten bleiben mehrheitlich Frauensache<\/b><\/p>\n<p>Was die Hausarbeit betrifft, so wurde 2020 nach wie vor am meisten Zeit f\u00fcr die Mahlzeitenzubereitung aufgewendet (Frauen 7,8 Std., M\u00e4nner 4,5 Std. pro Woche). Dahinter folgt der Zeitaufwand f\u00fcr Putzen (Frauen 4,5 Std., M\u00e4nner 2,1 Std. pro Woche). In die Eink\u00e4ufe investierten Frauen 2,1 Stunden und M\u00e4nner 1,9 Stunden pro Woche, f\u00fcr Waschen und B\u00fcgeln setzten Frauen 2,0 Stunden pro Woche ein, die M\u00e4nner 0,6 Stunden.<\/p>\n<p>F\u00fcr Pflanzen, Garten und Haustiere setzten Frauen 2,6 Stunden pro Woche ein, M\u00e4nner ihrerseits 1,9 Stunden. F\u00fcr handwerklichen Arbeiten hingegen investierten M\u00e4nner mehr Zeit als Frauen (1,6 Std. gegen\u00fcber 1,0 Std.). Bei den administrativen Arbeiten war das Verh\u00e4ltnis mehr oder weniger ausgeglichen (M\u00e4nner: 1,4 Std., Frauen: 1,3 Std. pro Woche).<\/p>\n<p>Seit 2010 steigt der Zeitaufwand der M\u00e4nner im Vergleich zu demjenigen der Frauen besonders deutlich bei der Mahlzeitenzubereitung inklusive Abwaschen (+1,7 Std. pro Woche) sowie in etwas geringerem Masse beim Putzen und Aufr\u00e4umen (+0,5 Std. pro Woche).<\/p>\n<p><b>Hohe Arbeitsbelastung f\u00fcr Eltern mit Kindern im Haushalt<\/b><\/p>\n<p>Zusammengenommen betrug die bezahlte Erwerbsarbeit und die unbezahlte Haus-, Familien- und Freiwilligenarbeit f\u00fcr M\u00fctter in Paarhaushalten mit j\u00fcngstem Kind unter 15 Jahren im Jahr 2020 durchschnittlich 69,7 Stunden pro Woche (Haus- und Familienarbeit: 52,3 Stunden; Erwerbsarbeit: 16,1 Stunden; institutionalisierte und informelle Freiwilligenarbeit: 1,3 Stunden).<\/p>\n<p>V\u00e4ter in derselben Familiensituation hatten eine Arbeitsbelastung von 68,1 Stunden pro Woche. Davon machte die Erwerbsarbeit 35,4 Stunden aus, die Haus- und Familienarbeit 31,7 Stunden und die Freiwilligenarbeit 1,0 Stunde.<\/p>\n<p>Alleinlebende M\u00fctter mit j\u00fcngstem Kind unter 15 Jahren wendeten 68,4 Stunden pro Woche f\u00fcr die gesamte bezahlte und unbezahlte Arbeit auf: 46,7 Stunden pro Woche f\u00fcr die Haus- und Familienarbeit, 20,4 Stunden f\u00fcr die Erwerbsarbeit und 1,3 Stunden f\u00fcr Freiwilligenarbeit.<\/p>\n<p><b>Unterschiedliche Entwicklung bei M\u00fcttern und V\u00e4tern seit 2010<\/b><\/p>\n<p>Zwischen 2010 und 2020 hat nach Geschlecht betrachtet bei den Paarhaushalten mit j\u00fcngstem Kind unter 15 Jahren eine unterschiedliche Entwicklung stattgefunden. V\u00e4ter haben deutlich mehr in die Haus- und Familienarbeit investiert (+5,2 Std. pro Woche), w\u00e4hrend M\u00fctter in diesem Zeitraum \u00abnur\u00bb 1,2 Stunden mehr daf\u00fcr aufgewendet haben. Zwischen 2010 und 2020 ist bei den M\u00fcttern zudem eine Zunahme der Erwerbsarbeit von 2,7 Stunden zu verzeichnen (2010: 13,4 Std., 2020: 16,1 Std.); bei den V\u00e4tern hingegen ging diese um 4,2 Stunden zur\u00fcck (2010: 39,6 Std., 2020: 34,4 Std.).<\/p>\n<p>F\u00fcr Hausarbeiten wendeten M\u00fctter mit Partner und j\u00fcngstem Kind unter 15 Jahren aber immer noch fast doppelt so viel Zeit auf wie die V\u00e4ter (30,2 Std. gegen\u00fcber 17,0 Std. pro Woche im Jahr 2020). Bei der Kinderbetreuung investierten M\u00fctter rund die H\u00e4lfte mehr Zeit als die V\u00e4ter (22,3 Std. gegen\u00fcber 14,7 Std. pro Woche).<\/p>\n<p><b>Unbezahlte Arbeit im Rentenalter bleibt bedeutend\u00a0<\/b><\/p>\n<p>Bei den 65- bis 74-J\u00e4hrigen Frauen betrug die zeitliche Gesamtbelastung durch bezahlte und unbezahlte Arbeit im Jahr 2020 31,5 Stunden pro Woche, bei den gleichaltrigen M\u00e4nnern 27,1 Stunden. Die Haus- und Familienarbeit macht in dieser Altersgruppe bei Frauen und M\u00e4nnern den gr\u00f6ssten Teil aus: Frauen wendeten daf\u00fcr 26,5 Stunden pro Woche auf, M\u00e4nner 19,6 Stunden.<\/p>\n<p>Der durchschnittliche Zeitaufwand f\u00fcr bezahlte Arbeit nimmt mit dem Pensionierungsalter stark ab. Hingegen leisten Personen zwischen 65 und 74 Jahren den h\u00f6chsten Zeitaufwand f\u00fcr Freiwilligenarbeit. So setzten Frauen im Jahr 2020 3,4 Stunden pro Woche f\u00fcr Freiwilligenarbeit ein, M\u00e4nner 2,6 Stunden (Durchschnittswert der gesamten Altersgruppe \u2013 freiwillig engagierte und nicht engagierte Personen). 75-J\u00e4hrige und \u00e4ltere Frauen wendeten insgesamt 22,6 Std. pro Woche auf f\u00fcr unbezahlte und bezahlte Arbeit, M\u00e4nner dieser Altersgruppe 19,7 Stunden.<\/p>\n<p><b>Gut vier von zehn Personen \u00fcbernehmen Freiwilligenarbeit<\/b><\/p>\n<p>2020 f\u00fchrten 41,0% der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung ab 15 Jahren mindestens eine unbezahlte Freiwilligenarbeit aus (institutionalisierte und\/oder informelle) und setzten daf\u00fcr im Durchschnitt 4,1 Stunden pro Woche ein. 2016 lagen diese Werte bei 42,7%, respektive 4,3 Stunden. L\u00e4ngere Zeitvergleiche bei der Freiwilligenarbeit sind nur bedingt m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Die institutionalisierte Freiwilligenarbeit in Vereinen und Organisationen war 2020 aufgrund der Covid-19-bedingten Schutzmassnahmen f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung relativ stark eingeschr\u00e4nkt. Dies zeigt sich vor allem bei Sport- und Kulturvereinen, wo ein R\u00fcckgang von 6,2% respektive 4,5% im Jahr 2016 auf 5,0% respektive 3,5% im Jahr 2020 festzustellen ist. Alles in allem engagierten sich im vergangenen Jahr 15,9% der st\u00e4ndigen Bev\u00f6lkerung ab 15 Jahren f\u00fcr Vereine oder Organisationen, 2016 waren es noch 19,5% gewesen.<\/p>\n<p>Einen Anstieg zu verzeichnen gab es dagegen bei informellen Freiwilligenarbeiten wie Nachbarschaftshilfe, Kinderbetreuung, Dienstleistungen oder Pflege und Betreuung von Verwandten und Bekannten, die nicht im selben Haushalt leben. So leisteten im Jahr 2020 32,5% der st\u00e4ndigen Wohnbev\u00f6lkerung ab 15 Jahren solche Dienste gegen\u00fcber 31,7% im Jahr 2016. Verglichen mit 2016 nahmen die informellen Hilfeleistungen der mittleren Altersgruppen (25- bis 64-J\u00e4hrige) zu, bei den Personen ab 65 Jahren gingen sie jedoch zur\u00fcck. Letzteres steht in Zusammenhang mit der Einschr\u00e4nkung von Kontakten und der Mobilit\u00e4t allgemein als Schutzmassnahme vor Covid-19 besonders f\u00fcr \u00e4ltere Bev\u00f6lkerungsgruppen.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unbezahlte Arbeit im Jahr 2020: Seit 2010 nimmt der Zeitaufwand der M\u00e4nner f\u00fcr Haus- und Familienarbeit jedoch stetig zu und ihre Erwerbsarbeitszeit nimmt ab<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":410644,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[29888,31836,31837],"class_list":["post-471868","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz","content_country-zvicer","content_country-austria-de","content_country-germany-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/471868","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=471868"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/471868\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/410644"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=471868"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=471868"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=471868"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=471868"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=471868"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}