{"id":414873,"date":"2020-10-14T23:28:15","date_gmt":"2020-10-14T21:28:15","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=414873"},"modified":"2020-10-14T23:28:15","modified_gmt":"2020-10-14T21:28:15","slug":"prognose-wirtschaftseinbruch-2020-weniger-stark-als-befuerchtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/prognose-wirtschaftseinbruch-2020-weniger-stark-als-befuerchtet\/","title":{"rendered":"Prognose: Wirtschaftseinbruch 2020 weniger stark als bef\u00fcrchtet"},"content":{"rendered":"<div class=\"contentHead\"><\/div>\n<div class=\"mod mod-nsbnewsdetails\">\n<p><strong>Konjunkturprognose der Expertengruppe des Bundes \u2013 Oktober 2020* &#8211; Die Expertengruppe rechnet f\u00fcr 2020 mit einem R\u00fcckgang des Sportevent-bereinigten BIP von 3,8 % bei einer jahresdurchschnittlichen Arbeitslosenquote von 3,2 %. Damit sind die Aussichten f\u00fcr 2020 weniger negativ als Mitte Jahr bef\u00fcrchtet. Im weiteren Verlauf sollte die Dynamik nachlassen.<\/strong><\/p>\n<p>Mit der Lockerung der gesundheitspolitischen Massnahmen setzte Ende April eine z\u00fcgige Aufholbewegung der Schweizer Wirtschaft ein; sowohl die Konsum- als auch die Investitionsnachfrage \u00fcbertrafen im 2. Quartal die Erwartungen. Die Kurzarbeit wurde deutlich weniger stark in Anspruch genommen als im Juni erwartet. In der Summe stellt sich das erste Halbjahr 2020 weniger negativ dar als in der Prognose von Juni angenommen.<\/p>\n<p>Die Expertengruppe geht davon aus, dass sich die Aufholbewegung der Schweizer Wirtschaft im 3. Quartal fortgesetzt hat. Einige Wirtschaftsbereiche, darunter Teile des Gastgewerbes, wurden von der geringen internationalen Reiset\u00e4tigkeit der Schweizer Bev\u00f6lkerung gest\u00fctzt. Andere Bereiche haben sich weniger stark erholt, aufgrund einer gr\u00f6sseren Abh\u00e4ngigkeit von der internationalen Konjunktur (z. B. Teile des verarbeitenden Gewerbes) oder einer direkteren Betroffenheit durch die Corona-Pandemie und die Massnahmen (z. B. der internationale Tourismus und die Grossveranstaltungen). Die Erholung der Wirtschaft bleibt somit unvollst\u00e4ndig, die Vorjahresst\u00e4nde wurden in den meisten Bereichen nicht erreicht. Im September waren fast 50 000 Personen mehr arbeitslos als ein Jahr zuvor.<\/p>\n<p>F\u00fcr das Gesamtjahr 2020 erwartet die Expertengruppe einen R\u00fcckgang des BIP von 3,8 % (Prognose von Juni: \u22126,2 %). Dies w\u00e4re der st\u00e4rkste BIP-R\u00fcckgang seit 1975. Am Arbeitsmarkt ist mit weiteren R\u00fcckg\u00e4ngen der Besch\u00e4ftigung zu rechnen. Die Arbeitslosenquote sollte 2020 bei jahresdurchschnittlichen 3,2 % zu liegen kommen (Prognose von Juni: 3,8 %).<\/p>\n<p>Im weiteren Verlauf sollte sich die Erholung der Schweizer Wirtschaft in einem moderaten Tempo fortsetzen. Die Expertengruppe erwartet, dass das Sportevent-bereinigte BIP 2021 um 3,8 % steigt (Prognose von Juni: 4,9 %). Damit w\u00fcrde die Wirtschaftsleistung der Schweiz erst gegen Ende 2021 wieder das Vorkrisenniveau erreichen. Dies setzt voraus, dass weder in der Schweiz noch bei den wichtigsten Handelspartnern ein weiterer breitfl\u00e4chiger Lockdown verh\u00e4ngt wird. Dann sollten sich Konsum- und Investitionsausgaben im Inland schrittweise erholen, wenn auch belastet durch Einkommensausf\u00e4lle und die weiterhin grosse Unsicherheit.<\/p>\n<p>Das internationale Umfeld d\u00fcrfte 2021 von einer gewissen Heterogenit\u00e4t gepr\u00e4gt sein. So werden die tourismusorientierten s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4nder besonders stark unter der Corona-Krise leiden. Andere L\u00e4nder, darunter die USA und Deutschland, sollten sich z\u00fcgiger davon erholen. Insgesamt kehrt die Weltwirtschaft nur z\u00f6gerlich zu den Vorkrisenst\u00e4nden zur\u00fcck. Das bremst die konjunktursensitiven Bereiche der Schweizer Exportwirtschaft. Am Arbeitsmarkt d\u00fcrfte sich die Lage nur langsam verbessern: Gem\u00e4ss Prognose wird die Arbeitslosigkeit 2021 auf jahresdurchschnittliche 3,4 % ansteigen (Prognose von Juni: 4,1 %), die Besch\u00e4ftigung nur geringf\u00fcgig wachsen.<\/p>\n<p><strong>Konjunkturrisiken<\/strong><br \/>\nDie gr\u00f6ssten Konjunkturrisiken bestehen weiterhin im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und den damit verbundenen Reaktionen der Wirtschaftsakteure und der Politik.<\/p>\n<p>Einerseits k\u00f6nnte sich die Unsicherheit weniger negativ auf das Konsum- und Investitionsverhalten auswirken als in der Prognose unterstellt, oder die Unsicherheit k\u00f6nnte z. B. aufgrund der Zulassung von Impfstoffen massiv zur\u00fcckgehen. Dann w\u00e4re mit einer erheblich schnelleren Konjunkturerholung zu rechnen.<\/p>\n<p>Andererseits w\u00fcrde die Erholung unterbrochen, falls es international erneut zu breitfl\u00e4chigen Betriebs- und Grenzschliessungen kommen sollte. Die Wahrscheinlichkeit von \u00f6konomischen Zweitrundeneffekten wie Stellenabbau und Unternehmensinsolvenzen in grossem Umfang w\u00fcrde deutlich ansteigen. Auch die Risiken im Zusammenhang mit der weiter angestiegenen Verschuldung von Staaten und Unternehmen w\u00fcrden sich versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Weitere Risiken f\u00fcr die Weltkonjunktur gehen vom internationalen Handelskonflikt aus. Ein \u00ab harter \u00bb Brexit, wie er derzeit wahrscheinlicher erscheint, w\u00fcrde die fragile Konjunktur zus\u00e4tzlich belasten. Auch bleibt die Gefahr von Finanzmarktturbulenzen und eines weiteren Aufwertungsdrucks auf den Franken hoch.<\/p>\n<p>Im Inland schliesslich bleibt das Risiko von st\u00e4rkeren Korrekturen im Immobiliensektor bestehen.<\/p>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Expertengruppe geht davon aus, dass sich die Aufholbewegung der Schweizer Wirtschaft im 3. 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