{"id":465508,"date":"2021-04-28T21:55:14","date_gmt":"2021-04-28T19:55:14","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=465508"},"modified":"2021-04-28T21:11:51","modified_gmt":"2021-04-28T19:11:51","slug":"der-bundesrat-beschliesst-nationale-gleichstellungsstrategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/der-bundesrat-beschliesst-nationale-gleichstellungsstrategie\/","title":{"rendered":"Der Bundesrat beschliesst nationale Gleichstellungsstrategie"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><strong>Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 28. April 2021 die Gleichstellungsstrategie 2030 verabschiedet. Es ist die erste nationale Strategie des Bundes mit dem Ziel, die Gleichstellung der Geschlechter gezielt zu f\u00f6rdern. Sie konzentriert sich auf vier zentrale Themen: die F\u00f6rderung der Gleichstellung im Erwerbsleben, die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Pr\u00e4vention von Gewalt und die Bek\u00e4mpfung von Diskriminierung. Die vorrangigen Massnahmen der Strategie werden bis Ende Jahr konkretisiert und sollen bis 2023 verabschiedet oder umgesetzt werden. Ende 2025 wird eine erste Bilanz zur Strategie gezogen.<\/strong><\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p>Seit der Einf\u00fchrung des Frauenstimmrechts vor 50 Jahren hat die Schweiz in der Gleichstellung viele Fortschritte gemacht. Vollst\u00e4ndig erreicht ist sie allerdings noch nicht. Um die L\u00fccken zu schliessen, hat der Bundesrat die Gleichstellungsstrategie 2030 verabschiedet. Sein Ziel: \u00abFrauen und M\u00e4nner beteiligen sich gleichgestellt am wirtschaftlichen, famili\u00e4ren und gesellschaftlichen Leben. Sie geniessen w\u00e4hrend ihres ganzen Lebens die gleiche soziale Sicherheit und verwirklichen sich in einem respektvollen Umfeld ohne Diskriminierung und Gewalt.\u00bb Die Strategie konzentriert sich auf vier Handlungsfelder:<\/p>\n<p><b>Berufliche Gleichstellung weiter f\u00f6rdern<\/b><\/p>\n<p>Der Bundesrat will die Lohndiskriminierung im \u00f6ffentlichen und privaten Sektor beseitigen und eine ausgewogenere Erwerbsbeteiligung von Frauen und M\u00e4nnern erreichen. Weitere Ziele im beruflichen und \u00f6ffentlichen Leben sind die Verbesserung der Rentensituation von Frauen sowie die ausgewogenere Geschlechterverteilung in der Ausbildung, in allen Berufsgruppen, auf allen Verantwortungsebenen und in allen Entscheidungsgremien. Dazu geh\u00f6rt etwa ein h\u00f6herer Frauenanteil in F\u00fchrungspositionen von Hochschulen oder die F\u00f6rderung von M\u00e4nnern in Gesundheits- und Bildungsberufen.<b><\/b><\/p>\n<p><b>Vereinbarkeit von Beruf und Familie weiter f\u00f6rdern<\/b>Die Instrumente f\u00fcr eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf sollen weiter verst\u00e4rkt werden. Elternurlaube, familienfreundliche Arbeitszeiten und die soziale Sicherheit f\u00fcr Eltern und betreuende Angeh\u00f6rige sollen gef\u00f6rdert werden. Ziel des Bundesrats ist es zudem, das Armutsrisiko von Familien, insbesondere von alleinerziehenden M\u00fcttern und V\u00e4tern, zu reduzieren.<\/p>\n<p><b>Pr\u00e4vention von geschlechtsspezifischer Gewalt verst\u00e4rken<\/b><\/p>\n<p>Der Bundesrat hat sich zum Ziel gesetzt, Gewalt gegen Frauen und h\u00e4usliche Gewalt zu reduzieren und die pers\u00f6nliche Sicherheit der Frauen zu verbessern. Massnahmen zum Opferschutz sollen verst\u00e4rkt sowie T\u00e4ter und T\u00e4terinnen vermehrt zur Verantwortung gezogen werden. Daf\u00fcr werden unter anderem Projekte zur Gewaltpr\u00e4vention gef\u00f6rdert und die statistische Datenerhebung \u00fcber Gewalt gegen Frauen und h\u00e4usliche Gewalt wird weiterentwickelt.<b><\/b><\/p>\n<p><b>Bek\u00e4mpfung von Diskriminierung verst\u00e4rken<\/b>Frauen und M\u00e4nner sollen w\u00e4hrend ihres ganzen Lebens die gleichen Chancen haben. Ziel ist deshalb auch, Diskriminierung und Sexismus zu beseitigen. So will der Bundesrat sicherstellen, dass im Bundesrecht keine Regelungen existieren, die geschlechterdiskriminierend sind. Ebenso sollen Informations-, Sensibilisierungs- und Schulungsmassnahmen entwickelt werden \u2013 beispielsweise im Gesundheitsbereich oder in zentralen Institutionen wie der Schweizer Armee. Diese sieht etwa ein Programm zur Identifizierung und Verh\u00fctung von Geschlechterdiskriminierungen vor.<\/p>\n<p><b>Massnahmen bis Ende Jahr<\/b><\/p>\n<p>Zu jedem dieser Ziele enth\u00e4lt die Strategie eine Reihe von Massnahmen, die sowohl national als auch international ausgerichtet sind. S\u00e4mtliche Departemente und die Bundeskanzlei sind beteiligt und f\u00fcr die Umsetzung von Massnahmen zust\u00e4ndig. Bis Ende 2021 wird die Gleichstellungsstrategie 2030 in einem detaillierten Massnahmenplan weiter konkretisiert. Ende 2025 wird eine Zwischenbilanz gezogen.<\/p>\n<p><b>Enge Zusammenarbeit mit Kantonen, St\u00e4dten und Gemeinden<\/b><\/p>\n<p>Im Rahmen der Ausarbeitung der Strategie fand ein Austausch mit den Kantonen und Gemeinden sowie verschiedenen Interessengruppen statt. Diesen Dialog und die Zusammenarbeit zwischen den f\u00f6deralen Ebenen will der Bund intensivieren, ebenso den Austausch mit der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft.<\/p>\n<p><b>Gleichstellung noch nicht erreicht<\/b><\/p>\n<p>Die Gleichstellung von Frau und Mann ist in der Bundesverfassung seit 1981 festgeschrieben. Trotzdem ist die Gleichstellung in der Schweiz noch nicht erreicht: Frauen verdienen im Durchschnitt 19 Prozent weniger als M\u00e4nner. \u00dcber 55 Mal pro Tag wird eine Straftat im h\u00e4uslichen Bereich begangen, in 70 Prozent der F\u00e4lle ist das Opfer weiblich. Fehlende Individualbesteuerung und erschwerte Vereinbarkeit halten Frauen oft vom Arbeitsmarkt fern und hindern viele M\u00e4nner daran, mehr famili\u00e4re Aufgaben zu \u00fcbernehmen. Die Folgen davon \u2013 Fachkr\u00e4ftemangel, finanzielles Risiko bei Trennung, Armut im Alter und einseitige Belastung des Mannes als \u00abHauptversorger\u00bb \u2013 haben negative Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Bundesrat will die Lohndiskriminierung im \u00f6ffentlichen und privaten Sektor beseitigen und eine ausgewogenere Erwerbsbeteiligung von Frauen und M\u00e4nnern erreichen<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":322345,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[29888,31836,31837],"class_list":["post-465508","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen","category-leben-in-der-schweiz","content_country-zvicer","content_country-austria-de","content_country-germany-de"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/465508","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=465508"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/465508\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/322345"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=465508"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=465508"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=465508"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=465508"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=465508"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}