{"id":461146,"date":"2021-04-12T12:37:17","date_gmt":"2021-04-12T10:37:17","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=461146"},"modified":"2021-04-12T12:38:02","modified_gmt":"2021-04-12T10:38:02","slug":"nebenwirkungen-der-covid-19-impfungen-in-der-schweiz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/nebenwirkungen-der-covid-19-impfungen-in-der-schweiz\/","title":{"rendered":"Nebenwirkungen der Covid-19 Impfungen in der Schweiz"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><strong>1\u2019174 Verdachtsmeldungen unerw\u00fcnschter Wirkungen der Covid-19-Impfstoffe in der Schweiz ausgewertet: Bis zum 6. April 2021 hat Swissmedic in Zusammenarbeit mit den regionalen Pharmacovigilance-Zentren 1\u2019174 Meldungen \u00fcber vermutete unerw\u00fcnschte Arzneimittelwirkungen (UAW) durch Covid-19 Impfungen in der Schweiz ausgewertet. Die Meldungen best\u00e4tigen das aus den Zulassungsstudien bekannte respektive in den Arzneimittelinformationen aufgef\u00fchrte Nebenwirkungsprofil und \u00e4ndern das positive Nutzen-Risiko Verh\u00e4ltnis der eingesetzten Impfstoffe nicht.<\/strong><\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p>577 Meldungen beziehen sich auf Comirnaty\u00ae von Pfizer\/BioNTech und 580 auf den Covid-19 Impfstoff von Moderna. In 17 F\u00e4llen wurde der Impfstoff nicht spezifiziert. In einem kleineren Teil der Meldungen werden explizit Reaktionen nach der zweiten Impfdosis beschrieben (n=79 zu Comirnaty, n=78 zu Moderna). Die Mehrzahl der Meldungen erfolgten durch medizinische Fachpersonen, 92 Meldungen (7,8 %) kamen direkt von Betroffenen bzw. Patientinnen oder Patienten.<\/p>\n<p>Gem\u00e4ss Informationen des BAG wurden bis einschliesslich 4. April 2021 etwa 1,6 Millionen Impfdosen in der Schweiz verabreicht und etwa 604\u2019000 Personen vollst\u00e4ndig geimpft. Da Meldungen zu unerw\u00fcnschten Wirkungen oft erst mit Verz\u00f6gerung bei Swissmedic eingereicht werden und auch die sorgf\u00e4ltige Auswertung der Meldungen Zeit braucht, ist es nicht m\u00f6glich, die hier dargestellten Meldungen direkt mit den verabreichten Impfungen zu vergleichen. Retrospektiv zeigt sich jedoch eine ungef\u00e4hre Melderate von einer Meldung pro 1\u2019000 verimpften Dosen.<\/p>\n<p>Der gr\u00f6ssere Teil der Meldungen bezog sich auf Frauen (68,6 %), in 28,3 % der F\u00e4lle waren M\u00e4nner betroffen und in einigen Meldungen (3,2 %) wurde das Geschlecht nicht angegeben.<\/p>\n<p>Die Betroffenen waren im Mittel 64,9 Jahre alt (Spanne 16\u2013101), wobei 41,7 % 75 Jahre oder \u00e4lter waren. In den als schwerwiegend eingestuften F\u00e4llen (n = 396) lag das mittlere Alter bei 69,3 Jahren und bei Meldungen in zeitlichem Zusammenhang mit einem Todesfall (n=55) bei 83,7 Jahren.<\/p>\n<p>Mit 778 (66,3 %) war der gr\u00f6ssere Teil der Meldungen nicht schwerwiegend, 396 Meldungen (33,7 %) wurden als schwerwiegend eingestuft. In diesen F\u00e4llen wurden die Personen entweder im Krankenhaus behandelt oder die Reaktionen wurden aus anderen Gr\u00fcnden als medizinisch bedeutsam eingestuft. In den meisten F\u00e4llen waren die Betroffenen aber nicht gef\u00e4hrdet.<\/p>\n<p>In den meisten Meldungen wird \u00fcber mehr als eine Reaktion berichtet (insgesamt 2\u2019960 Reaktionen in den 1\u2019174 Meldungen, d.h. durchschnittlich 2,5 Reaktionen pro Meldung). Die am h\u00e4ufigsten gemeldeten Reaktionen in F\u00e4llen, die als schwerwiegend eingestuft wurden, waren Fieber (56), Luftnot (31), Kopfschmerzen\/Migr\u00e4ne (28), Herpes Zoster Reaktivierung (26), \u00dcberempfindlichkeit (22) \/anaphylaktische Reaktionen (12), Erbrechen (20), Erm\u00fcdung (19), Blutdruckerh\u00f6hung (19), Infektion mit Covid-19-Erkrankung (17)1), und Schwindel (18). Da eine Meldung in den meisten F\u00e4llen mehr als eine Reaktion enth\u00e4lt werden Reaktionen wie Fieber oder Kopfschmerzen sowohl in F\u00e4llen berichtet, die insgesamt als schwerwiegend eingestuft werden als auch in nicht-schwerwiegenden F\u00e4llen.<\/p>\n<p>Es wurden 44 F\u00e4lle von Herpes Zoster gemeldet, von denen 26 als schwerwiegend eingestuft wurden, die meisten davon aus medizinischen Gr\u00fcnden. Herpes Zoster wird durch eine Reaktivierung von Varicella-Zoster-Viren (VZV) verursacht. Die prim\u00e4re Infektion mit VZV f\u00fchrt zur Windpockenerkrankung. Risikofaktoren f\u00fcr einen Herpes Zoster sind u. a. immunsuppressive Behandlungen, Diabetes mellitus, weibliches Geschlecht, psychologischer Stress oder mechanische Verletzungen. Die Inzidenz von HZ steigt mit dem Lebensalter von 3 pro 1\u2019000 bei 40 bis 50-J\u00e4hrigen auf 10 pro 1000 bei den \u00fcber 80-J\u00e4hrigen. Die Betroffenen in den gemeldeten F\u00e4llen waren im Mittel 72 Jahre alt und der Zoster trat zwischen ein und 43 Tagen nach der Impfung auf. Derzeit wird weiter untersucht, ob ein urs\u00e4chlicher Zusammenhang zwischen den Impfungen und dem Auftreten von Herpes Zoster besteht.<\/p>\n<p>Beim Covid-19 Impfstoff von Moderna machen Berichte \u00fcber Lokalreaktionen an der Injektionsstelle, einschliesslich verz\u00f6gert auftretenden, einen deutlich gr\u00f6sseren Teil an den Meldungen aus als bei Comirnaty\u00ae, zu dem eher Allgemeinreaktionen gemeldet werden. Hier k\u00f6nnte es sich jedoch zum Teil um \u00abstimulierte Meldungen\u00bb handeln, aufgrund von unseren Informationen vom 19.2.2021 zu verz\u00f6gerten Lokalreaktionen, die h\u00e4ufiger nach dem Moderna Impfstoff beobachtet wurden.<\/p>\n<p>In 55 der schwerwiegenden F\u00e4lle sind die Personen in unterschiedlichem zeitlichen Abstand zur Impfung gestorben. Die Verstorbenen waren im Durchschnitt 84 Jahre alt und hatten mehrheitlich schwere Vorerkrankungen. Diese F\u00e4lle wurden besonders sorgf\u00e4ltig analysiert. Nach jetzigem Kenntnisstand f\u00fchrten unabh\u00e4ngig von den Impfungen auftretende Erkrankungen wie z.B. Infektionen, kardiovaskul\u00e4re Ereignisse oder Erkrankungen der Lungen und Atemwege zum Tod. Trotz einer zeitlichen Assoziation gibt es in keinem Fall konkrete Hinweise, dass die Impfung die Ursache f\u00fcr den Todesfall war. Die Arzneimittelbeh\u00f6rden anderer L\u00e4nder sowie die WHO kommen zu \u00e4hnlichen Ergebnissen bei der Bewertung von Todesf\u00e4llen in zeitlichem Zusammenhang mit den in der Schweiz zugelassenen Covid-19 Impfstoffen.<\/p>\n<p>Die bisher eingegangenen und analysierten Meldungen \u00fcber unerw\u00fcnschte Wirkungen \u00e4ndern nichts am positiven Nutzen-Risiko-Profil der in der Schweiz verwendeten Covid-19 Impfstoffe. Durch die Meldungen liegt jetzt ein klareres Bild der Sicherheit der Impfstoffe in der t\u00e4glichen Anwendung vor, dass das bekannte Nebenwirkungsprofil weitgehend best\u00e4tigt. Bekannte Nebenwirkungen der Covid-19 Impfstoffe sind in den Arzneimittelinformationen aufgef\u00fchrt. Diese werden laufend aktualisiert und auf www.swissmedicinfo.ch publiziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>1) Bei diesen Meldungen handelt es sich um Covid-19 Erkrankungen, die in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung aufgetreten sind. Da die geimpften Personen vor der Impfung nicht getestet werden und der Schutz vor einer Erkrankung vom K\u00f6rper zuerst aufgebaut werden muss, kann es vorkommen, dass in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung eine Covid-19 Erkrankung auftritt. Diese hat jedoch kausal nichts mit der Impfung zu tun. Covid-19 Impfstoffe enthalten anders als Lebendimpfstoffe (z. B. gegen Masern-Mumps-R\u00f6teln (MMR)) keine (abgeschw\u00e4chten) Viren und k\u00f6nnen daher keine Covid-19 Erkrankung ausl\u00f6sen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>577 Meldungen beziehen sich auf Comirnaty\u00ae von Pfizer\/BioNTech und 580 auf den Covid-19 Impfstoff von Moderna. 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