{"id":464860,"date":"2021-04-25T22:50:04","date_gmt":"2021-04-25T20:50:04","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=464860"},"modified":"2021-04-25T22:36:45","modified_gmt":"2021-04-25T20:36:45","slug":"nebenwirkungen-der-covid-19-impfungen-in-der-schweiz-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/nebenwirkungen-der-covid-19-impfungen-in-der-schweiz-2\/","title":{"rendered":"Nebenwirkungen der Covid-19 Impfungen in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p><strong>1485 Verdachtsmeldungen unerw\u00fcnschter Wirkungen der Covid-19-Impfstoffe in der Schweiz ausgewertet: Bis zum 20. April 2021 hat Swissmedic in Zusammenarbeit mit den regionalen Pharmacovigilance-Zentren 1\u2019485 Meldungen \u00fcber vermutete unerw\u00fcnschte Arzneimittelwirkungen (UAW) durch Covid-19 Impfungen in der Schweiz ausgewertet. Die Meldungen best\u00e4tigen das aus den Zulassungsstudien bekannte respektive in den Arzneimittelinformationen aufgef\u00fchrte Nebenwirkungsprofil und \u00e4ndern das positive Nutzen-Risiko Verh\u00e4ltnis der beiden eingesetzten mRNA-Impfstoffe nicht.<\/strong><\/p>\n<p>706 Meldungen beziehen sich auf Comirnaty\u00ae von Pfizer\/BioNTech und 761 auf den Covid-19 Impfstoff von Moderna. In 18 F\u00e4llen wurde der Impfstoff nicht spezifiziert. Die Mehrzahl der Meldungen erfolgten durch medizinische Fachpersonen, 145 Meldungen (9,8 %) kamen direkt von Betroffenen bzw. Patientinnen oder Patienten.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss Informationen des BAG wurden bis einschliesslich 18. April 2021 etwa 2,1 Millionen Impfdosen in der Schweiz verabreicht und etwa 769\u2019000 Personen vollst\u00e4ndig geimpft. Da Meldungen zu unerw\u00fcnschten Wirkungen oft erst mit Verz\u00f6gerung bei Swissmedic eingereicht werden und auch die sorgf\u00e4ltige Auswertung der Meldungen Zeit braucht, ist es nicht m\u00f6glich, die hier dargestellten Meldungen direkt mit den verabreichten Impfungen zu vergleichen. Retrospektiv zeigt sich jedoch eine ungef\u00e4hre Melderate von einer Meldung pro 1\u2019000 verimpften Dosen.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6ssere Teil der Meldungen bezog sich auf Frauen (67,9 %), in 28,7 % der F\u00e4lle waren M\u00e4nner betroffen und in einigen Meldungen (3,4 %) wurde das Geschlecht nicht angegeben.<\/p>\n<p>Die Betroffenen waren im Mittel 64,8 Jahre alt (Spanne 16\u2013101), wobei 41,6 % 75 Jahre oder \u00e4lter waren. In den als schwerwiegend eingestuften F\u00e4llen (n = 537) lag das mittlere Alter bei 68,5 Jahren und bei Meldungen in zeitlichem Zusammenhang mit einem Todesfall (n = 64) bei 82,0 Jahren.<\/p>\n<p>Mit 948 (63,8 %) war der gr\u00f6ssere Teil der Meldungen nicht schwerwiegend, 537 Meldungen (36,2 %) wurden als schwerwiegend eingestuft. In diesen F\u00e4llen wurden die Personen entweder im Krankenhaus behandelt oder die Reaktionen wurden aus anderen Gr\u00fcnden als medizinisch bedeutsam eingestuft. In den meisten F\u00e4llen waren die Betroffenen aber nicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>In den meisten Meldungen wird \u00fcber mehr als eine Reaktion berichtet (insgesamt 3\u2019851 Reaktionen in den 1\u2019485 Meldungen, d.h. durchschnittlich 2,6 Reaktionen pro Meldung). Die am h\u00e4ufigsten gemeldeten Reaktionen in F\u00e4llen, die als schwerwiegend eingestuft wurden, waren Fieber (80), Luftnot (39), Kopfschmerzen\/Migr\u00e4ne (37), Herpes Zoster Reaktivierung (34), Sch\u00fcttelfrost (28), \u00dcberempfindlichkeit (27) \/anaphylaktische Reaktionen (13), Erbrechen (28), Muskelschmerzen (27), Unwohlsein (25) und Blutdruckerh\u00f6hung (25). Da eine Meldung in den meisten F\u00e4llen mehr als eine Reaktion enth\u00e4lt, werden Reaktionen wie Fieber oder Kopfschmerzen sowohl in F\u00e4llen berichtet, die insgesamt als schwerwiegend eingestuft werden als auch in nicht-schwerwiegenden F\u00e4llen.<\/p>\n<p>Es wurden 61 F\u00e4lle von Herpes Zoster gemeldet. Herpes Zoster wird durch eine Reaktivierung von Varicella-Zoster-Viren (VZV) verursacht. Die prim\u00e4re Infektion mit VZV f\u00fchrt zur Windpockenerkrankung. Risikofaktoren f\u00fcr einen Herpes Zoster sind u. a. immunsuppressive Behandlungen, Diabetes mellitus, weibliches Geschlecht, psychologischer Stress oder mechanische Verletzungen. Die Inzidenz von Herpes Zoster steigt mit dem Lebensalter von 3 pro 1\u2019000 bei 40 bis 50-J\u00e4hrigen auf 10 pro 1000 bei den \u00fcber 80-J\u00e4hrigen. Die Betroffenen in den gemeldeten F\u00e4llen waren im Mittel 72 Jahre alt. Aufgrund der H\u00e4ufigkeit des Auftretens von Herpes Zosters in den vorwiegend geimpften Altersgruppen ist schon rein statistisch eine gewisse Anzahl von Herpes Zoster-F\u00e4llen im zeitlichen Zusammenhang mit einer Covid-19 Impfung zu erwarten. Derzeit wird weiter untersucht, ob die Meldungen Hinweise f\u00fcr einen urs\u00e4chlichen Zusammenhang zwischen den Impfungen und dem Auftreten von Herpes Zoster sind.<\/p>\n<p>Beim Covid-19 Impfstoff von Moderna machen Berichte \u00fcber Lokalreaktionen an der Injektionsstelle, einschliesslich verz\u00f6gert auftretenden, einen deutlich gr\u00f6sseren Teil an den Meldungen aus als bei Comirnaty\u00ae, zu dem eher Allgemeinreaktionen gemeldet werden.<\/p>\n<p>In 64 der schwerwiegenden F\u00e4lle sind die Personen in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung gestorben. Die Verstorbenen waren im Durchschnitt 82 Jahre alt und hatten mehrheitlich schwere Vorerkrankungen. Diese F\u00e4lle wurden besonders sorgf\u00e4ltig analysiert. Nach jetzigem Kenntnisstand f\u00fchrten unabh\u00e4ngig von den Impfungen auftretende Erkrankungen wie z.B. Infektionen, kardiovaskul\u00e4re Ereignisse oder Erkrankungen der Lungen und Atemwege zum Tod. Trotz einer zeitlichen Assoziation gibt es in keinem Fall konkrete Hinweise, dass die Impfung die Ursache f\u00fcr den Todesfall war. Die Arzneimittelbeh\u00f6rden anderer L\u00e4nder sowie die WHO kommen zu \u00e4hnlichen Ergebnissen bei der Bewertung von Todesf\u00e4llen in zeitlichem Zusammenhang mit den in der Schweiz zugelassenen Covid-19 Impfstoffen.<\/p>\n<p>Die bisher eingegangenen und analysierten Meldungen \u00fcber unerw\u00fcnschte Wirkungen \u00e4ndern das positive Nutzen-Risiko-Profil der in der Schweiz verwendeten Covid-19 Impfstoffe nicht. Zur Bewertung der Sicherheitsaspekte der Covid-19 Impfstoffe steht Swissmedic dar\u00fcber hinaus in einem intensiven regelm\u00e4ssigen Austausch mit anderen internationalen Arzneimittelbeh\u00f6rden.<\/p>\n<p>Durch die Meldungen liegt jetzt ein klareres Bild der Sicherheit der Impfstoffe in der t\u00e4glichen Anwendung vor, dass das bekannte Nebenwirkungsprofil weitgehend best\u00e4tigt. Bekannte Nebenwirkungen der Covid-19 Impfstoffe sind in den Arzneimittelinformationen aufgef\u00fchrt. Diese werden laufend aktualisiert und auf www.swissmedicinfo.ch publiziert.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In 64 der schwerwiegenden F\u00e4lle sind die Personen in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung gestorben. 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