{"id":430200,"date":"2020-12-16T21:30:19","date_gmt":"2020-12-16T20:30:19","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=430200"},"modified":"2020-12-16T21:04:34","modified_gmt":"2020-12-16T20:04:34","slug":"prognose-zweite-corona-welle-unterbricht-wirtschaftserholung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/prognose-zweite-corona-welle-unterbricht-wirtschaftserholung\/","title":{"rendered":"Prognose: Zweite Corona-Welle unterbricht Wirtschaftserholung"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><strong>Konjunkturprognose der Expertengruppe des Bundes \u2013 Dezember 2020 &#8211; Im Winterhalbjahr 2020\/2021 lastet die zweite Corona-Welle auf der Schweizer Wirtschaft. Die Expertengruppe revidiert ihre BIP-Prognose f\u00fcr das kommende Jahr daher nach unten. Sofern sich die epidemiologische Lage entspannt, sollte das Wachstum im weiteren Verlauf deutlich anziehen. Die Unsicherheit bleibt aber ausserordentlich gross.<\/strong><\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p>Die steigenden Fallzahlen und die Corona-Gegenmassnahmen d\u00e4mpfen im Winterhalbjahr 2020\/2021 die internationale Wirtschaftsentwicklung erheblich, insbesondere in Europa. Im Allgemeinen werden jedoch gegenw\u00e4rtig weniger einschneidende Eind\u00e4mmungsmassnahmen getroffen als im vergangenen Fr\u00fchjahr; die volkswirtschaftlichen Auswirkungen sollten insgesamt weniger gravierend sein.<\/p>\n<p>Die Expertengruppe geht daher davon aus, dass das BIP der Schweiz im laufenden 4. Quartal zwar zur\u00fcckgeht, ein veritabler Einbruch der Schweizer Konjunktur aber ausbleibt. Die neuesten BIP-Daten zeigen ausserdem: Die Schweizer Wirtschaft ist etwas besser durch die vergangenen drei Quartale gekommen als bislang erwartet. Vor diesem Hintergrund geht die Expertengruppe f\u00fcr das Gesamtjahr 2020 von einem R\u00fcckgang des Sportevent-bereinigten BIP von \u22123,3 % (Prognose von Oktober: \u22123,8 %) aus. Dies w\u00e4re der st\u00e4rkste R\u00fcckgang seit 1975. Die Arbeitslosenquote sollte bei jahresdurchschnittlichen 3,2 % zu liegen kommen.<\/p>\n<p>Auch der Jahresbeginn 2021 d\u00fcrfte von der Ausbreitung des Coronavirus und den Eind\u00e4mmungsmassnahmen belastet werden. Entsprechend revidiert die Expertengruppe ihre Prognose f\u00fcr 2021 nach unten und erwartet nunmehr ein Wachstum des Sportevent-bereinigten BIP von 3,0 % (Prognose von Oktober: +3,8 %), was aber immer noch deutlich \u00fcber dem langj\u00e4hrigen Mittelwert liegt. Insbesondere sollte sich das Wachstum im Verlauf von 2021 deutlich beleben, und die Wirtschaftsleistung der Schweiz d\u00fcrfte gegen Ende 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Die Arbeitslosigkeit sollte zun\u00e4chst weiter ansteigen und im Jahresdurchschnitt 2021 bei 3,3 % liegen.<\/p>\n<p>Diese Prognose fusst auf der Erwartung, dass sich die epidemiologische Lage ab dem Fr\u00fchjahr 2021 allm\u00e4hlich stabilisiert, etwa im Zuge eines breiten Einsatzes von Corona-Impfstoffen. Unter dieser Voraussetzung ist vor\u00fcbergehend ein \u00fcberdurchschnittliches BIP-Wachstum zu erwarten: Aufgeschobene Konsumausgaben und Investitionen d\u00fcrften teilweise nachgeholt werden, und im Zuge der weltwirtschaftlichen Erholung sollten insbesondere die Warenexporte sp\u00fcrbar anziehen.<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf sollte die Wirtschaftserholung der Schweiz auch an Breite gewinnen. Unter der Voraussetzung, dass 2022 kaum mehr Massnahmen zur Eind\u00e4mmung des Coronavirus n\u00f6tig sind, d\u00fcrften auch besonders exponierte Wirtschaftsbereiche wie der internationale Tourismus aus der Krise finden. F\u00fcr 2022 erwartet die Expertengruppe ein \u00fcberdurchschnittliches Sportevent-bereinigtes BIP-Wachstum von 3,1 %. Die Besch\u00e4ftigung d\u00fcrfte deutlich ansteigen, die Arbeitslosigkeit auf jahresdurchschnittliche 3,0 % zur\u00fcckgehen.<\/p>\n<p><strong>Konjunkturrisiken<\/strong><br \/>\nDie gr\u00f6ssten Unsicherheiten bestehen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sowie den m\u00f6glichen Reaktionen der Wirtschaftsakteure und der Politik.<\/p>\n<p>Einerseits k\u00f6nnte sich die zweite Corona-Welle wirtschaftlich weniger negativ auswirken als unterstellt, insbesondere im Ausland, oder die Corona-Impfstoffe k\u00f6nnten zu einem fr\u00fcheren Zeitpunkt als erwartet auf breiter Front eingesetzt werden und weitere Eind\u00e4mmungsmassnahmen \u00fcberfl\u00fcssig machen. Dann w\u00e4re mit einer erheblich schnelleren Konjunkturerholung zu rechnen.<\/p>\n<p>Andererseits w\u00fcrde die Erholung abermals unterbrochen, falls es im Verlauf des Prognosehorizonts zu weiteren starken Pandemiewellen k\u00e4me mit einschneidenden Eind\u00e4mmungsmassnahmen im In- und Ausland. Dann w\u00fcrde die Wahrscheinlichkeit von \u00f6konomischen Zweitrundeneffekten wie Stellenabbau und Unternehmensinsolvenzen in grossem Umfang ansteigen. Auch die Risiken im Zusammenhang mit der Verschuldung von Staaten und Unternehmen w\u00fcrden sich versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Weitere Risiken f\u00fcr die Weltkonjunktur gehen vom internationalen Handelskonflikt aus. Ein \u00ab harter \u00bb Brexit w\u00fcrde die fragile Konjunktur zus\u00e4tzlich belasten. Im Inland schliesslich bleibt das Risiko von st\u00e4rkeren Korrekturen im Immobiliensektor bestehen.<\/p>\n<p class=\"nsbtextkasten\"><strong>Hinweis:<\/strong><br \/>\nAufgrund der grossen Unsicherheit erg\u00e4nzt das SECO die Konjunkturprognose der Expertengruppe mit zwei aktualisierten Konjunkturszenarien. Diese finden sich im Kapitel \u00ab Konjunkurprognose \u00bb der \u00ab Konjunkturtendenzen Winter 2020\/2021 \u00bb unter www.seco.admin.ch\/konjunkturprognosen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Schweizer Wirtschaft ist etwas besser durch die vergangenen drei Quartale gekommen als bislang erwartet. Vor diesem Hintergrund geht die Expertengruppe f\u00fcr das Gesamtjahr 2020 von einem R\u00fcckgang des Sportevent-bereinigten BIP von \u22123,3 % (Prognose von Oktober: \u22123,8 %) aus<\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":382208,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1141],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-430200","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-themen"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430200","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=430200"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/430200\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/382208"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=430200"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=430200"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=430200"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=430200"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=430200"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}