{"id":402596,"date":"2020-08-26T08:49:44","date_gmt":"2020-08-26T06:49:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.albinfo.ch\/?p=402596"},"modified":"2020-08-26T08:51:03","modified_gmt":"2020-08-26T06:51:03","slug":"anpassung-an-den-klimawandel-bundesrat-verabschiedet-aktionsplan-fuer-2020-2025","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.albinfo.at\/de\/anpassung-an-den-klimawandel-bundesrat-verabschiedet-aktionsplan-fuer-2020-2025\/","title":{"rendered":"Anpassung an den Klimawandel: Bundesrat verabschiedet Aktionsplan f\u00fcr 2020\u20132025"},"content":{"rendered":"<p>H\u00e4ufigere Hitzewellen und Trockenperioden, zunehmende Naturgefahren wie Hochwasser und Erdrutsche, Ver\u00e4nderungen der Tier- und Pflanzenvielfalt: Der Klimawandel pr\u00e4gt unsere Umwelt bereits heute und wird dies in Zukunft noch st\u00e4rker tun. Der Bundesrat hat deshalb am 19. August 2020 den Aktionsplan 2020\u20132025 zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet. Dieser setzt die bisherige Politik fort und enth\u00e4lt Massnahmen, um die Risiken des Klimawandels zu bew\u00e4ltigen und die Anpassungsf\u00e4higkeit von Natur, Gesellschaft und Wirtschaft zu steigern.<\/p>\n<p>In der Schweizer Klimapolitik steht die Verminderung der Treibhausgasemissionen an erster Stelle. Doch auch wenn die Ziele des \u00dcbereinkommens von Paris erreicht werden und die Erderw\u00e4rmung auf 1,5\u00a0Grad begrenzt wird, sind Massnahmen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels unumg\u00e4nglich. Aus diesem Grund hatte der Bundesrat schon 2012 seine Strategie \u00abAnpassung an den Klimawandel in der Schweiz\u00bb beschlossen. Mit dem am 19.\u00a0August 2020 verabschiedeten Aktionsplan f\u00fchrt er die Umsetzung dieser Strategie in den Jahren 2020\u20132025 fort.<\/p>\n<p>Der Aktionsplan enth\u00e4lt 75\u00a0Massnahmen auf Bundesebene. Sie sollen dazu beitragen, die gr\u00f6ssten Folgen und Risiken des Klimawandels zu bew\u00e4ltigen. Dazu geh\u00f6ren eine h\u00e4ufigere und st\u00e4rkere Hitzebelastung, Sommertrockenheit, zunehmende Naturgefahren und der Verlust der heimischen Tier- und Pflanzenvielfalt. Grundlage f\u00fcr den Aktionsplan sind die Schweizer Klimaszenarien CH2018 (siehe Kasten).<\/p>\n<p><b>Heute handeln f\u00fcr morgen<\/b><b><\/b><\/p>\n<p>Die Massnahmen zur Bew\u00e4ltigung der zunehmenden Sommerhitze, insbesondere in dicht besiedelten Gebieten, fokussieren auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen. Kurzfristig m\u00fcssen Personen, die durch Hitze gef\u00e4hrdet sind, Gesundheitsfachleute und Beh\u00f6rden auf die Hitzeproblematik aufmerksam gemacht und \u00fcber geeignete Massnahmen informiert werden. Mittel- bis langfristig muss der Lebensraum an den Klimawandel angepasst werden: So brauchen St\u00e4dte und Siedlungen Gr\u00fcn- und Wasserfl\u00e4chen, um der lokalen \u00dcberhitzung entgegenzuwirken. Geb\u00e4ude sollen so gebaut und positioniert werden, dass sie ausreichend Schatten bieten und Durchl\u00fcftung erlauben, damit der Aufenthalt darin trotz zunehmender Hitzebelastung angenehm ist.<\/p>\n<p>Die zunehmende Trockenheit verlangt nach Massnahmen zum Umgang mit Wasserknappheit. Mehrere Bundes\u00e4mter arbeiten gemeinsam daran, die Vorhersage von Trockenperioden und die Information w\u00e4hrend diesen Ereignissen zu verbessern. So k\u00f6nnen die n\u00f6tigen Massnahmen fr\u00fchzeitig eingeleitet werden. Gleichzeitig will der Bund die Kantone weiter bei der Umsetzung der Wasserressourcenplanung unterst\u00fctzen. In der Landwirtschaft f\u00f6rdern Bund und Kantone die ressourcenschonende und an die trockeneren Bedingungen angepasste Bewirtschaftung, zum Beispiel den Anbau von Sorten, welche Trockenheit besser \u00fcberstehen.<\/p>\n<p>Der Klimawandel ver\u00e4ndert auch die Situation bei den Naturgefahren. Wegen zunehmenden Starkniederschl\u00e4gen und w\u00e4rmeren Wintern, in denen anstelle von Schnee mehr Regen f\u00e4llt, h\u00e4ufen sich lokale Hochwasser. Fl\u00fcsse, B\u00e4che und Seen k\u00f6nnen vermehrt \u00fcber die Ufer treten, und Regen fliesst \u00fcber das offene Gel\u00e4nde ab, wenn der Boden ihn nicht schnell genug aufzunehmen vermag. Auch Erdrutsche k\u00f6nnen h\u00e4ufiger auftreten. Solche Ver\u00e4nderungen m\u00fcssen fr\u00fchzeitig erkannt und bei allen Aktivit\u00e4ten zum Schutz und zur Bew\u00e4ltigung von Naturgefahren ber\u00fccksichtigt werden. Mit gen\u00fcgend Raum f\u00fcr den R\u00fcckhalt und die Ableitung von Wasser, Ger\u00f6ll und Lawinen lassen sich Sch\u00e4den wirkungsvoll verhindern.<\/p>\n<p>Im Aktionsplan sind auch Massnahmen zur Biodiversit\u00e4t enthalten. Mit dem Klimawandel ver\u00e4ndern sich die Lebensr\u00e4ume, die Zusammensetzung von Tier- und Pflanzenarten und die Landschaft. Die Natur kann sich bis zu einem gewissen Grad an den Klimawandel anpassen, braucht daf\u00fcr aber Freir\u00e4ume. Der Aktionsplan sieht daher vor, Schutzgebiete zu schaffen und zu vernetzen. Dies dient auch dazu, die wichtigen Leistungen der \u00d6kosysteme langfristig zu sichern \u2013 beispielsweise die Best\u00e4ubung durch Insekten oder der Lawinenschutz durch W\u00e4lder.<\/p>\n<p><b>Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden st\u00e4rken<\/b><\/p>\n<p>Da sich der Klimawandel regional unterschiedlich auswirkt, ist die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kantonen und Gemeinden zentral. Deshalb zielen verschiedene Massnahmen des zweiten Aktionsplans darauf ab, die Abstimmung zwischen den drei Staatsebenen zu verbessern. So entwickelt das Bundesamt f\u00fcr Umwelt BAFU f\u00fcr Gemeinden ein einfaches Online-Tool, das sie bei der Planung von eigenen Anpassungsmassnahmen unterst\u00fctzen soll.<b>\u00a0<\/b>Ausserdem ist ein Forschungsprogramm zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit, die \u00d6kosysteme und die Infrastrukturen in der Schweiz geplant.<b><\/b><\/p>\n<p class=\"nsbtextkasten\"><strong>Die Klimaszenarien CH2018<\/strong><\/p>\n<p>Die Klimaszenarien CH2018 zeigen, wie der Klimawandel die Schweiz trifft und was weltweite Anstrengungen zur Verminderung der klimasch\u00e4dlichen Treibhausgase dagegen ausrichten k\u00f6nnen. Die Klimaszenarien verbinden Simulationen aktueller Klimamodelle mit Beobachtungen bisheriger Trends und erlauben den bisher genausten Blick in die Klimazukunft unseres Landes. Der Aktionsplan orientiert sich vorsorglich an einem Szenario ohne zus\u00e4tzliche weltweite Klimaschutzmassnahmen, in dem die mittlere weltweite Erw\u00e4rmung bis Ende Jahrhundert gegen\u00fcber heute ungef\u00e4hr 2,6\u20134,8 Grad betr\u00e4gt.<\/p>\n<p><strong>Mehr Hitzetage<\/strong>: Die H\u00f6chsttemperaturen steigen erheblich st\u00e4rker als die Durchschnittstemperaturen. Bis Mitte Jahrhundert wird es an den heissesten Tagen im Sommer 2\u20135,5\u00a0Grad w\u00e4rmer als heute. Die Zahl der Hitzetage mit Temperaturen \u00fcber 30\u00a0Grad wird sich je nach Region mehr als verdoppeln. Hitzewellen werden h\u00e4ufiger und extremer. Hitzesommer wie in den Rekordjahren 2003 und 2018 k\u00f6nnen zur Norm werden.<\/p>\n<p><strong>Trockene Sommer<\/strong>: Die mittlere Regenmenge nimmt im Sommer langfristig ab, w\u00e4hrend die Verdunstung mit steigender Temperatur zunimmt. Bis Mitte Jahrhundert steigt die mittlere Sommertemperatur um 2,5\u20134,5\u00a0Grad im Vergleich zu heute. Gleichzeitig f\u00e4llt bis zu einem Viertel weniger Regen. Die l\u00e4ngste niederschlagsfreie Periode dauert bis zu 9\u00a0Tage l\u00e4nger als heute. Entsprechend werden die B\u00f6den trockener.<\/p>\n<p><strong>Heftige Niederschl\u00e4ge<\/strong>: Starkniederschl\u00e4ge werden in Zukunft merklich h\u00e4ufiger und intensiver als wir sie heute erleben. Dies betrifft alle Jahreszeiten, aber besonders den Winter. Bis Mitte Jahrhundert wird die j\u00e4hrlich gr\u00f6sste Niederschlagsmenge, die an einem Tag f\u00e4llt, um etwa 10% zunehmen.<\/p>\n<p><strong>Schneearme Winter<\/strong>: Bis Mitte Jahrhundert werden die Winter deutlich milder sein als heute. Zwar f\u00e4llt mehr Niederschlag \u2013 aber wegen der h\u00f6heren Temperaturen vermehrt als Regen. Besonders in tieferen Lagen schneit es seltener und weniger. Die Zahl der Neuschneetage nimmt ab, die Schneefallgrenze steigt um 400\u2013650\u00a0H\u00f6henmeter.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.admin.ch\/gov\/de\/start\/dokumentation\/medienmitteilungen.msg-id-80110.html\">admin.ch<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00e4ufigere Hitzewellen und Trockenperioden, zunehmende Naturgefahren wie Hochwasser und Erdrutsche, Ver\u00e4nderungen der Tier- und Pflanzenvielfalt: Der Klimawandel pr\u00e4gt unsere Umwelt bereits heute und wird dies in Zukunft noch st\u00e4rker tun. Der Bundesrat hat deshalb am 19. August 2020 den Aktionsplan 2020\u20132025 zur Anpassung an den Klimawandel verabschiedet. 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