{"id":418024,"date":"2020-10-28T20:20:10","date_gmt":"2020-10-28T19:20:10","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=418024"},"modified":"2020-10-28T20:20:10","modified_gmt":"2020-10-28T19:20:10","slug":"34-der-personen-ohne-nachobligatorische-ausbildung-fuehlen-sich-nicht-gesund","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/34-der-personen-ohne-nachobligatorische-ausbildung-fuehlen-sich-nicht-gesund\/","title":{"rendered":"34% der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung f\u00fchlen sich nicht gesund"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><\/div>\n<div>\n<div class=\"mod mod-ws_detail\">\n<div class=\"ws_detail-press\">\n<p><b>91% der Personen mit Terti\u00e4rabschluss sch\u00e4tzen ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut ein, bei den Personen ohne nachobligatorische Ausbildung sind es hingegen nur 66%. Personen mit einem niedrigen sozialen Status sind st\u00e4rker von den Risikofaktoren f\u00fcr Herz-Kreislauf-Krankheiten, Arthrose und R\u00fcckenschmerzen betroffen als Personen mit einem hohen sozialen Status. Die Unterschiede lassen sich teilweise auf die Bev\u00f6lkerung mit Migrationshintergrund \u00fcbertragen, vor allem zu Ungunsten der 1. Generation aus S\u00fcdwest-, Ost- und S\u00fcdosteuropa. Dies geht aus der Schweizerischen Gesundheitsbefragung (SGB) 2017 des Bundesamts f\u00fcr Statistik (BFS) hervor.<\/b><\/p>\n<p>Im Gesundheitsbereich l\u00e4sst sich ein sogenannter sozialer Gradient feststellen. Je ung\u00fcnstiger die soziale Situation, desto schlechter der Gesundheitszustand. Dieser Zusammenhang wird durch Einflussfaktoren wie Bildungsniveau oder Einkommen gepr\u00e4gt; der Migrationsstatus kann diese mitbeeinflussen. Das gesundheitsrelevante Verhalten oder die Nutzung der Gesundheitsversorgung unterscheiden sich auch je nach sozialer Stellung, was sich wiederum auf die Gesundheit auswirkt. Dieser soziale Gradient l\u00e4sst sich auch in der Schweiz in deutlichem Masse feststellen. Mittels zwei Publikationen zum Thema der sozialen Ungleichheit und k\u00f6rperlichen Gesundheit sowie zur Gesundheit der Bev\u00f6lkerung mit Migrationshintergrund nimmt sich das BFS dieser Thematik an.<\/p>\n<p><b>Soziale Ungleichheiten beim selbsteingesch\u00e4tzten Gesundheitszustand<\/b><\/p>\n<p>Lediglich zwei Drittel der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung bezeichnen ihren Gesundheitszustand als gut oder sehr gut. Bei den Personen mit einer Ausbildung auf Sekundarstufe II sind es dagegen acht von zehn und bei den Personen mit Terti\u00e4rausbildung neun von zehn. Dieser Unterschied nach sozialem Status ist bei den meisten Indikatoren der k\u00f6rperlichen Gesundheit festzustellen.<\/p>\n<p><b>Beinahe ein Drittel der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung hat Bluthochdruck<\/b><\/p>\n<p>Als Hauptrisikofaktoren f\u00fcr Herz-Kreislauf-Krankheiten gelten Bluthochdruck, Hypercholesterin\u00e4mie, Diabetes, \u00dcbergewicht, mangelhafte k\u00f6rperliche Aktivit\u00e4t und Tabakkonsum. Personen mit erh\u00f6htem Cholesterinspiegel sind zum Beispiel 5,2-mal h\u00e4ufiger von einem Herzinfarkt oder Schlaganfall betroffen als Personen mit normalen Cholesterinwerten. Personen ohne nachobligatorischen Abschluss leiden deutlich h\u00e4ufiger an Bluthochdruck als Personen mit einer Ausbildung auf Sekundarstufe II oder auf Terti\u00e4rstufe (31% gegen\u00fcber 22% bzw. 14%), sie weisen auch h\u00e4ufiger einen erh\u00f6hten Cholesterinspiegel auf (19% gegen\u00fcber 15% bzw. 12%) und haben \u00f6fter Diabetes (8% gegen\u00fcber 5% bzw. 4%).<\/p>\n<p><b>27% der Personen ohne nachobligatorische Ausbildung leiden an Arthrose oder Rheuma<\/b><\/p>\n<p>R\u00fccken-, Gelenk- und Gliederschmerzen k\u00f6nnen Symptome f\u00fcr Muskel-Skelett-Erkrankungen sein. Werden sie chronisch, so k\u00f6nnen sie die Lebensqualit\u00e4t der Betroffenen stark beeintr\u00e4chtigen. Personen ohne nachobligatorische Ausbildung leiden deutlich h\u00e4ufiger an starken R\u00fcckenschmerzen als jene mit einem Abschluss auf Sekundarstufe II oder auf Terti\u00e4rstufe (15% gegen\u00fcber 9% bzw. 5%). Personen ohne nachobligatorische Ausbildung leiden in \u00e4hnlichem Masse auch h\u00e4ufiger an starken Glieder- und Gelenkschmerzen und haben vermehrt Arthrose oder Arthritis (27% gegen\u00fcber 18% bzw. 11%).<\/p>\n<p><b>Gesundheit der Bev\u00f6lkerung mit Migrationshintergrund<\/b><\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung mit Migrationshintergrund ist sehr heterogen, sowohl im Hinblick auf Herkunft und ethnische Zugeh\u00f6rigkeit als auch bez\u00fcglich ihrer sozialen Stellung. Gesundheitliche Belastungen treten vor allem bei den Migrantinnen und Migranten der 1. Generation aus Ost- und S\u00fcdosteuropa sowie aus S\u00fcdwesteuropa auf. Oftmals gehen die beobachteten Unterschiede einher mit Unterschieden bei der sozialen Stellung, insbesondere dem Bildungsstand. Der Anteil der Personen, die ihren Gesundheitszustand als \u00abmittelm\u00e4ssig\u00bb bis \u00absehr schlecht\u00bb einsch\u00e4tzen, ist bei den Migrantinnen und Migranten der 1. Generation aus S\u00fcdwesteuropa um 16 Prozentpunkte h\u00f6her als bei der Bev\u00f6lkerung ohne Migrationshintergrund, unter der Annahme von gleicher Geschlechts- und Altersstruktur. Je l\u00e4nger Migrantinnen und Migranten sich in der Schweiz aufhalten, desto schlechter ist ihr Gesundheitszustand und desto st\u00e4rker akzentuieren sich als Folge die gesundheitlichen Unterschiede gegen\u00fcber der Bev\u00f6lkerung ohne Migrationshintergrund.<\/p>\n<p><b>Hohe psychische Belastung: Anteil ist bis um 9 Prozentpunkte erh\u00f6ht<\/b><\/p>\n<p>Beinahe alle Gruppen der Bev\u00f6lkerung mit Migrationshintergrund haben ein gr\u00f6sseres Risiko f\u00fcr eine hohe psychische Belastung und Depressionen. Besonders deutlich ist dies in Bezug auf die hohe psychische Belastung bei den Personen der 1. Generation aus S\u00fcdwesteuropa (+9 Prozentpunkte) sowie denjenigen der 1. Generation aus Ost-und S\u00fcdosteuropa (+6 Prozentpunkte). Die Unterschiede k\u00f6nnen zum Teil auf soziale Unterschiede zur\u00fcckgef\u00fchrt werden, einen deutlichen Einfluss hat aber insbesondere auch ein Mangel an sozialer Unterst\u00fctzung.<\/p>\n<p><b>Migrationsbev\u00f6lkerung weist mehr \u00dcbergewicht auf<\/b><\/p>\n<p>\u00dcbergewicht beeinflusst eine Vielzahl von Gesundheitsaspekten. Adipositas erh\u00f6ht das Risiko von Bluthochdruck, hohem Cholesterinspiegel, Diabetes, Kreuzschmerzen, Glieder- und Gelenkschmerzen und Arthritis. In der Gesamtbev\u00f6lkerung l\u00e4sst sich ein deutlicher sozialer Gradient beim \u00dcbergewicht feststellen. Der Anteil an \u00dcbergewichtigen ist in fast allen Gruppen der Bev\u00f6lkerung mit Migrationshintergrund erh\u00f6ht, unter anderem auch bei der Bev\u00f6lkerung der 2. Generation (+9 Prozentpunkte). Anders als in der Gesamtbev\u00f6lkerung lassen sich die Unterschiede beim \u00dcbergewicht weniger auf soziale Faktoren zur\u00fcckf\u00fchren, sondern es scheinen migrations- und lebensstilspezifische Faktoren wichtiger zu sein.<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schweizerische Gesundheitsbefragung 2017: Soziale Ungleichheit und k\u00f6rperliche Gesundheit <\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":390397,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[3954,22520,23120,23121,24006,24631,24635,1140],"tags":[],"vendi":[],"content_country":[],"class_list":["post-418024","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-shendetesi-2-de","category-coronavirus-minute-fuer-minute","category-nachrichten","category-nachrichten-de","category-lajme-jeta-ne-zvicer-de","category-nachrichten-de-2","category-nachrichten-de-3","category-leben-in-der-schweiz"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/418024","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=418024"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/418024\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/390397"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=418024"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=418024"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=418024"},{"taxonomy":"vendi","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/vendi?post=418024"},{"taxonomy":"content_country","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/wp-json\/wp\/v2\/content_country?post=418024"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}